Abzocke an den Ladesäulen?

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon kub0815 » Fr 25. Aug 2017, 08:53

BernhardLeopold hat geschrieben:
Wozu braucht man das ganze Roaming eigentlich?
.

Damit man mit einer Karte überall bezahlen kann. Und nicht nur auf bezahlung von einem Lokalen Stadtfürsten angewiesen ist. Eigentlich wollen wir doch alle das der Bezahlprozess nicht das Tanken verteuert.

BernhardLeopold hat geschrieben:
Wozu braucht man das ganze Roaming eigentlich?
Bei der Tankstelle geht es auch ohne...
.

Stimmt nicht ganz ich kann bei meiner Aral Tankkarte auch bei BP Tanken...solche verbünde gibt es auch bei Tankstellen. Und bei vielen Tankstellen kann man Abends nur noch mit Karte bezahlen.
Effizienzhaus Plus, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3l/100km, nächste Projekte Batteriespeicher
kub0815
 
Beiträge: 1389
Registriert: Do 30. Mär 2017, 13:35

Anzeige

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon geko » Fr 25. Aug 2017, 08:57

Aral und BP ist kein Wunder, denn Aral ist der Markenname von BP in Deutschland ;)

Roaming ist auch nicht automatisch teurer. Mit der Naturstrom Ladekarte oder mit ChargeNow zahle ich weniger als mit NewMotion bei vielen Säulen.
BMW i3 BEV (94Ah) | Tesla Model X100D ab 12/2017
Tesla Model ≡ reserviert | Hyundai KONA reserviert (Sangl #32)
geko
 
Beiträge: 1288
Registriert: Sa 12. Mär 2016, 07:27
Wohnort: München

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon kub0815 » Fr 25. Aug 2017, 09:19

geko hat geschrieben:
Aral und BP ist kein Wunder, denn Aral ist der Markenname von BP in Deutschland ;)

Roaming ist auch nicht automatisch teurer. Mit der Naturstrom Ladekarte oder mit ChargeNow zahle ich weniger als mit NewMotion bei vielen Säulen.



Okay mit Novofleet hätte ich noch ein besseres Beispiel.
Effizienzhaus Plus, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3l/100km, nächste Projekte Batteriespeicher
kub0815
 
Beiträge: 1389
Registriert: Do 30. Mär 2017, 13:35

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon DasLicht » Mo 2. Okt 2017, 03:22

Hallo,

ich habe eure Beiträge aufmerksam verfolgt. Nun bin ich kein Experte auf dem Gebiet, was die technischen Dinge anbelangt in Sachen Elektromobilität, doch vielleicht kann ich Licht ins Dunkel bringen, was die Energiepreise betrifft.

Vor wenigen Jahren habe ich ein kleines EVU gegründet und stehe daher bei Fragen zu Strombezug, Beschaffungskosten etc. gerne zur Verfügung.

Zum Thema:
Eine Kilowattstunde kostet mich im Durchschnitt 3,8 Cent/kWh (netto - der Preis variiert im Viertelstundentakt, doch man kann mit diesem genannten Preis im Mittel rechnen).
Hinzu kommen mehrere hoheitlich veranlasste Abgaben, dazu zählen (für 2017 sowie netto je kWh bis max. 1.000.000 kWh je Ladestation):

Offshore-Umlage: -0,028 Cent
Umlage für abschaltbare Lasten: 0,006 Cent
StromNEV-Umlage: 0,388
KWK-Umlage: 0,438 Cent
EEG-Umlage: 6,88 Cent

Hinzu kommen je nach Netzgebiet Netzentgelte hinzu. Im Folgenden beziehe ich mich auf das Netzgebiet Berlins.
Eine Ladestation zählt zu den sogenannten unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen (keine Leistungspreise in diesem Fall).

Netzentgelt:
1,82 Cent

Messung
Maximumzähler 42,52€/a

Konzessionsabgabe:
0,11 Cent kWh ( wenn mindestens 30.000 kWh im Jahr verbraucht werden und mindestens zweimal 30 KW Leistung gemessen werden, was der Fall sein dürfte. Pro Ladestation sind ja meist mehrere Säulen vorhanden).

