Abzocke an den Ladesäulen?

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon TMi3 » Di 22. Aug 2017, 15:58

Wer bitte muss denn in der Stadt DC-Schnellladen? Und ob das kWh jetzt 0.20 oder 0.80 kostet, ist für die Gesamtkostenrechnung eines Autos ja sowieso völlig egal.
Zuletzt geändert von TMi3 am Di 22. Aug 2017, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon graefe » Di 22. Aug 2017, 15:58

TeeKay hat geschrieben:
Jeder der 167 Schnelllader an Hauptverkehrsachsen in Estland kommt auf durchschnittlich 55,6 Ladesessions pro Monat. Die Ladungen dort sind mit sehr fairen Pauschaltarifen bepreist, die zur häufigen Nutzung animieren. Pro Ladesession werden durchschnittlich 11,4kWh abgegeben. Macht für alle 167 zusammen pro Monat 106.000 - und nicht wie von umrath angenommen 90.000 für eine Säule.

In Estland sind etwa 1% aller Autos Elektroautos - also mehr als in Deutschland.

Oh weia! Kann eine Ladestation denn überhaupt ein direktes Geschäftsmodell sein? Mehr als 10-20 Ladungen pro Gerät und Tag sind doch realistisch gar nicht vorstellbar, ohne dass Wartezeiten entstehen. Was ist das Businessmodell von Allego, Fastned und innogy?
Gibt es also nur die Alternative zwischen a) hohen Preisen oder b) staatlicher Subvention oder c) einer Querfinanzierung und Umverteilung durch den Fahrzeugpreis (à la Tesla), damit sich eine Ladesäule trägt?

@umrath: Niemand hat behauptet, dass Elektromobilität günstiger als Verbrennerfahren werden würde. Aber wenn es zu Hause und bei der Arbeit genügend Destination-Lader gibt und die Akkus ausreichend groß sind, wird sich das Problem relativieren.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon kub0815 » Di 22. Aug 2017, 16:02

umrath hat geschrieben:
Das mag für Leute auf dem Lande passen. Die Mehrzahl der Menschen lebt aber heute in der Stadt (da wo der Umstieg auf die Elektromobilität auch am wichtigsten wäre) - und lädt eben nicht zu Hause, weil es nicht geht.


Okay ohne das ich eine eigene Ladesmöglichkeit zuhause hätte oder eine AC Ladesäule in Laufnähe oder an einer stelle wo ich halt warum auch immer mich aufhalte würde ich mir kein Elektroauto kaufen.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon kub0815 » Di 22. Aug 2017, 16:12

graefe hat geschrieben:
[
Oh weia! Kann eine Ladestation denn überhaupt ein direktes Geschäftsmodell sein? Mehr als 10-20 Ladungen pro Gerät und Tag sind doch realistisch gar nicht vorstellbar, ohne dass Wartezeiten entstehen. Was ist das Businessmodell von Allego, Fastned und innogy?


Bei grössren Ladeparks mit vielen Ladepunkten geht das schon. Weil dann die warscheinlichkeit das einer Fertig wird bzw. einer Frei ist klein ist. Es muss aber auch Kunden geben...
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon umrath » Di 22. Aug 2017, 16:21

TMi3 hat geschrieben:
Wer bitte muss denn in der Stadt DC-Schnellladen? Und ob das kWh jetzt 0.20 oder 0.80 kostet, ist für die Gesamtkostenrechnung eines Autos ja sowieso völlig egal.


Jeder, der mit seinem Auto nicht nur in der Stadt rumgurkt.
Und wenn Otto Normalverpester für die Fahrt zu Omma plötzlich doppelt so viel bezahlen soll, wie mit dem Stinke-SUV (und das ist bei 80 Cent/kWh der Fall), dann kauft Otto Normalverpester kein Elektroauto sondern fährt weiter Stinkediesel.

kub0815 hat geschrieben:
umrath hat geschrieben:
Das mag für Leute auf dem Lande passen. Die Mehrzahl der Menschen lebt aber heute in der Stadt (da wo der Umstieg auf die Elektromobilität auch am wichtigsten wäre) - und lädt eben nicht zu Hause, weil es nicht geht.


Okay ohne das ich eine eigene Ladesmöglichkeit zuhause hätte oder eine AC Ladesäule in Laufnähe oder an einer stelle wo ich halt warum auch immer mich aufhalte würde ich mir kein Elektroauto kaufen.


