Eichrechtskonforme Ladesäulen

Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon drilling » Do 7. Dez 2017, 11:18

@Vanellus:
danke für die Aufklärung und Zusammenfassung. Das sind sehr erfreuliche Nachrichten.

Auch wenn das Laden an DC Säulen dadurch teurer werden sollte, empfinde ich es persönlich nicht als Problem, da Langstrecken wo DC-Säulen benötigt werden für mich sowie wohl für die Allermeisten eher die Ausnahme sind (erst recht sobald 60 KWh Akkus gängig sein werden).
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon Tho » Do 7. Dez 2017, 11:29

Vanellus hat geschrieben:
@ tho: Messgeräte (grundsätzlich alle, wenn abgerechnet werden soll, egal ob nach kWh oder nach Zeit) müssen von der Physikalisch-technischen Bundesanstalt als gesetzeskonform typgeprüft werden. Jedem dieser grundsätzlich von der PTB abgenommenen Messgeräte muss eine Konformitätsbescheinigung des zuständigen Eichamtes erteilt werden.
...
Von AC-Ladesäulen-Herstellern und -Verkäufern lese ich öfters: MID-fähig. Das heißt, dort kennt man das Problem und ist vorbereitet.
...

Wenn die MID Eichung reicht, dann erfüllen sehr viele Säulen diese Regelung bereits heute. In den (T)NM Lolo Boxen ist z.b. ein MID geeichter Zähler drin.
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon E-Pinger » Do 7. Dez 2017, 11:35

drilling hat geschrieben:
Endlich kehrt die Vernunft ein.
Hab's ja schon immer gesagt das die Abrechnung von Strom nach Zeit nicht rechtens ist, weil es kein nachvollziehbares Verhältnis zwischen den beiden Einheiten gibt.

Die Stadtwerke Bretten haben es schon mal "Vernünftig" vorbereitet. Zur Zeit ist das Laden noch kostenlos,
das Preisblatt zeigt aber schon wohin die Reise demnächst geht.
Grundgebühr je Ladevorgang 1,00 €
Ladekosten pro kWh 30,00 Cent
Zeitpauschale pro Minute 2,00 Cent
Für Schnarchlader wird das richtig bitter
3,6kWh x 0,30€ + 60 x 0,02€ + 1€ = 3,28€ -> 0,91€/kWh
Der Preis gilt übrigens nur für registrierte Kunden, Ad-hoc laden kostet 30% Aufschlag z.B. 1,24€/kWh
https://www.goingelectric.de/stromtanks ... e-9/23836/

drilling hat geschrieben:
Jetzt wo Zeit nur noch in Kombination mit KWh abgerechnet werden darf werden die meisten Betreiber wohl auf reine KWh Abrechnung umsteigen, da sie ja nun eh einen KWh Zähler einbauen müssen.

Glaube ich nicht.
2kW laden, 0,70€ bezahlen und das Auto tagelang auf dem schönen Parkplatz mitten in der Innenstadt stehen lassen geht gar nicht. Ist ja heute teilweise schon das Problem bei den kostenlosen Ladesäulen.
Zoe Intens 2014 / 22kW Ladebox B3200 incl. Doepke FI-TypA/EV
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon Heesi » Do 7. Dez 2017, 11:38

Eigentlich ist es doch egal ob nun Zeit oder kWh.
Hauptsache ich kann vorher sehen was ich bezahlen muß.
Am Display x,xx€/kWh oder/ und x,xx€/Std.
Dann kann ich entscheiden ob ich lade oder nicht.
Kia Soul EV Play+ KONES für unterwegs / Tiefgarage mit 16A Ladebox festes Kabel
Wochenendhaus CEE 16A blau und bald CEE 32A rot
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 7. Dez 2017, 11:44

Vanellus hat geschrieben:
Es ist so wie Drilling schon schrieb: es gibt kein festes oder auch nur vorhersehbares Verhältnis zwischen Preis und gekaufter Leistung. Je nachdem wie warm oder kalt der Akku ist, kostet die kWh sehr unterschiedlich. Man kauft also etwas und der Preis ist erst nach Abschluss des Kaufs klar. Dagegen steht die Preisangabenverordnung. Dass die Schnarchlader nun dort preiswert laden können, ist ein für diese Gruppe erfreulicher Mitnahmeeffekt.

