Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon dkt » Mi 11. Dez 2013, 08:52

Da hast Du schon recht, wir müssen halt warten und aufmerksam bleiben.
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon agentsmith1612 » Mi 11. Dez 2013, 19:56

Ich kann aus verlässlichen Quellen folgendes sagen:
Bei Nextenergy wurde der "Wunderakku" bzw. das ganze Fahrzeug mit diesem Akku getestet.
Ich konnte keine detailierten Informationen bekommen jedoch wurde mir gesagt, dass das Fahrzeug welches getestet wurde ja mit viel kleinerem Akku zum Test gegeben wurde, nicht mit dem selben Akku wie bei der angeblichen Rekordfahrt. An den Akku selber durfte man nicht ran und insgesamt waren die Tests des Fahrzeugs und dessen Akku weder sonderlich negativ noch sonderlich postiv.
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon dkt » Mi 11. Dez 2013, 20:22

agentsmith1612 hat geschrieben:
Bei Nextenergy wurde der "Wunderakku" bzw. das ganze Fahrzeug mit diesem Akku getestet.
Ich konnte keine detailierten Informationen bekommen jedoch wurde mir gesagt, dass das Fahrzeug welches getestet wurde ja mit viel kleinerem Akku zum Test gegeben wurde, nicht mit dem selben Akku wie bei der angeblichen Rekordfahrt. An den Akku selber durfte man nicht ran und insgesamt waren die Tests des Fahrzeugs und dessen Akku weder sonderlich negativ noch sonderlich postiv.


Der Rekordakku im A2 von München nach Berlin hatte 100 kWh. Der Akku in den drei A2 für Next Energy hat 40 kWh. Laut Zwischenbericht seinerzeit sind die Tests alle positiv verlaufen. Die geforderte 200 km Strecke wurde in fast allen Strecken geschafft oder übertroffen. Die Angaben über die kWhs wurden seinerzeit von Hannemann gemacht. Der Zwischenbericht von Next Energy ist leider unter dem damaligen Link nicht mehr zu lesen. Der Bericht wird noch erwähnt, aber nur in der Suchfunktion als Textausschnitt. Dann bleibt er leider verschollen.

Siehe:

http://www.next-energy.de/suche.html?ke ... k&x=11&y=7
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon zitic » Mi 11. Dez 2013, 22:55

dkt hat geschrieben:
Die geforderte 200 km Strecke wurde in fast allen Strecken geschafft oder übertroffen.

Klingt nun auch nicht besonders spannend bei 40kWh. Beim Rekordauto hat man für 750.000 € irgendwelche Akkus eingebaut um ein mal eine Strecke zu fahren. Ohne genauere Angaben noch weniger wert. Nachdem der dann ominös abgebrannt ist, dann der Audi mit nur 62,9 kWh und 163 Wh/kg. Und dann die Ausrede, dass man nur 4 Wochen Zeit hatte. Was wird denn da exorbitant zeitaufwendiges gemacht? Letztlich geht es doch darum einen Akku zu entwickeln, der in die Serienproduktion übergehen kann und da preislich attraktiv ist. Klingt mir alles nicht danach. Ich wünsche dem Herrn wirklich das beste. Der Akku mit über 300Wh/kg wäre ein Traum. Aber man hat auch alles gemacht um das Ganze so aussehen zu lassen, als wäre da ein Stück weit Hokus Pokus bei.

Interessante Artikel dazu: http://www.zeit.de/2011/18/DBM-Energy-Hannemann
Aber den wirst du wahrscheinlich auch kennen.
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon dkt » Do 12. Dez 2013, 07:31

zitic hat geschrieben:
Ich wünsche dem Herrn wirklich das beste. Der Akku mit über 300Wh/kg wäre ein Traum. Aber man hat auch alles gemacht um das Ganze so aussehen zu lassen, als wäre da ein Stück weit Hokus Pokus bei.


Naja, frei von Widersprüchen war die Informationspolitik des Erfinders nicht.

Feststeht, dass die Rekordfahrt nur dadurch möglich wurde, weil das Wirtschaftsministerium seinerzeit € 250.000 bezuschusst hat. An die € 750.000 glaube ich nicht.

