Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Willy » Mi 19. Nov 2014, 21:02

PowerTower hat geschrieben:
Hallo Willy,

ich habe dir mal eine meiner TNM Rechnungen per PN zukommen lassen. Die könnt ihr gern von Kopf bis Fuß untersuchen, wenn ihr wollt. Warum TNM nach kWh abrechnen darf weiß ich auch nicht, zumindest sind sie kein offensichtlicher EVU. Ich denke trotzdem, dass das alles seine Richtigkeit hat - ihr könnt dort auch einfach anrufen und schon wird euch geholfen.

Zum Thema SMS sage ich nur folgendes: hat mir nur Ärger gebracht! :?
Auch ich stand mal vor einer RWE Ladesäule mit meinem callmobile clevertogo Prepaid Tarif und konnte diese trotz ausreichendem Guthaben nicht per Premium SMS freischalten. Immer wieder Fehlermeldung, dass der Betrag nicht gebucht werden konnte. Auch nach zwei Jahren keine Besserung. Bei RWE schiebt man die Schuld auf den Provider, diesen habe ich angeschrieben und folgende Antwort erhalten.

callmobile hat geschrieben:
Sehr geehrter Herr Papke,

vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme mit unserem Kundenservice.
Gern haben wir Ihr Anliegen geprüft.

Die Premiumdienste sind für Ihre Rufnummer nicht gesperrt.
Der von Ihnen gewünschte Dienst "Mobile Payment" wird von uns nicht ausgeschlossen, jedoch auch nicht beworben.

Wir bitten Sie daher um Verständnis dafür, dass wir ein Funktionieren des Dienstes nicht garantieren und Ihnen desweiteren keinerlei Hilfestellung zur Konfiguration anbieten können.


Also bei mir sind Premium SMS nicht gesperrt und trotzdem funktionieren sie nicht. Darauf kann ich gerne verzichten.

Mir ist bewusst, dass EVUs gern experimentieren und die Zügel selbst in der Hand halten wollen. Dabei kommen aber nur allzu oft Ergebnisse bei raus, die der Elektromobilität mehr schaden als nutzen. Ich könnte dir genügend Beispiele dafür nennen. Man sollte aber nicht den Nutzer prellen, denn der bringt letztendlich das Geld für die geladenen kWh mit. Und auch ich finde, dass da bei einfachen Typ2 Lademöglichkeiten momentan kein Weg an TNM vorbei geht. Man bezahlt je Ladepunkt eine Jahrespauschale von glaub 48 Euro (netto) und ist damit alle Verwaltungsangelegenheiten los. Den Preis legt man selber fest und kann diesen für die Einwohner gern geringer halten als für Auswärtige. Und wie schon erwähnt wurde haben viele Elektromobilisten die Ladekarte von TNM (oder eines passenden Roamingpartners) mittlerweile einstecken, denn man kann damit mehr als 12.000 Ladepunkte in Europa nutzen. Genau das ist die richtige Antwort auf Kleinstaaterei und wer der Elektromobilität was Gutes tun will, der schließt sich dort an.

Schnelllader gibt es wohl auch mit TNM Abrechnung, darüber wird aber nicht allzu viel kommuniziert.

Gruß
Micha



Vielen Dank! Antwort siehe PN.

Zum Thema SMS:
Eventuell lag es da am Micropayment-Betreiber dazwischen. Nach meiner Kenntnis muss dieser ja irgendwelche Verträge mit den Providern besitzen. Eventuell hatte der Betreiber der RWE da keinen Vertrag mit deinem Provider?
Ist aber jetzt nur gemutmaßt.

