Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Ladezeit oder Leistung

Ladeleistung pro KWh
67
85%
Ladezeit pro Stunde
12
15%
 
Abstimmungen insgesamt : 79

Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Karlsson » Mi 11. Jan 2017, 17:26

EV Fahrer hat geschrieben:
Was ist eure Meinung, sollte man pro KWh Ladeleistung abrechnen oder nach Ladezeit.

Du hast die richtige Antwort leider nicht zugelassen - beides. Der Zeitanteil ist nötig, um die Dauerblockierer zum Freimachen zu motivieren. Aber eine reine Abrechnung nach Zeit wäre entweder bei Langsamladern krass teuer oder bei schnell ladenden Fahrzeugen nicht kostendeckend.
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Beitragvon georgij » Mi 11. Jan 2017, 17:47

Ich fass mal die Argumente der Pro-Zeittarif-Fraktion zusammen:

1) Nur mit vorgeheizter Batterie nutzbar
Also komm ja nicht mit kalter Batterie zur Ladesäule. Sonst gibts zur Strafe höhere Kosten. Du kannst ja schließlich auch ein paar Runden davor drehen und deine Batterie aufwärmen.

2) Nur bis 80% aufladbar
Hast du 80% erreich mach dich vom Acker. Aber zack zack. Sonst gibts zur Strafe höhere Kosten. Man kann ja schließlich auf 20% seiner Batterie problemlos verzichten, bei heutigen Kapazitäten.

3) Für Langsam-Lader verboten
Denk gar nicht dran mit deinem mittelmäßig befähigten Fahrzeug hier zu erscheinen. Wenn du gar nur langsam laden kannst, kannst du die Zeit gleich nutzen um bei der Bank einen Kredit zu beantragen, so teuer wirds.

4) Die Säule war teuer
Diese Kosten werden jetzt auf dich umgewälzt. Was hast du denn erwartet. Also halt dich brav an 1) bis 3) so das
yadiori hat geschrieben:
Ladesäulen möglichst kurz belegt werden, daher also insgesamt weniger Ladesäulen benötigt werden und somit weniger investiert werden muss.
Toll!

:D
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Vanellus » Mi 11. Jan 2017, 17:55

Solarmobil Verein hat geschrieben:
Die Frage ist halt, wofür ich bezahle.
Fürs Laden? Fürs Parken? Für beides?
Fürs Parken bezahlen an einer Autobahnraststätte? Da fällt mir nicht ein, wo ich das jemals mußte.
Und dann ggf. nochmal mehr bezahlen, weil mein Fahrzeug oder gar die Ladesäule nicht die volle Leistung hat?
Das erklär' mal einem, der sich endlich dazu durchgerungen hat, sich für ein E-Auto zu interessieren.


Für beides, kWh und Zeit sollte man zahlen, von Destination Chargern mal abgesehen. Mit einer deutlichen Zeitkomponente. Es ist doch auch im Interesse der Ladesäulenbetreiber, Umsatz und Gewinn zu machen. Und das geht nur, wenn der Ladeplatz wieder frei wird. Das ist auch im Interesse des Ladewilligen, der hofft, dass ein Ladeplatz für ihn frei wird. Und nur wenn er Aussicht auf Umsatz und Gewinn hat, wird der Betreiber weitere Ladesäulen aufstellen. Autos, die mit dem Strohhalm Strom aus der 43 kW-AC-Säulen tröpfeln lassen und dabei nur die kWh bezahlen, motivieren ihn jedenfalls nicht.
Du zahlst dabei auf Autobahnraststätten keine Parkgebühr, sondern eine Gebühr für die Nutzung des Ladeplatzes.
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Heesi » Mi 11. Jan 2017, 18:20

Die Politik will E-Autos auf die Strasse bekommen!!??
Also braucht es Infrastrucktur.
Und die nicht mit "wie lade ich, wie zahle ich, was kostet es, wo ist die nächste"
Wie schon gesagt worden ist:
Leicht zu finden in ausreichender Menge und ohne komplizierte Preisstruktur.
Dann ist es auch egal ob einer mal ne Säule zuparkt.
Sonst wird es nichts mit E-Mobilität.
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Wochenendhaus CEE 16A blau und bald CEE 32A rot
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon tango » Mi 11. Jan 2017, 18:27

Wenn wir von einfach reden und dann diesen ganzen Quatsch hier diskutieren und uns den Kopf über das Geschäftsmodell von EnBW, RWE und CO machen, dann haben wir eben zwei völlig verschiedene Modelle im Kopf.