Er hat in einem anderen Interview eine Reihe von Projekte angesprochen, die dann nicht verwirklicht wurden. Ich gehe von finanziellen Engpässen aus. Denn immerhin hat Next Energy drei Fahrzeuge erhalten und dafür auch bezahlt.

Bei der Rekordfahrt von München nach Berlin wurde eine maximale Geschwindigkeit von 80 km/h nicht überschritten. Ich gehe davon aus, dass der verwendete E-Motor in der Größenordnung von etwa 25 kW war.

Der Brand selbst entstand aus ungeklärten Gründen. Hannemann hat damals aber betont, dass die Batterie sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Auto, sondern in seinem Labor befand.

Ich gebe Dir insofern recht, als die Informationen widersprüchlich sind, dass kann viele Gründe haben. Auch kann es in der Tatsache liegen, dass der damals 28 jährige Erfinder in ein Wespennest gestochen hat, um dabei nur zu verlieren. Vielleicht hat er auch den Mund zu voll genommen und Ziele als Tatsachen hingestellt.

300 Wh pro kg in einer 98,8 kWh Batterie, ist schon sehr hoch gegriffen. Die Frage die sich stellt ist, wie weit wurde zugunsten des Gewichts an der Haltbarkeit und Sicherheit gespart?

Auf der positiven Seite ist zu verbuchen, dass er Kapitalgeber für die Kolibri Power Systems AG gefunden hat, also hat er doch Investoren gefunden und überzeugt. Produktionsstätte Link:
http://www.adlershof.de/firmensuche-ins ... ystems-ag/

Mein persönlicher Urteil ist in dieser Angelegenheit, dass man sich zu wenig mit der Batterie beschäftigt hat und zu wenig Rücksicht auf die Versuche des jungen „Erfinders“ genommen hat, seine Sicherheitsüberlegungen ernst zu nehmen. Man hat, auf der anderen Seite, keine Gelegenheit ausgelassen, ihn als Person herabzusetzen.

Als Link noch eines von den frühen Interviews anbei, so Du es nicht schon gelesen hast. Nicht mehr gefunden habe ich im Netz, sein damaliges Fernsehinterview in Berlin.

http://www.autogazette.de/dbm-energy/el ... 22974.html
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon Super-E » Do 12. Dez 2013, 10:59

So wie sich der Erfinder das vorgestellt hat funktioniert Großindustrie eben nicht. Bevor man da investiert möchte man die Risiken minimieren.
Rein aus Ingenieurssicht interesiert mich auch keine Demofahrt mit einem Auto über 200km. Das kann man sich auch alles ausrechnen. Es interessiert hier Leistungsdichte, Energiedichte (Masse und Volumenbezogen), Zyklenfestigkeit, Temperaturfestigkeit, sowie haufenweise Nachweise und Zertifikate. Zum Beispiel die verwendeten Materialien (sind evtl. nach REACH gebannte Stoffe verwendet) etc..
Wenn man sowas verweigert ist es gleich vorbei. Man schlägt sich normalerweise deutlich länger mit der Doku rum, als mit dem Design...
Den BWLer und Juristen interessieren dann noch Einsparpotentiale, Massenfertigungsoptimierung (um einen realen Preis zu bekommen), Patente,...
Die Wirtschaftgeschichte ist voll von Blendern und Betrügern. Das will ich dem Herrn nicht vorwerfen, aber wenn man sich so verhält weckt man sicherlich nicht das Interesse der Industrie...

Schade, Chance vertan. Ich sehe hier aber nicht die Schuld bei der Industrie!

Ach ja und 8,8kg pro kWh, wie hier zitiert sind gerade mal 113Wh/kg, also nichts aufregend besonderes...
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon Plexar » Do 12. Dez 2013, 12:04

dkt hat geschrieben:
Als Link noch eines von den frühen Interviews anbei, so Du es nicht schon gelesen hast. Nicht mehr gefunden habe ich im Netz, sein damaliges Fernsehinterview in Berlin.