Interessant übrigens, dass TNM am Markt wenn man mit Herstellern redet als "sehr neu" und "nicht weit verbreitet" gilt.
Mein Hersteller war durchaus überrascht als ich mit der Frage nach TNM um die Ecke kam.
Also wie gesagt. Ich will meine Säulen ja diskriminierungsfrei haben und einen fairen Preis realisieren und wenn ich da TNM dazu noch "OnTop" brauche dann soll mir das auch Recht sein. (außer meine Rechtsabteilung schreibt mir da ne andere Meinung vor.... ;) )

Bin ehrlich gesagt schon froh, dass ich da hier im Forum bereits drauf hingewiesen wurde. Denn ohne diese Hinweise hätte ich das jetzt ehrlich gesagt auf der Agenda eher weiter hinten gehabt.

Und nein, ich glaube da geht es nicht mal primär um "Zügel in der Hand" halten. Und schon gar nicht ums "prellen". Klar, will man nicht - wenns nicht erforderlich ist - ein eigenes Kerngeschäft (und das ist ja der Verkauf von Strom nach kWh) einfach so ohne Not abgeben.
Aber da gehts - oder gings zumindest in meinen Überlegungen - eher darum, dass ich es so einfach wie möglich gestallten wollte.
Willy
 
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Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon PowerTower » Mi 19. Nov 2014, 21:22

Warum die SMS Freischaltung gescheitert ist kann ich dir auch nicht sagen. Ich bin am Ende nur einfacher Nutzer und allein die Tatsache dass es gescheitert ist, lässt mir persönlich dieses System nicht praxistauglich erscheinen. Punkt. Ob da nun jemand vergessen hat die richtigen Verträge abzuschließen ist nicht mein Problem, ich will nur laden! ;) Mit dem klarmobil Prepaid Tarif meiner Freundin ging es fehlerfrei.

TNM hat sich in Deutschland vor allem durch eine Kooperation mit Mitsubishi stark verbreitet.
http://www.thenewmotion.de/2014/03/26/d ... ch-freuen/
D.h. es werden immer mehr und mehr Mitsubishi Green Mobility Händler mit öffentlich zugänglichen Ladepunkten von TNM ausgerüstet. Allerdings meist nur 3,7 kW, weil die lolo smart im Outlander Paket angeboten wird. Nur wenige Autohäuser entscheiden sich für die leistungsfähigen 11 / 22 kW Ladestationen.

Während andere Autohändler (VW, Nissan) sich schwer damit tun ihre Lademöglichkeiten fremden Nutzern zur Verfügung zu stellen, weil sie den Strom nicht abrechnen können, ist man bei Mitsubishi dank TNM ein gern gesehener Ladegast. Völlig egal ob da ein Renault, BMW oder Nissan Logo die Front ziert. Eine unkomplizierte Angelegenheit für beide Seiten.

Da du aber einen Ladesäulenhersteller an der Hand hast, wird das nicht so leicht gehen. Fremde Ladestationen können wohl prinzipiell bei TNM integriert werden, brauchen dafür aber ein spezielles Protokoll. Am einfachsten ist es die Ladehardware direkt bei TNM zu beziehen. Wenn da nix passendes für dich dabei ist, gibt es immer noch andere Lösungen.

mögliche alternative Überlegungen:
- Freischaltung per EC-Karte: http://www.goingelectric.de/stromtankst ... e-30/1220/
- Freischaltung per Parkscheinautomat: http://www.goingelectric.de/stromtankst ... asse/2467/
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Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Willy » Mi 19. Nov 2014, 21:54

PowerTower hat geschrieben:
Warum die SMS Freischaltung gescheitert ist kann ich dir auch nicht sagen. Ich bin am Ende nur einfacher Nutzer und allein die Tatsache dass es gescheitert ist, lässt mir persönlich dieses System nicht praxistauglich erscheinen. Punkt. Ob da nun jemand vergessen hat die richtigen Verträge abzuschließen ist nicht mein Problem, ich will nur laden! ;) Mit dem klarmobil Prepaid Tarif meiner Freundin ging es fehlerfrei.