Einfach ist das, was Elon Musk gemacht hat:
  • klasse Autos bauen, die VIEL mehr liefern, als (zumindest anfangs) zu erwarten war
  • in diese Autos Ladesysteme seienmäßig einbauen, die mit 11 kW und bis runter auf die Haushaltssteckdose aufladen können. Gegen Aufpreis 22/16 kW AC und ChaDeMo 50 kW möglich. Was für ein Paradies
  • die Welt mit SuperChargern zupflastern, die nicht nur ein Augenschmaus im Gegensatz zu diesen einarmigen Banditen sind, über die wir uns hier unterhalten. Sie sind auch noch idiotensicher und selbst für meinen 84-jährigen Vater zu bedienen.
  • die SuperCharger auch noch für eine erhebliche Zeit völlig kostenlos anzubieten. Kein Hick-Hack und klein-klein mit irgendwelchen albernenen Karten, die gehen oder auch nicht gehen, kein knöpfchendrücken. So einfach ist einfach.
  • und als man dann gemerkt hat, dass das etwas ausufert und der Missbrauch doch die Schmerzschwelle überschritten hat, hat man zwei einfache Gegenmaßnahmen ergriffen: ab demnächst kostet sowohl der Strom, der über einen Inklusivvolumen hinausgeht, wie auch das nichtladende Belegen eines Stalls etwas.

Und unsere Pfennigsdreher (die drehen den Kupferpfennig solange ein Draht draus geworden ist) machen sich solche Sorgen wie sie den Laden in Schwung bringen? Warum geht nicht die Bundesregierung hin und stellt in den Haushalt des Ladesäulenrollouts auch noch 50 Millionen für den Strom bereit, der verschenkt wird. Das wären grob gerechnet 20.000 km für 70.000 Autos. Beim derzeitigen Tempo des Marktstartes reicht das bis zum Jahr 2025 ;-)
Oder die Energiekonzerne schmeißen mal zusammen, die wollen ja zukünftig Kunden haben. Wenn sich dieses kleine californische Startup das leisten kann, warum dann nicht die Energieversorger. Eine brutale Charmeoffensive. Solange, bis die ganze Handhabung klar ist, der Backbone, die Wartung. Und bis die Kunden so richtig angefixt sind.

Ok, ich werde bei denen nicht betteln gehen. Bei der Regierung nicht und bei den Energieversorgern schon zweimal nicht. Ich bin die letzten Jahre schon ganz gut durchgekommen. Ich werde es gerne nutzen, wenn es Spaß macht. Und ich werde es so wenig wie möglic hnutzen, wenn es mich ärgert. Im Moment ekelt es mich an.
Gruß

tango

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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Ladesaeule » Mi 11. Jan 2017, 21:05

tango hat geschrieben:
Da schütte mal nicht das Kind mit dem Bade aus. Sehr vielen hier im Forum ist es so gegangen, dass sie das Auto mit großer Ankündigung als Zweitwagen "für die Frau" angeschafft haben und anschließend gab es Streit, wer das Auto fahren darf. Geh mal davon aus, dass Du nach kurzer Zeit nicht mehr anders verreisen möchtest.

Das gibt keinen Streit - das ist eindeutig. Ich habe mich allerdings angemeldet zum Fahrzeugtausch, falls es zu Fahrverboten in Innenstädten kommen sollte und ich meine Kunden sonst nicht erreiche.
Wohnwagentouren und auch den Skiurlaub (900km) sehe ich da allerdings nicht realistisch machbar. Die Zoe kann halt nur mit 22KW laden - da fehlt dann der Schnellader.
Den Rest wollen wir tatsächlich so viel möglich elektrisch fahren.

tango hat geschrieben:
Und Laden tut ja nur bedingt weh. Wenn ich mir als Vielfahrer anschaue, wie oft ich länger als 250-300 km ohne längere Unterbrechung (Arbeitstag, Nacht) unterwegs bin, dann sind das wenige Tage im Jahr. Immer wenn das Auto länger steht, ist die Ladeleistung egal, da reicht auch die Haushaltsteckdose völlig aus.

Das ist soweit klar - mir ist auch klar, dass die von mir genannten Fälle extreme Einzelfälle sind. Aber gerade als Neuling macht man sich auch über solche Fälle Gedanken und wenn man hier dann liest, dass (überspitz gesagt) am besten jeder der bereits 5 Minuten mit dem Laden fertig ist, abgeschleppt werden soll, ist das eher abschreckend für die E-Mobiltät und fördert nicht unbedingt den Absatz.

Die Unterscheidung zwischen Destination Lader und Reiselader ist ja ganz nett, aber wohl eher Zukunftsmusik. An der Autobahn ist die Sache ja noch eindeutig aber in der Stadt? Wenn ich mir das Stromtankstellenverzeichnis hier anschaue, ist der jetzige Stand doch wohl eher, dass die Städte eifrig mit 22KW Ladern zugepflastert werden (na gut - nicht gerade zugepflastert ;) - schön wär's). 3,5KW Schnarchlader, an denen man auch mal den ganzen Tag nuckeln kann, gibt es kaum. Also bleibt nur die 22KW Säule an der die ZOE nach 1,5Std. fertig geladen hat. Der E-Golf Fahrer darf dann aber ohne Schelte und ohne Parkaufschlag 4 Std. dort stehen - finde ich irgendwie ein wenig komisch.

