Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon dkt » Fr 23. Mai 2014, 07:53

Bekanntgeworden ist Mirko Hannemann mit seiner spektakulären Fahrt mit einem umgebauten A2 und dem Prototyp seiner Batterietechnik, von München nach Berlin, ohne nachzutanken.

Beharrlich hat er dann an der Marktreife der Batterie für stationäre und mobile Anwendung gearbeitet. Die deutsche Autoindustrie hat auf seine Angebote damals mit Häme und Spott reagiert.

Mit einer Pressemitteilung gibt die Firma nun den ersten Großauftrag über ein Volumen der Qatar Airways bekannt, die für den Flughafen in Katar nun für 1,5 MWh Speicher bestellt haben. Diese wurden unter extremen Bedingungen vorher auf ihre Tauglichkeit getestet.

Zitat:

Die Kolibri-Hochleistungsspeicher sind seit September 2013 in Katar und Europa intensiven Belastungstests unterzogen worden. Die Batterien werden am Flughafen rund um die Uhr unter extrem harten Umweltbedingungen im Einsatz sein: Die lokalen Temperaturen betragen bis zu 55 Grad Celsius bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit. In Vergleichstests hatte die Kolibri-Technologie die Konkurrenz-Systeme deutlich distanziert. Als besonderer Vorteil der Kolibri-Technologie gilt, dass sie bei besonderer Leistungsfähigkeit absolut brand- und explosionssicher ist

Zitat Ende

Quelle dazu: http://welcome.kolibri-ag.com/speichert ... ar-airways

Ich habe immer an diese Technik geglaubt. Jetzt steht wieder eine Chance auf, in Deutschland auch eine hervorragende Batterietechnik für den Einsatz im E-Auto zu verwenden.

Hier wäre die gemeinsame Investition der Firmen VW, Daimler und BMW in eine „Megafabrik“ sinnvoll, meine ich.
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon DCKA » Fr 23. Mai 2014, 11:57

VW, Daimler und BMW bauen auch keine Motoren oder andere Komponenten zusammen, deswegen glaube ich nicht, dass sie Akkus zusammen bauen werden, sondern lieber zukaufen.
„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

Hermann Hesse
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon Hasi16 » Fr 23. Mai 2014, 12:16

Und sind sie sich denn noch zu fein, den Akku mal dem TÜV vorzuführen?
Oder "muss" man den Pressemitteilungen glauben?
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon dkt » Fr 23. Mai 2014, 13:18

Hasi16 hat geschrieben:
Und sind sie sich denn noch zu fein, den Akku mal dem TÜV vorzuführen?
Oder "muss" man den Pressemitteilungen glauben?


Was soll ich mit so einer, eilig hingeworfenen Bemerkung anfangen. Allein, wenn Du die Qulle weiter studiert hättest, dann wärest Du auch auf zumindest eine Prüfung gekommen.

Erfolgreich getestet wurde die Batterie durch das VDE Prüfinstitut (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).

Soweit ich die Geschichte der Batterie verfolgt habe, gab es eine Reihe von Prüfungen durch namhafte Institute, deren Namen ich jetzt in einer Recherche wieder finden müßte. Das ist mir aber für diese Bemerkung zuviel Arbeit.

Also zumindest weiter blättern im Firmenlink, z. Bsp. hier:

http://welcome.kolibri-ag.com/#technologie
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Re: AW: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon Karlsson » Fr 23. Mai 2014, 18:58

@DCKA
Daimler und VW haben in Düsseldorf ein gemeinsames Werk für Sprinter und Crafter. VW Motoren findest Du auch in anderen Fahrzeugen, wie zb 2.0 Diesel im Mitsubishi oder einigen Ami Fahrzeugen.
Der französische 1.6er Diesel ist auch zum Weltmotor geworden, findet sich zb auch bei Ford und Volvo. Der 1.3er Diesel von Fiat werkelt auch in vielen Opel und Opelmotoren bei Alfa Romeo. In meinem Opel steckt dagegen ein Isuzu Motor.
So ganz aus der Welt ist das wohl nicht.
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon bm3 » Fr 23. Mai 2014, 19:17

5000 Zyklen und beim Gewicht auch nicht besser als Andere.
Und ?
Die können ja gerne ihre Akkus verkaufen, aber warum mit soviel Wind dabei ?
Mit 800kg schaffen sie 61 kWh. Schafft das Teslamotors nicht genauso ? Und der ganze Rest der Li-Branche ebenfalls ?

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon zitic » Fr 23. Mai 2014, 20:28

@dkt: Was beweist das denn? Dass die Akkus bauen können, bezweifelt keiner. Fest steht, dass sie da mit dem A2 ordentliches Brimborium gemacht haben und die Begleitumstände und Geheimnistuerei... Hatten wir ja eigentlich auch alles schon. Die Nachricht hättest du da zur Kenntnisnahme eigentlich nur druntersetzen brauchen. Für einen überlegenen Akku fürs EV gibt es auch jetzt noch keine Anhaltspunkte. Werder von der Kapazitätsdichte noch unbedingt vom Preis. Litec hat ja auch ihren sicheren Akku so hervorgehoben. Leider war er wohl aber auch zu teuer.

