Business Case AC-Ladesäule

Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon Tho » Fr 20. Jul 2018, 10:56

Stromverkauf bringt dir ja nichts, wenn er Verlustbehaftet ist.
Bleibt nur Marketing, Image usw. Dafür reicht aber die heutige einzelne Dekosäule, das ist keine Basis für Ladeinfrastruktur im Volumen.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon kub0815 » Fr 20. Jul 2018, 11:04

Priusfahrer hat geschrieben:

Warum nicht?

Immage, Kundenbindung, Stromverkauf, Dienstleistungsverkauf, Fördergelder, ....


Weil so halt das in einer Marktwirtschaft Läuft. Die jetzigen Förderungen sind nur eine anschubfinanzierung. Und mit einer Imagesäule vor dem Aldi die ständig belegt ist weil kosstenlos bringt der masse nix.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon Priusfahrer » Fr 20. Jul 2018, 12:39

Tho hat geschrieben:
Stromverkauf bringt dir ja nichts, wenn er Verlustbehaftet ist.


...das sieht Maingau aber anders. Jeder über diese Aktion gewonnene Haushalts- und Gewerbekunde bringt Gewinn. Auch wenn die beim Strom an der Ladesäule etwas draufzahlen. Ob sich das langfristig für die irgendwann rechnet, steht auf einem anderem Blatt.

Stellt ein Stadtwerk in seinem Versorgungsgebiet Ladesäulen auf, so ist der Strom Eigenverbrauch. Ähnlich der Beleuchtung auf dem eigenen Mitarbeiterparkplatz. Einige bieten inzwischen rabattierte Ladekarten an, die um so billiger sind je mehr Verträge man mit den städtischen Unternehmen hat. Auf diese Weise erreicht man Kundenbindung und bekommt ganz nebenbei neue dazu. Und viele dieser Kunden haben nicht nur 1000 kWh Verbrauch, da sie auch oft zu Hause laden. Vielleicht kann man denen noch eine Wallbox oder PV Anlage verkaufen.

Also man muss am Stromverkauf direkt an der Säule nicht unbedingt Gewinn machen um wirtschaftlich zu arbeiten.

Ich kann mir vorstellen, dass man in Zukunft die Ladesäulen auch noch als Werbefläche verkauft.

Ein Supermarkt zum Beispiel kann den Strom verschenken und macht trotzdem Gewinn über mehr Kunden. Und vor allem Kunden, die etwas länger einkaufen als andere oder ohne Ladesäule dort gar nicht eingekauft hätten.


Also nur über den reinen Stromverkauf wird sich heute eine Ladesäule noch nicht rechnen. Nutzt man die Lademöglichkeit hingegen um in anderen Geschäftsfeldern mehr Umsatz zu generieren, so kann sich das bereits heute rechnen.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon EVduck » Fr 20. Jul 2018, 13:13

Priusfahrer hat geschrieben:
Stellt ein Stadtwerk in seinem Versorgungsgebiet Ladesäulen auf, so ist der Strom Eigenverbrauch.

Nein. Das gilt nur, wenn der Verteilnetzbetreiber diese Ladesäulen aufstellen würde und er müsste diese Aufstellung aus den §19 Netznutzungsentgelten finanzieren, was er aber nicht darf. Stellt der Energieversorger die Säulen auf, unterliegt der verkaufte Strom allen Umlagen, wie für jeden anderen Kunden. Selbst bei Unternehmen, die gleichzeitig beides wären, müssten dies so handhaben, sonst machten sie sich strafbar.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon Priusfahrer » Fr 20. Jul 2018, 13:41

@EVduck : Ladesäulen unterliegen NICHT der Regulierung des Netzbetriebes.

Die Rechtsauffassung ist da noch recht uneindeutig. Jedenfalls kann unter Umständen die EEG und Stromsteuer reduziert sein oder ganz entfallen. Ich denke hier wird der Gesetzgeber in den nächsten Jahren noch zu Gunsten der E-Mobilität Entscheidungen treffen.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon energieingenieur » Fr 20. Jul 2018, 17:22

Dazu empfehle ich folgende Quelle:
http://schaufenster-elektromobilitaet.org/media/media/documents/dokumente_der_begleit__und_wirkungsforschung/EP34_Rechtlicher_Rahmen.pdf

Punkte: 1.7, 5.1, 5.2
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon umberto » Fr 20. Jul 2018, 19:00

E-lmo hat geschrieben:
@Energieingenieuer:
Interessanter Gedankengang. 10ct Aufschlag für die Unfrastruktur zu Hause!
Das hatte ich bisher nicht badacht.


