Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E-Up

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E-Up

Beitragvon dkt » Sa 19. Apr 2014, 07:58

Zitate:

Für das Forschungsprojekt Inees ("Intelligente Netzanbindung von Elektrofahrzeugen zur Einbringung von Systemdienstleistungen") sind 20 Volkswagen-Fahrzeuge des Typs e-up! in einen einjährigen Flottenversuch gestartet. Diese Fahrzeuge können sowohl Strom laden, als auch mittels intelligenter Ladetechnik und Software Energie zurück in das Stromnetz liefern.

App steuert, ob Autobatterie be- oder entladen wird
Sie testen in den kommenden sechs Monaten intelligentes Laden mit sogenanntem Schwarmstrom. Dieser von dem Ökostrom-Versorger Lichtblick kreierte Begriff soll Strom kennzeichnen, der dann erzeugt bzw. verfügbar gemacht wird, wenn er gebraucht wird. Schwarmstrom soll demnach in einem dezentralen, hoch anpassungsfähigen Netzwerk entstehen, das ein virtuelles Kraftwerk bildet. In einer von Volkswagen für das Projekt entwickelten App kann der Nutzer im Rahmen des Inees-Projektes seine Fahrten planen und festlegen, welchen Anteil seiner Fahrzeugbatterie er für den Energiemarkt freigeben möchte. Für die freigegebene Batteriekapazität erhält der Nutzer eine Schwarmstrom-Prämie.

SMA liefert Wallbox zum Stromaustausch – Iwes wertet Daten aus
Der Projektpartner SMA Solar Technology AG hat hierzu die Sunny Wallbox entwickelt, eine bidirektionale Ladestation für den Heimbereich. Bei den Testkunden installiert, bindet sie die Fahrzeuge über die CCS-Ladeschnittstelle mit einer Leistung von 10 Kilowatt (kW) an das Stromnetz an. Sprich: Damit können die für den Flottenversuch entsprechend ertüchtigten e-up! Strom laden und auch ins Netz zurückspeisen. Das Fraunhofer Institut Iwes begleitet den Flottenversuch durch ausgewählte Messreihen und Simulationsrechnungen.

Zitate Ende

Quelle:

http://www.iwr.de/news.php?id=26087

Jetzt wird es doch ernst mit der Netzstabilisierung, bei Wind- und Sonnenstrom.

Wenn der Wind ordentlich bläst und die Sonne in ganz Deutschland scheint, haben wir zu viel Strom. Wenn es Nacht wird, oder aber die Wolken die Sonne verstellen, sich kein Lüftchen regt, dann brauchen wir Strom, den wir dann von der Kohle und dem Gas beziehen müssen. Es liegt eigentlich nahe, die Millionen zukünftiger E-Autos in diesen Kreislauf einzubinden, mit dem Ziel, die überschüssige Wind- und Sonnenenergie dann zu speichern, wenn sie nicht gebraucht wird, um sie nicht zu verlieren.

Ich glaube nach wie vor, dass das ein vielversprechendes Projekt ist. Siemens arbeitet auch daran (Vehicle to Grid Projekt).
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon bm3 » Sa 19. Apr 2014, 08:59

Hallo,

na da haben wir doch jetzt schon das erste deutsche V2G-Produkt von der Firma entwickelt die eigentlich noch viel mehr für E-Autos tun könnte. Zwar noch im Test und nicht allgemein käuflich aber hoffentlich bald. Vielleicht wird ja dann auch noch das Chademo- Protokoll wahlweise angeboten oder kombiniert. Viel Mehraufwand dürfte das nicht sein.
Richtig interessant würde ich es finden wenn SMA mit dem zweifelos reichlich vorhandenen Knowhow und der Fertigungs-Kompetenz auch bei der eingebauten Motorsteuerungs- und Ladeelektronik im Auto einsteigen würde. Wäre für SMA ein neues Standbein neben dem zur Zeit harten PV-Geschäft.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon ATLAN » So 20. Apr 2014, 09:37

Eigentlich wäre für sowas ja ein gemieteter Akku ideal - Vermieter stellt V2G-Wallbox dem Mieter zur Verfügung, dieser kann durch entsprechende Energiemengenfreigabe zB seine Miete verringern, Vermieter hat die Einnahmen aus der Regelenergiebereitstellung & Miete, Mieter hat kein Zyklenrisiko beim Akku, da gemietet...
De Facto eine "Win - Win"-Situation für alle ....

Bloß hat zB. Renault das irgendwie noch nicht ganz gerafft ... :(

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon mlie » So 20. Apr 2014, 10:25

Ja, wenn es dann 50kWh-Akkus gibt, wird das sehr interessant. Für meinen Fahrbetrieb benötige ich im oberen Schnitt so ca 30kWh, also wären dann 15-20kWh Regelenergie frei. Jetzt muss das Fahrzeug ja nur noch an der Strippe hängen, wenn gerade Regelenergie benötigt wird.

Sollte man im Auge behalten.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon dkt » So 20. Apr 2014, 14:38

mlie hat geschrieben:
Ja, wenn es dann 50kWh-Akkus gibt, wird das sehr interessant.