Und ich weiß: Man kann ja alles immer der deutschen Autoindustrie mit einer Verschwörungstheorie in die Schuhe schieben. Ein Gegenbeweis für dunkle Machenschaften ist immer schwer. Allerdings war das ja nun auch aus eigenständig ein bissl unseriös aufgezogen. Und es ist ja verwunderlich, dass dieser Wunderakku dann nicht international aufgekauft wurde. Die großen Akkuproduzenten hätten ja Schlange stehen sollen. Tesla hätte großes Interesse gehabt etc.. Also immer den Ball flach halten. Diese News birgt keine Neuigkeit zum alten Thema.

In jedem Fall wünsche ich ihnen alles erdenklich gute. Gute Akkutechnologie brauchen wir auch abseits des EV. Und vielleicht haben sie ja doch noch einen Pfeil für die EV-Technologie im Köcher. Kann ja auch gut sein, dass sie da einfach zu früh auf die Pauke gehauen haben, weil sie dachten dass es dann Investoren regnet. Mit vielen Ankündigungen zur Wunderbatterieb hätte man unter den Bedingungen(aufwändige Produktion, finanziell gut ausgestattet) auch wahrscheinlich schon entsprechende Demo-Fahrten machen können. Ob sie damit serienreif sind? Nein.
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon kai » Fr 23. Mai 2014, 20:44

bm3 hat geschrieben:
5000 Zyklen und beim Gewicht auch nicht besser als Andere.
Und ?
Die können ja gerne ihre Akkus verkaufen, aber warum mit soviel Wind dabei ?
Mit 800kg schaffen sie 61 kWh. Schafft das Teslamotors nicht genauso ? Und der ganze Rest der Li-Branche ebenfalls ?

Viele Grüße:

Klaus


Das wäre ja unter der Energiedichte des ZOE. Der hat 26,5 kwH in 290 KG, was 73 kwh in 800 KG entspräche.

Gruß

Kai
BildZOE Zen, CrOhm Box mit 22kw, PV seit 2009 mit Eigenverbrauch und 9,43 kWp (Hausspeicher mit 25 kWh geplant)
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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon dkt » Sa 24. Mai 2014, 05:24

Hallo kai, zitic und bm3,

Eure Kommentare kann ich nachvollziehen.

Der Grund warum ich trotz all dieser Bedenken an diese Technologie glaube ist folgender:

Dieser Feststoffakku hat zwar kein besonders gutes Vorzeigegewicht - daran müsste gearbeitet werden - aber er hat ein Betriebstemperaturfenster von -20 bis +60 Grad, benötigt keine Klimatisierung, hat nur 4% Ladeverlust auf 12 Monate und ist mit bis zu c 4 dauerhaft belastbar. Nimmt man zum Vergleich 85 kWh (Tesla), so wäre das Gewicht mit BMS etwa das 1,5 fache des Teslaakkus (also zu schwer) aber sonst gäbe es noch, nach 5.000 Zyklen, nur 3% Speicherverlust.

Nachdem ich die Gewichtsangabe aus dem Gabelstaplerbatterieprogramm (für Vergleich mit Tesla) entnommen habe, vermute ich mal, dass dort das Gewicht (Gabelstapler benötigen ein bestimmtes größeres Eigengewicht) die geringste Rolle gespielt hat. Ich glaube daran, dass im Falle von konkretem Interesse der Automobilindustrie, die Firma durchaus noch in der Lage wäre am Gewicht zu arbeiten, zumal es sich um eine Feststofftechnik (Zelle) handelt. Zum Schluss ist sicherlich der Preis ein Problem. Die Fabrik in Berlin hat nicht die Größenordnung mit der ein günstiges Produktionkostenprofil erarbeitet werden könnte.Aber selbst das ist mit entsprechenden Stückzahlen sicherlich lösbar.

Doch, wenn schon die Wüstensöhne, nach intensiver Probepraxis, ihre Gepäckfahrzeuge auf dem Flughafen in Katar mit den Batterien ausrüsten, und das in einem Großauftrag von vielen Millionen Dollars, dann kann das Leistungfsprofil des Akkus keine Chimäre sein.

VG

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Re: Kolibrispeicher vor dem Durchbruch

Beitragvon Hasi16 » Sa 24. Mai 2014, 11:38

dkt hat geschrieben:
Erfolgreich getestet wurde die Batterie durch das VDE Prüfinstitut (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).

Ah, sie werden also nicht explodieren. Ich kann beim VDE auch meinen Laptop prüfen lassen, über die Leistungsfähigkeit sagt das aber nichts aus.

Und wenn du schon meinst, dass mein Kommentar Quatsch ist: Eine Probefahrt von MUC nach BER, bei der der Notar absagt, bei der das Auto mal "aus dem Blick gerät". Ein Wunderauto, welches abbrennt. Die Weigerung die Fahrt mal auf dem Leistungsprüfstand durchzuführen.

Ich will ja nicht behaupten, dass das ganze nicht funktioniert, aber Beweise gibt es keine, oder? Zumindestens nicht in der rosa angemalten Presseerklärung.
Hasi16
 

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