Schlussendlich kommt noch die Stromsteuer hinzu: 2,05 Cent je kWh sowie obendrauf die MwSt.

Summa summarum: 18,40216 je kWh - brutto!! exkl. Messung (was je kWh verschwindend gering ist).

Der Haushaltspreis würde in Berlin aktuell bei 25,31606 je kWh Cent liegen (keine Kosten für Vertrieb und Marge inkludiert und unter der Annahme, dass der Grundpreis sowie die Kosten für die Messung über den Grundpreis berechnet werden).

Halten wir also fest, dass der Arbeitspreis für die Kilowattstunde an der Stromtankstelle um ca. 6,6 Cent (brutto) niedriger ist, als der für Haushaltsstrom.

In beiden Fällen waren keine Kosten für Vertrieb und Marge eingerechnet.

Beste Grüße
DasLicht
 
Beiträge: 1
Registriert: Mo 2. Okt 2017, 02:46

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon mfb » Mo 2. Okt 2017, 17:10

kub0815 hat geschrieben:
geko hat geschrieben:
Aral und BP ist kein Wunder, denn Aral ist der Markenname von BP in Deutschland ;)

Roaming ist auch nicht automatisch teurer. Mit der Naturstrom Ladekarte oder mit ChargeNow zahle ich weniger als mit NewMotion bei vielen Säulen.


Okay mit Novofleet hätte ich noch ein besseres Beispiel.


Das stimmt nur halb. Es ist günstiger, da die Provider (z.B. Naturstrom, entega, ChargeNow) das Geschäft heute wohl subventionieren, da die IT-Systeme nicht in der Lage sind, die verlangten Preise der Operator (Stationsbetreiber) 1-zu-1 weiterzureichen. Der Provider ist für die Preise ggü. Endkunden zuständig und bekommt seinerseits vom Operator einen preis in Rechnung gestellt (der höher oder niedriger liegen kann).
Für die Provider fallen zudem Kosten für die Roaming-Plattformen an, welche wie ein Zwischenhändler zwischen Operator und Provider hängen und auch ihre Marge haben wollen. Bei Hubject sieht das Preismodell zum Beispiel so aus: https://www.hubject.com/loesungen/connect/#price
Diese Kosten von ca. 1-2 EUR/Monat & User muss der Provider dann erstmal wieder reinholen (z.B. bei NewMotion über die 0,35 EUR/Ladevorgang oder bei EnBW über die 1 EUR pro Roaming-Ladevorgang) oder eben subventionieren. Das wird aufhören, sobald mehrere hundertausend Ladevorgänge pro Tag laufen.

Im allgemeinen halte ich die Einheitspreise wie jetzt bei EnBW eher für ein Problem, insbesondere wenn nach Zeit abgerechnet wird. An einem Ladepunkt ist immer auch ein Parkplatz inkludiert, welcher in Innenstädten mehr Wert ist, als in Dörfern oder an Flughäfen. Also würde man standortabhängige Zeitpreise benötigen und die kWh dann wie zuhause 26 Ct. oder ähnliches. Solche flexible Preismodell können an den Stationen aber nur schwer angezeigt werden, daher muss man eher weg von RFID-Lösungen hin zu App-Lösungen, da man dort ordentlich Preise und Ladevorgänge darstellen kann. ;)
mfb
 
Beiträge: 11
Registriert: Di 17. Dez 2013, 10:19

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon eDEVIL » Mo 2. Okt 2017, 22:12

mfb hat geschrieben:
Solche flexible Preismodell können an den Stationen aber nur schwer angezeigt werden, daher muss man eher weg von RFID-Lösungen hin zu App-Lösungen, da man dort ordentlich Preise und Ladevorgänge darstellen kann. ;)

Dann bitte mit integriertem WLAN-AP damit man dann auch im Funkloch oder mit Edge klar kommt.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

