Winterkorns - Batteriepläne

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Fr 24. Jan 2014, 16:05

Karlsson hat geschrieben:
Bei 250€ und 5000 Vollzyklen wären es 5 Cent/kwh reine Speicherkosten.
Ich habe aber eher vom 4 fachen Preis für kommerzielle Lösungen gelesen.


Leclanché zum Bsp. produziert stationäre Speicher in der Größenordnung von bis zu 500 kWh Speicherleistung pro 40 Fuß Container (beliebig multiplizierbar). Für die Zyklenfestigkeit gibt der Hersteller 15.000 Zyklen (Li-NCO-Titanat) an. Spitzenleistung ist dann bis 2 c. Ich habe versucht dafür einen Preis herauszufinden, aber Leclanché macht es schwierig, da ich aus Neugierde frage und nicht potentieller Kunde bin. Wenn man aber bedenkt, dass die Produktion in Willstätt vollautomatisch ist und im großindustriellen Maßstab durchgeführt wird, gehe ich einmal davon aus, dass der Wert pro gespeicherte kWh sich dem Markt nähert.

Mit der Inbetriebnahme von Willstätt signalisiert zudem die Firma, dass sie an den Erfolg glaubt. Ob es letztendlich so kommt, ist sicherlich noch ungewiss. Doch die Alternative für die notwendige, genügend große Speicherung von Sonnen- und Windstrom, läßt fast keine andere Wahl zu, als den Einsatz von Batteriespeichern. Schon heute gibt es ein Speicher Problem, das mit Abschalten der Windrädern gelöst wird, wie wird es dann erst in 10 Jahren sein?

Sicherlich - und da hast Du schon eine Reihe von technischen Hürden genannt - ist das Ganze noch im Stadium von Pilotprojekten. Selbst als Laie kann ich das gut nachvollziehen. Wenn es jedoch nicht die Batteriespeicher sein werden, was dann? Weiter und mehr abschalten? Dann wird die steigende Produktion von Wind- und Sonnenstrom auf große Hindernisse stoßen. Den anders als bei einem konventionellen Gasturbinenkraftwerk, läßt sich Höhe und Dauer der Produktion, nicht zeitlich dem Bedarf zuordnen, sondern es kommt viel Strom dann, wenn der Wind kräftig bläst und die Sonne einmal ohne Wolken scheint.

Naja, wir können, so glaube ich, auch hier nur die Entwicklung abwarten.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Jan 2014, 20:20

dkt hat geschrieben:
Schon heute gibt es ein Speicher Problem, das mit Abschalten der Windrädern gelöst wird, wie wird es dann erst in 10 Jahren sein?

Ich glaube in 10 Jahren haben wir mehrere stabilisierende Maßnahmen. Zb steuerbare Großverbraucher. Das funktioniert zB mit Kühlhäusern, die bei Überschuß ein paar Grad weiter runter kühlen und bei Flaute dann auch einige Zeit ohne Kühlung auskommen.In der DDR wurde das auch schon bei Stahlwalzwerken genutzt, die dann temporär langsamer liefen, um das Netz zu stabilisieren.
Dann haben wir hoffentlich Hochspannungsgleichstromübertragung und können den erzeugten Strom besser im Land verteilen. Also zB Überschuss aus Norddeutschland nach Norwegen oder in die Alpen zu Stauseen leiten.
In modernen Schwungradspeichern lässt sich ziemlich viel Energie speichern und es lassen sich vor allem auch hohe Leistungen aufnehmen und abgeben.
Alte Bergwerke will man künftig als Pumpspeicherwerke nutzen. Die Ladeleistung von E-Autos könnte um einige Prozent reduziert oder gesteigert werden (kriegt der Benutzer nicht so mit bei 15%).
Und quasi unbegrenzt Strom loswerden kann man in Windgas.

dkt hat geschrieben:
Wenn man aber bedenkt, dass die Produktion in Willstätt vollautomatisch ist und im großindustriellen Maßstab durchgeführt wird, gehe ich einmal davon aus, dass der Wert pro gespeicherte kWh sich dem Markt nähert.

Kann eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. Also das kommt.
Bei neuen Häusern ist ein Speicherakku schon oft dabei. Ich meine aber weil es Förderungen gibt.

dkt hat geschrieben:
Wenn es jedoch nicht die Batteriespeicher sein werden, was dann?

