Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon iOnier » So 5. Mär 2017, 12:00

Lindum Thalia hat geschrieben:
An allen Parkplätzen für Pendler ,Schuko umsonst , an allen Tankstellen mind. 3 mal CCS/ Chademo mit 50 kW den Rest mit größer 100 kW gegen Bezahlung an den Autobahn Raststätten und Rasthöfen und man kann sich das gedöns mit Typ 2 sparen.

Schuko ist keine Option: Kabel-Diebstahl bei (Typ1-)Fahrzeugen, die nicht fahrzeugseitig verriegeln, Ladeabbrüche wegen Ausstecken durch irgendwelche Idioten bei allen anderen. Auch bezüglich der Witterungsbeständigkeit => des Wartungs-/ Reparaturaufwandes dürfte Typ2 erheblich besser dastehen. Und wenn man daran denkt, größere Parkplätze "voll" zu elektrifizieren wird man um ein Lastmanagement nicht herumkommen. Was mit Schuko nun mal allenfalls sehr eingeschränkt ("0/1") funktioniert.

Darüber hinaus gibt es nicht nur Pendler, sondern auch sehr viele Stadtbewohner ohne eigenen Stellplatz. Ausschließlich Schnellladung ist für diese nicht vernünftig - viele Autos balancieren ihre Zellen nur an AC.

IMO kommt man an Typ2 nicht vorbei.
Gruß
Werner
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon spark-ed » So 5. Mär 2017, 13:00

Zur Abrechnung:

In jedes neue Fahrzeug eine verplompte Messeinrichtung, die die vorbezahlte (Prepaid) Ladung nach Guthabenstand freigibt.
Der Verbrauch wird der Ladesäule per GPS-Koordinate als Gutschrift zugeordnet.
Das im Fahrzeugbestand vorhandene Promille an derzeitigen E-Fahrzeugen ohne Abrechnungstechnik muss dabei als Kröte geschluckt, oder pauschal zur Kasse gebeten werden

Der Vorteil: Die Ladestellen könnten vollständig ohne Netzwerkanbindung/ GSM / Abrechnungstechnik auskommen.
Als Betreiber muss ich "nur" eine dumme Ladesäule/ Wallbox in die Gegend stellen, den Standort bei der zentralen "Abrechnungsstelle" anmelden und schon kann es losgehen.
So etwas wäre sehr zuträglich für zahllose simple Ladepunkte.

Nachteil: Überwachungsphobiker und Strompreisverschwörungstheoretiker würden vermutlich lieber zu Fuß gehen 8-)
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon ev4all » So 5. Mär 2017, 13:32

Es wird sehr wahrscheinlich eine Zertifikate/Public Key Infrastruktur geben, mit der jedes Fahrzeug, jede Säule, jeder Betreiber, jeder Stromtarif, jeder Ladestromvertrag identifiziert werden kann und verschlüsselte Kommunikation möglich ist. All das wird gerade definiert in ISO 15118. So wird automatisches Abrechnen möglich und auch netzgesteuertes/netzdienliches Laden.

Wer mehr darüber wissen will, wird fündig z.B. auf https://www.v2g-clarity.com/en/
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon Karlsson » So 5. Mär 2017, 16:35

Lindum Thalia hat geschrieben:
An allen Parkplätzen für Pendler ,Schuko umsonst ,

Wer soll diese realisieren und welcher Anreiz soll ihn dazu bewegen?
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon phonehoppy » Mi 19. Apr 2017, 16:25

Mei hat geschrieben:
Die bekommen 3kW auf einer Phase.
Da reicht eine durchschnittliche Nacht für über 100km.


Das lässt aber den häufigen Anwendungsfall "Destination Charging" außer acht.
Wenn ich eine längere Strecke, z.B. Dienstreise, Urlaub, lange Pendlerstrecke etc. mache, muss ich Stand heute entweder unterwegs schnellladen, oder ich schaffe die Strecke auf einmal. Sehr wahrscheinlich ist der Akku aber in beiden Fällen am Ende sehr leer, auch wenn ich unterwegs schnelllade, denn dann will ich nicht unnötig viel Zeit an denr DC-Ladestation verbringen, sondern möglichst schnell weiterfahren, um die Reisezeit kurz zu halten.