Das wird der Trend werden. Mit den heutigen Akkus im Bereich der 20kWh wird das System nicht fett. Aber gehen wir davon aus, dass die große Verkaufswelle der E-Autos einher geht, mit größeren Kapazitäten. Stimmt dann das Schwarmstromangebot des Netzes, werden viele ihre täglich übereschüssigen Kapazitäten liebend gerne vermieten.

Denn des Deutschen liebstes Kind ist die Sicherheit, nicht auf der Langstrecke strommäßig zu verhungern. Nachdem die Meisten nach der Langstrecke schreien, aber im täglichen Leben nur Kruzstrecke fahren, wollen die trotzdem beim Kauf nichts verpassen und lieber mehr Kapazität für den Fall haben. Das ist ideal für das Geschäftsmodell Schwarmstrom.

Der glückliche Besitzer vermietet dann 20 aus 50 kWh über den Monat an den Schwarmstrom und für den Besuch der Schwiegermutter, wird dann einfach für 2 Tage eine Ausnahme gemacht.

Ich glaube an das System in der Zukunft der E-Mobilität.
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon TeeKay » So 20. Apr 2014, 16:41

Es gibt dabei zwei Probleme:
1. Die geringen Preisunterschiede zwischen teuren und billigen Phasen
2. Die teuren Akkus

Nehmen wir mal einen durchschnittlichen Preisabstand von 3 Cent pro kWh zwischen teurer und billiger Zeit an. Diese drei Cent müssen dann alle Kosten decken, für die Infrastruktur, Abrechnung und Akkuverschleiß.

Wenn eine Autobatterie 1000 Zyklen hält, sind das bei 85kWh Kapazität 85.000kWh.

Wenn ich also meine Batterie im Model S85 für nichts anderes als Regel-Energie verwende, kann ich damit maximal 2.550 Euro Umsatz erzielen. Die Batterie kostet aber 35.000. Selbst wenn die Batterie 10.000 Zyklen mitmacht, sind wir erst bei 25.500 Euro. Und das unter der Voraussetzung, dass alle Kosten bis auf die Batterie 0 sind.

Solange also nicht die Kosten der Batterie um mindestens den Faktor 15 sinken, kann das mit den aktuell geringen Preisunterschieden nicht wirtschaftlich sein.
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Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon bm3 » So 20. Apr 2014, 16:59

Du solltest die Sache mal anders angehen. Was ist wenn die 85kwh die meiste Zeit zur dumm herumstehen weil man sie ja ab und an mal für die Reichweite gebrauchen könnte ? In der Zeit altert der Akku aber trotzdem rein kalendarisch und ohne Nutzung.
Der Betrag ist also abzuschreiben ohne dass etwas dagegen gerechnet werden kann.
Bosch scheint jetzt ja soweit zu sein ( zumindest für PV-Speicher ) dass sie die kalendarische Alterung bis zu 20 Jahren noch einigermaßen im Griff haben, die sind aber da ziemlich weit vorne. Das ist bestimmt nicht die Regel bei den heute ausgelieferten Li-Akkus. Und die Preise der Akkus gehen auch weiter nach unten und müssen auch nach unten gehen !

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon Nichtraucher » So 20. Apr 2014, 17:43

TeeKay hat geschrieben:
Solange also nicht die Kosten der Batterie um mindestens den Faktor 15 sinken, kann das mit den aktuell geringen Preisunterschieden nicht wirtschaftlich sein.


Im Moment sind das alles erst einmal Machbarkeitsstudien um herauszufinden ob und wie es geht.
Bis das erst einmal geklärt ist, fliessen noch viele Elektronen durch die Leitung.
Ich fände es schon einmal gut, wenn mein Auto nur dann laden würde, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist.
Alles andere kann man über Ladetimer oder eine App regeln.

Was man auch nicht vergessen darf (ist nicht mir eingefallen, sondern habe ich auch nur gelesen):
Wenn lokale Pufferkapazitäten zur Verfügung stehen, wird Geld beim Netzausbau gespart.
Botschafter (Japan) Leaf Pearl Weiß mit Winter und Solar
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon TeeKay » So 20. Apr 2014, 17:55

Nichtraucher hat geschrieben:
Ich fände es schon einmal gut, wenn mein Auto nur dann laden würde, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist.


Das sollte per LowCost-Produkt machbar sein. Die entsprechenden Daten gibts kostenlos auf der Website der EEX. Wenn der Preis dort niedrig ist, gibts viel Strom und umgekehrt. Nun müsste nur noch ein Wallbox-Hersteller ein kleines Programm schreiben, dass die Daten der EEX auswertet und Steuerkommandos an seine internetfähigen Wallboxen sendet.

Macht vermutlich deshalb noch kein Hersteller, weil kein Kunde durch so ein Verhalten Geld sparen kann und sie deshalb denken, dass es keinen interessiert.
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Re: Virtuelle Großbatterie – Schwarmstromexperiment mit 20 E

Beitragvon mlie » So 20. Apr 2014, 18:02

Wobei man da dann aufpassen müste, dass man keinen Schwingkreis bildet, das geht sehr schnell, wenn man ohne übergeordnete Steuerung anfängt, nach dem Strompreis Energie zu verbrauchen oder einzuspeisen...
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