Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon awe » Sa 14. Sep 2013, 09:18

Was meint ihr, wie wahrscheinlich ist es, dass aus technisch & kommerzieller Sicht ein bestehendes Akku-Konzept eines Elektrofahrzeugs nach ein paar Jahren in einem bestehenden (Gebraucht-)Fahrzeug durch ein neueres, effizienteres System mit höherer Reichweite und Kapazität ausgetauscht werden kann?

Ich könnte mir vorstellen, dass es technisch wohl möglich ist, einen Akku durch einen technologisch etwas besseren zu ersetzen, sofern sich nicht das gesamte Konzept ändert. Etwaige Ladaparameter/-Kurven etc. könnten ja durch ein Firmwareupdate im Auto angepasst werden. Die Frage bleibt, ob ein Autohersteller sich diese Mühe macht und sowas auch für seine Bestandskunden anbieten wird. Oder ob die Early Adoptors einfach nur in die Röhre gucken werden und einfach nur neue Kangoo ZE Modellreihe 3 und ZOE v2.0 auf den Markt kommen werden… ?

(Wenn ich allein nur an die bisher von Renault ungelöste Armaturenbrettspiegelungsproblematik denke, mag ich mir nicht vorstellen, dass sie einen Akkusystemtausch in einem Altfahrzeug vornehmen möchten, wollen oder können… aber das ist nur meine Meinung…) Es sei denn, so etwas ist bereits (unwahrscheinlicherweise) in den Mietverträgen vorgesehen (die ich nicht kenne).

Was meint ihr?
Zuletzt geändert von awe am Sa 14. Sep 2013, 10:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon LooM » Sa 14. Sep 2013, 10:48

Kommt denke ich sehr auf die Firma / das Produkt an. Im Normalfall wäre ich da eher skeptisch, ist nicht im Interesse der Autobauer. Und technisch nicht immer einfach machbar...

Auch hier muss ich wieder mal Tesla lobend erwähnen. Dank deren "Skateboard-Plattform" wäre es da zumindest technisch ein leichtes neue Akkutechnologie zu verbauen. Da waren wirklich geniale Ingenieure am Werk. Dieses Prinzip löst so viele Probleme auf einen Schlag. Gibts da eigentlich ein Patent drauf, oder warum verwenden andere Firmen nicht auch dieses Prinzip?
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Re: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon Jogi » Sa 14. Sep 2013, 11:13

awe hat geschrieben:
Die Frage bleibt, ob ein Autohersteller sich diese Mühe macht und sowas auch für seine Bestandskunden anbieten wird. Oder ob die Early Adoptors einfach nur in die Röhre gucken werden und einfach nur neue Kangoo ZE Modellreihe 3 und ZOE v2.0 auf den Markt kommen werden… ?

Genau das befürchte ich auch, deshalb hab' ich meinen Kangoo nur geleast, mit dem vollen Bewußtsein, da in vier Jahren 20.000,-€ zu verbrennen, wenn ich ihn zurückgebe.
Wenn ein Upgrade machbar ist, kann ich ihn ja immer noch zum (sehr niedrigen) Restwert übernehmen.
Wenn nicht, stell ich denen die Kiste wieder hin und verabschiede mich von Renault.
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon xado1 » Sa 14. Sep 2013, 13:10

wenns die hersteller nicht selber anbieten,dann werden es bastlerfirmen und entwickler im angebot haben.gibts ja schon für den leaf und prius.
wird so werden wie bei den nachbau handy akkus.je mehr autos von einem bestimmten modell fahren,umso mehr angebote wird es geben.
darum habe ich gestern den kaufvertrag für den leaf tekna unterschrieben :D :D :D :D :D
wo ich doch 10.450.-euro förderung bekommen habe :lol: :lol: :lol: :lol:

http://www.enginer.us/products/conversion_kit.php
Lebenskunst ist die Fähigkeit, auf etwas Notwendiges zu verzichten, um sich etwas Überflüssiges zu leisten.
Dieselfrei,d.h. frei ,weil ich wieder einen Diesel fahre
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Re: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon PowerTower » So 15. Sep 2013, 06:17

LooM hat geschrieben:
Auch hier muss ich wieder mal Tesla lobend erwähnen. Dank deren "Skateboard-Plattform" wäre es da zumindest technisch ein leichtes neue Akkutechnologie zu verbauen. Da waren wirklich geniale Ingenieure am Werk. Dieses Prinzip löst so viele Probleme auf einen Schlag. Gibts da eigentlich ein Patent drauf, oder warum verwenden andere Firmen nicht auch dieses Prinzip?

Das was Tesla gebaut hat ist so nur möglich, weil die eben die kleinen 18650 Zellen benutzen. Damit kann der komplette Unterboden aus Akkus bestehen, ohne dass er irgendwie störend für die Insassen wäre. Das Prinzip ist aber auch bei anderen Fahrzeugen im Einsatz, z.B. wie hier zu sehen im Renaut ZOE. Der Akkukasten ist verschlossen und wird auch im gesamten aus dem Fahrzeug gehoben. Also das ist kein Alleinstellungsmerkmal von Tesla. Einen Akkukasten von unten zu montieren ist seit jeher übliche Praxis, nur waren es früher Metallkästen mit Akkus drin , heute ist das eine Einheit. Der Unterschied ist nur, dass man bei Tesla den kompletten Unterboden tauscht, bei ZOE den geschlossenen Akkukasten und bei den Bastelfahrzeugen behält man den Kasten und tauscht nur die Akkus. Das Ergebnis ist das gleiche und den Aufwand betreibt man ohnehin nur einmal, von daher ist es egal.