Umfrage: ZOE Fahrwerk frühzeitige Defekte
Benutzeravatar
eDEVIL
 
Beiträge: 11213
Registriert: Di 2. Jul 2013, 08:10

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon GuidoVR » Fr 20. Okt 2017, 11:50

Hallo

DasLicht hat hier mal sehr aufschlussreich erläutert wie sich der Strompreis zusammensetzt.
Mich würde mal interessieren wann und wo die Umlagen erhoben und der Verbrauch ermittelt wird.
Herstellung - Strombörse - EVU - Kunde.
Hintergrund meiner Frage ist, dass ich wissen möchte ob die Umlagen genauso fällig werden bei Bezug von 1 Stunde Strom?
Oder anders gefragt: Sind die Zeittarife für die Anbieter deshalb so interessant, da diese hier einige Umlagekosten umgehen können?

Gruß Guido
GuidoVR
 
Beiträge: 54
Registriert: So 7. Aug 2016, 10:31
Wohnort: Niedenstein, Nordhessen

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon Tho » Fr 20. Okt 2017, 11:55

Nein, die Zeittarife kommen davon, dass man früher so beraten wurde. "Machen Sie einen Zeittarif, dann bekommen Sie keine Probleme mit Eichamt und Verkauf von Strom usw..." :lol:
Renault Zoe Zen Q210 + Intens R90, S-Pedelec Grace MX,Tesla Model ≡ reserviert
PV, Speicher zu Hause + Bürger Energie Drebach eG http://www.buerger-energie-drebach.de
Wir müssen uns für unseren Wunsch nach Glück nicht rechtfertigen.(Dalai Lama)
Benutzeravatar
Tho
 
Beiträge: 5622
Registriert: Mo 27. Okt 2014, 23:26
Wohnort: Drebach/Erzgebirge

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon AndiH » Fr 20. Okt 2017, 12:38

Alles nur keine variablen Tarife nach Lage, Sonnestand und Wochennummer oder ähnlichem. Wenn ich eine App brauche um festzustellen was es eventuell kosten wird ist der Ladepunkt für mich erledigt. Ein einheitlicher Zeittarif ist die zweitbeste Möglichkeit nach dem einheitlichen kWh Tarif. Die Zeittarife gibt es genau deshalb, weil ansonsten mit vollem Akku oder reduzierter Ladeleistung günstig geparkt wird. Man sollte nie unterschätzen was mache Leute machen um einen günstigen Parkplatz in guter Lage zu belegen.
Seit 02/2016 über 1.200 Liter Diesel NICHT verbrannt...
AndiH
 
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 21:49

Re: Abzocke an den Ladesäulen?

Beitragvon schaggo » Fr 20. Okt 2017, 13:30

Zeittarif wird dann schwierig, wenn das Auto because of whatever reasons an just dieser Säule langsam lädt.

Beispiel: "Alter" i3 mit Schnelllader - sprich gegen Kosten die schnellsmögliche Ladeoption vom Hersteller gekauft - lädt am halbwegs vernünftig dimensionierten 11kW-Ladepunkt trotzdem nur mit 3.7kW, am 22kW-Ladepunkt mit 7.4kW. Bei anderen Modellen und Herstellern ists auch nicht besser, von der Zoe mal abgesehen. Wie soll nun gerechnet werden? Theoretische Kapazität der Säule über der Zeit oder praktisch gezogene Leistung über Zeit? Bei statischer Rechnung wird der i3 Fahrer einer Zoe gegenüber 3 mal schlechter gestellt oder die Zoe 3 mal besser, je nach Sichtweise. Ein anderes Argument wäre, Zoe's blockieren dafür das "Allgemeingut" AC Säulen, weil sie kein DC können und gehören bestraft.

Die Diskussion, wer nun wann wo wie warum diskriminiert wird, der Ladende und Bezahlende oder der Wartende, ist eine heikle und heisse.
Benutzeravatar
schaggo
 
Beiträge: 13
Registriert: Mi 30. Aug 2017, 08:55

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Betreiber, Roaming und Abrechnung

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste