Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon Super-E » Di 14. Feb 2017, 10:39

Mei hat geschrieben:
totaler Blödsinn, weil es hier 3 Leute gibt die es interessiert.
Die Erde dreht sich um Goingelectric, nicht um die Sonne.


Entschuldige die Wortwahl "totaler Blödsinn" - das ist für eine sachliche Diskussion nicht förderlich. In der Sache hingegen bleibe ich bei der Meinung. Ich erinnere mich z.B. an einen Artikel des ADAC, der beschreibt, dass besonders an den Superstauwochenenden sehr viele die Stauspitzen meiden und die Verkehrsdichte z.B Nachts gegenüber früher deutlich zugenommen hat.

Und die meisten meiner Freunde meiden ebenso wann immer möglich die Stauzeiten. Vielleicht habe ich einfach überdurchschnittlich viele intelligente Freunde. Ich fahre jedes Wochenende auf der A8 München - Salzburg und stehe eigentlich selten im Stau. Genauso passe ich meine Tankzeiten an die bekannten Schwankungen an...

Es gibt an sonnigen Samstagen um die Mittagszeit normalerweise einen Überschuss an Ökostrom und am frühen Abend unter der Woche ist er besonders dreckig. Ich fände es gut, wenn die Preise dies zumindest moderat widerspiegeln. Sofern man nicht den Luxus einer Heimladestation hat aber einen grossen Akku, wäre es durchaus denkbar ggf. Samstags das Fahrzeug gezielt zu laden.

Man könnte ja einen Maximalpreis angeben und diesen dynamisch bei Ökostromüberangebot senken.

Ansonsten ist es auch legitim zu versuchen die Ladeinfrastruktur mit finanziellen Anzeizen gleichmäßiger auszulasten. Ist ja bei Zügen und Flugzeugen auch so, dass die Ticketpreise unterschiedlich sind...
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon AndiH » Di 14. Feb 2017, 11:55

Super-E hat geschrieben:
Es gibt an sonnigen Samstagen um die Mittagszeit normalerweise einen Überschuss an Ökostrom und am frühen Abend unter der Woche ist er besonders dreckig. Ich fände es gut, wenn die Preise dies zumindest moderat widerspiegeln. Sofern man nicht den Luxus einer Heimladestation hat aber einen grossen Akku, wäre es durchaus denkbar ggf. Samstags das Fahrzeug gezielt zu laden.


Das wird nicht funktionieren weil entweder zu viele Schnelllader gebraucht werden wenn es angenommen wird, oder es durch den hohen Zeitbedarf zum Laden außer Haus uninteressant wird wenn viele langsamere Lader vorhanden sind oder man warten muss bis man an der Reihe ist.

Das einzige was funktionieren könnte ist deshalb das Triggern von E-Autos die sowieso schon warten um den Leistungsbedarf zeitlich passend zu verteilen. Das funktioniert automatisch und pro Netzsegment und es besteht keine Gefahr das die Leute durch die Gegend irren um eine freie Station zu finden weil der Strom ein paar Cent günstiger ist.

Gruß

Andi
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon delink2000 » Mo 13. Nov 2017, 23:51

ich könnte mir so etwas heute bei Schnellladestationen vorstellen, die direkt neben dem Windpark oder den überdachten PV-Parkplätzen den Strom lokal abnehmen. Ansonsten erscheint es mir in fernerer Zukunft unvermeidlich, die Energiemenge mittels Strompreises zu steuern. Wenn dann mal zig Millionen Elektroautos auf dem Markt sind, glaube ich ist es ein wichtiges Instrument, Ökoenergie zu bevorzugen und außerdem das Netz zu stabilisieren. Man stelle sich nur die Reisewellen in den Sommerferien vor, wenn alle auf die Idee kämen, gleichzeitig und kurz vor Reiseantritt am Schnellader zu "tanken"... das kann eigentlich nur über den Preis halbwegs begrenzt werden. Ich denke aber auch, man sollte dabei einen Maximalpreis bzw. eine Maximalsteigerung festlegen...
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon drilling » Di 14. Nov 2017, 00:47

mxmen hat geschrieben:
Was haltet ihr davon? Würdet ihr das akzeptieren?


Absolut nicht, solche Säulen würde ich meiden und wenn alle auf so einen Quatsch umstellen, dann lade ich eben nur noch zu Hause und benutze weiterhin meinen Verbrenner für längere Strecken.

Bei Benzin/Diesel halte ich die dynamischen Preise zwar auch für Quatsch, der nur der Gewinnmaximierung der Ölkonzerne dient, aber bei 600 km Reichweite mit einer Tankfüllung kann ich flexibel sein und nur dann tanken wenn es günstig ist, was bei einem E-Auto eben nicht geht (zumindest nicht bis 60-80 KWh Akkus Standardausstattung sind).
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon ZOE-Aachen » Di 14. Nov 2017, 01:04

Win-Win
Meiner Meinung nach kann die zunehmende Umstellung auf regenerative Energien nicht an Energie-Speichern vorbei. Damit kommen auch Elektoautos mit ihren Akkus als Teil des Systems in Frage. Daher denke ich der variable Preis ebnet dann den Weg,wenn er mit smarten Lösungen gekoppelt wird.
V2G sollte in der Ladetechnik der Zukunft berücksichtigt werden.

Ich würde es sehr begrüßen zu Hause ökologischer und preiswerter laden zu können und vielleicht sogar mal mit dem Autoakku Geld verdienen.

Leider noch Zukunftmusik..
Aber man kann ja mal Träumen..
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon eDEVIL » Di 14. Nov 2017, 09:15

spark-ed hat geschrieben:
Das muss dann aber über feste Zeitfenster planbar sein, also nix mit Kopplung an Ökostromangebot.

Für Schnellader ehe ich das auch so- Beim Destinition-Charging kann es ruhig dynamischer sein. Am besten mit Ziel SoC und autom. Lade zum günstigen Tarif.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon SL4E » Di 14. Nov 2017, 10:24

eDEVIL hat geschrieben:
Für Schnellader ehe ich das auch so- Beim Destinition-Charging kann es ruhig dynamischer sein. Am besten mit Ziel SoC und autom. Lade zum günstigen Tarif.


Gibt es alles, nur nicht in deutschen Energiefürstentümern.
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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon eDEVIL » Di 14. Nov 2017, 10:28

Wo beispielsweise?
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon SL4E » Di 14. Nov 2017, 10:51

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Re: Dynamischer Strompreis sinnvoll?

Beitragvon Super-E » Di 14. Nov 2017, 11:20

Die Extreme sind normalerweise das was Sorgen und Kosten bereitet. Wenn Stauwarnungen und dynamische Strompreise nur 10% der Leute zum Handeln bewegen, dann gibts zwar immer noch Stau und Spitzen, aber die sind nicht mehr ganz so schlimm. Für den Betrachter wirkt das dann so als würde das nichts bringen.

Das es aber diesen Vermeidungseffekt gibt, sieht man schön wen zuvor überlastete Straßen ausgebaut werden. Danach ist in Summe meist deutlich mehr Verkehr unterwegs, weil die vorherigen Vermeider wieder auf die Strecke zurückkehren. Man benötigt ja auch erstmal eine Verknappung, damit die Regelmechanismen überhaupt wirken.

Dies sehe ich für DC Ladung als durchaus abwendbar an.

Bei Destination Charging gäbe es auch die Möglichkeit die Leistungsabgabe der Säule einfach etwas zu drosseln. (z.B. bei Peaklast einfach nur 80% Abgabe). Das sollte man als Nutzer kaum merken. Bei Lastmanagement hat man ja auch Einschränkungen. Man könnte ja auch vorher sein Einverständnis dazu geben und dafür wird das Laden billiger. Wenn man darauf angewiesen wird zahlt man halt normal und bekommt 100%.

Zum Thema planbar. Es ist sehr gut vorhersehbar, wann man einen hohen Ökostromüberschuss hat. Das kann man definitiv recht genau einige Stunden, aber tendenziell auch Tage im voraus vorhersagen.

Den Hauptsinn sehe ich aber tatsächlich eher bei der privaten Infrastruktur. Es sollte mit dynamischen Strompreisen verhindert werden, dass irgendwann mal sehr viele Nutzer Abends nach der Arbeit zum Abendessenpeak ihr Fahrzeug gleichzeitig mit allem was geht laden. Der Peak ist ja jetzt schon da und wird dann noch verstärkt.

Ein Positives haben diese neuen Peaks aber. Durch das Glätten der Mittagsspitze durch PV ist den Pumpspeicherbetreibern das alte Geschäftsmodell weggebochen billigen Nachtstrom teuer mittags zu erkaufen. Solche kurzen Lastspitzen sind für die Speicherbetreiber eher kein Problem und bringen Zyklen.
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