Stromspeicher für Windstrom – prinzipiell auch für E-Autos?

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Stromspeicher für Windstrom – prinzipiell auch für E-Autos?

Beitragvon dkt » Mo 2. Sep 2013, 05:58

Stromspeicher für Windstrom – prinzipiell auch gut für E-Autos?

Der Energieversorger Wemag in Schwerin baut den ersten großen Batteriespeicher für Windstrom. Seine Speicherleistung wird 5 Megawattstunden betragen. Samsung der Zelllieferant garantiert eine Zyklenfestigkeit über 20 Jahre.

Wenn man das nun als Sekundenspeicher für das Hochvoltnetz ansieht, dann könnte man von einem c Wert 4 ausgehen, bzw. 20 Megawatt Abgabe maximal.

Die Zell- und Batterietechnik die hier eingesetzt wird, kommt von einem Berliner Start-Up Unternehmen „Younicos“.

Der Speicher kostet insgesamt € 6 Mio.. Herunter gerechnet auf die kWh immerhin noch € 1.200 Investition. Der Betreiber erhält einen Bundeszuschuss von € 1.3 Mio. Er rechnet damit, dass die Einspeisung zum Spitzenverbrauch die Investition in den 20 Jahren amortisiert. Geht man einmal davon aus, dass die hohen Kosten maßgeblich von der fulminanten Leistungselektronik bestimmt werden (380 KV DC/AC), so ist sicherlich das Speicherprinzip mit den Zellen auch für das E-Auto interessant.

Eine von vielen Quellen dazu:

http://www.wemag.com/ueber_die_wemag/pr ... werin.html
dkt
 
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Re: Stromspeicher für Windstrom – prinzipiell auch für E-Aut

Beitragvon Jost » Mi 18. Sep 2013, 18:00

Hallo zusammen, vielleicht kann ich ein bißchen Licht ins Dunkel bringen:

Der Batteriespeicher wird eine Speicherkapazität von 5 Megawattstunden und eine Leistung von 5 Megawatt haben. Lieferant der Zellen ist Samsung SDI. Zum Einsatz kommen die aus der Automobil-Industrie bekannten Lithium-Manganoxid-Zellen.

Standort des Speicherparks ist am 110/20-kV Umspannwerk Lankow, welches sich zwar in unmittelbarer Nähe des 380/100 kV-Umspannwerks Schwerin Görries befindet. Aber: Der Standort ist am 110/20-kV, was bedeutet, dass die Anbindung an die 20-KV Ebene erfolgt. Die mehr als Zellen arbeiten mit 3-4 Volt und sind in Racks á 50kw verbaut. Also brauchen wir noch Gleich-/Wechselrichter, Trafos, eine Gaslöschanlage und jede Menge Software, die das Ganze steuert.

Der Großspeicher wird am Primärregelenergiemarkt refinanziert. Das Prinzip: die Batterien können sowohl positive als auch negative Regelleistung bereitstellen. Dazu werden die Akkus des Batteriekraftwerks etwa nur zur Hälfte gefüllt. Ausschlaggebend für die Steuerung ist die Frequenz des Übertragungsnetzes. Fällt sie unter einen bestimmten Wert unterhalb der Netzfrequenz von 50 Hz, speist der Batteriespeicher Strom in das Netz. Bei einer definierten Schwelle überhalb von 50 Hz werden die Batterien aufgeladen. Die Bereitstellung dieser Regelleistung wird wöchentlich ausgeschrieben und dann pro MW-Leistung bezahlt. Die einzelnen Strommengen werden dabei nicht berechnet, bzw. am Folgetag zum Börsenpreis vergütet. Das ganze hat ja was mit permanentem Ausgleich im Netz zu tun und nicht mit der Bereitstellung größerer Mengen, wie z.B. bei Redispatch-Maßnahmen

VG Jost
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Re: Stromspeicher für Windstrom – prinzipiell auch für E-Aut

Beitragvon dkt » Mi 18. Sep 2013, 18:41

Hallo Jost,

die Antwort lässt vermuten, dass Du mit der Anlage zu tun hast.

Zum besseren Verständnis dieser neuen Technik habe ich ein paar Fragen:

Warum wird die 5 Megawattstundenanlage nur mit 5 Megawatt Leistung angelegt? Als Sekundenspeicher müsste eigentlich mehr drin sein – zum Beispiel bis c 4 also 20 Megawatt?

Hat die Anlage eine Klimatisierung, oder ist das operative Temperaturfenster so groß, dass eine Klimatisierung nicht notwendig wird?

Wie sieht die Haltbarkeit (Zyklenfestigkeit) aus?

Welche Prognose hat der Speicher hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit?

Vielen Dank schon jetzt für die Antworten und

viele Grüße

Dieter
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