Denkfehler Akku besitzen.

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Snuups » Sa 14. Feb 2015, 13:35

Ich finde es einen Denkfehler, wenn ich als Autofahrer mir den Akku selber kaufen muss. Der Akku gehört doch eigentlich eher in den Bereich Infrastruktur. Ein Konzept, was es vorsieht, dass man in 2 Minuten einen leeren gegen einen vollen Akku tauschen kann, sowie Tesla es vorgestellt hat. Ist das nicht eigentlich der Weg der angestrebt werden sollte?

Mir ist es doch im Grunde im Alltag egal wie hoch die maximale Reichweite ist. Ich muss gegebenenfalls täglich zur Arbeit und eventuell auch mal etwas einkaufen fahren. Wäre es da nicht sinnvoll einen Akku eingebaut zu haben, der diese Aufgabe erfüllt? Muss ich die doppelte oder zehnfache Kapazität mit mir rumschleppen, die ich bestenfalls einmal im Monat brauche?

Wie wäre es, in einer Wechseltankstelle für eine längere Fahrt, den Akku gegen einem mit wesentlich höherer Kapazität zu tauschen. Nach der langen Fahrt, wieder auf ein leichteres Modell wechseln.

Der einzige Punkt, an dem sich alle Hersteller einig sein müssten, ist der Formfaktor.
Liebe Grüsse
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon mlie » Sa 14. Feb 2015, 13:49

Und mit dem letzten Satz hast du die auch schon beantwortet, warum deine Idee Unsinn ist. Es gibt schon 5,2 verschiedene, zueinander nicht passende Stecker (Typ2-AC, Typ2-CCS, Chaemo, Typ1-AC und Typ1-CCS und Schuklo). Wieso sollten jetzt ausgerechnet die Autohersteller sich auf einen Formfaktor einigen wollen oder auch einfach nur können?

Eine Standardieseirung wie beim PC wäre zwar wünschenswert, aber auch da gibt es ja verschiedene Normen (ISA 8bit, ISA 16bit, PCI, PCIe, VLB, Microchannel usw). Die CPUs wären bis auf Sockel 7 noch nie Herstellerübergreifend austauschbar. Beim Elektroautopakku(=CPU beim PC) ist es das gleiche.

Manches ist ja auch technisch bedingt: Ein Familienfahrzeug wie der eNV200 oder Kangoo hat deutlich andere Platzverhältnisse als ein Twizy, eine ZOE, oder ein eup. Da passt einfach kein "genormter Standardakku", rein physikalisch, auch wenn es noch so wünschenswert wäre.

Bleibt eben auch in Zukunft nur: 22kW AC zum Normaladen, 50...200kW DC für Touren und entsprechend ein Akku mit 50kWh.
Damit sind die Mobilitätsbedüfnisse von 80% der Elektroautofahrer abgedeckt. Die restlichen 20% teilen sich auf in 10% Handelsvertreter/Kurierfahrer und 10% Fetischisten, für die ein Auto grundsätzlich stinken muss, laut sein muss und denen man immer anraten möchte, mal in der nächste Werkstatt den Auspuff reparieren zu lassen, weil der so laut ist.
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Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Zoelibat » Sa 14. Feb 2015, 14:00

Der richtige Weg meiner Meinung nach wäre eine anpassbare Akkukapazität. Kreisel hat dies vorgezeigt mit seinen steckbaren Modulen im Kofferaum (sozusagen ein elektrischer REX). Finde ich eine absolut geniale Idee.

Ich stelle mir das so vor wie in einem Server, wo man mehrere Festplattensteckplätze hat und diese dann je nach Bedarf mit Festplatten verschiedener Größen bestücken kann.

Größter Vorteil hierbei: Man kann aufgrund seines Fahrprofils entscheiden, wieviele Akkupakete man kauft, je nachdem wieviel Reichweite man benötigt. Sollte man einmal höhere Reichweite brauchen, dann leiht man sich ein weiteres Akkupaket vom Nachbarn oder nimmt es von einem anderen eAuto in der Familie. Jetzt ist es ja so bei 2 oder mehr Fahrzeugen in der Familie/Freundeskreis, dass jeder einen großen Akku fix verbaut hat.

Könnte mir das unten im Auto vorstellen, wo seitlich die Module eingesteckt werden oder unten im Kofferraum oder vorne im “Frunk“. Eventuell im Mitteltunnel im Fahrzeug.

Nachteil: Der Platz für diese Module muss zur Verfügung stehen und die nicht im Auto benutzten Akkupakete müssten natürlich immer wieder geladen werden, damit diese nicht kaputt gehen. Außerdem müsste man auf die Gewichtsverteilung im Auto achten.
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Snuups » Sa 14. Feb 2015, 14:15

Mehrere kleine Akkumulatoren zu kombinieren würde den Formfaktor wieder für alle möglichen Typen möglich machen. Dann gibt es halt kleine Autos in denen man nur zwei oder drei Akkus einbauen kann, während andere oder größere Autos zwölf oder mehr davon von unten angeschraubt bekommen. Die Gewichtsverteilung spielt da er eine untergeordnete Rolle, da man die ja idealerweise in die richtigen Slots steckt. Auch das kann eine Tankstelle von unten vollautomatisch erledigen.
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Zoelibat » Sa 14. Feb 2015, 14:30

Beim Akkutausch ist die größte Unsicherheit der Zustand des Akkus.