Gaskraftwerke.
Akkus sind ja schön und nett. Aber die bringen Dir nie den Überschuss des Sommers in den Winter.
Also ich möchte gern dieses oder nächstes Jahr bauen und hätte da gerne eine Solaranlage, die eine Wärmepumpe speist. Mein Problem wird da aber, wie ich es auch drehe und wende, einfach sein, dass ich großen Energiebedarf und kaum Erzeugung im Winter habe und es im Sommer umgekehrt ist.
Meine Frau und ich verbrauchen durchschnittlich am Tag 7kwh zusammen. Das kann man mit einem Akku ja noch hinkriegen über den Tag. Aber nicht über das Jahr. So ein großer Akku ist völlig illusorisch.
Und das Problem, habe ja nicht nur ich. Wind wird übers Jahr ja eher gleichmäßig sein, aber durch PV mangelt es bei mehr Bedarf einfach im Winter.

Die Lösung, die ich mir vorstellen kann:
Ein Baustein unserer Energieversorgung ist Bioenergie. Und zwar aus BHKWs, die mit Biomethan betrieben werden.
Angenehmerweise haben wir in Deutschland sehr große Gasspeicher, die für diverse Monate reichen.
Die Idee ist also nun, dass die Biogasanlagen das ganze Jahr Biogas produzieren, aber im Sommer werden nur die Speicher gefüllt und im Winter wird daraus in BHKWs Strom und Fernwärme.
Auch überschüssiger Strom wird zu Wasserstoff gewandelt und dann mit CO2 zu Methan. Also Windgas. Kein toller Wirkungsgrad, aber besser als Windkraftanlagen abzuschalten und es geht ja auch "nur" um den Strom, den wir zur Stabilisierung brauchen.
Regelenergie zur Stabilisierung müsste noch entsprechend vergütet werden, da fehlen noch Anreize.
Aber das ist ein Verwaltungsproblem. Technisch sollte das funktionieren.

Bioenergie will ich übrigens auch zum Ausgleich daheim benutzen - meine Frau würde sich sehr über einen Kamin freuen :D
Also das GANZ alte Modell. Aber schon sehr modern. Im Sommer wächst das Holz, im Winter nutzen wir die Wärme.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Jogi » Fr 24. Jan 2014, 21:10

Karlsson hat geschrieben:

Auch überschüssiger Strom wird zu Wasserstoff gewandelt und dann mit CO2 zu Methan. Also Windgas. Kein toller Wirkungsgrad, aber besser als Windkraftanlagen abzuschalten

Das ist halt noch die Frage.
Solange zeitweise stillstehende WKA-Überkapazitäten bilanziell billiger sind als Methanisierungsanlagen, die nur zeitweise laufen, werden halt erst mal Windräder gebaut (hoffentlich).

Das Problem, das die Gaskraftwerke (die ja bestens zur Bereitstellung positiver Regelenergie geeignet sind) haben, ist die mangelnde Wirtschaftlichkeit wegen der wenigen Volllaststunden, die sie zusammenbringen, bei gleichzeitig niedrigem Strompreis, der damit zu erzielen ist.
Wenn man den GuD-Kraftwerken auch einen Bonus für die Regelenergie zahlen will, muß man das Geld dafür irgendwo her nehmen, und wer wird dann wohl wieder der Sündenbock sein?
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon Karlsson » Fr 24. Jan 2014, 22:35

Jogi hat geschrieben:
Das Problem, das die Gaskraftwerke (die ja bestens zur Bereitstellung positiver Regelenergie geeignet sind) haben, ist die mangelnde Wirtschaftlichkeit wegen der wenigen Volllaststunden, die sie zusammenbringen, bei gleichzeitig niedrigem Strompreis, der damit zu erzielen ist.
Wenn man den GuD-Kraftwerken auch einen Bonus für die Regelenergie zahlen will, muß man das Geld dafür irgendwo her nehmen, und wer wird dann wohl wieder der Sündenbock sein?

Tja, da ist noch einiges zu klären. Ich hab da für mich auch noch keine eindeutige Antwort gefunden. Aber irgendwie so in diese Richtung sollte es gehen. Die Kraftwerke sollte im Sommer wahrscheinlich meist stehen und müssten für das Bereithalten vergütet werden... so machen wird das ja auch mit der Bundeswehr - und in der sehe ich deutlich weniger Sinn :lol:
(ja, ich war Zivi ;) )

Statt Methan könnte man auch mit etwas besserem Wirkungsgrad Wasserstoff produzieren. In gewissem Umfang darf das Erdgas ja beigemengt werden.
Technisch spräche auch nichts gegen nur Wasserstoff. Aber für Erdgas gibts halt eine super Infrastruktur und Speichermöglichkeiten, die man bei Wasserstoff erst noch schaffen müsste.