TNM hat sich in Deutschland vor allem durch eine Kooperation mit Mitsubishi stark verbreitet.
http://www.thenewmotion.de/2014/03/26/d ... ch-freuen/
D.h. es werden immer mehr und mehr Mitsubishi Green Mobility Händler mit öffentlich zugänglichen Ladepunkten von TNM ausgerüstet. Allerdings meist nur 3,7 kW, weil die lolo smart im Outlander Paket angeboten wird. Nur wenige Autohäuser entscheiden sich für die leistungsfähigen 11 / 22 kW Ladestationen.

Während andere Autohändler (VW, Nissan) sich schwer damit tun ihre Lademöglichkeiten fremden Nutzern zur Verfügung zu stellen, weil sie den Strom nicht abrechnen können, ist man bei Mitsubishi dank TNM ein gern gesehener Ladegast. Völlig egal ob da ein Renault, BMW oder Nissan Logo die Front ziert. Eine unkomplizierte Angelegenheit für beide Seiten.

Da du aber einen Ladesäulenhersteller an der Hand hast, wird das nicht so leicht gehen. Fremde Ladestationen können wohl prinzipiell bei TNM integriert werden, brauchen dafür aber ein spezielles Protokoll. Am einfachsten ist es die Ladehardware direkt bei TNM zu beziehen. Wenn da nix passendes für dich dabei ist, gibt es immer noch andere Lösungen.

mögliche alternative Überlegungen:
- Freischaltung per EC-Karte: http://www.goingelectric.de/stromtankst ... e-30/1220/
- Freischaltung per Parkscheinautomat: http://www.goingelectric.de/stromtankst ... asse/2467/


:) Das glaub ich und darum sollte sich auch ein Nutzer keine Gedanken machen müssen.
Wichtig ist, dass das alles funktioniert. Wie, warum und wer mit wem. Egal.

Und bezüglich der "Verbreitung" kann ich nur sagen, was mir die Hersteller so gesagt haben.

Wegen der Konnektivität mache ich mir da erstmal keine Sorgen. Das wird sich klären lassen und meine erste Anfrage wurde zwar mit Verwunderung aber nicht mit Ablehnung beantwort. ;)
Mal gucken was da möglich ist.
Die EC-Karte der KEBA-Säule gefällt mir generell sehr gut. Ich hab auch schon Säulen dieses Herstellers verbaut. Mein Problem war hierzu das Backend, bzw. die Verwaltung der öffentlichen Säulen. Das hatte nicht ganz so die Funktionalität die ich mir gewünscht hätte.

Die andere ist wohl ne Mennekes wenn ich das so sehe. Und ja. Parkscheinautomat find ich persönlich gut, wenn man das sinnvoll kombinieren kann. Ist einfach und bekannt.
Lustig hier allerdings, dass viele "Parkscheinautomaten" jetzt in den Planungen oft "Bald auch per "SMS" bezahlbar" erhalten sollen.... :lol:
Irgendwie dreht man sich im Kreis.

Aber da man ja mal weiterkommen muss, wird wohl die erste Lösung die SMS, Anruf, RFID-Kombi sein, wobei ich die RFID - wenn möglich - auf TNM (mindestens) evlt. noch (Plugsurfing) freimache.
Dann hab ich zwar eine Preistafel wie eine Speisekarte, aber irgendwie wird dann schon jeder können.
Dürfte ich mir was für die Zukunft wünschen? EC-Karte, Kreditkarte und das alles am liebsten über NFC....