Ich habe z.B. einen Kaufakku, den ich pfleglich behandle und tausche diesen dann an einer Wechselststation gegen einen Akku, der einen schlechten Zustand hat. Das will ich nicht.

Bei einem Mietakku schaut die ganze Sache anders aus, da der Akku nicht mein Eigentum ist. Da macht die Wechselstation eher Sinn. Wobei dann hier mit den Mietakkus dann sicher nicht mehr zimperlich umgegangen wird, was dann weniger umweltfreundlich ist, da die Akkus schneller kaputt gehen.
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Zoelibat » Sa 14. Feb 2015, 14:31

Was fährst du übrigens oder was hast du vor zu fahren, Snuups?
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Klingon77 » Sa 14. Feb 2015, 14:35

hi,

abgesehen von den vorab stehenden Gründen finde ich es wichtig das man bei längeren Fahrten zumindest alle 2 Stunden eine Pause einlegt.
Die 30 Minuten welche man für die Ladezeit benötigt kann man dann auch bei einer gemütlichen Tasse Kaffe oder ähnlichem verwenden.

In ca. 5 - 8 Jahren sind wir soweit. Dann sollte die Akkugröße für 2 Stunden Autobahn (bei ca. 120 Km/h) ausreichen und die Ladeinfrastruktur entsprechend aufgebaut sein. Zumindest rund um die Ballungsgebiete mit Korridoren zu benachbarten Ballungsgebieten.


Bei einem Wechselakku sitzt immer noch mindestens einer dazwischen (derjenige welche den Akku lädt und wechselt) der berechtigterweise ebenfalls Geld verdienen möchte.
Das Geschäft (errichten und betreiben der notwendigen Strukturen) verlangt nach riesigen Investitionen welche nur von großen Konzernen aufgebracht werden kann. Was das bedeuten kann sehen wir seit Jahrzehnten im Oligopol der Energieversorger...
... und der draus entstehenden potentiellen Abhängigkeit der Bürger und Marktmacht der Konzerne.


liebe Grüße,

Ralf
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Spüli » Sa 14. Feb 2015, 14:36

Und wie soll das mit der Kühlung und Heizung bei einem modularen Akku funktionieren?

Bitte auch daran denken, das der schwächste Akkupack die Leistung der Batterie vorgibt. Das kann dann auch blöde auf der Langstrecke werden, wenn da ein faules Ei dabei ist.

Aber dank fallender Akkupreise wird das Thema bald durch sein. Derzeit bekommen es die Hersteller ja nicht mal intern geregelt die Akkus gleich zu konstruieren. Der Formfaktor ist einfach zu unterschiedlich.
Gruß Ingo
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Snuups » Sa 14. Feb 2015, 14:43

Zoelibat hat geschrieben:
Was fährst du übrigens oder was hast du vor zu fahren, Snuups?


Ich fahre einen Fiat Doblo mit Dieselantrieb. Ein Elektroauto war bisher aus den verschiedenen Gründen nicht möglich. Erst jetzt kommt es so langsam als Zweitfahrzeug in Frage.

Der Fiat Doblo würde als Reisefahrzeug und als Transporter weiter betrieben. Für die Alltagstauglichkeit müssten halt zwei große Hunde hinein passen. Konzepte wie der Renault Twizzy kommen für mich nicht in Frage. In der Schweiz kann man bis zu sieben Fahrzeuge mit einer Versicherung betreiben, auch wird nur das teuerste Fahrzeug versteuert.
Liebe Grüsse
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Re: Denkfehler Akku besitzen.

Beitragvon Zoelibat » Sa 14. Feb 2015, 15:27

Spüli hat geschrieben:
Aber dank fallender Akkupreise wird das Thema bald durch sein.

Da hast du wahrscheinlich recht, aber der Akku wird immer einen großen Teil des Wertes eines EV ausmachen. Durch die Modularität könnte der Käufer vielleicht einen Teil der Kosten einsparen.

Wie Snuups bereits sagte, nicht jeder braucht hunderte Kilometer Reichweite. Es wäre sicher nicht schlecht “Personalisierungmöglichkeiten“ zu haben. Denn jeder hat andere Ansprüche und durch ein cleveres Konzept seitens des Autobauers könnte man mehr Anforderungen von Kunden abdecken.

Ich finde, man sollte nicht immer stur in eine Richtung gehen/denken, denn vielleicht könnte man ja was neues (besseres) entdecken, wenn man einen anderen Weg geht. Soll heißen, man sollte immer offen gegenüber allen Ideen sein.

Edit: Ich habe jetzt bewußt die Hürden und die technische Machbarkeit der Akkumodule außer Acht gelassen. Womöglich ist es nicht machbar, womöglich aber schon. Gedanken über die Idee kann man sich trotzdem machen.
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