Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

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Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon axlk69 » Mi 27. Mär 2013, 10:02

:mrgreen: So, werde mich wieder mal als "Technik Auwei Auwei" outen und mal wieder eine Frage nach dem Motto: Wie sich der kleine Alex das so vorstellt, in den Raum stellen.
Wie die meisten von Euch wissen, fahre ich einen Fluence ZE und bin mit dem Wagen auch sehr zufrieden! :D
Die Akkus decken meine Anforderungen gänzlich, sogar im Winter hatte ich bisher keine nennenswerten Reichweitenprobleme, da ich mir meine Strecken im Vorfeld immer richtig eingeteilt habe.

Eins ist jedoch klar: Mehr Reichweite wäre natürlich immer genial, weil der ZweitVerbrenner dann vor allem nach Ende des Leasings noch öfter ersetzt werden könnte. (dzt nur 20.000 km /Jahr)

Wäre folgendes Szenario denkbar, oder würden sich technisch unüberwindbare oder sehr kostenintensive Hürden ergeben?

:mrgreen: In 2,5 Jahren läuft sowohl die Batteriemiete als auch die Garantie meines Fluence ab. Eine Bindung an Renault Batterien, Servicezwang und dergeleichen sind dann der Vergangenheit angehörig, also umsehen, nach einem anderen Akku!
Die Akkus werden leistungsstärker und kleiner. Es wäre also denkbar, dass auf den derzeit benötigten Batterieplatz ein schöner 30 bis 35 AH Akku Platz finden würde und vielleicht (Träumen darf man ja) die neue Akkubox auch noch den einen oder anderen cm an Kofferraumgewinn abfallen lasst.
Die im Fluence verbaute Ladeelektronik mag zwar nicht die schnellste sein, aber sie tut was sie soll und selbst, wenn sich die Ladezeit entsprechend der Akkugröße verlängern wird, kann ich damit gut leben, da der Wagen in der Nacht ja sowieso steht.
Wäre es also denkbar, dass ohne großartige Veränderung am Ladeequipment in einigen Jahren der Einbau eines stärkeren Akkus mehr oder minder problemfrei funktionieren würde und der Fluence auf diese Art zu 20 bis 30 % mehr Reichweite käme.
Das wäre ein guter Grund den Wagen dann auch weiter zu behalten, da er dann wirklich zum Saprbrötchen und vielleicht sopgar irgendwann zum Klassiker würde. :mrgreen:
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Re: Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon Guy » Mi 27. Mär 2013, 10:56

axlk69 hat geschrieben:
Wäre es also denkbar, dass ohne großartige Veränderung am Ladeequipment in einigen Jahren der Einbau eines stärkeren Akkus mehr oder minder problemfrei funktionieren würde und der Fluence auf diese Art zu 20 bis 30 % mehr Reichweite käme.

Denkbar ist das auf jeden Fall. Bei der doch geringen Anzahl an verkauften Fluence, bin ich mir jedoch nicht so sicher, ob eine Firma eine komplette Batterie anbieten wird. Und wenn, wir das vermutlich deutlich teurer als die Batteriemiete von Renault. Wenn du genügend Geld auf den Tresen legst, wirst du sicher schon heute eine Firma finden, die dir eine Batterie zusammenstellt.

Ohne Zweifel wird die Energiedichte der Zellen in den kommenden Jahren weiter steigen. 20 - 30 % Plus in den nächsten 2 - 3 Jahren, so schnell wird das nicht gehen. Rechne da mal eher mit 5 - 10 Jahren.

Ich würde vermuten, dass du auch mit weiteren drei Jahren Batteriemiete am besten fahren wirst. Es sei denn Geld spielt keine Rolle.
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Re: Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon axlk69 » Mi 27. Mär 2013, 11:02

Guy hat geschrieben:
Es sei denn Geld spielt keine Rolle.

:lol: :lol: Schön wärs! :lol: :lol:

Aber ist das "Konfektionieren" der einzelnen Elemente wirklich ein so teures Unterfangen? Da leucht sicher wieder der Laie heraus, aber was ich so gesehen habe sind die Akkupacks ja auch nur Einzelzellen, die mit Fahnen miteinader verbunden werden!
Wenn also die Einzelzelle billig wird, dürfte ja auch die Konfektion nicht den Riesenaufwand darstellen? :?:
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Re: Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon Guy » Mi 27. Mär 2013, 11:36

axlk69 hat geschrieben:
Wenn also die Einzelzelle billig wird, dürfte ja auch die Konfektion nicht den Riesenaufwand darstellen?