Letztenendes steht und fällt alles mit der Anzahl der Ladesäulen. Sind an der 22KW Säule auch noch ein paar Schuko's ist das gar kein Problem, die Park-/Ladezeit an der 22KW Säule auf 2 Std. (oder bis voll) zu begrenzen. Will man länger bleiben kann man ja die Schnarchlader nehmen. Aber es werden innerstädtisch eben "nur" 22kW aufgestellt und diese Lader sind meistens eben nicht vor dem Haus, in dem man sich gerade aufhält und der Parkplatz 10m weiter ist auch nicht frei, um mal eben schnell umzuparken. U.U. ist gar kein Parkplatz mehr frei - freie Parkplätze gab's zuletzt vor 2Std. als der Ladevorgang begonnen hat...

tango hat geschrieben:
Wenn das ein häufigerer Fall würde, dann werden sich bald Dienste entwickeln, die einem das Auto vor dem Flughalle abnehmen, das Auto Laden, vielleicht sogar reinigen, versorgen und einen wieder abholen. Aber das liegt bei den meisten Anwendern sicherlich unter einem Promille der Nutzungsszenarien.

Die Dienste gibt's ja schon - muss halt um das Laden erweitert werden - sollte kein Problem sein.
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon tango » Mi 11. Jan 2017, 21:40

Ja, wir Deutschen haben immer den Hang, die Welt vom Problem und vom Einzelfall her anzuschauen. Deshalb fahren vielleicht auch so viele Leute diese Vorstadt-Panzer: Allrad, Bodenwanne, vielleicht noch Seilwinde. Es könnte ja sein, dass man einmal in 10 Jahren ne feuchte Wiese hochfahren muss, wo man auch wunderbar mit Wanderstiefeln laufen könnte :lol:

Aber im Ernst: das ist alles nicht sooo schwierig und es entwickelt sich eigentlich schon ganz gut. An den Autobahnrastplätzen hat seither viel gefehlt und in etlichen Städten auch. Aber woran es in Deutschlang gar nicht mangelt, dass sind Schukosteckdosen. Die meisten Installationen sind so gut, dass man da auch mal 10 Stunden sein Auto dran laden kann. Was vielleicht fehlt ist etwas Übung, jemanden danach zu fragen. Kann man aber lernen.

Hier geht es aber weniger ums improvisieren, sondern mehr um Ladesäulen mit hoher Ladeleistung und deren Bezahlmodelle.
Gruß

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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon mweisEl » Mi 11. Jan 2017, 22:36

Ladesaeule hat geschrieben:
Sind an der 22KW Säule auch noch ein paar Schuko's ist das gar kein Problem

Nein diese 22kW/Schuko Kombi bringt normalerweise nichts, denn eine Stromentnahme an den Schukos blockiert i.Allg. den 22 kW-Anschluss.


tango hat geschrieben:
Die meisten Installationen sind so gut, dass man da auch mal 10 Stunden sein Auto dran laden kann. Was vielleicht fehlt ist etwas Übung, jemanden danach zu fragen

Dann geh Du schön auf die Suche nach privaten 10A-Schukodosen - das habe ich schon vor 25 Jahren auch gemacht. Zum Weiterkommen benötige ich heute aber 16A, von Schuko wäre das fast schon kriminiell :arrow: der Typ 2-Anschluss ist nötig (CEE würde auch gehen, klar).
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon AndiH » Mi 11. Jan 2017, 23:18

Die Diskussion ist völlig unötig. Der eigentliche Grund für das gemecker sind die hohen Kosten. Kein vernünftiger Mensch hätte etwas gegen einen Tarif von sagen wir 5 Euro/Std. am DC Schnelllader. Genauso würde keiner diesen Zeittarif gegen einen 1,50 Euro /kWh Tarif tauschen wollen außer er will den Lader als Parkplatz nutzen. Das einzige was die Tarifmodelle unterscheidet ist welche Kröte zu schlucken ist. Beim kWh Tarif das Mißbrauchspotential "lange Belegung" und beim Zeittarif die Kostenschwankung nach Ladeleistung.

Wenn die Anbieter einen Zeittarif machen der beim optimalen Ladeauto nicht unter deren EK pro kWh ist, dann ist das auch für weniger optimale Lader welche die Mehrheit stellen kein echtes Problem. Wenn stattdessen ein kWh Tarif gemacht wird und der Stellplatz ist nicht so übel das man nicht tot überm Zaun hängen will muss man mit "Blockierern" rechnen aus welchen Gründen auch immer, schlicht weil es nichts zusätzlich kostet.


Deshalb meine Meinung

Am DC oder "Durchgangslader" (schneller AC) fairer Zeittarif, am Destination Lader kWh Tarif, geringer Zeitaufpreis oder von mir aus auch Strom ohne Aufpreis zur Parkgebühr.

Alles andere wird in größerem Maßstab nicht funktionieren

Gruß

Andi
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Re: Abrechnung von Ladesäulen - Ladezeit vs. Ladeleistung

Beitragvon Helfried » Mi 11. Jan 2017, 23:24

AndiH hat geschrieben:
Die Diskussion ist völlig unnnötig.
Deshalb meine Meinung


Es wurde halt schon alles gesagt.
Nur nicht von jedem. :roll:
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