Meinst Du dieses Interview?

http://www.youtube.com/watch?v=jmK5ZLNiEZk

LG
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon zitic » Do 12. Dez 2013, 13:58

Ja, irgendwie hängen solchen Lobpreisungen ja doch einige Hoffnungen hinterher. Und dann hofft man sich mit so Dingen wie der deutschen Autoindustrieverschwörung das ganze vielleicht etwas schön zu reden. Wenn VW jetzt Kolibri aufgekauft hätte und dann gesagt hätte, dass sich die Erwartungen leider nicht erfült haben, dann würde ich ja noch einen Ansatz zur Verschwörungstheorie sehen. Aber so sehe ich da keinen Ansatz. Wir leben in einer globalisierten Welt. Die Kosten, an denen es angeblich gescheitert ist, sind für relevante Player kein Problem. Wäre da besonderes Potential hintergewesen, wäre ein Elon Musk sicherlich als erster auf der Matte gewesen. Selbst für angeschlagene Player wie Renault wären das nur Peanuts gewesen. Toyota hätte damit seine Hybrid-Macht fästigen können etc..

Rein rational, selbst wenn man EV unterdrücken will, müsste man dann doch als Konzern zusehen, dass andere Mitspieler auf keinen Fall Zugriff auf so eine Technologie bekommen. Wenn man es nur ignoriert und da wäre wirklich was Großes dahinter, kann man es nicht aufhalten, und gibt das Potential den Konkurrenten in die Hände. Aber anscheinend war man global zu Blöd diese Wundertechnik zu sichern....

Winaico, Investoren, all das zeigt jedenfalls nicht, dass man für das EV unbedingt die Wunderbatterie in der Hand hat. Und wäre es so unendlich spannend für den stationären Betrieb, hätten wahrscheinlich auch schon GE und Co.. angeklopft.

Was ich für wahrscheinlich halte: Man hatte einen guten Ansatz für höhere Kapazitäten, so wie man das aus diversen Laboren wöchentlich hört. Gleichzeitg hört man dann aber auch imm "Praxis in 4-5 Jahren". Wahrscheinlich war man auf einem ähnlichen Niveau. Da hat sich Herr Hannemann dann aber gedacht: wir machen mal ordentlich Werbung um Investoren anzulocken. Dass man auf Basis von labortechnischen Ergebnissen einen 100 kWH-Prototyp basteln kann, der generell mal im Auto verbaut auch ein-zwei mal funktioniert, gerade wenn man x Monate Zeit hat, halte ich nicht für völlig verwunderlich. Selbst "konventionelle" LiIon-Technik(im Handel) wird man wahrscheinlich irgendwie auf 2**Wh/kg treiben können, wenn man auf Langlebigkeit, etc. pfeift.
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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon dkt » Do 12. Dez 2013, 15:18

Plexar hat geschrieben:


Vielen Dank, das war es.

VG

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Re: Feststoffspeicher Kolibri – Warum nicht für E-Autos?

Beitragvon dkt » Do 12. Dez 2013, 15:32

zitic hat geschrieben:
Winaico, Investoren, all das zeigt jedenfalls nicht, dass man für das EV unbedingt die Wunderbatterie in der Hand hat. Und wäre es so unendlich spannend für den stationären Betrieb, hätten wahrscheinlich auch schon GE und Co.. angeklopft.

Was ich für wahrscheinlich halte: Man hatte einen guten Ansatz für höhere Kapazitäten, so wie man das aus diversen Laboren wöchentlich hört. Gleichzeitg hört man dann aber auch imm "Praxis in 4-5 Jahren". Wahrscheinlich war man auf einem ähnlichen Niveau. Da hat sich Herr Hannemann dann aber gedacht: wir machen mal ordentlich Werbung um Investoren anzulocken.


Hallo zitic,

was Du beschreibst ist für mich nachvollziehbar.

Wir können jetzt nur warten und hoffen, dass das junge Team erfolgreich weitermacht und irgendwann in der Massenproduktion in Berlin endet.

Um für die Automobilbranche gerüstet zu sein, braucht es große Produktionsstraßen und damit verbunden auch entsprechende Preise.

Interessehalber habe ich mal die geplante vollautomatische Zellenproduktionkapazität in Willstät von Leclanché, als Beispiel, mit ca 40 kWh pro Auto, hochgerechnet und bin, zu meinem eigenen Erstaunen auf nur ca. 2.000 Fahrzeugbatterien gekommen. Also, wenn jetzt sogar Leclaché im Konzert mitsingen wollte, dann braucht es in Willstätt schon mindestens die zehnfache Kapazität. Ganz zu schweigen von der Kolibriproduktion heute.

Da haben uns - was die Masse angeht - die Asiaten einiges voraus.

VG

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