Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Greenhorn » Do 23. Okt 2014, 08:39

Das mit dem Schlitz kannst Du vergessen. Das geht bei einer Drehstromkiste, wo alles noch privat abläuft.
Wenn es öffentliche Stationen sind, bleibt die Kiste leer.
Es gab grade einen Bericht über die Zeitungskästen in den Städten. Zeitung nehmen und Münze in den Schmitz. Nicht mal 10 % haben die Zeitung bezahlt.
Ich halte alle Varianten mit irgendwelchen einsteck Möglichkeiten für unnötige Fehlerquellen.
Je mehr Säulen stehen, um so mehr Idioten wird es geben, die Vandalismus betreiben.
Daher finde ich es nicht schlecht sich erst an der Säule zu identifizieren, Stecker entnehmen und nach fertiger Ladung wieder ident. und Stecker zurück.
Das ganze einfach über RFID.
Es wird ähnlich wie im Mobilfunk werden. Es gibt Roaming und kann überall die Leistung nutzen. Wird halt alles noch dauern.
Die Technik ist ja noch nicht ausgereift und muss noch mit Fördermillionen erforscht werden. Wenn 2018 - 2021 die Dt. Teslafighter kommen, gibt es auch eine Lösung ;-)
Gruß Bernd
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Joe-Hotzi » Do 23. Okt 2014, 09:19

AbRiNgOi hat geschrieben:
Einfach nur einen Schlitz und dazu sagen wie viel man sich erwartet. ... ein Schlitz in einen gepanzerten Teil der Ladesäule und gut ists.

Genau diesen Ansatz verfolgt das DrehstromNetz seit seiner Gründung sehr erfolgreich: Einfach und zuverlässig 365Tage/24h elektrische Energie beziehen, möglichst geringe Barrieren und Zusatzkosten.

Aber glaubt etwa wirklich jemand hier, die "modernen" neuen Lösungen seien für uns als Kunden entwickelt?!? Es geht um Marktmacht, um Nutzerüberwachung und derzeit wohl auch oft um Fördergelder. Im Gegenteil sollten zumindest umfassende Schukolademöglichkeiten als kostenfreie Dienstleistung bei Supermärkten, Gaststätten und Ausflugszielen Standard werden! Eine Abrechnung entfällt und die Kosten werden bei Parkgebühren, Eintritten usw. pauschal includiert!

Ich habe nichts gegen eine App - aber diese als Basislösung zu vermarkten grenzt an bewusste Blockade der E-Mobilität:
- längst nicht alle E-Fahrzeuge (Pedelec, Scooter, LEV) generieren nennenswerte Energiemengen
- längst nicht jeder Mobilist mag bei jedem Zahlvorgang genau überwacht werden (Kauf- /Fahrverhalten)
- längst nicht alle E-Mobilisten haben ein Smartphone
- für längst nicht alle Smartphones (Betriebssysteme) gibt es entsprechende Apps
- längst nicht alle Smartphonebesitzer haben eine DatenFlateRate (=zusätzliche Kosten!!!)
- längst nicht alle Mobilnetze sind überall zuverlässig ausgebaut
- längst nicht alle Webseiten sind zuverlässig erreichbar

Zusätzlich wird man wieder abhängig gemacht. Keiner würde es akzeptieren, wenn man zum Tanken immer einen aktuellen Werbeprospekt der Tankstellenkette oder Werbepartner dabei haben müsste ...

Barrierefrei und zuverlässig heist für mich: umfassendster, kostengünstigster Zugang 365Tage/24h, auch offline verfügbar!
Da stände Bargeld an vorderster Linie (wie eben bei Parkautomaten üblich), danach kommen "PrePaid"-Lösungen wie Geldkarte und GiroGo, die eben auch offline zuverlässig funktionieren.

