Das Ende der Zeittarife?

Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon Hachtl » Di 28. Jun 2016, 11:05

Zumindest ab 2020 nicht mehr ...
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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon christemb » Sa 2. Jul 2016, 11:03

Ich sehe das nicht als eine große Verschlimmerung für den Fahrer eines E-Autos.
Denn so wie @enabler schrieb:
enabler hat geschrieben:
Die Hauptdienstleistung an einer Ladestation ist die Bereitstellung eines Parkplatzes mit der Möglichkeit ein Elektrofahrzeug über einen gewissen Zeitraum zu laden.
Ob zu dieser Dienstleistung nun der Strom (der den geringsten Kostenanteil ausmacht) kompliziert seperat verrechnet wird, oder der Einfachkeit halber "pauschaliert" in die Zeit hineingerechnet wird, ist an sich einerlei. Ersteres erschwert aber den Aufbau von Elektromobilität durch die hinzugekommene hohe Komplexität.

Dann wird halt in Zukunft der Parkplatz gebührenpflichtig und der Strom kostenlos...
Einfacher wird es für Anbieter von Lademöglichkeiten: eine komplizierte Abrechnung ist nicht mehr erforderlich. "Meinen" Parkplatz darf ich vermieten, WIE es mir gefällt und auch an WEN es mir gefällt (E-Mobil only). Den Strom, den ein parkender dort lädt verschenke ich. Problem gelöst.
Denke, dass es dadurch eher mehr Ladesäulen geben wird, als bisher.

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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon enabler » Sa 2. Jul 2016, 21:20

christemb hat geschrieben:
Ich sehe das nicht als eine große Verschlimmerung für den Fahrer eines E-Autos.
...
Dann wird halt in Zukunft der Parkplatz gebührenpflichtig und der Strom kostenlos...
Einfacher wird es für Anbieter von Lademöglichkeiten: eine komplizierte Abrechnung ist nicht mehr erforderlich.

Nichts anderes ist der "Zeittarf" jetzt schon.
Denke, dass es dadurch eher mehr Ladesäulen geben wird, als bisher.

Andersrum gesehen: andere Verrechnungen reduzieren die Anzahl der Ladesäulen und inakttraktivieren den Ausbau weiterer.
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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon DietmarS » Sa 2. Jul 2016, 21:31

Also ich verstehe das Problem nicht. Ein Zähler ist ja nicht wirklich teuer, sollte bei einer Ladesäule nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Andererseits gibt es mit einem Zähler eine faire Abrechnung.
Wenn ich in ein Parkhaus fahre und kostenlos laden kann, dann ist mir die ladeleistung egal, denn ich zahle den Parkplatz und der Strom ist ein nettes Geschenk.
Zahle ich aber die Ladung dann will ich auch das bezahlen was ich kaufe und nicht irgendeine Pauschale.

Wenn ich den Verbrenner tanke, dann wird auch nach genauer Literzahl abgerechnet. Die Säulen sind auch geeicht. Es hat noch keine Tanke zugemacht, nur weil die Säulen eine genaue Abrechnung machen sollen.

Was wäre das ein Aufschrei, wenn die Verbrenner-Säulen nach Schlauchdicke, Durchflussmenge, Zeit vor der Säule oder sonstigen Parametern abrechnen würden.


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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon enabler » Sa 2. Jul 2016, 21:38

DietmarS hat geschrieben:
...
Wenn ich den Verbrenner tanke, dann wird auch nach genauer Literzahl abgerechnet. Die Säulen sind auch geeicht. Es hat noch keine Tanke zugemacht, nur weil die Säulen eine genaue Abrechnung machen sollen.
...

Wenn Du einen Verbrenner tankst, dafür 8 Stunden eine Tankstellen-Zapfsäule blockierst und dann einen Umsatz von nur 7 Euro generierst, würden die Tankstellen wohl sofort ein anderes Tarifmodell einführen, oder?
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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon DietmarS » Sa 2. Jul 2016, 21:52

Sagen wir mal 30 Minuten und Ca 8 Euro für die Stromabrechnung bei DC

Dazu dann in der Tanke noch 2 Kaffee und ein belegtes Brötchen für die Zeit zu vertreiben. Wer Benzin tankt verbringt auch sonst kaum Zeit im Verkaufsraum


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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon enabler » Sa 2. Jul 2016, 22:01

DietmarS hat geschrieben:
Sagen wir mal 30 Minuten und Ca 8 Euro für die Stromabrechnung bei DC

Das sind 22% der Ladestationen? Und der Rest?

