Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Ladezeit oder Leistung

Ladeleistung pro KWh
67
85%
Ladezeit pro Stunde
12
15%
 
Abstimmungen insgesamt : 79

Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon INRAOS » Mi 11. Jan 2017, 23:06

Solarmobil Verein hat geschrieben:

Die Frage ist halt, wofür ich bezahle.
Fürs Laden? Fürs Parken? Für beides?
Fürs Parken bezahlen an einer Autobahnraststätte? Da fällt mir nicht ein, wo ich das jemals mußte.
Und dann ggf. nochmal mehr bezahlen, weil mein Fahrzeug oder gar die Ladesäule nicht die volle Leistung hat?
Das erklär' mal einem, der sich endlich dazu durchgerungen hat, sich für ein E-Auto zu interessieren.

Da wundert es mich ehrlich gesagt nicht, daß noch so viele abwinken und die E-Mobilität für unausgegoren halten.



Wenn es um den schnelllader an der Autobahn geht:

Da ist meine Angst deutlich größer, an der ausgesuchten Ladesäule bei der autobahnraststätte 2 Std zu Stranden, damit jemand mit einem langsamlader endlich fertig wird, als die Angst davor, dort 5 Euro zuviel zu bezahlen.

DAS wäre für mich ein Grund gegen die elektromobilität.


Und das ganze ist in Städten mit einer schlechten lade-Infrastruktur nicht deutlich anders. So sind in unserer Großstadt Paderborn gerade mal 3-4 öffentliche Ladeplätze verfügbar. Wie schnell werden die mal von Dauerladern zugeparkt, wenn Zeit keine Rolle spielt.

Ideal wäre - gerade an Fernstraßen - natürlich wenn mehrere Ladesäulen beisammen stehen. Schnellader mit zeittarif, langsamlader mit kWh Tarif.

Wenn nur nach kWh bezahlt wird , dann wird es immer Leute geben, die überhaupt keinen Grund sehen ihr Fahrzeug schnell von der Säule zu entfernen.

In reinen Wohngebieten spricht nichts gegen langsamere Säulen mit kWh Tarif - wenn denn genügend davon zur Verfügung stehen
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon E-Pinger » Mi 11. Jan 2017, 23:42

@ INRAOS :thumb:
Sehe ich genau so!
Parkhaus, Park & Ride, Laternen parker, ... überall dort machen "langsame" und günstige 3,7kW Ladesäulen richtig Sinn und eine Abrechnung nach kW wäre am fairsten. Vorausgesetzt es sind auch genügend.
Alles andere nur mit Zeittarif, sonst sind die Plätze unnötig lange blockiert und ein zweiter kann erst nicht laden.

Wenn irgend wann in ferner Zukunft mal mehr als genügend Ladesäulen zur Verfügung stehen, ist es vielleicht nicht mehr notwendig die Ladesäule frei zu räumen. Aber bis dahin ....
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon p.hase » Do 12. Jan 2017, 09:36

3fachlader müssten erkennen wenn jemand schnarchen will oder wenn der akku anfängt zu schnarchen, von selbst abbrechen und entriegeln für den nächsten fahrer. das ist keine raumfahrttechnik und wird ganz simpel über die ladeleistung gesteuert.

beispiele gefällig? deutsches phev steckt ein und will mit 3kW und des herstellers karte laden weil die eh nix kostet: display sagt "such dir ne andere möglichkeit, (hat ja benzin)!" anderes beispiel: japanisches bev nuckelt seit 30 minuten und lädt nur noch mit 5kW: display sagt "hau ab, sonst wirds teuer, bringt dir eh kaum noch was!".
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon tango » Do 12. Jan 2017, 09:44

müsste - hätte - Fahrradkette!

Das ist mal leider nicht ganz so einfach. Zwar gäbe es bei einer Typ-2-Verbindung mit eingestecktem Kabel die Möglichkeit, dass die Wallbox die Verriegelung an der Säule löst. Nach meiner Kenntnis wird das aber bisher an keiner Ladestation so gemacht.