Für eine eventuelle Rück- oder Weiterfahrt möchte ich natürlich von meinem Zielort (der jetzt zum Ausgangsort wird), möglichst wieder mit 100% Ladung starten, wieder damit die Reisezeit (und auch die Kosten) nicht durch überlanges Schnellladen verlängert werden. Um aber in einer Nacht oder für einen Termin von einigen Stunden den Akku von ganz leer auf ganz voll zu kriegen, reichen in Zukunft 3,7kW nicht mehr aus. Von daher müssen unbedingt leistungsfähige und kostengünstige 3P-Lader an allen "Destinations" her.
Ein großer Vorteil eines EV ist ja, dass ich trot der im Vergleich zum Tanken längeren Ladezeit mein Fahrzeug quasi nebenher befüllen kann, während ich etwas anderes mache, was auch für das Stromnetz und das gesamtgesellschaftliche Energiemanagement besser ist, als wenn alle zu Stoßzeiten an die Schnellladestationen fahren und dort für 1 Monat Strom tanken. Und bei den zukünftigen Akkukapazitäten braucht es dafür Leistungen über 3,7kW. Dafür wird aber auch noch auf längere Sicht ein AC 3-Phasen-Anschluss wesentlich kostengünstiger sein, als eine DC-Ladestation an jeder Ecke, von PowerWalls oder ähnlichem mal abgesehen.
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon Langsam aber stetig » Mi 19. Apr 2017, 16:58

phonehoppy hat geschrieben:
Um aber in einer Nacht oder für einen Termin von einigen Stunden den Akku von ganz leer auf ganz voll zu kriegen, reichen in Zukunft 3,7kW nicht mehr aus. Von daher müssen unbedingt leistungsfähige und kostengünstige 3P-Lader an allen "Destinations" her.

Stimmt, in Hotels, in denen Gäste nur für eine Nacht bleiben sollte das so sein. 22 kW sollten da aber für die nähere Zukunft ausreichen (20 kW nach Ladeverlust heißt, dass man in 8 Stunden 160 kWh laden kann - ich gehe davon aus, dass es auch langfristig nur wenige Autos geben wird, die einen größeren Akku haben).

Aber es wird wohl nicht so einfach möglich sein, dass ein Hotel für 100 Fahrzeuge 22 kW anbietet, wenn diese auch abgerufen wird. Es wird daher nur mit Lastmanagement gehen. Und es wird eben dann nicht garantiert sein, dass der Akku am nächsten morgen komplett voll ist.
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon phonehoppy » Mi 19. Apr 2017, 17:18

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Aber es wird wohl nicht so einfach möglich sein, dass ein Hotel für 100 Fahrzeuge 22 kW anbietet, wenn diese auch abgerufen wird. Es wird daher nur mit Lastmanagement gehen. Und es wird eben dann nicht garantiert sein, dass der Akku am nächsten morgen komplett voll ist.


Das ist klar, aber es ist für ein Hotel immer noch einfacher, 100 Plätze mit max. 22kW AC anzubieten, als mit 20 oder 30kW DC, weil momentan die DC-Technik stationsseitig einfach teurer ist. Die 100 Autos kommen ja nicht gleichzeitig rein und haben auch wenn sie eingesteckt sind nicht gleichzeitig ihren "Peak" in der Ladeleistung. Also kann man ruhig mehrere einfache AC-Anschlüsse anbieten, die günstig installiert werden können, im Zweifel sind ja auch schon 11kW besser als 3,7.
Vielleicht wird es in Zukunft ja auch DC-Destination Charger mit Lastmanagement geben, wo gleichzeitig mehrere Fahrzeuge an einen Lader angeschlossen werden können und die Energie dann intelligent verteilt wird. Beim Supercharger gibt es das ja im "kleinen", denn da werden immer zwei Anschlüsse von einem Charger versorgt. Aber ansonsten ist mir momentan kein System bekannt, was so etwas mit noch mehr Anschlüssen machen könnte und einfach in einer Hotelgarage installiert werden kann. Auch Tesla setzt ja bei seinem Destination Charger Konzept immer noch auf AC.
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon Fluencemobil » Mi 19. Apr 2017, 21:38