Oder halt überschüssige Energie versuchen durch steuerbare Verbraucher komplett loszuwerden (per Signal gehen in einem Viertel die Wärmepumpen an und laden den Warmwasserspeicher mit günstigerem Strom 5°C höher als sonst auf und in der Therme daneben gibts nen Extraaufguss in der 100°C Sauna?) und den saisonalen Ausgleich dann rein durch Bioenergie.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Sa 25. Jan 2014, 14:03

Karlsson hat geschrieben:
Akkus sind ja schön und nett. Aber die bringen Dir nie den Überschuss des Sommers in den Winter.

Regelenergie zur Stabilisierung müsste noch entsprechend vergütet werden, da fehlen noch Anreize.
Aber das ist ein Verwaltungsproblem. Technisch sollte das funktionieren.


Da hast Du so recht. Ein Batteriespeicher kann sich möglicherweise dann rechnen, wenn er täglich genutzt werden kann. Als Jahreszeitenspeicher ist der stationäre sicherlich zu teuer. Um die jahreszeitlichen Unterschiede abzufangen, wäre in der gesamten Speicherkapazität, bestenfalls die Elektroautobatterien (wenn überhaupt) im System "Vehicle to Grid" dann fähig, wenn die Mehrheit der deutschen Autos, schon elektrisch fährt und am System hängt.

Und was die Anreize angeht. Hier ist der Staat gefordert, zumindest die Windstromanlagen so zu fördern, dass sie für die Überproduktion Speicher anlegen. Bis jetzt werden, laut der Aussage des Verbandes, wenn ich es richtig im Gedächtnis habe, zur Zeit über 20% der Produktion jährlich, wegen fehlender Abnahme, verloren.

Gleiches gilt für Gasturbinenkraftwerke, die vorgehalten werden um ggf. das Netz zu stabilisieren. Ohne Kostenrisiko Übernahme, wird niemand so blöd sein und für das Allgemeinwohl, die Turbinen vorhalten.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon HED » Mi 12. Feb 2014, 02:33

So viel ich weiß arbeitet VW mit Hochdruck an der Serienreife vonLithium-Luft Zellen.

Problem wäre derzeit noch die leichte Entflammbarkeit.

Gibt`s dazu neues?

Glaubt ihr überhaupt an den Durchbruch, in den nächsten 2-4 Jahren?
HED
 

Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Mi 12. Feb 2014, 10:46

HED hat geschrieben:
So viel ich weiß arbeitet VW mit Hochdruck an der Serienreife vonLithium-Luft Zellen.


Alle arbeiten an dieser gewichtssparenden Möglichkeit.

Laut Fraunhofer Institut wird das nicht vor einer Dekade Wirklichkeit. Eher wird es die Schwefelversion früher schaffen, denn hier geht es nur noch um die Haltbarkeit (Desintegration des Schwefels beim Lade- und Entladevorgang).
Zuletzt geändert von dkt am Mi 12. Feb 2014, 13:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon HED » Mi 12. Feb 2014, 11:21

Und sonst so, gibt es Prognosen für die nächsten 2-4 Jahren?

Immer wieder zwischenzeitliche Labormeldungen, dann kommt aber wieder nichts. :|
HED
 

Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon dkt » Mi 12. Feb 2014, 12:44

HED hat geschrieben:
Und sonst so, gibt es Prognosen für die nächsten 2-4 Jahren?

Immer wieder zwischenzeitliche Labormeldungen, dann kommt aber wieder nichts. :|


Wenn es um Schwefel geht ja. Suche doch mal im Themenkreis Batterie hier ein wenig herum, da gibt es viele Beiträge.

Schwefel (z. Bsp.)

batterien/silicon-graphen-anode-quantensprung-t1262.html
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Re: Winterkorns - Batteriepläne

Beitragvon PowerTower » Mi 12. Feb 2014, 18:46

Auch der kürzlich vorgestellte Akku von Sekisui scheint relativ schnell in eine Massenproduktion adaptierbar zu sein. Ob das wirklich so kommt, bleibt abzuwarten. Aber zumindest scheint das ein ernsthaftes Vorhaben zu sein.
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