Batteriekosten „sinken dramatisch“

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon dkt » Fr 6. Dez 2013, 13:46

Der Bundesverband der eMobilität hat, auf einen Beitrag von Prof. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen, aufmerksam gemacht.

Darin wird erklärt, dass die E-Auto Zellen Hersteller zurzeit alle am Limit der Profitabilität sind. Die kWh Speicher-in Zellen kostet jetzt weniger als € 200. Tesla macht es mit handelsüblichen Zellen noch deutlich billiger.

Die Autohersteller „versteckten“ sich aber immer noch hinter zu hohen Batteriekosten. Zum Thema Größe des Speichers hat Prof. Sauer auch einen interessanten Hinweis gegeben. Bei den kleinen Speichergrößen tendieren die Autobauer dahin, ich vermute wegen der Spannung, viele Zellen in Reihe zu schalten. Das hat zur Folge, dass schon eine defekte Zelle, entweder zu Minderleistung führt, oder sogar zum Versagen der Batterie. Besser wäre es modulare Zellverbände, zu schaffen. Ich vermute mal er meint im Zweifelsfall lieber eine Batterie mit geringere Spannung (mehr in Serie schalten) die dann über die Leistungselektronik hochgespannt wird, als denn das Risiko der Reihe auf sich zu nehmen.

Die Haltbarkeit ist jetzt nicht mehr das Problem (1.000 bis 5.000 Ladezyklen). Größere Entwicklungssprünge seien jetzt nicht mehr zu erwarten, allenfalls müsste die Forschung weiter optimieren. Als wesentliche Bereiche nannte er:
Betriebsfenster des Ladezustands zwischen Minimum und Maximum zu vergrößern.
Die Kältefestigkeit zu verbessern. (Ich glaube er meint, das Betriebstemperaturfenster zu erweitern)
Und zum Schluss die Lebensdauereinschätzung zu verbessern. Wenn ich die Bemerkung richtig verstehe, dann bezieht er sich auf die Batteriegarantie.

Quelle dazu:

http://www.kfz-betrieb.vogel.de/fahrzeu ... es/427032/
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon Super-E » Fr 6. Dez 2013, 16:56

dkt hat geschrieben:
Größere Entwicklungssprünge seien jetzt nicht mehr zu erwarten


Du hast das "in näherer Zukunft" vergessen.
Wobei es interessant gewesen wäre dies in Jahren zu quantifizieren. Klar, einige Erfolgsmeldungen (Verdreifachung der Speicherdichte) werden noch mehr als 5 Jahre bis zur Serienfertigung benötigen. "Kleinere" Verbesserungen (50%+) sind aber schon für 2016 angekündigt. Wenn ich mir eine Vergrößereung der Reichweite um 50% vorstelle wäre das für den Nutzer schon ein großer Sprung!

Die Preisentwicklung ist natürlich schon interessant. Allerdings sind die Preise (Ampera, LEAF, IMIEV) ja auch alle teils deutlich reduziert worden, und der i3 sollte ursprünglich auch 40k kosten.
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon eDEVIL » Fr 6. Dez 2013, 17:28

Die Einführungspreise waren ja größtenteils jenseits von gut und böse und sind ja immer noch im Kleinserienbereich.

Bzgl. Ausnutzbarkeit des Betriebsfenster (Ladezustand) war ja mal der Kolibri FEststoffspeicher vielverpsrechend und es auch Speicher von Winaico zum Preis eines Elektroautos inkl. Akku zu haben. :? :o
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon dkt » Fr 6. Dez 2013, 19:13

eDEVIL hat geschrieben:
Bzgl. Ausnutzbarkeit des Betriebsfenster (Ladezustand) war ja mal der Kolibri FEststoffspeicher vielverpsrechend und es auch Speicher von Winaico zum Preis eines Elektroautos inkl. Akku zu haben.


Wenn wir den Gleichen meinen, dann ist das der Kolibri Alpha-Polymer-Lithium-Ionen-Speicher vom Hannemann. Der wird in Berlin noch im Handverfahren produziert, soweit ich weiss. Das ist zu teuer. Hier hat es die Autoindustrie versäumt einzusteigen und die vollautomatische Produktion ins Auge zu fassen. So bleibt der Akku eine Spezialität.
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon PowerTower » Fr 6. Dez 2013, 20:49

Ich würd ja auch gern mal bei dramatisch sinkenden Batteriepreisen mitreden wollen, aber seit über einem Jahr stagniert der Preis beim Chinagold. Vor zwei Monaten ging der Kurs sogar wieder um 10 Euro auf 390 Euro / kWh nach oben. Bei größerer Abnahmemenge (>10 kWh) sind es immer noch 360 Euro. Endkundenpreis versteht sich. Selbst wenn man da Vertrieb, Mehrwertsteuer und andere Preistreiber abzieht, ist man von 200 Euro / kWh noch weit weg.

Das geht wohl nur als Großabnehmer oder wenn man die Zellen selber produziert.
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon Cavaron » Sa 7. Dez 2013, 18:29

Manche haben meinen Post im elweb vielleicht schon gesehen - mir wurden untenstehende Akku-Packs für 450$ bei 1,4kwh angeboten. Das sind 330$ bzw. 241€ pro kwh, zwar netto, aber immerhin mit Balancing und Temperaturüberwachung inside. Externes BMS kostet lediglich 300$ extra - ist also gerade als komplettes Akku-System schon recht günstig:

http://www.lithbattery.com/products/lfp-e-series/
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon zitic » Mo 9. Dez 2013, 00:55

@PowerTower: auf welches Insiderwissen beziehst du dich? Oder nur LiFePO4-Akkus aus Online-Shops und Portalen, die du beobachtest? >10kWh ist ja nun auch noch extremes Pillepalle. Scheint alles nichts mit Industriepreisen zu tun zu haben. LiFePO4 ja ohnehin eher uninteressant. Bei Schraubern/Umbauen interessant, weil so idiotensicher, aber auch mit geringer Energiedichte und somit z.B. auch tendenziell teurer(Perspektive).