Die Box kann aber das Kabel nicht am Auto lösen. Wenn ich also ein fest angeschlagenes Kabel im Auto stecken habe, dann kann es nur der Fahrer lösen.
Gruß

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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon p.hase » Do 12. Jan 2017, 09:53

reden wir nur über die 3fachlader und AC! wenns nur ums stecker lösen geht... findet sich bestimmt eine lösung. der 3fachlader muss dem auto ein auswurfsignal geben, also den zapfen öffnen der verriegelt, weil er ja entweder nicht starten will oder entschieden hat daß die ladeleistung zu sehr in die knie gegangen ist.
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Karlsson » Fr 13. Jan 2017, 08:25

Auch wenn das Kabel los ist, steht der Wagen noch im Weg. Klingt für mich nicht nach DER Lösung.
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Schrauber601 » Fr 13. Jan 2017, 11:15

Was ist denn wahrscheinlicher:

A: Ein PHEV mit AC 3.6kW Lader verirrt sich an eine Schnellladesäule und lädt dort stundenlang zu einem erhöhten kWh Preis.
B: Ein nicht-ladendens Fahrzeug (allgemein) versperrt einen Schnelllader.

Hilft eine minuten-basierte Abrechnung der Zeit also den Schnelllader zuverlässig frei zu halten?

Langsam werde ich zunehmend genervt von all der Pseudo-Argumentation "pro Zeittarif"! Wir wollen eigentlich alle an einem Schnelllader möglichst ohne Verzögerung laden können. PHEVs sind an Raststätten sicher nicht das Problem - wenn man als Service noch Parkplätze mit kostenlosen 3.6kW/4.7kW Anschlüssen zur Verfügung stellt, sind alle glücklich. Schnelllader sollten erst gar nicht als Parkplatz wahrgenommen werden, was durch bauliche Veränderung erreichbar wäre (Beispiel FastNed).

Statt immer davon auszugehen, das man sich die Lader gegenseitig zustellt, wäre es dringend an der Zeit, sich für eine transparente + faire Abrechnung stark zu machen. Ich weiß sonst nicht, wie ich jemanden zu einem BEV (außer Tesla) raten soll - erkläre ich so Jemanden die ganzen Bezahl-RFID, App und Ladegeschichten vergraule ich ihn nachhaltig!

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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon tango » Fr 13. Jan 2017, 13:49

So, heute hat Tesla die Preise für die zukünftige SuperCharger-Nutzung bekanntgegeben. Viele Länder haben einen eigenen Tarif und - oh Wunder - es gibt genau zwei Länder, die Strom nach Zeit verkaufen: Deutschland und Polen!

In der Eurozone gibt es Preise von
  • 0,20 €/kWh Finland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Slowakei
  • 0,21 €/kWh Slowenien
  • 0,23 €/kWh Österreich, Belgien
  • 0,24 €/kWh Spanien
  • 0,25 €/kWh Italien

Dazu kommen dann noch Kroatien, Tschechien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Schweiz und Großbritannien, die vor allem wegen der jeweiligen Landeswährung eigene kWh-Preise haben. Die habe ich jetzt noch nicht gegengerechnet.

Für Deutschland gibt es zwei Leistungszonen (Tier's) . unterhalb von 60 kW Leistung kostet die Minute 0,17 €, darüber kostet sie 0,34 €.
Da die Ladekurven der Fahrzeuge weitgehend bekannt sind, habe ich eine Verrechnung einer konkreten Ladekurve über 46 Minuten und eine geladenen Energie von 59,4 kWh minutengenau angestellt. Am Ende dieser Ladung wären wohl knapp 13 Euro zu zahlen gewesen, was einen mittleren Strompreis von 0,22 €/kWh ausmacht.

Es geht nicht ganz klar hervor, ob die Preise brutto oder netto sind. Ich gehe mal von brutto aus. Damit sind sie als äußerst günstig und fair einzuschätzen.

Da Tesla damit nicht im Verdacht der Beutelschneiderei steht und ganz offensichtlich auch nicht die Leute von der Ladesäule vertreiben möchte, muss der Grund für dieses Vorgehen wohl regulatorischer Natur sein. Offenbar kann man aus gesetzlichen Gründen Strom nicht einfach als das verkaufen, was es ist, sondern muss den häßlichen Umweg über die Zeit nehmen.
Gruß

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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon SaschaG » Fr 13. Jan 2017, 16:35

Zumindest wird dann in Deutschland keiner länger als notwendig am Supercharger stehen. Hat Tesla quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon tango » Fr 13. Jan 2017, 17:57

Also ich hatte vergessen zu erwähnen, dass es in allen Ländern dann noch einen zweiten (bzw. in D und PL dritten) Tarif gibt:

Parkgebühr 0,35 Euro/Minute
Damit ist das reine Parken noch etwas teuer, als Laden mit 120 kW. Das finde ich ziemlich in Ordnung.

Die Preise waren übrigens inkl. MwSt. und sind somit fast atemberaubend günstig.
Gruß

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