Ein Tarif nach kWh ist unfairer als ein Zeittarif: Extremes Beispiel zur Visualisierung: Ein Benz GLE mit dreiviertel-vollem 8kWh Akku kann eine Ladestation über die maximal erlaubte Dauer blockieren zahlt dann weniger als einen Euro. So hoch kann ich als Betreiber die Gebühren für die kWh gar nicht ansetzen, dass sich die Ladestation irgendwann mal amortisiert. Und wenn sich eine Station nicht amortisiert, habe ich keine Motivation, weitere Stationen zu errichten.
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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon DietmarS » Sa 2. Jul 2016, 22:26

Wenn ich restlos überteuerten Strom zahlen soll, habe ich keine Motivation dort zu laden. Dann aromatisiert sich die Säule ebenfalls nicht.
An den Säulen der EnBW bezahle ich Ca 20 Euro Strom für 100 km Fahrleistung.
Nenn mir einen Grund, warum ich die nutzen sollte, solange es kein Notfall ist.
Zu einem Abrechnungstarif nach kWh würde ich jeden Tag dort laden
Ein Tarif nach kWh kann nicht unfairer sein, vielleicht nicht so profitabel für den Anbieter.


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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon enabler » Sa 2. Jul 2016, 23:22

DietmarS hat geschrieben:
Wenn ich restlos überteuerten Strom zahlen soll, habe ich keine Motivation dort zu laden. Dann aromatisiert sich die Säule ebenfalls nicht.

Das ist eine relativ einfache Optimierungsaufgabe. Ist eine Parabel-Kurve ähnlich der Laffer-Kurve. Der Zeittarif ist/muss/wird eine Mischkalkulation aus 1- und 3-phasigen Ladern sein: 1-ph zahlen mehr als zu Hause, 3-ph zahlen weniger. Je höher der Anteil der 3ph Lader, desto höher wird der Minutenpreis.
An den Säulen der EnBW bezahle ich Ca 20 Euro Strom für 100 km Fahrleistung.

Erstens: das ist ein Sch***-Tarif. Aber Achtung, klassische Falle: im Schnitt (Du vielleicht nicht, aber der Schnitt schon) wird 80-90% zu Hause geladen. im Schnitt zahlt man somit für 80% der Ladungen den Haushaltstarif und nur in der Ausnahme den "öffentlichen" Tarif. Und somit sind die 100km deutlich billiger.
Nenn mir einen Grund, warum ich die nutzen sollte, solange es kein Notfall ist.

Keinen, es steht Dir ja frei, das Angebot zu nutzen, oder nicht. Vielleicht setzen die Betreiber die 20% öff. Laden ohnehin mit dem "Notfall" gleich. Bei der Verteilung 80:20 ist diese Interpretation legitim.
Zu einem Abrechnungstarif nach kWh würde ich jeden Tag dort laden

Glaubst Du, der Betreiber möchte, dass ein Leaf 4 Stunden dort steht und 5 Euro Umsatz(!) verursacht? Da kommt man (abzüglich) Energiekosten auf zwei Euro fuffzich Gewinn pro Tag, mit dem dann auch noch die Abschreibung der Ladestation finanziert werden muss.
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Re: Das Ende der Zeittarife?

Beitragvon christemb » Sa 2. Jul 2016, 23:51

Das sehe ich ähnlich wie enabler.
Die Zahl der EV-ler wird steigen. Das steht fest.
Ein Kunde der 2,50€ Gewinn in 5 Stunden erzeugt ist nicht sinnvoll.
Durch die steigende Zahl an E-Fahrzeugen wird aber auch zwangsläufig die Zahl der EV-ler steigen, die eben diese "Notladeoption" mit einem Preis von 20€/100km in Kauf nehen um ihr Ziel zu erreichen. Damit passt dann wieder die Rechnung des Ladesäulenanbieters.

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