Wenn man hunderte von diesen Paketen produziert, nicht. Bei kleinen Stückzahlen ist halt der Anteil der Entwicklungskosten recht hoch.

Kleines Beispiel:

Nehmen wir einfach mal einen recht sportlichen Preis pro Kilowattstunde von 200 Euro für die Zellen an -> bei 22 kWh landen wir da bereits bei 4.400 Euro. Rechnen wir noch 500 Euro für Montage, Material, Batteriemangement etc hinzu.

Gehen wir weiterhin davon aus, dass die Firma weiß was sie macht und ein Ingenieur nur einen Monat für die Entwicklung der Batterie und Integration in den Fluence braucht, die erste Testbatterie bereits ein Erfolg ist und nicht über einen längeren Zeitraum erprobt wird. Ingenieur für einen Monat macht etwa 10.000 € plus Testbatterie von 5.000 Euro.

Die Ersatzbatterie, obwohl ungetestet, wird ein Renner und die Firma verkauft 100 Stück, ohne etwas daran zu verdienen.

Alle Kosten umgelegt macht 5.000 Euro plus Mehrwertsteuer (hier 19 %) -> 6.000 Euro.

Eine Garantie auf die Batterie gibt es dann natürlich nur im Rahmen des gesetzlichen Minimums, da diese ja nicht getestet wurde und die Firma bei einem Defekt direkt Verlust machen würde.

Würdest du eine solche Batterie für 6.000 kaufen wollen mit einer Garantie von einem Jahr, wenn die Batteriemiete 1.000 Euro pro Jahr (12 x 79) beträgt?

Ich eher nicht. Die Garantie dürfte man sich in einem solchen Fall ebenfalls in den Hintern schieben können, da die Firma mit diesem Geschäftsmodell bereits nach Monaten pleite sein dürfte.

Ein realistischer Preis für eine Batterie würde bei obigen Annahmen eher im Bereich von 10.000 Euro liegen. Damit dürfte das für die meisten nicht sehr interessant sein.
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Re: Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon axlk69 » Mi 27. Mär 2013, 12:38

Guy hat geschrieben:
Nehmen wir einfach mal einen recht sportlichen Preis pro Kilowattstunde von 200 Euro für die Zellen an -> bei 22 kWh landen wir da bereits bei 4.400 Euro. Rechnen wir noch 500 Euro für Montage, Material, Batteriemangement etc hinzu.

Gehen wir weiterhin davon aus, dass die Firma weiß was sie macht und ein Ingenieur nur einen Monat für die Entwicklung der Batterie und Integration in den Fluence braucht, die erste Testbatterie bereits ein Erfolg ist und nicht über einen längeren Zeitraum erprobt wird. Ingenieur für einen Monat macht etwa 10.000 € plus Testbatterie von 5.000 Euro.

Die Ersatzbatterie, obwohl ungetestet, wird ein Renner und die Firma verkauft 100 Stück, ohne etwas daran zu verdienen.

Alle Kosten umgelegt macht 5.000 Euro plus Mehrwertsteuer (hier 19 %) -> 6.000 Euro.

Eine Garantie auf die Batterie gibt es dann natürlich nur im Rahmen des gesetzlichen Minimums, da diese ja nicht getestet wurde und die Firma bei einem Defekt direkt Verlust machen würde.

Würdest du eine solche Batterie für 6.000 kaufen wollen mit einer Garantie von einem Jahr, wenn die Batteriemiete 1.000 Euro pro Jahr (12 x 79) beträgt?

Ich eher nicht. Die Garantie dürfte man sich in einem solchen Fall ebenfalls in den Hintern schieben können, da die Firma mit diesem Geschäftsmodell bereits nach Monaten pleite sein dürfte.

Ein realistischer Preis für eine Batterie würde bei obigen Annahmen eher im Bereich von 10.000 Euro liegen. Damit dürfte das für die meisten nicht sehr interessant sein.