Solange noch der Stecker für DC in etwa soviel kostet, wie die ganze AC wallbox, werden Hotels lieber mehrere AC anbieten als wenige DC Stationen.
Und wenn mal hoffentlich die Nachfrage im Hotel, die Leistung übersteigt ist's auch egal ob man AC oder DC anbietet. Außer die Hersteller fahren die schiene, Riesen Akkus mit 3,7 kw AC und 100 kW DC.
Frage nicht was Berlin für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. ;)
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon Themse » Mi 19. Apr 2017, 22:25

Wir können hier trefflich streiten, wie wohl in 5, 10 oder 20 Jahren die Elektroautos geladen werden.
Ausgehend davon, dass die lieferbaren Elektroautos für bestimmte Zielgruppen interessanter sind als für andere,
wird sich der Markt auch entsprechend entwickeln.
Es werden also sicher nicht die Reise-Vertreter als erste auf Elektromobilität umsteigen,
sondern eher Leute, die im Eigentum wohnen, die einen Carport oder eine Garage haben und
deren Fahrprofil sich mit den lieferbaren Elektrofahrzeugen problemlos in Deckung bringen läßt.
Diese Bevölkerungsgruppe zählt in Deutschland viele Millionen Menschen.
Angesichts der bescheidenen Zahl an zugelassenen Elektroautos in Deutschland, gibt es hier noch ein riesiges Potenial.
Und diese Leute werden sich für billige Lade-Lösungen entscheiden, sei es eine Steckdose oder eine AC Wallbox.
Sie werden nahezu 100 % zuhause laden.
Je nach Gelegenheit vielleicht noch ab und zu in der Firma bei Aldi, Edeka oder an der örtlichen Stromtankstelle,
solange diese kostenlos ist.
Und diese Gruppe wird meiner Meinung nach vor allen anderen in den nächsten Jahren die angebotenen Elektroautos kaufen.
Und lassen wir es 2017 in Deutschland 40.000 Neuzulassungen sein und 2018 - 80.000, die Entwicklung wird
in den nächsten Jahren nicht aus dem Ruder laufen.
Wir sehen ja in welch homöopathischen Dosen Elektroautos produziert werden, siehe Ioniq oder Ampera oder e-Golf.
Wo sollen denn da die Fahrzeug-Mengen herkommen für die wir die ganzen Schnelllader bauen sollen ?
Ich denke es wird auf dem Weg zu 100 % Elektromobilität noch manche neue Technik und Entwicklung geben,
die wir heute noch nicht kennen bzw. übersehen können.
Da wird der Blick in die Glaskugel das bleiben was er ist - reine Spekulation !
Sion reserviert am10.9.2017
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Re: Rechenmodell DC vs. AC zur Versorgung in der Stadt

Beitragvon TeeKay » Do 20. Apr 2017, 07:12

Dass ein Hotel 100 Parkplätze mit 22kW verkabelt, ist unrealistisch. Ganz einfach deshalb, weil das entstehende Kabelbündel dann einen Meter Durchmesser hat. Aufgrund dieser Beschränkung wird bei Massenelektromobilisierung eine Differenzierung in AC-Schnarch und AC-Semischnell stattfinden müssen, wobei dann durch deutlichste Beschilderung dafür zu sorgen ist, dass nicht Dauergast Mustermann sich dort für ne Woche anschließt.

Das "Muss über Nacht voll werden"-Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Meine kürzeste Hotelübernachtung waren inklusive Checkin und Out keine 4h. Hat dank 22kW aber gereicht, um wieder voll zu werden. Allerdings musste ich extern laden, da das Hotel nur 3,7kW anbot. Dank 22kW konnte ich auch schon während kurzer Meetings, Arztbesuchen und spontanten Kinobesuchen den 85er Tesla vollladen. Wer diese Flexibilität einmal genoss, wird sie nicht mehr missen wollen. Umso ärgerlicher ist es, dass Tesla seinen Kunden diese Flexibilität inzwischen fast gänzlich vorenthält - außer dem Spitzenmodell laden die Autos inzwischen alle mit maximal 11kW.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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