Winterkorns - Batteriepläne

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon lophiomys » Fr 14. Feb 2014, 11:58

Mein Gott, die armen Autobauer. Die bauen sonst auch gerne Teile ein, die Werkstattaufenthalte nach berechneter Zeit erzwingen. Die Akkus sind mMn so teuer, a) weil die Autobauer es nicht können/nicht wollen und b) weil es durchgeht.

Auch mit sub-optimalen Akkus, Austauschsystemen und koordinierter Wiederverwertung im Rahmen eines Mietmodells ließe sich hier durchaus erfolgreich wirtschaften. Das wäre kein technisches Kunststück, sondern Organisation. Dabei muss auch der Preis für den Akku, bzw. dessen Miete, wesentlich nach unten korrigiert werden, besonders in Anbetracht der relativ geringen garantierten Mindestreichweite.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Fr 14. Feb 2014, 13:23

PowerTower hat geschrieben:
Ein Tesla Model S kriegt man praktisch nicht unter 20 kWh / 100 km, während leichte Elektrofahrzeuge sich mit 12-13 kWh / 100 km zufrieden geben.

Das ist aber ein S-Klasse zu Smart Vergleich. Das hinkt allein schon von der Größe. Ein kleines Auto mit großer Reichweite würde ja weniger wiegen als ein Tesla S.


Wenn Stromkosten + Batteriekosten + Batteriegewicht egal wären, dann wäre das auch überhaupt kein Problem, aber aus heutiger Sicht sind das eben drei wichtige Faktoren die verhindern, dass ein Elektroauto mit 300 km Reichweite für Ottonormal bezahlbar ist.

Der Leaf geht bei 29 los. Für 5000 könnte man den Akku verdoppeln. Das ist immer noch billiger als ein i3 und da hättest Du die 300km Reichweite.
Für Otto Normalverbraucher ist der Leaf auch mit 29 schon nichts. Die Kassiererin vom Aldi braucht da nicht drüber nachdenken.



Ich kann verstehen, dass sich viele einen Leaf mit doppelter Kapazität wünschen. Die Reichweite wird aber durch die zusätzliche Masse von etwa 250 kg nicht verdoppelt. Und dass dieses Auto dann gleich nochmal 5-10.000 Euro teurer wird, scheint irgendwie ausgeblendet zu werden. Ja, ich wünsch mir auch viel Reichweite, aber auf keinen Fall würde ich dafür einen 500 kg schweren Akku für 20.000 Euro einbauen. Hier werden einfach neue Akkutechnologien benötigt, mit denen sowas sinnvoll umsetzbar ist, also halbes Gewicht und halber Preis. Mit den heute verfügbaren Akkus ist es das jedenfalls nicht. Der Sekisui Akku könnte zeitnah Abhilfe schaffen, alles andere klingt derzeit noch nach vielen Jahren Forschung.[/quote]

Ich kann verstehen, dass sich viele einen Leaf mit doppelter Kapazität wünschen. Die Reichweite wird aber durch die zusätzliche Masse von etwa 250 kg nicht verdoppelt.

Ich behaupte das Gegenteil. Und zwar weil der Sockel von 30km Restreichweite bleiben muss.
Und das ist beim doppelten Akku halt ein kleinerer Anteil.
Klar geht der Verbrauch durch das Gewicht etwas hoch, aber die Praxisreichweite wird schon das doppelte der heutigen betragen.
Dazu weniger Probleme mit Kälte und weniger Akkuverschleiß durch geringere Belastung.


Und dass dieses Auto dann gleich nochmal 5-10.000 Euro teurer wird, scheint irgendwie ausgeblendet zu werden.

5000, die gut angelegt sind. Weil ohne brauch ich über den als Erstwagen ohne RE gar nicht erst nachdenken.

Ja, ich wünsch mir auch viel Reichweite, aber auf keinen Fall würde ich dafür einen 500 kg schweren Akku für 20.000 Euro einbauen. Hier werden einfach neue Akkutechnologien benötigt, mit denen sowas sinnvoll umsetzbar ist, also halbes Gewicht und halber Preis.

Träumen kannst Du ja. Aber wenn ich den Tesla S bezahlen könnte, wäre das meiner. Funktioniert mit heutiger Technik.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon PowerTower » Sa 15. Feb 2014, 18:52

Karlsson hat geschrieben:
PowerTower hat geschrieben:
Ein Tesla Model S kriegt man praktisch nicht unter 20 kWh / 100 km, während leichte Elektrofahrzeuge sich mit 12-13 kWh / 100 km zufrieden geben.

Das ist aber ein S-Klasse zu Smart Vergleich. Das hinkt allein schon von der Größe. Ein kleines Auto mit großer Reichweite würde ja weniger wiegen als ein Tesla S.

Theoretisch schon, nur praktisch kann man eben kein kleines Auto mit großer Reichweite bauen, weil es dafür heutzutage keine Akkutechnik gibt mit der das möglich wäre.

Karlsson hat geschrieben:
PowerTower hat geschrieben:
Ich kann verstehen, dass sich viele einen Leaf mit doppelter Kapazität wünschen. Die Reichweite wird aber durch die zusätzliche Masse von etwa 250 kg nicht verdoppelt.

