Wasserstoff, quo vadis?

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon harlem24 » Fr 10. Aug 2018, 17:08

Wenn man sich überlegt, dass eine solche H2 Tanke momentan ca. 1 Mio. € kostet, ist ein 8er Supercharger, den man inkl. Mittelspannungsanbindung für 250k€ bekommt, ein reines Schnäppchen...
Gruß

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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Naheris » Fr 10. Aug 2018, 17:15

Selber bin ich kein Freund von Wasserstoff, aber das heißt leider nicht, dass es sich nicht doch llohnen könnte...

Nikola Motors will jetzt ein H2-Tanknetz in der USA für seine LKW bauen. Über die Preise und Pläne steht ein bisschen was in diesem Artikel. Die Investoren und Trucking-Unternehmen scheinen jedenfalls überzeugt von dem Konzept, denn sie geben Nikola frisches Geld für den Baubeginn ihres H2-Trucks.
https://www.electrive.net/2018/08/09/nikola-sammelt-binnen-einer-woche-100-mio-dollar-ein/

P.S.: Man sollte sich trotz seiner eigenen Meinung auch immer mit den Fakten beschäftigen. Vielen hier scheint das ja leider schwer zu fallen, weshalb in diesem Forum viele kontroverse Themen weniger als Diskussion sondern eher wie ein Grabenkampf wirken...
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon SRAM » Fr 10. Aug 2018, 18:12

Danke ! Einige Nel ASA kommen in meinen Spekulationstopf :)

Gruß SRAM

P.S.: Interessant ist übrigens, daß Nikola die fueling stations für alle Wasserstofffahrzeuge freigeben will. Also ein völlig offenes Tankstellennetz !
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Vanellus » Fr 10. Aug 2018, 18:41

700 Wasserstoff-Tankstellen sind für USA und Kanada geplant.
Da sind wir mit den für DE geplanten 400 Wasserstoff-Tankstellen ja gut aufgestellt.

Das ist allenfalls für LKW mit den von Nikola (Nikola Tesla 8-) hieß der geniale Kroate 1856 - 1943) geplanten Reichweiten von deutlich über 1000 km akzeptabel. Irgendwann treffen die immer auf eine Tankstelle. Für Pkw kommt man damit wohl nicht auf einen grünen Zweig, es sein denn, man wohnt in einer Großstadt, wo man nur 10 oder 20 km zur Tanke zu fahren hat. Aber auch die USA (von Kanada ganz zu schweigen) bestehen nicht nur aus Großstadt, sondern vor allem aus plattem Land dazwischen.

Ich habe den Eindruck, dass die Wasserstoff-Lobby sich leise auf den Fern-Schwer-Verkehr konzentriert. Was ja auch möglicherweise sinnvoll sein kann, vorausgesetzt der Wasserstoff kommt aus der Elektrolyse und wurde mit ausschließlich grünem Strom produziert. Falls nicht, hätte der Diesel-Lkw einen geringeren CO2-Ausstoß als der FC-Lkw.
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Wiese » Fr 10. Aug 2018, 21:02

Vanellus hat geschrieben:
Was ja auch möglicherweise sinnvoll sein kann, vorausgesetzt der Wasserstoff kommt aus der Elektrolyse und wurde mit ausschließlich grünem Strom produziert. Falls nicht, hätte der Diesel-Lkw einen geringeren CO2-Ausstoß als der FC-Lkw.


Und genau das ist das Problem! Die Elektrolyse ist sehr teuer, der Wirkungsgrad bescheiden. Man müsste den Spediteuren die Pistole auf die Brust setzen, und ihnen die LKW zum halben Preis verkaufen um ihnen den Wasserstoff-LKW schmackhaft zu machen. Derzeit verbraucht ein LKW für 100 km 35 Euro Biesel und AdBlue (natürlich Netto, also ohne MWSt). Nachdem was ich in letzter Zeit über die Wasserstoffherstellung recherchiert habe, wären es bei Wasserstoff aus Elektrolyse-Herstellung mindestens 100 Euro pro 100 km. Wer soll das bezahlen?

Was noch hinzu kommt, im Gegensatz zu Diesel PKW, sind EU6 LKW richtige Saubermänner. Es ist mittlerweile durch einige Tests nachgewiesen, dass ein EU6 LKW weniger NOx ausstößt als ein EU6 PKW, weil er über keine Abschaltungen oder sonstige Tricks verfügt. Er geht sogar in den Kriechmodus, wenn die Abgasanlage nicht ordentlich funktioniert.
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon eDEVIL » Fr 10. Aug 2018, 21:29

Wiese hat geschrieben:
Derzeit verbraucht ein LKW für 100 km 35 Euro Biesel und AdBlue (natürlich Netto, also ohne MWSt). Nachdem was ich in letzter Zeit über die Wasserstoffherstellung recherchiert habe, wären es bei Wasserstoff aus Elektrolyse-Herstellung mindestens 100 Euro pro 100 km. Wer soll das bezahlen?