EC rechnet sich leider <5€ nicht und es ist damit als Bezahlform (außer evtl. an Schnelllade-"Tankstellen") nicht konkurrenzfähig. Also kommt dann m.E. bezahlen per SMS - was mittlereile (recht kostengünstig) jedes Handy kann. Dabei ist selbst SMS mit 0,09€-0,19€/SMS nicht wirklich günstig (bei RWE sind 2 SMS/Ladevorgang notwendig - wenn alles funktioniert ...). Wenn ich bspw. 10kWh * 30Ct/kWh = 3,00€ mal als Basispreis ansetze, kommen noch 0,18€-0,38€ als Gebühr drauf - etwa 10% Zusatzkosten für jeden Ladevorgang!!!
Bei Pedelec und Scootern sieht das Verhältnis noch düsterer aus, obwohl gerade diese Fahrzeuge eigentlich das Durchbruchspotential besitzen! Auch die Bedienung /Abwicklung ist bei SMS ja nun nicht wirklich einfach im Vergleich zur Bar-/Prepaidzahlung ...
Aber SMS-Versand ist wenigsten flächendeckend und transparent verfügbar.

Danach erst kommen alle "modernen" Lösungen, die neben "Zusatzsoftware" auch "Dienstleister" und "Roaming-Partner" erfordern! Niemand kann ein solches System bei den geringen Umsätzen wirtschaftlich betreiben!!! Es ist Augenwischerei, wenn bei Zahlbeträgen i.d.R. <5€, bei denen auf der Kostenseite mit Bruchteilen von Cent kalkuliert wird, Systeme befürwortet werden, die per se zusätzliche Kosten generieren! Ohne eine mobile Daten-FlatRate (die man ja wohl kaum als üblich voraussetzen kann), sind dazu noch die Nebenkosten völlig intransparent!!! Niemand weiß, welche Datenmengen beim Aufruf mit übertragen werden! Schon der "Werbescheiss" der Webseiten vervielfacht heute die (vom Kunden zu bezahlenden!) Datemengen!

Wer solche Systeme befürwortet, darf sich über 50Ct/kWh + Eigengebühren für Datentransfer usw. nicht wundern. M.E. sollte so etwas gern optional als "Premiumbezahlweg" angeboten werden - als Standardlösung taugt es schon wegen seiner Unzuverlässigkeit, die letztlich im mehrstufigen System liegt, nicht! Natürlich sollten solche Möglichkeiten anbeboten werden und für Vielnutzer sind sie evtl. sogar die beste Wahl. Aber m.E. nach nicht als möglichst zuverlässige, preisgünstige Basislösung!
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Do 23. Okt 2014, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon rolandk » Do 23. Okt 2014, 09:29

Greenhorn hat geschrieben:
Das ganze einfach über RFID.


das ist eben nicht einfach. Denn die muß in irgendeiner Form registriert sein und benötigt üblicherweise eine Online-Verbindung. Das führt regelmäßig zu Ausfällen und Problemen.

So wie Arno das meint halte ich es für meinen privaten Ladepunkt auch. Nur mit dem Unterschied das man sich nicht anonym den Strom ziehen kann. Man muß, um Strom zu bekommen, den Ladepunkt anrufen. Und man bekommt den Strom nur dann, wenn man keine Rufnummern-Unterdrückung hat. Sollte ich feststellen, das das jemand mißbraucht (ich habe ja den Vergleich Rufnummer zu kWh) kommt die Nummer einfach auf die Blacklist. Grundsätzlich hat jeder Zugriff darauf (muß sich also nicht anmelden). Das klappt sogar ohne SMS.

Und für kommerzielle Anwender sehe ich die Lösung wie sich hier langsam herauskristallisiert für ideal an. Grundlage EC/Geldkarte und als Zusatz irgendwelche Ladekarten, wenn es denn gewünscht ist. Das wäre am Ende dann besser als die "nur Ladekarten"-Lösung.

Greenhorn hat geschrieben:
Die Technik ist ja noch nicht ausgereift und muss noch mit Fördermillionen erforscht werden.


Das meinst Du hoffentlich ironisch und hast die Ironie-Tags vergessen, oder?

