Gespräch mit Allego

Gespräch mit Allego

Beitragvon Greenhorn » Mo 5. Okt 2015, 22:50

Ich bin gerade beruflich in Berlin und hatte heute Nachmittag etwas Zeit. Beim surfen auf dem Tab bin ich bei der Seite von Allego hängen geblieben. Aus Neugierde aufs Impressum und; das Büro ist zwei Straßen von meinem Hotel entfernt.

Los auf einen kleinen Spaziergang entlang der Spree bei rund 20 Grad und vor Ort aus Neugierde bei Allego geklingelt. Kurzer Smalltalk über die Gegensprechanlage, dass ich EV Fahrer bin und derzeit sehr gehandicapt, weil an vielen Säulen grüne Aufkleber sind, ich aber nicht laden kann. Ich hätte gerne jemanden gesprochen, der mir sagen kann, wie es weiter geht.

Schweigen auf der anderen Seite. Ich solle mal warten, sie würde nachfragen. Gefühlte 10 Minuten später geht der Türsummer.

Ich komme in gepflegte Büroräume in der dritten Etage und werde von einem netten Herren begrüßt, der mich in einen Besprechungsraum bittet und Zeit für meine Fragen hat.
Es entwickelt sich ein sehr nettes Gespräch.

Zusammenfassung:
In Berlin ist man mit der Entscheidung des Senats über 11 kW Säulen sehr unglücklich und nicht zufrieden. Dies entspricht nicht dem Wunsch von Allego, sie hatten aber keine Chance das zu ändern und mussten sich der Ausschreibung fügen. Die Vorgaben konnten nicht angepasst werden.

Für das Schnelladernetz sieht es da anders aus. Alle zu realisierenden Standorte werden Tripplelader Lader mit 50/50/43 kW. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Der ist gerade in der Entstehung. Bis Ende 2016 sollen alle Standorte (meine es waren 240) fertig sein.
Losgehen wird es mit den Ladern an der A9. Diese sollen noch im Oktober getauscht werden. Insgesamt sollen dieses Jahr rund 16 Lader entstehen.
Problem ist ähnlich wie bei unseren CF Boxen die Standort Findung. Deswegen gibt es derzeit auch keine Aktuellen Informationen. Es wird erst Informationen geben, wenn auch Standort Verträge geschlossen sind. Es wird auch weitere Lader im Ausland geben.
Allego wird reiner Hardware und Servicedienstleister. Es wird keine Allego Ladekarte geben. Ziel ist eine Barrierefreiheit. Dafür werden Abkommen mit allen Anbietern geschlossen werden und somit jede APP/ RFID funktionieren. Preis für die Ladung legt dann entsprechend der Anbieter der genutzten Authentifizierung fest.

Ich soll einen Kontakt zur Projektleitung bekommen damit wir für das Forum aktuelle Informationen bekommen.
Bin gespannt ob das klappt.
Gruß Bernd
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon rolandk » Mo 5. Okt 2015, 22:54

Das hört sich erst mal gut an.

Ich bin gespannt ob den Worten auch Taten folgen.

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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon TeeKay » Di 6. Okt 2015, 06:24

Geht ja nicht anders, da sie sowohl mit dem Land Berlin als auch der EU Verträge geschlossen haben, die den Bau vorsehen.

Freut mich aber, dass sie selbst den Unsinn mit 11kW einsehen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie sich dann wie alle anderen aus der dreijährigen Senatsausschreibung zurückgezogen hätten und der Senat nach 3 Jahren ganz ohne Interessent für den Bau dastünde, um mal darüber nachzudenken, welchen Unsinn er da verlangt. So wird der Unsinn für 10 Mio in den kommenden Jahren umgesetzt, von keinem genutzt, 22kW Alternativen von RWE und Vattenfall verschwinden und der Elektromobilität insgesamt geschadet.
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon fridgeS3 » Mi 7. Okt 2015, 08:48

@Greenhorn Ich habe gerade Deinen Beitrag gefunden. Interessant, ich hatte nämlich Allego um Auskunft gebeten, wie denn die Ladetarife in Berlin zu verstehen sind.

Wenn ich das richtig interpretiere, lade ich an den 11 kW Säulen mit dem i3 nur 3,7 kW (da ein-phasig). Dennoch soll ich 5 Cent pro Minute zahlen. Einmal den Akku komplett voll machen (ca. 19 kWh) dürfte also rund 5 Stunden dauern; macht dann 0,05 x 60 x 5 = 15 EUR für rund 130 km. Wenn ich das mit meinem alten Diesel vergleiche (700km, 65 L , 75 EUR), dann kostet mich der Strom mehr als eine Tankfüllung Diesel.