Dann werden DC-Lader nur wirtschaftlich betrieben werden können, wenn sie bei einer zu langsamen Leistung sich komplett verweigern. Denn wenn eine 350 kW Säule, die sicher Investitionen im mittleren sechsstelligen Bereich verursacht nicht eine entsprechend hohe Auslastung erreicht, weil sie regelmäßig eine Stunde von Fahrzeugen, die eine Ladeleistung von 30 kW haben, belegt sind, kann das bei einer kWh-Abrechnung nicht wirtschaftlich sein. Man muss daher den Anreiz geben, dass solche Fahrzeuge dann eine Säule mit 50 kW Leistung nutzen.
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon E-Pinger » Do 7. Dez 2017, 11:47

Heesi hat geschrieben:
Eigentlich ist es doch egal ob nun Zeit oder kWh.
Hauptsache ich kann vorher sehen was ich bezahlen muß.
Am Display x,xx€/kWh oder/ und x,xx€/Std.
Dann kann ich entscheiden ob ich lade oder nicht.

Sehe ich auch so.
Die Geschichte mit dem Eichamt macht das ganze aufwendiger und dadurch teurer.
Am Ende des Tages/Ladevorgangs zahlt der EV-Fahrer mehr.
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon drilling » Do 7. Dez 2017, 12:21

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Denn wenn eine 350 kW Säule, die sicher Investitionen im mittleren sechsstelligen Bereich verursacht nicht eine entsprechend hohe Auslastung erreicht, weil sie regelmäßig eine Stunde von Fahrzeugen, die eine Ladeleistung von 30 kW haben, belegt sind, kann das bei einer kWh-Abrechnung nicht wirtschaftlich sein. Man muss daher den Anreiz geben, dass solche Fahrzeuge dann eine Säule mit 50 kW Leistung nutzen.


Niemand sagt das die KW-Stunde am 350 KWh Lader gleich viel kosten muß wie am 50 KWh Lader. Die Langsamlader wird man von den 350 KWh Säulen auch durch gesalzene KWh Preise fernhalten können.

E-Pinger hat geschrieben:
2kW laden, 0,70€ bezahlen und das Auto tagelang auf dem schönen Parkplatz mitten in der Innenstadt stehen lassen geht gar nicht. Ist ja heute teilweise schon das Problem bei den kostenlosen Ladesäulen.

Erstens steht nirgends geschrieben das 1 kWh nur 0,35 Euro kosten muß und zweitens werden Innenstadt-Parkplätze sowieso zeitlich begrenzt sein (sowie ja eh schon meistens der Fall).
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 7. Dez 2017, 12:35

E-Pinger hat geschrieben:
Grundgebühr je Ladevorgang 1,00 €
Ladekosten pro kWh 30,00 Cent
Zeitpauschale pro Minute 2,00 Cent
Für Schnarchlader wird das richtig bitter
3,6kWh x 0,30€ + 60 x 0,02€ + 1€ = 3,28€ -> 0,91€/kWh

Ich nehme mal an, dass dies 22-kW-Säulen sind. Erstens ist es meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt, eine Grundgebühr zu nehmen, wenn man auch eine Zeitpauschale hat. Diese sollte schon einmal direkt wegfallen. Die Zeitpauschale (€1,20 pro Stunde) scheint mir für eine 22-kW-Säule auch eher hoch. Diese sollte die Investitionskosten abdecken. Eine 2x22 kW Säule kostet vielleicht €5.000 mit Installation, also €1.000 im Jahr. Bei einer Auslastung von 6 Stunden pro Tag und einer Abschreibung über 5 Jahre entspräche dies €0,23 pro Stunde pro Ladepunkt. Wenn man noch etwas Kosten für Wartung hinzurechnet, sollte die Zeitpauschale eher 0,5 Cent pro Minute betragen.
Dann wären die Kosten für eine Stunde laden bei einer Ladeleistung von 3,6 kW:
3,6 kW x 1 h x €0,30/kWh + 60 Minuten * €0,005/Minute = €1,38 (für 3,6 kWh), also 38,3 Cent pro kWh.
Das ein Schnarchlader etwas mehr zahlt als ein Zoe mit 22 kW, ist fair, da die Ladestation auch länger belegt ist. Nur darf der Unterschied nicht so hoch sein, wie beim jetzigen Modell.
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon Major Tom » Do 7. Dez 2017, 12:41

Eine 2x22 kW Säule kostet vielleicht €5.000 mit Installation

Wenn du mir sagst wo ich so etwas bekomme, dann baue ich noch ein paar neue Ladesäulen.
Bei 10.000 € bist du in einem realistischen Bereich.
ciao
Tom
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Re: Eichrechtskonforme Ladesäulen

Beitragvon E-Pinger » Do 7. Dez 2017, 12:51

drilling hat geschrieben:
zweitens werden Innenstadt-Parkplätze sowieso zeitlich begrenzt sein (sowie ja eh schon meistens der Fall).

Ist bei uns auch so, allerdings nur an Werktagen von 8 - 18 Uhr.
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