Das würde heißen, die Städter fahren weiter Stinker bis zum Sankt Nimmerleinstag?
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon TMi3 » Di 22. Aug 2017, 16:32

umrath hat geschrieben:
Jeder, der mit seinem Auto nicht nur in der Stadt rumgurkt.
Und wenn Otto Normalverpester für die Fahrt zu Omma plötzlich doppelt so viel bezahlen soll, wie mit dem Stinke-SUV (und das ist bei 80 Cent/kWh der Fall), dann kauft Otto Normalverpester kein Elektroauto sondern fährt weiter Stinkediesel.

In der Stadt, wo das Auto i.d.R. 23h pro Tag rumsteht, kann man es prima AC-Schnarchladen. Und auf dem Autobahnrastplatz darf der DC-Schnelllader dann auch etwas mehr kosten. Und solange Steuern und Abgaben auf Strom (pro kWh) doppelt so hoch sind wie auf Diesel/Benzin (pro kWh), wird sich da auch nicht viel ändern.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon umrath » Di 22. Aug 2017, 16:33

Dann wird sich auch die Einstellung von Otto Normalverpester nicht ändern.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon rotwildc1fs » Di 22. Aug 2017, 16:57

umrath hat geschrieben:
Das mag für Leute auf dem Lande passen. Die Mehrzahl der Menschen lebt aber heute in der Stadt (da wo der Umstieg auf die Elektromobilität auch am wichtigsten wäre) - und lädt eben nicht zu Hause, weil es nicht geht.

+1
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon Tigger » Di 22. Aug 2017, 17:00

umrath hat geschrieben:
Dann wird sich auch die Einstellung von Otto Normalverpester nicht ändern.

Doch, die Einstellung wird sich ändern... Es muss lediglich noch der Umdenkprozess stattfinden, dass E-Autos prinzipiell eher weniger als Langstreckenersatz gedacht sind. Die Kosten für den (Verbrenner)Mietwagen ein-, zweimal im Jahr haben sich dann aber auch recht schnell wieder amortisiert. Oder Bahn und dann Charsharing... Oder x andere Möglichkeiten.

Beispiel:
Meinen Ioniq fahre ich jetzt seit 97 Tagen und 12.488 km. Fahrzeugkosten in EUR/km: 0,25. ;-)
Abschreibedauer: 6 Jahre
Aktueller Strombezug: 1.676 kWh für 409,- € (ja, da ist einige Male Schnorren dabei)
Der Kostenanteil für den Strom sind zur Zeit 0,0328 € / km. Also selbst wenn ich meinen Strom öfter an Schnellladern kaufen müsste würde sich die finanzielle Seite dabei nur unwesentlich schlechter darstellen.

Aber ich bleibe bei meiner These: Wer aktuell auf öffentliches Laden und/oder auf Zwischenladen auf Langstrecke angewiesen ist, der wird mit der E-Mobilität noch nicht glücklich. Und zwar nicht aus Kosten-, sondern aus Zeiteffizienzgründen. Du wirst dem "Otto Normalverpester" nur schwerlich beibringen, warum er ab sofort einen Plan B und idealerweise auch noch einen Plan C bereithalten sollte, nur weil er mal schnell durch die Republik will.
Aber damit schweifen ich dann auch vom Thema ab.
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Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon TeeKay » Di 22. Aug 2017, 17:28

graefe hat geschrieben:
Was ist das Businessmodell von Allego, Fastned und innogy?

Innogy ist schon weitgehend umgestiegen vom Betrieb eigener Säulen hin zum Dienstleistungsgeschäft. Neue eigene Säulen entstehen kaum noch, dafür wird im Auftrag und auf Rechnung anderer gebaut.

Fastned: Keine Ahnung, bei deren Fixkostenblock, den geringen Abständen zwischen den Städten in NL und dem geringen Marktanteil schnellladefähiger BEVs in NL ists unmöglich, profitabel zu werden.

Allego: Sichern sich vergleichsweise kostengünstig gute Standorte, greifen ein Maximum an Fördergeldern ab und kümmern sich dann nicht um die Säulen. Geschäftsmodell basiert vermutlich darauf, dass sie bei größerer Marktdurchdringung von EVs die mit Fördergeldern gesicherten Standorte mit funktionierenden, schnelleren Säulen bestücken und dann Geld verdienen.
Autor wurde von Elon Musks Mutter und Tesla Aufsichtsratsmitglied Antonio J. Gracias bei Twitter blockiert
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