Ich behaupte das Gegenteil. Und zwar weil der Sockel von 30km Restreichweite bleiben muss.
Und das ist beim doppelten Akku halt ein kleinerer Anteil.

Das ist so nicht richtig. Es muss eine prozentuale Restkapazität übrig bleiben. Wenn man diese Restkapazität mit 10% annimmt, dann wären das bei einem 24 kWh Akku 2,4 kWh und bei einem 48 kWh eben 4,8 kWh, die nicht genutzt werden könnten.

Karlsson hat geschrieben:
Dazu weniger Probleme mit Kälte und weniger Akkuverschleiß durch geringere Belastung.

Das ist zugegeben ein großer Vorteil, der aber unabhängig von der eingesetzten Akkutechnologie besteht.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Mo 17. Feb 2014, 13:34

PowerTower hat geschrieben:
Theoretisch schon, nur praktisch kann man eben kein kleines Auto mit großer Reichweite bauen, weil es dafür heutzutage keine Akkutechnik gibt mit der das möglich wäre.

Der Projektleiter vom E-Up sagte mir vor 1,5 Wochen, dass es kein Problem wäre, in den Golf mit der heutigen Akkutechnik 300km Reichweite zu bauen, ohne dass der Nutzwert weg wäre.
Der wird es wohl beurteilen können.
Wenn ich mir den kleinen Akku vom E-Up ansehe, denke ich auch, dass man in dem Auto mit kleinen Abstrichen beim Platz den doppelten Akku unterbringen könnte.Das Problem ist in erster Linie der Preis.
Und der Up ist ja nun der kleinste. Auch ein Polo ist noch ein Kleinwagen.

PowerTower hat geschrieben:
Das ist so nicht richtig. Es muss eine prozentuale Restkapazität übrig bleiben. Wenn man diese Restkapazität mit 10% annimmt, dann wären das bei einem 24 kWh Akku 2,4 kWh und bei einem 48 kWh eben 4,8 kWh, die nicht genutzt werden könnten.

Stimmt so auch nicht.
Es bleiben zb 10% Restkapazität aus technischen Gründen im Akku - das ist richtig, da macht das BMS dann zu. Und dann noch 30km oben drauf als Sicherheitsreserve.
Beim doppelten Akku ist auch die zur Verfügung stehende Energiemenge doppelt so groß, auch wenn 10% jetzt bedeutet, dass doppelt so viel Kapazität nicht genutzt wird.
Aber die 90% nutzbare Kapazität hat sich ja auch verdoppelt. Und von dem, was oben drauf gekommen ist, müssen nicht noch mal 30km Reservesockel abgezogen werden.

PowerTower hat geschrieben:
Das ist zugegeben ein großer Vorteil, der aber unabhängig von der eingesetzten Akkutechnologie besteht.

Denke nicht, da die verschiedenen Chemien doch auch unterschiedlich stark auf Kälte reagieren.
Bei Redox-Flow wäre es zb auch egal, da sind Leistung und Kapazität ja vollkommen getrennt.
Bei den heute üblichen Zellen wirst Du im Allgemeinen aber wohl recht haben.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon PowerTower » Di 18. Feb 2014, 13:14

Der zweite Punkt ist herstellerabhängig. Wenn ich mich als Autohersteller auf 10% Restkapazität festlege, dann sagt das BMS eben bei 90%, dass Feierabend ist. Da brauch ich nicht noch irgendeine Sicherheitsreserve einplanen. Das macht eben jeder Hersteller anders. Ich kann meine Akkus bis 0% fahren wenn ich das will (also echte 100% SOC nutzen, keine berechneten 100% auf Basis irgendwelcher Sicherheitsreserven). Aber der gesunde Menschenverstand sagt an dieser Stelle, tu's nicht.
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Re: AW: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Di 18. Feb 2014, 14:54

Bei doppeltem Akku ist die Nutzbare Energie auch doppelt, wie Du es auch drehst und wendest.
Wenn Du nur 90% nutzt, sind es dann halt 2x 90%.

Sagen wir 24kwh, davon 20 nutzbar.
Macht bei 16 kWh/100km dann 125km.
Lassen wir 25 Reserve, also 100 km Wohlfühlbereich.
Mit doppeltem Akku brauchen wir nun 17kwh/100km wegen mehr Gewicht, haben aber 40 kWh zur Verfügung.
Also leer nach 235 km. Wieder 25km Reserve - macht 210km Wohlfühlbereich.
Also 210% Wohlfühlbereich bei 200% Akku.

Und jetzt kommt der Winter.
Kaltstart und 20min volle Pulle heizen mit 5kW - 1,66kwh.
Da sind 8,3% von 20kwh weg, aber eben nur 4,2% von 40kwh.

Also nach 30km stehen noch 13,54 vs 33,24kWh zur Verfügung.

Mit Heizung fahren wir jetzt mit 17 vs 18kWh/100 km weiter.

Die letzten 25km sollen wieder Reserve bleiben - wir haben im Winter nämlich erst recht keinen Bock, liegen zu bleiben.
Dann schafft der kleine Akku 84,6km und der große 189,7.
Macht 224% Wohlfühlbereich mit 200% Akku.

Also wir brauchen MEHR AKKU!
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