PS:
Ich hab übrigens auch eFahrer im Unternehmen und hab die mal zu TNM und Co gefragt. Antwort war "Was für ein Zeug?" :?
Willy
 
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Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Marcel_S » Mi 19. Nov 2014, 22:11

[EDIT: bin bei meiner Schreibfreude ein wenig am Topic vorgegeschrammt - vielleicht hilft die Mehrinformation ja dennoch]

Hallo Willy,

freut mich, dass Ihr plant, Elektromobilität zu forcieren.

ich schreibe mal ein paar Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema nieder - vielleicht hilfts:

Zur Location:
Wohin mit den AC-Ladern?
Versuche diese dort aufzubauen, wo die Kunden ohnehin gerne länger sind. Einkaufszentren, Restaurants, Ortszentren, Arbeitgeber. Also überall dort, wo jemand gerne mindestens eine Stunde steht. Such Dir Partner vor Ort. Vielleicht findest Du ein Restaurant, welches die Location zur Verfügung stellt. Größere Restaurants haben meist auch ausreichend dimensionierte Hausanschlüsse und freuen sich vielleicht über neue Kundschaft.
Wohin mit den Schnellladern?
An Verkehrsknotenpunkten. Dort, wo die Kunden gerne sind, aber nicht länger als 30min. Ein McDonalds, eine Supermarkt (kein Einkaufszentrum), eine Raststätte. Sie sollen kommen, laden, Kaffee trinken, wieder fahren.

Zur Hardware:
Kauf konservativ - Startups sind toll, aber Du brauchst Hardware, die mehrere Jahre mit Ersatzteilen versorgt werden können. Ein AC-Lader, welcher die Hälfte kostet ist schnell teuerer, wenn Du jede Menge Personalstunden hineinsteckst. Lass Dir Teststellungen geben, es sind noch sehr viele "Prototypen" im Umlauf. Versuch dann, bei den Teststellungen "Verschleissteile" zu tauschen (Controller, Sockets). Hier trennt sich Streu von Weizen. Mach ein technisches Pflichtenheft. Schau auf deren innere Ausstattung. Sind die Kabel freifliegend oder sauber verräumt? Schau auf die Robustheit der Säule. Wenn ein Autofahrer die Säule leicht "anstubbst", ist das dann ein Totalschaden? Brauchst Du dann also einen Rammschutz? Wie sind die Temperatur- und Luftfeuchtebereiche der Komponenten? Zur Kommunikation: keine Offline-Säulen - nicht nur für Abrechnung, auch zur Beobachtung des Säulen-Status. Nimm mindestens OCPP als Protokoll. Schau, dass ein Display pro Socket dabei ist. Vielleicht schreibt Dir der Gesetzgeber zukünftig Informationspflichten vor.
Zum DC-Lader: Chademo und CCS, vielleicht auch mit Typ2. Manche Hersteller bieten Aufrüstmöglichkeiten von 20kW auf 50kW an - ist interessant, wenn das Budget limitert ist.

Zum Backend und Roaming:
Kommst nicht drum herum. Auch beim Backend sehr wichtig, zu Vergleichen - hier sind die Kostenunterschiede massiv, auch erste OpenSource-Pflänzchen gibts. TNM ist recht nett, aber willst Du als EVU wirklich die Administration anderen überlassen? Du kannst über Laderoaming auch TNM-Kunden bei Dir laden lassen. SMS macht Probleme - die Abrechnung funktioniert nicht immer bei allen. Manche Roaming-Anbieter bieten (oder planen) meines Wissens eine Direktbezahllösung mittels Paypal an. Manchmal ist derzeit das Verschenken von Strom billiger als ein Backend und eine Roaminglösung. In zwei Jahren sieht die Roaming-Landschaft sicherlich wieder ganz anders aus und die Preise werden dann vielleicht attraktiver.

Zum Rechtlichen:
Beachte, es gibt einen EU Richtlinienentwurf zur Barriere- und Diskriminierungsfreiheit vom E-Auto-Laden. Zukünftig wird es wohl möglich sein müssen, dass auch Nicht-Kunden bei Dir Laden können und sehen können, zu welchem Preis sie wieviel geladen haben.