Ich denke wir wissen alle mittlerweile, das die Sachen dermaßen ausgereift sind, das sie schon überreif sind, und nun langsam in den Kompost gehören :-)

Solange man sich testweise in kleinem Rahmen bewegt hat, sind diese RFID Lösungen nett und kostengünstig. Wenn es aber um flächendeckende Nutzung geht, halte ich es für sinnlos, so etwas aufzubohren und den EVUs überzustülpen (wogegen sie sich zu Recht wehren), wenn es bereits für solche Zwecke geeignete Lösungen gibt. Da wird man sich wahrscheinlich nur noch über den Preis einigen müssen.

Gruß
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Greenhorn » Do 23. Okt 2014, 11:32

Der Zwinker kam nach dem zweiten Satz.
Gruß Bernd
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Re: AW: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Karlsson » Do 23. Okt 2014, 11:55

Die alten Römer hatten so ein tolles universelles System, das datentechnisch unbedenklich ist. Manche sollen es heute angeblich noch benutzen, es nennt sich MÜNZGELD.

Oder warum nicht einfach eine Nummer mit Prepaid-Konto?
Warum muss alles immer komplizierter werden?
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon zitic » Do 23. Okt 2014, 12:07

rolandk hat geschrieben:
Und für kommerzielle Anwender sehe ich die Lösung wie sich hier langsam herauskristallisiert für ideal an. Grundlage EC/Geldkarte und als Zusatz irgendwelche Ladekarten, wenn es denn gewünscht ist. Das wäre am Ende dann besser als die "nur Ladekarten"-Lösung.

Ja, das sehe ich auch als optimal. Einmal unabhängig und dann die Providerkarte, um die es hier eigentlich geht. Smartphone ist halt ein Zucker für den einen oder anderen(naja, EC bzw. Maestro/V-Pay ist wohl europaweit vebreitet). Da sollte man auch keine künstliche Konkurrenz aufbauen. Da stand sicherlich nicht zur Konkurrenz "EC-Karte, ach machen wir lieber über Smartphone". Diese Paypal-Aktion wird ja jetzt nur gemacht, weil man das ohne wesentlich Aufwand jetzt nachrüsten kann. Die Stationen, die das betrifft hängen ja eh alle an entsprechenden Netzwerken. e-clearing.net und Hubject klären aktuell wohl auch die Technik einer Vernetzung untereinander. Der Flickenteppich verschwindet so langsam. Das sehe ich naiverweise positiv.

Zu dem Thema Kasten zum Geldeinwerfen weiß ich gar nicht, ob ich da überhaupt antworten soll, oder ob das mehr ironisch oder sogar sarkastisch gemeint ist, oder einfach Felder durcheinander geschmissen werden. Seht ihr das wirklich als Lösung für kommerzielle/professionelle Säulen? Vielleicht bin ich da zu pessimistisch, aber ich halte es doch für naiv, dass das nicht ausgenutzt wird. Das ist im professionellen Bereich ja nicht mit dem System Drehstromnetz zu vergleichen. Das machen Enthusiaten/Idealisten für Mitstreitende. Das ist noch ein ziemlich familiärer Rahmen. Wenn da jemand daheim vor oder in der Auffahrt steht, muss man auch davon ausgehen, dass der Hausherr vorbeikommt, das Nummernschild registriert. Das ist eine ganz andere Hemmschwelle. Aber wenn da irgendwo im Niemandsland ein Multicharger steht, für den sich in der unmittelbaren Umgebung keiner interessiert... Aktuell haben ja vor allem die gutsituierten Idealisten ein EV. Da nach jeder kostenlosen kWh zu geiern, wenn man 5kWh für den Tag abends gemütlich daheim nachfüllen kann... Wenn das in die Breite geht und die professionellen Ladesysteme auf Vertrauen setzen, dann glaube ich doch eher an den Weihnachtsmann als an das unproblematische Funktionieren des Systems. Und dann habe ich auch schon genug Leute gesehen, die für 20 Euro irgendwas aufgeknackt haben.

Da kann man dann gleich noch in einen richtigen Tresor investieren. Ob da dann RFID wirklich so viel teurer ist. Vernetzt sind die professionellen Dinger ohnehin. Und allein die Kosten des Ausleerens übersteigt die Hardwarekosten nach drei Durchgängen wahrscheinlich.

Ich beziehe mich jedenfalls auf die professionellen Säulen um die es bei der Karte, von der der Thread eigentlich handelt, wohl geht. Was dann jeder Einzelne zu hause oder als Unternehmer für seine Kunden dann zusätzlich mit Drehstromdosen oder ähnlichem macht ist unumstritten förderlich. Und da braucht es auch kein großes Abrechnungsgedöns. Aber darum geht hier ja in erster Linie nicht. Interessant wäre übrigens ein Statement von TMN, die hier ja posten und auch den kleinteiligeren Markt bedienen, zur operativen Umsetzung, was sie von RFID/girogo und so halten.
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Spürmeise » Do 23. Okt 2014, 12:33

Neben einem einheitlichen Zugang durch Roaming oder auf welche Art auch immer wäre es wichtig, dass keine Mondpreise verlangt werden dürfen, z.B. TNM bis zu 5,84 €/kWh an den CCS/AC-Säulen. Das ist etwa das Hundertfache des Kilowattstundenpreises, der für den Energieversorger entsteht.

Es spricht ja nichts dagegen, wie z.B. bei den Preisbildungssätzen von Plugsurfing bereits vorgesehen, für Anschließen, Benutzungszeit, und Kilowattstundenpreis geeignete (nicht abzockende) Kosten anzusetzen. Aber halt nicht wie jetzt im Stromverzeichnis zu finden, pauschal 0,36 €/Minute, 20 Euro pro 4 Stunden, 80 Cent/kWh, oder 80 Cent/15 Minuten plus Parkgebühren.
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon zitic » Do 23. Okt 2014, 12:54

Ja, das ist natürlich alles ein kleines Dilemma. Abrechnung pro kWh ist sicherlich das optimalste. Aber ein kommerzieller Betreiber hat natürlich auch ein Interesse daran, dass die Station schnellstmöglich wieder frei wird um weiteren Umsatz zu generieren. Wenn man da 43kW zugänglich sind und jemand nuckelt da ewig mit 3,7kW ewig, ist das nicht im Interesse des Betreibers und auch nicht im Interesse der Allgemeinheit. Da geht es nicht nur um die technisch limitierten Wagen sondern auch um Spezis(habe ich schon gehört), die sich sagen: Ach, stelle ich doch nur auf wenige kW-Ladeleistung. Schont den Akku, habe evtl. eh nicht viel zu laden und bin ohnehin ein paar Stunden in der Stadt. Nutze ich doch den First-Class-Parkplatz. Also muss man schon einen gewissen Druck erzeugen, der Dauerparker abschreckt. Ärgerlich für die, die nur einen Schnarchlader haben und die Möglichkeiten eines Smart oder ZOE.
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Spürmeise » Do 23. Okt 2014, 13:10

Das ist überhaupt kein Dilemma. Man bräuchte nur in meinen Betrag lesen:
Es spricht ja nichts dagegen, wie z.B. bei den Preisbildungssätzen von Plugsurfing bereits vorgesehen, für Anschließen, Benutzungszeit, und Kilowattstundenpreis geeignete (nicht abzockende) Kosten anzusetzen.


Also könnte der Anbieter einer Schnellladesäule da gerne 0,30 € fürs Anstöpseln, z.B. 1,99 €/h für die Benutzung und 0,25 € für die Kilowattstunde auspreisen, während der Standardanschlussanbieter nur 0,19 €/h für die Benutzung aber 0,35 € für die Kilowattstunde verlangt.
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Re: Laden in Deutschland mit nur einer Karte kommt

Beitragvon Joe-Hotzi » Do 23. Okt 2014, 15:10

rolandk hat geschrieben:
Greenhorn hat geschrieben:
Das ganze einfach über RFID.

das ist eben nicht einfach. Denn die muß in irgendeiner Form registriert sein und benötigt üblicherweise eine Online-Verbindung. Das führt regelmäßig zu Ausfällen und Problemen.
...

Das kann man gar nicht oft genug betonen !!!
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