Genau diese Frage habe ich an Allego gerichtet und bin auf die Antwort gespannt.

Knackpunkt dürfte der Zeittarif 0,05 EUR/Minute sein. Das ist ja schon diskriminierend :roll:
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon midimal » Mi 7. Okt 2015, 11:09

fridgeS3 hat geschrieben:
@Greenhorn Ich habe gerade Deinen Beitrag gefunden. Interessant, ich hatte nämlich Allego um Auskunft gebeten, wie denn die Ladetarife in Berlin zu verstehen sind.

Wenn ich das richtig interpretiere, lade ich an den 11 kW Säulen mit dem i3 nur 3,7 kW (da ein-phasig). Dennoch soll ich 5 Cent pro Minute zahlen. Einmal den Akku komplett voll machen (ca. 19 kWh) dürfte also rund 5 Stunden dauern; macht dann 0,05 x 60 x 5 = 15 EUR für rund 130 km. Wenn ich das mit meinem alten Diesel vergleiche (700km, 65 L , 75 EUR), dann kostet mich der Strom mehr als eine Tankfüllung Diesel.

Genau diese Frage habe ich an Allego gerichtet und bin auf die Antwort gespannt.

Knackpunkt dürfte der Zeittarif 0,05 EUR/Minute sein. Das ist ja schon diskriminierend :roll:


Auch mit einem Leaf undiskutabel! Die Frage ist warum haben nicht alle E-Autos mind. einen 11KW Lader?????!!!
3Euro für 11kWh sind doch OK!
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon Berndte » Mi 7. Okt 2015, 12:30

Der ganze Krampf mit den Zeitmodellen ist doch Müll.
Mir als Zoe-Fahrer ja eigentlich egal, aber wer weis, was ich später mal für ein Fahrzeug haben werde!?

Sollen sich die Anbieter doch endlich durchsetzen und die Abrechnung nach kWh machen.
Es kann doch nicht so schwer sein hier einen Energielieferanten zu finden, der offiziell Strom verkaufen darf.
Oder man versucht eine Änderung im Gesetz durchzubringen, damit Ladesäulen vernünftig abrechnen können.

Mensch, ich kaufe meine Äpfel auch nach Kilo und nicht nach Zeit, wie schnell ich die essen kann!
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon Maverick78 » Mi 7. Okt 2015, 12:33

Man stelle sich vor man müsse Leitungswasser nach Abnahmedauer bezahlen. Schlecht wer einen tropfenden Wasserhahn hat :roll:
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon TeeKay » Mi 7. Okt 2015, 16:55

Den Tarif in Berlin hat sich nicht Allego überlegt, sondern der Senat von Berlin. Es kommt sogar noch schlimmer: Die Emobilitätsdienstleister wie TNM müssen beim Senat in 15min-Blöcken Ladezeit einkaufen. Da TNM derzeit minutengenau abrechnet, zahlt TNM im besten Fall soviel Zeit, wie du wirklich lädst. In der Realität muss TNM jedoch mehr Zeit beim Senat bezahlen, als der Durchschnittskunde lädt und vor allem mehr Zeit, als der Kunde an TNM bezahlt. Denn niemand steckt das Kabel genau nach 15min*x ab.

Der Senat muss lange Zeit überlegt haben, um das mit Abstand mieseste, kundenunfreundlichste und die Emobilität am meisten behindernde Modell gefunden zu haben. Das ganze Tarifmodell wird ja noch komplexer dadurch, dass an Hotspots wie dem Bahnhof Südkreuz höhere Preise gelten als im Wohngebiet. Und nachts andere Preise als tagsüber. Und maximal 11kW. Und immer nach Zeit, auch wenn nicht geladen wird. Und immer in 15min-Blöcken, damit der Emobilitätsdienstleister so richtig schön draufzahlt und das am Ende auch an den Kunden weitergibt.

Der Senat hätte auch einfach sagen können, dass sie den ganzen Elektroautoquatsch nicht haben wollen.
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon Greenhorn » Mi 7. Okt 2015, 19:37

Allego hat sich wirklich kurzfristig gemeldet.
Ich habe jetzt eine Ansprechpartnerin aus dem Projekt.
Aktuelle Daten werden mir mitgeteilt.
Kann ja nicht lange dauern bis was kommt, da bis Monatsende die A9 abgewickelt sein soll.
Ich werde berichten.
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Re: Gespräch mit Allego

Beitragvon André » Mi 7. Okt 2015, 19:41

@TeeKay:
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