Zur Motivation:
Du wirst es nie jedem Recht machen können. Finde Dich damit ab ;)

Mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Falls noch Fragen hast, kannst mich natürlich auch per PM erreichen.
Zuletzt geändert von Marcel_S am Mi 19. Nov 2014, 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
Marcel_S
 

Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Spürmeise » Mi 19. Nov 2014, 22:36

Marcel_S hat geschrieben:
Beachte, es gibt einen EU Richtlinienentwurf zur Barriere- und Diskriminierungsfreiheit vom E-Auto-Laden.

was es nicht alles gibt...
Spürmeise
 

Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Willy » Mi 19. Nov 2014, 22:41

Hallo!

Erstmal vielen Dank für die vielen und vor allem kundigen Tipps. Hört sich für mich so an, als würdest du ebenfalls bei einem EVU arbeiten?

Marcel_S hat geschrieben:
Hallo Willy,

freut mich, dass Ihr plant, Elektromobilität zu forcieren.

ich schreibe mal ein paar Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema nieder - vielleicht hilfts:

Zur Location:
Wohin mit den AC-Ladern?
Versuche diese dort aufzubauen, wo die Kunden ohnehin gerne länger sind. Einkaufszentren, Restaurants, Ortszentren, Arbeitgeber. Also überall dort, wo jemand gerne mindestens eine Stunde steht. Such Dir Partner vor Ort. Vielleicht findest Du ein Restaurant, welches die Location zur Verfügung stellt. Größere Restaurants haben meist auch ausreichend dimensionierte Hausanschlüsse und freuen sich vielleicht über neue Kundschaft.
Wohin mit den Schnellladern?
An Verkehrsknotenpunkten. Dort, wo die Kunden gerne sind, aber nicht länger als 30min. Ein McDonalds, eine Supermarkt (kein Einkaufszentrum), eine Raststätte. Sie sollen kommen, laden, Kaffee trinken, wieder fahren.

[/quote]
Das trifft ziemlich gut meine Planungen.
Generell sind Einkaufszentren der erste Anlauf. Da wirds dann evtl. aber sogar - von Zentrum zu Zentrum unterschiedlich - teils kostenloses "Laden" in den Geschäftszeiten geben, da das Zentrum dies dann für die Kunden finanziert.
Ansonsten hab ich primär die Stadtverwaltung selbst im Rücken und kann mir innerstädtisch schon Flächen aussuchen und das halt dann absprechen.
Ziel sind aber Flächen, wo a) die Leute ohnehin im Schnitt gut 1-3 Stunden parken und b) die Ladeweile natürlich dann kurz ist.
Gaststätten und Restaurants sind auch ein interessanter Punkt, hier werde ich aber div. Möglichkeiten anbieten.

Zur Hardware:
Kauf konservativ - Startups sind toll, aber Du brauchst Hardware, die mehrere Jahre mit Ersatzteilen versorgt werden können. Ein AC-Lader, welcher die Hälfte kostet ist schnell teuerer, wenn Du jede Menge Personalstunden hineinsteckst. Lass Dir Teststellungen geben, es sind noch sehr viele "Prototypen" im Umlauf. Versuch dann, bei den Teststellungen "Verschleissteile" zu tauschen (Controller, Sockets). Hier trennt sich Streu von Weizen. Mach ein technisches Pflichtenheft. Schau auf deren innere Ausstattung. Sind die Kabel freifliegend oder sauber verräumt? Schau auf die Robustheit der Säule. Wenn ein Autofahrer die Säule leicht "anstubbst", ist das dann ein Totalschaden? Brauchst Du dann also einen Rammschutz? Wie sind die Temperatur- und Luftfeuchtebereiche der Komponenten? Zur Kommunikation: keine Offline-Säulen - nicht nur für Abrechnung, auch zur Beobachtung des Säulen-Status. Nimm mindestens OCPP als Protokoll. Schau, dass ein Display pro Socket dabei ist. Vielleicht schreibt Dir der Gesetzgeber zukünftig Informationspflichten vor.
Zum DC-Lader: Chademo und CCS, vielleicht auch mit Typ2. Manche Hersteller bieten Aufrüstmöglichkeiten von 20kW auf 50kW an - ist interessant, wenn das Budget limitert ist.