Letztlich sind 10.000x21,6kWh ja auch noch kleine Dimensionen(produktionstechnisch). Das ist sicherlich auch ein Problem. Tesla hat da pro Auto schon Vorteile (muss man natürlich auch in entsprechenden Mengen absetzen können).
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon PowerTower » Mo 9. Dez 2013, 11:43

Ja ich beziehe mich auf die LiFePO Akkus aus den online Shops, denn nur die interessieren mich persönlich hier und heute. Die Frage ist, warum Tesla die Zellen so günstig beziehen kann. Ich glaube da nicht nur an einen Mengenrabatt, sondern an eine durch die Menge deutlich optimierte Produktion. Und gesenkte Produktionskosten kann man ja an alle Kunden weitergeben, nicht nur an den größten Abnehmer. Bei LiFePO Akkus gibt es leider keinen Abnehmer in der Größenordnung von Tesla. Zugegeben, die Endkundenpreise der Akkus sind von 2007 bis 2012 von 1.200 Euro / kWh auf 360 Euro / kWh gesunken, aber seit Sommer 2012 gab es kein bisschen Bewegung mehr. Und das, obwohl es für die Elektromobilität seitdem sehr gut vorwärts ging.

Die kleinen Firmen (also nicht nur Baslter) setzen auch gern auf diese Technik, z.B. Kolibri, StreetScooter, Tazzari, Mia und wie sie alle heißen. Das sind auch keine Großabnehmer, aber ebenfalls auf gute Akkupreise angewiesen, um am Markt bestehen zu können. Die Wahl ist durchaus gut, neben der Sicherheit bietet LiFePO diverse andere Vorteile. Dass wegen der etwas geringeren Energiedichte die Kosten etwas höher sind durch mehr Materialeinsatz ist sicher richtig, ein Argument gegen die Verwendung als Traktionsakku ist das aber nicht. Der Akku vom e-up! wiegt inkl. Gehäuse und Kühlung nicht weniger als ein LiFePO Akku gleicher Kapazität mit allem drum und dran.
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon zitic » Mo 9. Dez 2013, 13:20

Ich wollte auch keinen Abgesang auf LiFePO4 anstimmen. Da gibt es sicherlich noch eine Menge Anwendungsmöglichkeiten.

Der Vorteil bei Tesla liegt nun auch größtenteils in der hohen Standardisierung des Formfaktors. Und in der aktiven Produktion in der Vergangenheit. Da hat man schon gut optimiert. Durch die kleine Dimension der Zelle lohnt sich eine höhere Automatisierung wohl auch mehr. Bei der Economy of Scale geht es ja nicht nur um die absoluten kWh. Die kleinere Einheit ist auch bzgl. des Ausschusses interessant. Auch immer ein wichtiger Kostenfaktor.

Die Zellen von Tesla haben wohl auch eine relativ hohe Energiedichte. Andere Hersteller gehen da mehr auf Sicherheit bzw. Langlebigkeit der einzelnen Zellen bei hoher Beanspruchung.
Bei ~20kWh muss man aber natürlich auch mehr aufpassen, dass man langlebigere Technik nutzt, weil man viel öfter in die Extreme kommt. Der Tesla wird wohl in den meisten Fällen deutlich seltener bis zum Anschlag leer gefahren. Und man schaue sich mal die Schnelllader an. SC mit 135kWh klingt toll. Das sind aber nicht mal 2C. Wenn man den BMW i3 oder gar e-up! mit dem CCS bei 50kW läd, sind wir da deutlich drüber. Trotzdem ist der Mehrwert beim Tesla wohl größer. Da wirkt sich das Gesamtkonzept auch besser auf die Anforderungen der Akkus aus. Und wenn bei Tesla mal eine kleine Zelle ausfällt, ist das auch nicht ganz so wild.
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Re: Batteriekosten „sinken dramatisch“

Beitragvon TeeKay » Mo 9. Dez 2013, 14:38

PowerTower hat geschrieben:
Die Frage ist, warum Tesla die Zellen so günstig beziehen kann. Ich glaube da nicht nur an einen Mengenrabatt, sondern an eine durch die Menge deutlich optimierte Produktion. Und gesenkte Produktionskosten kann man ja an alle Kunden weitergeben, nicht nur an den größten Abnehmer.


Tesla: Fertigung => Container => Tesla

Onlineshop: Fertigung => Container => Batteriefertiger => Palette => Großhändler => Palette => Einzelhändler => Palette => Du

Beim Onlineshop sind drei Parteien mehr beteiligt, zudem viel mehr Logistik nötig, bis du eine Batterie beziehen kannst. Jede Partei schlägt ihren Anteil auf. Das sind in der Regel Fixkosten und nicht vom Batteriepreis abhängige Kosten.

Wenn pro kWh 1.000 Euro Fixkosten anfallen, dann sinkt der Gesamtpreis eben nur um 33%, wenn sich der Zellenpreis von 2.000 auf 1.000 Euro halbiert. Arbeitet man dann auch noch an der Profitabilitätsgrenze, werden Preissenkungen erst einmal selbst vereinnahmt.
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