Das reicht ja gar nicht. Bei mir hat die Ladeinfrastruktur zu Hause 2013 1260 Euro gekostet, bisher 5500 kWh geladen => 23 ct/kWh.

Wird zwar mit jeder Ladung billiger, aber nur, so lange nichts kaputt geht....
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon MaXx.Grr » Sa 21. Jul 2018, 01:13

Priusfahrer hat geschrieben:
Jedenfalls kann unter Umständen die EEG und Stromsteuer reduziert sein oder ganz entfallen.


Ja, da hast Du Recht - EEG-Umlage einfällt für die neue Mobilität, Stromsteuer weiß ich nicht...

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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon zoppotrump » So 22. Jul 2018, 17:52

Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es völlig egal ist, ob sich eine öffentliche Ladesäule im Jahr 2018 rechnet oder nicht.

Warum? Nun, ich schätze, dass wir in Deutschland zwischen dem Jahr 2025 und 2030 allen unseren Strom nach der Energiewende aus erneuerbaren Quellen selbst produzieren. Die Produktion von Strom wäre dann de facto kostenfrei durch Sonne und Wind. Einzig die Anaschaffung und Wartung der Anlagen muss bezahlt werden. Das könnte in Strompreisen um die 2 Cent pro kWh resultieren.

Strompreise werden dann Flatrates, wie beim Handy heute auch. Da gab es früher auch mal Minutenpreise, bevor der Netzausbau gesättigt war.

Somit braucht man dann auch nur noch 1-5 Stromanbieter am Markt und es wird der gewinnen, der die beste Netzabdeckung, also Ladesäulen und/oder das beste Roaming anbieten wird.
Wieder siehe Mobilfunk, wo es de facto nur noch Telekom, Vodafone und Telefonica gibt. Der Rest ist roaming.

Somit wird derjenige Anbieter einen Vorteil haben, der sich jetzt schon die besten Ladesäulenstandorte sichert. Das ist wie die Netzabdeckung am Handy.

Daher können die Säulen heute auch gerne keinen Gewinn abwerfen, denn es ist ein Invest in die Zukunft um seinen Strom vertreiben zu können.
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Re: Business Case AC-Ladesäule

Beitragvon MaXx.Grr » So 22. Jul 2018, 23:05

zoppotrump hat geschrieben:
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es völlig egal ist, ob sich eine öffentliche Ladesäule im Jahr 2018 rechnet oder nicht.

Warum? Nun, ich schätze, dass wir in Deutschland zwischen dem Jahr 2025 und 2030 allen unseren Strom nach der Energiewende aus erneuerbaren Quellen selbst produzieren. Die Produktion von Strom wäre dann de facto kostenfrei durch Sonne und Wind. Einzig die Anaschaffung und Wartung der Anlagen muss bezahlt werden. Das könnte in Strompreisen um die 2 Cent pro kWh resultieren.

Strompreise werden dann Flatrates, wie beim Handy heute auch. Da gab es früher auch mal Minutenpreise, bevor der Netzausbau gesättigt war.

Somit braucht man dann auch nur noch 1-5 Stromanbieter am Markt und es wird der gewinnen, der die beste Netzabdeckung, also Ladesäulen und/oder das beste Roaming anbieten wird.
Wieder siehe Mobilfunk, wo es de facto nur noch Telekom, Vodafone und Telefonica gibt. Der Rest ist roaming.

Somit wird derjenige Anbieter einen Vorteil haben, der sich jetzt schon die besten Ladesäulenstandorte sichert. Das ist wie die Netzabdeckung am Handy.

Daher können die Säulen heute auch gerne keinen Gewinn abwerfen, denn es ist ein Invest in die Zukunft um seinen Strom vertreiben zu können.


Da hast Du recht, das klingt mehr als plausibel... Wer konnte sich denn damals mal vorstellen daß ein Telefonat in die Staaten fast nix mehr kostet als noch die Markstücke im Fernsprecher alle paar Sekunden durchgerasselt sind?

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