Preise an Allego Säulen

Preise an Allego Säulen

Beitragvon Cavaron » Do 12. Nov 2015, 10:56

Fortführung der Diskussion über die Preisstruktur an Allego Säulen aus diesem Thread:
betreiber-roaming-abrechnung/plugsurfing-t7406.html


Spürmeise hat geschrieben:
Muss man dann davon ausgehen, dass die Typ 2-Anschlüsse an der A9 zu dem Tarif "Allego Deutschland Fast" gehören, mit €17.85 pro Stunde + €2.38 Startgebühr? Je nach Fahrzeug wären das bis zu 5,50 €/kWh.

Ich finde die Preise der Allego-Lader ziemlich unfair - nicht nur bei Plug-Surfing, sondern auch bei anderen Anbietern. Ich vermute mal, hier gibt man die hohen Preise von Allego weiter, aber diese Preise diskriminieren eine ganze Reihe von E-Fahrzeugen.

Nur um einige Beispiele zu nennen: Ein Mitsubishi i-MiEV, Citroen C-Zero, Peugeot iOn und ein Mitsubishi Outlander PHEV laden mit ihren 16/14,5 und 12 kWh-Akkus relativ langsam an CHAdeMO, da kommen selten mehr als 25 kW raus. Das entspräche etwa 0,8 Euro / kWh. Ein Smart mit Zusatzlader und alle neuen Zoe können nur 22 kW an der Typ2 laden. Das entspricht 0,91 Euro / kWh. Ein Zero E-Motorrad mit CHAdeMO-Option lädt gerade einmal mit 10 kW, zahlt also 2 Euro / kWh oder eben 20 Euro für eine fast-Vollladung (aka 100-150 km Reichweite).

Wenn ich mir andererseits Fahrzeuge wie i3, eGolf, Leaf und E-Soul anschaue, welche annähernd die vollen 50 kW in einem angemessenen Ladefenster nutzen können, dann zahlen diese (für Schnelllader) faire 40-50 Cent / kWh.

Klar, einen Teil dieser Ungerechtigkeit könnte man abfangen, indem man zusätzlich normale 22kW-Boxen zu niedrigeren Nutzungspreisen installiert. Das befriedigt die AC-Fraktion, aber nicht die langsameren CHAdeMO-Lader. Ich bin mir auch relativ sicher, dass wir in Zukunft mehr E-Motorräder sehen werden die DC-Schnelllader verwenden, aber wegen ihren kleinen Akkus wohl kaum mehr als 10-20 kW ziehen können.

Natürlich sehe ich auch, dass man die Preise so gestalten muss, dass Langsamlader nicht dauerhaft die Schnellladesäulen blockieren. Aber ein faires Zeitfenster von vielleicht 30 Minuten sollte doch jedem zustehen - danach kann es ja meinetwegen etwas teurer werden.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon Spürmeise » Do 12. Nov 2015, 11:25

Cavaron hat geschrieben:
Natürlich sehe ich auch, dass man die Preise so gestalten muss, dass Langsamlader

Ich halte die 6,40 €/kWh für gewerblichen Wucher gemäß §291 StGB an diesen vom Staat bezahlten Ladesäulen.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon MarkusD » Do 12. Nov 2015, 11:42

Ich habe das irgendwo schon einmal geschrieben.
Bei diesem ganzen Tarif-Wirrwarr, bei dem man vorher häufig noch nichtmal weiß, ob überhaupt und wieviel man für sein Geld bekommt, nebst der resultierenden hohen kWh-Preise bei etlichen Fahrzeugen, wird das sicher noch ein Fest für Verbraucherschutzanwälte.

Aus der Definition von "Wucher":
"Ein solches Missverhältnis liegt aber meist vor, wenn der Wert der Gegenleistung den der Leistung um das Doppelte übersteigt."
Mit anderen Worten: Ein resultierender kWh-Preis von 50 Cent kann schon hart an der Grenze zum Wucher sein.

Bei über 50 Cent lade ich nicht. Unter Einbeziehung der Ladeverluste, moderater Fahrweise und den in aller Regel in Kauf zu nehmenden Einschränkungen (z.B. Umwege zur Ladesäule) fahre ich mit dem REX bei 50 Cent pro kWh auch nicht teurer.

Hier in der Gegend machen wir demänchst einen Kurzurlaub. An dieser Ladesäule kostet mich eine Vollladung € 12.50 - für 10kWh im Akku. Im Februar bekomme ich vmtl. maximal 60km damit raus, heißt rund 20 Euro pro 100km.
Ich mag meinen REX.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon fridgeS3 » Do 12. Nov 2015, 11:46

das wirklich Verrückte an den Preisen für die Schnelllader ist, dass TNM pro Minute 50 ct nimmt (= 30 EUR pro Stunde) und PlugSurfin 17,38 EUR/h + Startgebühr.

