Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist ist

Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon mweisEl » Di 11. Okt 2016, 13:20

georgij hat geschrieben:
Die haben doch selbst eine mobilfunkgebundene Vernetzung.

Ja und? Dann funktieren sie halt mit einem der vier Mobilfunkdatennetzen. Soll man sich 4 verschiedene SIMs zulegen, und die immer durchrotieren im Smartphone, wenn die gerade eingelegte bzw. fest mit der Smartphoneplatine verbundene nicht funktioniert?

georgij hat geschrieben:
Folglich ist das Internet über Mobilfunk nicht gegeben scheitern auch alle elektronischen Zahlungsmethoden (auch RFID).


Das stimmt so nicht: nach einer über RFID erfolgten Authentifizierung (die eindeutige Benutzerkennung wird im Speicher der Säule signiert abgelegt) kann die Abrechnung z.B. nach einem temporären Mobilfunkausfall oder wegen Funkstörungen in der Nähe von der Säule auch später angestoßen werden. Das ist technisch kein Problem, aber bei der doppelt notwendigen (Quadration potentieller Fehlerquellen) Mobildatenfunkverbindung über Smartphone geht das überhaupt nicht.

Wenn in der Zukunft immer eine Abrechnung verlangt wird, wird es auch keinen automatischen Messemodus bei selbst festgestelltem Mobilfunkausfall wie bei den RWE-Säulen heute mehr geben (was die Mobilfunkprobleme des Nutzers freilich auch nicht erkennen kann).

Smartphonaktivierung ist eine reine Schönwettertechnologie, getrieben von Instituten, die Forschungsförderung abgreifen wollen.
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Beitragvon EVduck » Di 11. Okt 2016, 13:40

Folglich ist das Internet über Mobilfunk nicht gegeben scheitern auch alle elektronischen Zahlungsmethoden (auch RFID).

Und dennoch sind eineige Betreiber so d...ich, dass sie Säulen in einem Mobilfunkloch aufstellen, die dann per RFID freigeschaltet werden sollen, aber der Vorgang bricht immer ab wegen Server Time Out...
Ergebnic: Laden kann man dort nicht - dem Betreiber fällt das aber nicht auf, weil die RFID Karten der Mitarbeiter in der Säule hinterlegt sind :roll: :wand:
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon Tho » Di 11. Okt 2016, 14:01

Dann ist das Backend aber sch***, die Säule loggt die Timeouts garantiert irgendwo.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon georgij » Di 11. Okt 2016, 14:05

mweisEl hat geschrieben:
georgij hat geschrieben:
Die haben doch selbst eine mobilfunkgebundene Vernetzung.

Das stimmt so nicht: nach einer über RFID erfolgten Authentifizierung (die eindeutige Benutzerkennung wird im Speicher der Säule signiert abgelegt) kann die Abrechnung z.B. nach einem temporären Mobilfunkausfall oder wegen Funkstörungen in der Nähe von der Säule auch später angestoßen werden. Das ist technisch kein Problem, aber bei der doppelt notwendigen (Quadration potentieller Fehlerquellen) Mobildatenfunkverbindung über Smartphone geht das überhaupt nicht.


Na ob das so umgesetzt ist erscheint mir fraglich. Wie genau erfolgt denn die Authentifizierung an einer Säule ohne Datenverbindung? Habe sie alle eine Datenbank integriert mit den Daten aller ihrer Kunden samt aktueller Validität ihrer Zahlungsmethoden?

Wenn nicht kann ich auch irgend eine erfundene ID rüberfunken und die Säule sie speichern lassen. Wenn die dann irgenwann online geht und die Daten prüft bin ich schon lange weg.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon kaiuwe » Di 11. Okt 2016, 14:39

Man könnte die Logik ja auch ändern:
    Die Authentifizierung erfolgt offline in der App - beispielsweise mit Hilfe eines persönlichen Zertifikats
    Die Lade- bzw. Bezahl-Transkation wird entweder sofort online von der App übertragen ...
    ... oder - falls an der Ladestation keine Datenverbindung möglich ist - in der App zwischengespeichert und später übertragen, sobald wieder eine Mobilfunk-Verbindung besteht
Dann müßte man die Säulen überhaupt nicht an das Mobilfunknetz anschliessen, weil die ganze Kommunikation vom Smartphone des Benutzers übernommen wird ;)

Das könnte ungefähr so ablaufen:

Ich fahre mit meinem (erst ab November vorhandenen) Elektroauto zur Ladesäule, steige aus und zücke mein Smartphone.
Mein Smartphone verbindet sich mit dem offenen WLAN der Ladesäule und ich starte die Lade-App. Dann geht’s so weiter:

Ich an App: „Sag der Säule mal, dass ich laden will“
App an Ladesäule: „Mein Fahrer will laden“
Ladesäule an App: „Da kann ja Jeder kommen. Zeig mir erst mal deinen Ausweis“
Die App überträgt mein persönliches Zertifikat, das vom Ladesäulen-Betreiber ausgestellt wurde.
Die Ladesäule prüft das Zertifikat und stellt fest, dass es gültig ist, sprich: vom Betreiber ausgestellt wurde. Meine Identität wird dabei nicht geprüft – deshalb muss die Säule mich auch nicht kennen.
Ladesäule an App: „Ok, der Ausweis ist gültig. Aber beweise mir erst mal, dass du deine letzte Ladung bezahlt hast !“
Die App überträgt die verschlüsselte und unverschlüsselte Transaktionsnummer, die sie beim letzten Bezahlvorgang vom Ladesäulen-Betreiber als Bestätigung erhalten hat.
Die Ladesäule entschlüsselt die Transkationsnummer und prüft, ob diese der unverschlüsselten Nummer entspricht. Dadurch kann die Säule feststellen, ob die Transaktionsnummer tatsächlich vom Ladesäulen-Betreiber stammt.
Der Ladevorgang wird durchgeführt, weil die vorangegangene Transaktion bezahlt wurde. Nach Beendigung des Ladevorgangs:
Ladesäule an App: „Das macht 5,80 Euro“
App an Ladesäule: „Ok, tschüss“
App an mich: „Alles klar, du kannst das Kabel abziehen“.
Ich ziehe das Kabel ab, steige wieder ein und fahre los. Sobald die App wieder Verbindung mit dem Internet hat, geht es so weiter:
App an Bezahl-Server: „Hallo, ich soll 5,80 bezahlen“
Bezahl-Server an App: „Wer bist du denn überhaupt ?“
Die App überträgt mein persönliches Zertifikat, das vom Ladesäulen-Betreiber ausgestellt wurde.
Der Bezahl-Server erzeugt eine eindeutige Transaktionsnummer und verschlüsselt diese.
Bezahl-Server an App: „Ok, ich ziehe die 5,80 von deinem Bankkonto ein. Die Transaktionsnummer lautet 1234567890. Verschlüsselt lautet die Nummer: 43fg18327gf0^0cenowien“
Die App speichert diese verschlüsselte Nummer.

Beim nächsten Mal geht das Ganze von vorne los.
Für den ersten Ladevorgang benötigt die App natürlich eine initiale Transaktionsnummer.
Zuletzt geändert von kaiuwe am Di 11. Okt 2016, 15:22, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon Tho » Di 11. Okt 2016, 14:41

Wenn ihr eine Offline Zahl App wollt schaut euch mal das Stromticket an.
Dem ersten, ders beim ersten Versuch schafft aus einer NKT Strom zu bekommen gebe ich ein Bier aus. (PowerTower zählt nicht) :lol:
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon gthoele » Di 11. Okt 2016, 15:41

Mit dem Zertifikatsmodell könnt' ich mich ja fast anfreunden, das vermeidet einen großen Teil der Nachteile von den heutigen Apps.
Aber allein wie lang der Post ist - das ist kompliziert und geht daher im entscheidenden Moment an irgendeiner Stelle kaputt. Die alltägliche Zuverlässigkeit meines Smartphones ist zwar für dessen Aufgaben durchaus annehmbar, aber nicht hoch genug, als das ich essentielle Sachen wie "ich will nach Hause" davon abhängig machen will.
(In der Hinsicht kann ich mich ja mit Intercharge direct anfreunden - das kann ich auch auf einem Rechner im benachbarten Internetcafe, auf einem Laptop oder auf dem Smartphone vom Beifahrer bedienen.)
Das überzeugt mich nicht. Warum soll ich was Komplexes mühsam programmieren und pflegen, wenn ich was Einfaches Funktionierendes Etabliertes nehmen kann.

Bloß damit niemand RFID-Karten per Briefpost versenden muss? Das kann man doch komplett outsourcen, dann hat man mit diesem anfassbaren materiellen Geschäft nix zu tun und spürt das nicht mehr so.

"Wegen der Fördermittel" - Ach so. Ja. Dann beantragt man die Förderung halt nicht und macht das dann einfach nicht. Undenkbar, aber ja, man kann auch nicht-geförderte Sachen machen.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon Tho » Di 11. Okt 2016, 15:43

gthoele hat geschrieben:
"Wegen der Fördermittel" - Ach so. Ja. Dann beantragt man die Förderung halt nicht und macht das dann einfach nicht. Undenkbar, aber ja, man kann auch nicht-geförderte Sachen machen.

Die Fördermittel brauchst du ja damit sich dein Business rechnet bzw. zumindest der Verlust begrenzt wird.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon gthoele » Di 11. Okt 2016, 15:44

Und der Vorschlag erinnert mich an Ubitricity, deren Kabel kann das nämlich genau so - da ist ein Zertifikat im Kabel drin, das spricht im Funkloch offline mit der Säule (die auch offline ist) und man hat X Offline-Ladevorgänge frei. Offline-Ladevorgänge im Funkloch werden im Kabel gespeichert und bei einem der nächsten Nicht-Funkloch-Ladevorgänge mitgesendet.

Das Risiko, das da noch jemand nach Vertragskündigung noch X mal offline lädt und - da bereits gekündigt - nicht zahlt, trägt der Stromlieferant. Wenn X nicht allzu groß ist ist das ja kein gropßes Risiko.
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Re: Warum die alleinige Abrechnungsmöglichkeit per App Mist

Beitragvon Tho » Di 11. Okt 2016, 15:52

Und auf was haben bei Ubitricity alle geschimpft?
Dass man ein Kabel kaufen muss, was man nur für Ubitricity braucht. :lol:
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