Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon gekfsns » Di 14. Nov 2017, 12:03

Ich denke dynamischer Strompreis wäre eine einfache Möglichkeit den Anteil der erneuerbaren Energien noch viel weiter zu erhöhen. Versuche momentan den ganzen Blockchain Hype richtig zu verstehen. Für mich sieht es so aus also könnte sich dann über eine BlockChain das intelligente Auto den Strom am Markt selbst optimal organisieren (günstig oder ökologisch, je nach eigenen Prioritäten) und die Infrastruktur, wie Stromanschluss zu Hause und Ladesäulen, werden dann durch eine Art Durchleitungsgebühr abgerechnet. Genauso das Vermarkten vom eigenen Photovoltaik-Strom, der Wechselrichter verkauft automatisch den Strom über die Blockchain am Markt. So könnte dann der Nachbar auch direkt den Strom vom anderen Nachbar abkaufen. Die alten Stromanbieter und Ladesäulenbetrieber würden nur noch Infrastruktur anbieten.
Vielleicht hab ich das ja alles nur falsch verstanden, vom Gefühl denke ich das ist die echte Zukunft.
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Beitragvon Tho » Di 14. Nov 2017, 12:53

So wäre es zwar möglich, allerdings würde es für den Infrastrukturbetreiber schwierig die Infrastruktur zu finanzieren.
(Wieviel wäre ein "fairer" Aufschlag Ladeinfrastrukturgebühr?)
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon delink2000 » Di 14. Nov 2017, 13:20

Tho hat geschrieben:
So wäre es zwar möglich, allerdings würde es für den Infrastrukturbetreiber schwierig die Infrastruktur zu finanzieren.
(Wieviel wäre ein "fairer" Aufschlag Ladeinfrastrukturgebühr?)


das kann von mir aus (teilweise) der Staat übernehmen... man bedenke, wieviel volkswirtschaftliche Kosten damit eingespart werden, wenn zig Millionen mal (per App) freigegebene 20kwh hin und her bewegt werden können, das ist extrem wertvolle flinke Gigawatt-Regellast, die einfach so (parkend!) zur Verfügung steht. Will man das auf anderem Wege über den Bau riesiger Speicher (die auch nur dafür gebaut sind) hinbekommen, sind das träge Mammutprojekte und kosten ein Vielfaches....
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon Solarmobil Verein » Di 14. Nov 2017, 13:45

delink2000 hat geschrieben:
...wenn zig Millionen mal (per App) freigegebene 20kwh hin und her bewegt werden können, ...
Mach' ich mit, wenn die E-Autos auch zyklenfeste Akkus haben.

Rechenbeispiel:
Der Preisunterschied beim Zoe 40 von Miet- zum Kaufakku beträgt rund 8000 Euro.
20kWh raus ist ein 25%-Zyklus.
Nehmen wir mal an, daß der Akku 3000 Zyklen macht, also € 2,66 pro Zyklus.
Damit kostet der 25%-Zyklus € 0,67.

Nachdem ich die 20kWh aber auch wieder nachladen muß (oder vorher geladen habe, ohne sie für mich nutzen zu können), ist schon ein halber Zyklus weg => € 1,33
Das würde ich doch vom Nutznießer vergütet haben wollen.

Denn die Zyklen, die ich durch das zur Verfügungstellen fürs Regeln verliere, muß ich in die Rechnung einbeziehen, daß der Akku fürs Fahren zu einem früheren Zeitpunkt nichts mehr taugt und entsprechend früher ersetzt werden muß.

V2G und G2V alles schön und gut und sinnvoll, aber bei den derzeitigen in den Fahrzeugen verbauten Akkus nicht besonders reizvoll für den Fahrzeugbesitzer.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon SL4E » Di 14. Nov 2017, 13:54

Seh ich auch so, ich sehe eher noch V2H als lukrativ an. Bei Aldi fix kostenlos vollladen und Strom daheim verbrauchen. Da macht Stromschnorren doch gleich wieder Spaß ;) :roll:
Lieber jetzt elektrisch fahren, als noch länger warten!
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon Langsam aber stetig » Di 14. Nov 2017, 15:58

Aufgrund der hohen Fixkosten von DC-Säulen denk ich, dass ein deutlicher Zuschlag für den absoluten Peak notwendig ist.

Nehmen wir z.B. an, dass dieser Peak an einigen Tagen im Jahr erreicht wird, an dem besonders viele Menschen in den Urlaub fahren. Die Schnellladeinfrastruktur muss von der Kapazität auf diesen Peak ausgelegt sein. Eine Autobahnraststätte benötigt dann vielleicht an 5 Tagen im Jahr 50 Schnelllader. An allen anderen Tagen sind es aber vielleicht maximal 35 Schnelllader.

Das heißt, dass die Fixkosten von 15 Schnellladern eigentlich an diesen 5 Tagen eingefahren werden müssen.

Man sollte daher an diesen Tagen einen geeigneten Aufpreis verlangen, um diese ansonsten brachliegende Kapazität möglichst gering zu halten. Wenn der Preis hoch genug ist, werden viele Menschen versuchen, vor der Autobahnfahrt vollgeladen zu haben, und etwas verbrauchsschonender zu fahren, um den Verbrauch an den Schnellladesäulen möglichst gering zu halten.

Dynamische Preise zu Hause oder an öffentlichen Schnarchladern sind dagegen aus den genannten Gründen sinnvoll - um den Strom dann zu verbrauchen, wenn er günstig ist (was im wesentlichen mit einem hohen EEG-Anteil zusammengeht), und so zur Netzstabilisierung beizutragen.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon delink2000 » Di 14. Nov 2017, 16:09

Solarmobil Verein hat geschrieben:
V2G und G2V alles schön und gut und sinnvoll, aber bei den derzeitigen in den Fahrzeugen verbauten Akkus nicht besonders reizvoll für den Fahrzeugbesitzer.



da gebe ich dir völlig recht, ich gehe auch nicht von heutigen E-Cars aus mit mickrigen 40kwh, ich sehe das eher für die mittel- bis langfristige Zukunft, wenn mal millionenfach Autos vorhanden sind und diese üblicherweise mit 60-120kwh bestückt sind. Dann wäre es doch durchaus denkbar, 10-20kwh als (lukrativ geförderte) Regelenergie für das Netz zu bestimmen, wobei diese natürlich immernoch als eigene (seltene) Reserve für Urlaubsreisen zum Beispiel genutzt werden kann. Außerdem sollten die Akkus nur in bestimmten Kapazitätsbereichen netzdienlich verwendet werden dürfen... dass man also z.B. via App vorgibt, im Bereich von 40% bis 60% zu arbeiten... das schont den Akku immens und da ist kaum eine Alterung feststellbar. Volle Kontrolle über den Akkuzustand bleibt bei dem Besitzer, dass man also zum Beipiel Zeiten vorgibt, in denen der Akku voll sein muss. Ich denke, es sollte auch gewährleistet sein, dass man keine Garantie-Nachteile hat, was ggf. gesetzgeberisch zu sichern ist.... ich könnte mir auch eine vom Staat geförderte und sehr günstige Akkuversicherung für netzdienliche Speicher vorstellen.
Alles Zukunftsmusik, aber ich halte es für sinnig, jetzt schon daran zu denken und solches in die Wege zu leiten.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon Solarmobil Verein » Di 14. Nov 2017, 16:29

delink2000 hat geschrieben:
Außerdem sollten die Akkus nur in bestimmten Kapazitätsbereichen netzdienlich verwendet werden dürfen... dass man also z.B. via App vorgibt, im Bereich von 40% bis 60% zu arbeiten... das schont den Akku immens und da ist kaum eine Alterung feststellbar. Volle Kontrolle über den Akkuzustand bleibt bei dem Besitzer, dass man also zum Beipiel Zeiten vorgibt, in denen der Akku voll sein muss. Ich denke, es sollte auch gewährleistet sein, dass man keine Garantie-Nachteile hat, was ggf. gesetzgeberisch zu sichern ist.
Dafür, um das noch zu erleben, bin ich schon zu alt.

Es braucht ja eine definierte Schnittstelle, wo genau diese Daten mit ihren Einstellungen vom Fahrzeug ausgelesen werden können. Bis sich die Herstelle da drauf geeinigt haben ... und es sind ja nicht nur die Hersteller, da müssen auch die EVUs mit an Bord, und auch der Gesetzgeber, wie du schon schriebst.

Dazu muß dann auch der Typ2-Anschluß im Fahrzeug rückspeisefähig werden (und das Protokoll muß abwärtskompatibel sein), denn die wenigsten Leute werden wohl einen Zweirichtungs-DC-Lader zu Hause stehen haben, auch wenn der Preis dafür sicher noch massiv fallen wird. AC-Ladetechnik dürfte in ähnlichen Ausmaßen (prozentual gesehen) günstiger werden.

Ein Vertreter des EVUs, von dem ich meinen Strom beziehe, sagte neulich bei einer Bürgersrpechstunde, daß es in Zukunft - auch im Hinblick darauf, daß bald die ersten Solaranlagen aus der garantierten Einspeisevergütung rausfallen und da wohl nur noch der Spotmarktpreis bezahlt werden wird - wohl so sein wird, daß es eine Strom-Flat gibt.
Mal sehen, wann diese Zukunft beginnt.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon AndiH » Mi 15. Nov 2017, 12:54

Es gibt für mich genau einen einzigen Grund eine öffentliche Ladesäule zu verwenden und der ist das der Akku sonst nicht zum Ziel reicht. Dabei will ich natürlich wissen was es kostet, aber ich habe kein Interesse daran das sich der aktuelle Preis nach dem Mond, den Sternen und dem Wetter richtet, das ging mir schon beim Verbrenner auf den Zeiger.
Für Zuhause ist das etwas anderes, dort wäre es sehr einfach möglich das Auto anzuschließen und die Karre wartet auf den Trigger vom Netzbetreiber der günstigen Strom signalisiert.
Seit 02/2016 über 1.200 Liter Diesel NICHT verbrannt...
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon eDEVIL » Mi 15. Nov 2017, 14:19

Für die schneller Ladung auf Fernstrecke möchte man natürlich keien Zeiteinbussen hinnehmen, aber wenn man 8h auf der Arbeit ist, spielt es doch keine Rolle, wie sich die ALdeleistung auf diese 8h verteilt, wenn der Akku dann den gewünschten SoC hat. Wichtig wäre eine Fernsteuerbare Boostfunktion, wenn man ungeplant los muss und dringend Akku benötigt.

Bei 22kW AC köntne man da ja in den 10min von Bekanntwerden des Notfalls bis losfahren schon wieder 10km nachladen
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"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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