Es ist problemlos möglich die Akkutechnik zu tauschen, auch bei den modernen Autos. Aber, bei der aktuellen Generation auf den Willen der Hersteller angewiesen ist, weil es da mal eben nicht einfach mit einer Bastellösung getan ist. Es wird eine andere Kennlinie im Ladegerät benötigt, das BMS benötigt ein Update, die Motorsteuerung muss eventuell in wnigen Parametern modifiziert werden, möglicherweise noch ein zwei Handgriffe an der Batteriekühlung, fertig. Kein großes Problem für einen Konzern mit tausenden Mitarbeitern. Ob sie das wollen oder nicht hängt wohl davon ab, ob sich damit Geld verdienen lässt. Denn es geht immer um's Geld.

Gruß
Micha
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Re: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon dkt » So 15. Sep 2013, 06:56

Früh oder später werden die Autobauer, die bereits E-Fahrzeuge bauen, Nachfolgemodelle anbieten.

Wie es schon jetzt Brauch ist, werden dabei Verbesserungen und Weiterentwicklungen herausgestellt werden.

Öffentlichkeitswirksam wird dabei vor allem, eine Verbesserung der Reichweite, an erster Stelle stehen. Denn die Batteriechemie wird besser und besser werden, bzw. die Preise werden weiter fallen.

Was wird darüber hinaus noch kommen? Verbesserte Klimaanlage (Wärmepumpe), stärkerer Motor (wie bei E-Up usw.)? Aber das ist, verglichen mit der Reichweiten Veränderung, zweitrangig.

Ich glaube, dass die Autobauer dann gut beraten sind, wenn Sie die verbesserten Ersatzbatterien – denn das übrige Auto wird nicht mehr so schnell alt – auch für Altfahrzeuge anbieten. Bei stetig fallenden Preisen, ist dabei sicher auch ein Gewinn möglich. Auch ist in der Batterieproduktion die große Serie absolut notwendig, um den Automatisierungsgrad – der für niedrige Preise notwendig ist – hoch zu halten.

Diejenigen Hersteller die die Batterie-Upgrades nicht anbieten werden, sind sicherlich – davon bin ich fest überzeugt – schlecht beraten und schlecht für die Zukunft gerüstet.
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Re: AW: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon Karlsson » So 15. Sep 2013, 07:21

Im Golf 4 steckten auch bessere Motoren als im Golf 3 und die Motoren sind irgendwann mal kaputt... Mit den Akkus wird es sich doch nicht unbedingt anders verhalten.
Wer sagt denn, dass das Nachfolgemodell den Akku nicht ganz anders unterbringt?
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Re: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon Kelomat » So 15. Sep 2013, 20:46

Die Autoindustrie wird sicher nicht verbesserte Ersatzakkus anbieten denn wir sollen gefälligst alle 5 Jahre ein neues Auto Kaufen! Besser währen alle 2 Jahre...

Wenn sich da was entwickelt dann sicherlich Firmen die sich darauf spezialisieren... Akku-Tuning oder so :mrgreen:
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Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

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Re: AW: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon Karlsson » Di 17. Sep 2013, 06:11

Ich denke, dass es Firmen geben könnte, die Akkupacks aufarbeiten. Das Pack ist ja mehr als nur die Zellen - also zb Kühlsystem. Und da kann man dann möglicherweise unterschiedliche Hersteller von Zellen mit gleichen Abmaßen nehmen.
Bei Tesla wäre die Auswahl extrem hoch, aber auch bei anderen gibt es ja vielleicht unterschiedliche Hersteller.
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Re: AW: Neue Akkutechnologie in bestehende Fahrzeuge?

Beitragvon dkt » Di 17. Sep 2013, 07:23

Karlsson hat geschrieben:
Das Pack ist ja mehr als nur die Zellen - also zb Kühlsystem.


Was mir hier immer wieder auffällt ist, dass häufig nur von einem Kühlsystem für die Batterie gesprochen wird.

Wenn ich Teslas Batterielogik aber richtig verstanden habe, dann hat die große Batterie eine 100%ige Klimatisierung. D.h. mit dem eigenen Saft (85 kWh) kann es sich das System leisten, die Zellen in einem optimalen Temperaturbereich zu halten, unabhängig vom Betriebszustand des Fahrzeugs.

D.h. in Texas im Sommer bei 40 Grad Celsius Außentemperatur wird die Klimatisierung auch bei dem geparkten Auto für Kühlung sorgen und in Alaska oder Kanada im Winter, bleibt die Batterie beheizt.

Gut, nicht für alle Chemie wäre so etwas unbedingt notwendig. Bei Altairnano - z. Bsp. - ist das Betriebstemperaturfenster der Lithium-Nanotitanat Chemie zwischen -20 und +60 Grad Celsius.

Aber die meisten, vor allem gewichtsoptimierten Zellen, haben häufig ein solches Fenster nicht und müssen deswegen besser mit einer – möglichst umfassenden – Klimatisierung im Temperaturoptimum gehalten werden.

Ich glaube auch, dass es da von Firma zu Firma noch Defizite in der Strategie gibt. Während sich Tesla, mit 85 kWh Speicher, sicherlich den Luxus einer ständigen, automatischen Klimatisierung leisten kann, sähe das bei 18 kWh Gesamtspeicher schon ganz anders aus. Da wird dann für Verbrauchs- und Ladestromspitzen, eher für eine „nur“ Kühlung bei Bedarf gesorgt. Bzw. der Laternenparker im Winter im Oberbayerischen, ist sicherlich gut beraten, sich um die Klimatisierungslogik seines neu gekauften E-Mobils vorab zu kümmern, damit er keine unliebsamen Erfahrungen sammelt.

Hoffentlich erfahren wir mehr im Detail von den Herstellern zukünftig wie das Betriebstemperaturfenster, mit welchem Energieaufwand und welcher Technik, aufrechterhalten wird.
dkt
 
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