Anfangs ist es gar nicht einfach, die "StartUps" rauszufiltern. Denn tendenziell sind viele die schon mal einen Zählerkasten gebaut haben nebenbei noch "Ladesäulenhersteller". (Sogar meine Azubis haben so ein Ding schon mal im Zuge ihrer Ausbildung gebastet...)
Ich hab bezüglich meiner Lieferantenwahl aber ein gutes Gefühl. Die Säule macht einen sehr hochwertigen Eindruck und meine Techniker meinten zumindest, dass das was "vernünftiges" sei.
Ich persönlich bin echt kein Techniker und kann das am Ende nicht beurteilen. Ich hab aber sehr gute Verträge in der Hinterhand und bin da erstmal abgesichert.
Die Säulen werden auch "Online" sein, da die "Offline"-Zeit im öffentlichen Bereich wohl vorbei ist. Als Protokoll hab ich OCCP 1.5 aktuell als Standard. (Gibt auch noch Hersteller die max. 1.2) anbieten.
Egal ob Abrechnung oder nicht will ich die Säulen "verwalten" und wissen was da passiert. Wenn ich 2016 dann weitermache (und hoffentlich darf) will ich mehr wissen als jetzt für 2015. :)

Zum Backend und Roaming:
Kommst nicht drum herum. Auch beim Backend sehr wichtig, zu Vergleichen - hier sind die Kostenunterschiede massiv, auch erste OpenSource-Pflänzchen gibts. TNM ist recht nett, aber willst Du als EVU wirklich die Administration anderen überlassen? Du kannst über Laderoaming auch TNM-Kunden bei Dir laden lassen. SMS macht Probleme - die Abrechnung funktioniert nicht immer bei allen. Manche Roaming-Anbieter bieten (oder planen) meines Wissens eine Direktbezahllösung mittels Paypal an. Manchmal ist derzeit das Verschenken von Strom billiger als ein Backend und eine Roaminglösung. In zwei Jahren sieht die Roaming-Landschaft sicherlich wieder ganz anders aus und die Preise werden dann vielleicht attraktiver.

Manche Sachen will ich eben in selbst in der Hand haben und darum fallen auch viele Verbände erstmal bei mir unten durch. Denn z.B. meinen Messstellenbetrieb werde ich mit Sicherheit nicht hergeben.
Die Verwaltung will ich auch nicht hergeben, sondern eigentlich hab gerade ich als EVU die Möglichkeit hier auch wirklich guten Support zu machen. (für was hab ich denn ne 24/7 Leitstelle z.B. wenn man die nicht auch anders nutzen könnte?)
Da ich - das hab ich gelernt - um gewisse Roaming-Sachen nicht rumkomme, wird man gucken müssen wie und ob ich hier z.B. mit TNM zusammenkomme.
Hätte gehofft, dass SMS reicht, aber gut. Ist noch kein Kind in den Brunnen gefallen und die "alle dürfen"-Regel gedenke ich einzuhalten.
Und ja. :) Rein gemessen an den Kosten und dem Aufwand wäre "herschenken" schon 5x erledigt gewesen und kostet nicht mal die Hälfte. Das werde ich mit Abrechnen aktuell nicht rein bekommen.
Aber ich habs im Anfangspost schon geschrieben. "Herschenken" ist für mich keine zukunftsfähige Lösung wenn man den "Strom" als durchaus wertvolles Gut sieht.
Und da ich hoffe, dass die eMobilität immer mehr ins Rollen kommt und stärker das Stadtbild prägt, sammel ich lieber jetzt schon "Erfahrung" als diese im Nachgang nochmals teuer zukaufen zu müssen.

Zum Rechtlichen:
Beachte, es gibt einen EU Richtlinienentwurf zur Barriere- und Diskriminierungsfreiheit vom E-Auto-Laden. Zukünftig wird es wohl möglich sein müssen, dass auch Nicht-Kunden bei Dir Laden können und sehen können, zu welchem Preis sie wieviel geladen haben.