Bis ca 5.000€ wars mir klar. Ab dort ist mir allerdings noch immer nicht klar, warum man für die Einpassung in ein Auto einen Ingenieur ein Monat beschäftigen muss.
Ich stell mir das sicher zu einfach vor, aber irgendwie komme ich aus meinem "Legodenken" nicht hinaus. Ich dachte das Teil wird dem vorhandenen Platz entsprechend "zusammengewürfelt" verkabelt und verschraubt und fertig.
Die Garantieanspüche wären ja doch auch beim Zellenlieferanten und weniger beim Konfektionär zu suchen.
Diesen hätte ich eher als Zwischenhändler bzw Dienstleister, was den Zusammenbau betrifft, gesehen.
Versteh mich bitte nicht falsch Guy, ich bin nahezu überzeugt, dass es genau so sein wird, wie Du es meinst, Du hast da doch mehr Erfahrung als andere hier, verstehen tu ichs aber nicht.
Ich gehe aber halt auch nicht von einer fertigen Fluence ZE Ersatbatterie, sondern von Einzelzellen, die ins Batteriegehäuse zufällig gerade vorhandenen Fluence aus. :roll:
Die ganzen E Auto Umrüster haben ja auch nicht die Möglichkeit sich eine Standart Batterie zu bauen, sondern müssen sich auch am vorhandenen Platz orientieren.
Übrigens bei 10.000 wäre meine persönliche Grenze sicher überschritten, bei 5 bis 7 Tausend wäre es aber eine Überlegung wert. Die 12 X 79 sind ja leider nicht gerade meine Batteriemiete, welche derzeit bei 112 € liegt und bei einer Erhöhung der Jahreskilometer noch teurer würde
Danke trotzdem für die Aufklärung
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Re: Fragender Blick in die Zukunft einer Technikbremse

Beitragvon Guy » Mi 27. Mär 2013, 13:06

axlk69 hat geschrieben:
Bis ca 5.000€ wars mir klar. Ab dort ist mir allerdings noch immer nicht klar, warum man für die Einpassung in ein Auto einen Ingenieur ein Monat beschäftigen muss.

Natürlich muss die Batterie nicht jedes mal aufs neue eingepasst werden. Zellen zusammenwürfeln ist die eine Sache, allerdings muss auch das Ladegerät über den Ladestand bescheid wissen, ebenso die Motorsteuerung. Die Kommunikationsprotokolle wird Renault sicher nicht offenlegen, also muss diese erst nachgebaut werden. Dies ist nicht mal eben in ein / zwei Stunden erledigt. Das Ganze soll dann ja auch noch sicher und zuverlässig sein.

axlk69 hat geschrieben:
Versteh mich bitte nicht falsch Guy, ich bin nahezu überzeugt, dass es genau so sein wird, wie Du es meinst, Du hast da doch mehr Erfahrung als andere hier, verstehen tu ichs aber nicht.

Die Daten habe ich nur grob überschlagen, vielleicht ist da noch Luft an der ein oder anderen Stelle, weit wird das jedoch nicht von der Realität entfernt sein.

axlk69 hat geschrieben:
Ich gehe aber halt auch nicht von einer fertigen Fluence ZE Ersatbatterie, sondern von Einzelzellen, die ins Batteriegehäuse zufällig gerade vorhandenen Fluence aus.

Dann habe ich dich falsch verstanden. Dachte, wir reden hier über eine neue Batterie mit 20 - 30 Prozent mehr Reichweite.

Wenn diese imaginäre Firma an defekte oder alte Batterien käme (wie, wenn Renault sie nach Ende der Batteriemiete einkassiert?) und lediglich Zellen austauschen müsste, dürfte das günstiger zu realisieren sein. Da diese Zellen dann jedoch vermutlich eher nicht die originalen von Renault sind, kommt man um Anpassungen am Batteriemanagement etc doch nicht herum.

Selbst dann halte ich einen Preis von unter 6.000 Euro für nur schwer machbar. Renault bietet mit der Batteriemiete, meiner Meinung nach, ein recht faires Angebot. Wenn es weiterhin so straff kalkuliert bleibt und fallende Zellenpreise an die Kunden weitergereicht werden, wird das eng für alternative Anbieter. Wenn nicht, wird sicher ein Markt dafür entstehen.

Die Zukunft wird es zeigen. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass das zum Ende deines ersten Mietvertrages noch nichts wird.
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