Genau das ist der entscheidende Punkt. Solange man nicht >80% EE hat und massive Überproduktion, wird sich das auch nicht ändern. Das wird aber deutlich mehr als 10 Jahre dauern.
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon harlem24 » Fr 10. Aug 2018, 22:43

Da wird man, beim aktuellen Ausbautempo, leider nicht mit auskommen.
Gruß

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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Wiese » Sa 11. Aug 2018, 11:17

eDEVIL hat geschrieben:
Genau das ist der entscheidende Punkt. Solange man nicht >80% EE hat und massive Überproduktion, wird sich das auch nicht ändern. Das wird aber deutlich mehr als 10 Jahre dauern.


Richtig, 10 Jahre sind gar nichts! Ich sehe die Entwicklung von E- oder H2-LKW auch gar nicht so brisant. Im Moment reicht die Akku-Technik gerade mal für PKW und Lieferwagen im urbanen Bereich. Die LKW im Fernverkehr, oder auch die LKW die derzeit mit Tagestouren von 300 bis 400 km unterwegs sind können ruhig noch 15 jahre lang mit Diesel fahren. E-Motoren sind derzeit vor allem dort interessant, wo die Wohnqualität durch Abgase gefährdet ist. Große LKW gefährden diese Gebiete kaum, also ist dort auch der Handlungsbedarf geringer.

Volvo zeigt derzeit mit seinen elektrischen Müllwagen (einfach mal googeln) wie man die richtigen Schwerpunkte setzt. Was nützen ein paar E-LKW auf der Autobahn, wenn in der Stadt Busse und Müllabfuhr, Stadtreinigung und Handwerksbetriebe mit stinkenden Dieseln herumfahren. Hier, in dem Raum, wo sich der Verkehr UND der Lebensraum der Menschen konzentriert ist dringender Handlungsbedarf. Draußen auf dem Land, stören die Abgase weniger, also kann man da auch noch warten.
Wenn ich bei mir durchs Dorf radle (ok, auf dem Papier ist es ne Kleinstadt) merke ich sehr wenig von den Abgasen. Störend sind da die stinkenden 2-Takter, aber nicht die Diesel SUVs. Gehe ich in die Stadt, rieche ich sehr deutlich den Unterschied. Also ist doch klar, wo die Prioritäten zu setzen sind.
Wenn das Problem Stadtluft einmal durch E-Autos, E-Busse und E-Lieferfahrzeuge gelöst ist, dann ist die Akku-Technik so weit fortgeschritten, dass niemand mehr einen Wasserstofflaster braucht. In 10 bis 15 Jahren wird der Akku auch für LKW ausreichen, und der Fahrer, der alle 4,5 Std. eine Pause machen muss wird in der Zeit nachladen können.
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Lukeshort » Sa 11. Aug 2018, 15:47

Für die aktuelle Situation in Hamburg mal nachgerechnet:

jeweils für 100km Reichweite:

Benzin: 7 Liter= 10,50 €
H2: 1kg = 9,5 €
Strom (Ladesäule): 20 kWh= 5,40 €

H2 muss preisgünstiger werden... ;)
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Re: Wasserstoff, quo vadis?

Beitragvon Casamatteo » Sa 11. Aug 2018, 17:28

Vanellus hat geschrieben:
Nikola Tesla 8-) hieß der geniale Kroate 1856 - 1943

Sag das besser nicht den Serben. Ich war neulich im Никола Тесла Museum in Belgrad, wo sein Nachlass samt Urne ausgestellt ist, und zudem Porträts von Vorfahren die für Serbien gekämpft haben. Weil damals Serbien immer noch von den Osmanen besetzt war lebte sein Vater als serbisch-orthodoxer Priester in Österreich-Ungarn, Seelsorger bei den Wehrbauern der kroatischen Militärgrenze. Kroaten haben später seinen Geburtsort "geerbt", aber ansonsten nichts mit ihm zu tun. Gelernt und studiert hat Tesla auf Deutsch in Österreich, gearbeitet hat er in Budapest, Paris und vor allem den USA, wo jetzt gleich zwei Firmen seinen Namen nutzen.
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