Die will und werde ich halten. Das hab ich von Anfang an in mein Konzept gepackt.
Das wie viel und zu welchen Preis wird sich dann zeigen. Tendenziell hab ich da schon jetzt gute Möglichkeiten über das Backend. Will ich erstmal im Live- und Feld-Betrieb sehen, aber generell hätte ich da schon vorgebaut.
(Außer natürlich ich muss da auch wieder alles ausweisen was auf der Rechnung auszuweisen ist)
Denn dann reichen weder Parkticket noch SMS. Dann kann ich gebundene Bücher verteilen.....

Zur Motivation:
Du wirst es nie jedem Recht machen können. Finde Dich damit ab ;)

Mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Falls noch Fragen hast, kannst mich natürlich auch per PM erreichen.


Danke dir! Lernt man beim EVU binnen der ersten 12 Monate. :lol:
Aber sein bestes versuchen ist zumindest der Ansatz und darum bin ich ganz froh über den Input den ich hier im Forum bekomme.
Hilft mir ja am Ende nix. wenn das 1000ste Produkt am Kunden vorbei entwickelt wurde. Für den Kunden muss es passen und für die Firma auch. Irgendwo wird man da einen Kompromiss finden müssen. Solange es fair und transparent ist, werden das dann am Ende auch alle akzeptieren und zufriede sein.
Ansonsten sag ich immer: Wenn ich die "Eierlegende Wollmilchsau" bei Amazon anbiete hab ich am Ende der ersten Woche garantiert mindestens 1x eine 1-Stern-Bewertung. :D
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Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Marcel_S » Mi 19. Nov 2014, 22:43

Spürmeise hat geschrieben:
Marcel_S hat geschrieben:
Beachte, es gibt einen EU Richtlinienentwurf zur Barriere- und Diskriminierungsfreiheit vom E-Auto-Laden.

was es nicht alles gibt...


Naja, das läuft darauf hinaus, dass in Zukunft auch jede "Bürgermeistersäule mit Ladekarte zu Entlehnen im Gemeindeamt" für alle verfügbar sein muß.
Marcel_S
 

Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Willy » Mi 19. Nov 2014, 22:50

Marcel_S hat geschrieben:
Spürmeise hat geschrieben:
Marcel_S hat geschrieben:
Beachte, es gibt einen EU Richtlinienentwurf zur Barriere- und Diskriminierungsfreiheit vom E-Auto-Laden.

was es nicht alles gibt...


Naja, das läuft darauf hinaus, dass in Zukunft auch jede "Bürgermeistersäule mit Ladekarte zu Entlehnen im Gemeindeamt" für alle verfügbar sein muß.


Glaub ich nicht. Ich denke nicht, dass die den halb-öffentlichen Bereich antasten, wenn der öffentliche Bereich zumindest grob flächendeckend vorhanden ist.
Die Kosten die dadurch entstehen würden sind ja nicht ohne und viele Säulen sind ja in diesen Konstrukt dann am Ende eher "privat" als "halb-öffentlich".

Vielmehr kann das mit den eRoaming da ein "Problem" geben. Denn da ist schon die Frage, wann ist die Säule "Diskriminierungsfrei"?
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Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Marcel_S » Mi 19. Nov 2014, 23:01

Willy hat geschrieben:
Hallo!

Erstmal vielen Dank für die vielen und vor allem kundigen Tipps. Hört sich für mich so an, als würdest du ebenfalls bei einem EVU arbeiten?
...
Die Verwaltung will ich auch nicht hergeben, sondern eigentlich hab gerade ich als EVU die Möglichkeit hier auch wirklich guten Support zu machen. (für was hab ich denn ne 24/7 Leitstelle z.B. wenn man die nicht auch anders nutzen könnte?)


Zur Leitstelle: vergiss halt nicht, dass eine Leitstelle bis vor kurzem nur das Netz überwachte und Stromausfälle verzeichnete. Die "neuen" Probleme von Ladesäulen braucht viel Schulung und Erfahrung - wie "befreit" man um 3 Uhr früh als Leitstelle das steckengebliebene Kabel eines durchreisenden Elektromobilisten ... ;)

Da ich - das hab ich gelernt - um gewisse Roaming-Sachen nicht rumkomme, wird man gucken müssen wie und ob ich hier z.B. mit TNM zusammenkomme.
Hätte gehofft, dass SMS reicht, aber gut. Ist noch kein Kind in den Brunnen gefallen und die "alle dürfen"-Regel gedenke ich einzuhalten.


Wennst ein vernünftiges Backend hast und einen ebenso vernünftigen Roaming-Partner, bekommst solche Zusatzfeatures oft "nebenher".

Aber ich habs im Anfangspost schon geschrieben. "Herschenken" ist für mich keine zukunftsfähige Lösung wenn man den "Strom" als durchaus wertvolles Gut sieht.

Korrekt, wie soll man sonst glaubwürdig Werbung für Energieeffizienz machen?
Hilft mir ja am Ende nix. wenn das 1000ste Produkt am Kunden vorbei entwickelt wurde. Für den Kunden muss es passen und für die Firma auch. Irgendwo wird man da einen Kompromiss finden müssen. Solange es fair und transparent ist, werden das dann am Ende auch alle akzeptieren und zufriede sein.


Richtig. Mittlerweile gibt es - nach ein wenig Recherchieren und Gesprächen mit anderen EVUs und Elektromobilisten - gute Hersteller, gute Lösungen und Best Practices. Man muß nicht mehr jeden Fehler neu machen ... ;)
Marcel_S
 

Re: Fragen zur Identifikation/Abrechnung bei Ladesäulen

Beitragvon Willy » Do 20. Nov 2014, 09:23

Marcel_S hat geschrieben:
Zur Leitstelle: vergiss halt nicht, dass eine Leitstelle bis vor kurzem nur das Netz überwachte und Stromausfälle verzeichnete. Die "neuen" Probleme von Ladesäulen braucht viel Schulung und Erfahrung - wie "befreit" man um 3 Uhr früh als Leitstelle das steckengebliebene Kabel eines durchreisenden Elektromobilisten ... ;)

Gute Säulen sollten ohnehin kein Kabel "behalten" sondern das auch freigeben wenn die Säule ein Problem hat.
Die Frage ist natürlich, ob es da auch zu Problemen mit dem "Freigeben" kommen kann und wie oft.
Generell hab ich aber natürlich neben der Leitstelle auch einen "Bereitschaftsdienst" der dann - wenn alle Stricke durch sind -da hinfahren kann und das Ding freimacht.


Wennst ein vernünftiges Backend hast und einen ebenso vernünftigen Roaming-Partner, bekommst solche Zusatzfeatures oft "nebenher".

:) Darum wäre ja die SMS alleine so nett gewesen. Ist ja im Backend bereits voll integriert und inklusive.

Korrekt, wie soll man sonst glaubwürdig Werbung für Energieeffizienz machen?

Danke, dass das noch jemand so sieht. Ich dachte schon immer ich hab irgendwo einen massiven Denkfehler bei mir im Programm.

Richtig. Mittlerweile gibt es - nach ein wenig Recherchieren und Gesprächen mit anderen EVUs und Elektromobilisten - gute Hersteller, gute Lösungen und Best Practices. Man muß nicht mehr jeden Fehler neu machen ... ;)

Ja, da kann man bereits viel lernen.
Wobei es nicht so einfach ist von einem EVU wirklich konkrete Infos über Elektromobilität zu bekommen. Die, die da bereits viel machen geben ungern wirklich Einblick. Und die die Einblick freimütig gewähren sind meißt die, die fast gar nichts machen oder eben komplett am Thema vorbei planen.
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