Letzterer ist noch im annehmbaren Bereich, TNM ist in meinen Augen Wucher. Das habe ich denen auch schon geschrieben, die Antwort war, dass der Preis im internationalen Vergleich "normal" wäre :o
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon AbRiNgOi » Do 12. Nov 2015, 11:52

Ja, das kann ich auch einmal probieren: ich gehe ins Gasthaus, mache einen kleinen Schluck aus dem Bierglas, schütte den Rest weg und beschwere mich dann, dass das Bier so viel kostet, guter Plan.

Das Problem ist, dass die meisten Anbieter keine kWh Messung zur Verrechnung machen dürfen. Daher musst Du das ganze Bier zaheln auch wenn Du nur einen kleinen Schlück machst.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon Cavaron » Do 12. Nov 2015, 12:14

Der Bier-Vergleich hinkt gewaltig, weil ein langsamerer Lader nix verschwendet.

Mit Wucher wird da auch nix zu machen sein, weil die Kosten der Erbauung eingepreist werden dürfen. Dann Rechnen die Betreiber mit dem derzeitigen Stand an E-Autos und x-Ladevorgängen pro Woche, dass sie so nach 10 Jahren erst mal den Preis der Säule raus haben. Die drei Schnelllader an der A7 bei Würzburg (nicht von Allego - ich weiß, aber da kennt man den genauen Preis) haben ja fast eine viertel Million gekostet - auch wenn der Staat die Hälfte zuschießt usw.

Der relevante Punkt ist ein Anderer: Bei den von mir angesprochenen Fahrzeugen geht es um potentielle Kunden, die von der Preisgestaltung abgeschreckt werden. Etwa in dem Sinne: 50% niedrigerer Preis generiert 300% mehr Nutzung, lohnt sich also!

Dementsprechend müssen wir wohl einfach mit den Füßen abstimmen und solche überpreisten Ladesäulen meiden.
Zuletzt geändert von Cavaron am Do 12. Nov 2015, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon MarkusD » Do 12. Nov 2015, 12:15

AbRiNgOi hat geschrieben:
Ja, das kann ich auch einmal probieren: ich gehe ins Gasthaus, mache einen kleinen Schluck aus dem Bierglas, schütte den Rest weg und beschwere mich dann, dass das Bier so viel kostet, guter Plan.

Das Problem ist, dass die meisten Anbieter keine kWh Messung zur Verrechnung machen dürfen. Daher musst Du das ganze Bier zaheln auch wenn Du nur einen kleinen Schlück machst.
Der Vergleich geht aber so:
Trinkst du das Bier direkt aus dem Glas, kostet es 4 Euro.
Trinkst du das Bier mit Hilfe eines superdünnen Strohhalms, weil du eben irgendein körperliches Problem hast und es nicht anders geht - und den Strohhalm mußt du auch noch selbst mitbringen -, kostet das gleiche Bier 30 Euro.

Wenn man keine kWh-Messung zur Verrechnung machen darf, dann muß man eben dafür sorgen, daß man es darf.
Das EMoG, das in dieser Form kein Schwein braucht, - dito die LSV - hat es ja auch durch den Bundestag geschafft.
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon Curio » Do 12. Nov 2015, 12:30

Kläre mich doch bitte mal jemand auf: im Frühjahr habe ich in Hermsdorf via PlugSurfing geladen und kWh bezogen gezahlt.
Und das geht JETZT auf Basis der Gesetzeslage nicht mehr???
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon fridgeS3 » Do 12. Nov 2015, 12:35

Curio hat geschrieben:
Und das geht JETZT auf Basis der Gesetzeslage nicht mehr???


Nö, weil es der Anbieter (Allego) so will. Und weil die Abrechnungsunternehmen erhebliche Unterschiede in Ihren Preisen haben
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Re: PlugSurfing: Meinungen, Anregungen?

Beitragvon Guy » Do 12. Nov 2015, 13:23

Wucher kann ich bei 50 Cent pro Minute ebenfalls nicht erkennen, kontraproduktiv sind die Preise, um Allego Wucher zu unterstellen, müssten sie ja übermäßig damit verdienen, was sie gegenwärtig definitiv nicht tun. Normalerweise würde ich sagen, dass die freie Marktwirtschaft das schon regelt, nur fehlt leider aktuell auf der Angebotsseite das regulierende Mittel.

Dafür können allerdings weder Plugsurfing, TNM oder andere Abrechnungsdienste etwas.

Noch zur Bieranalogie:
Dich zwingt ja niemand dein Bier mit dem Strohhalm zu trinken, du magst es lieber so, was ja auch völlig ok ist. Während du jedoch den ganzen Abend an einem Bier nuckelst, wird am Nebentisch alle halbe Stunde eine neue Runde bestellt und nach drei Stunden ist Schichtwechsel. Für den Gastwirt zählt nur der Umsatz pro Tisch - das ist ja der limitierende Faktor einer Kneipe. Da du jeden Tag der einzige zahlende Gast in der Kneipe bist, spielt das aktuell keine Rolle, ich habe jedoch schon mitbekommen, dass Gästen in vollen Kneipen nahegelegt wurde, entweder ein weiteres Getränk zu bestellen oder zu gehen.
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