Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon rollo.martins » Mo 14. Apr 2014, 06:53

Danke für den Bericht. Du schreibst lapidar, bei neueren Autos seien die Akkus stärker in die Fahrzeugelektronik integriert, weshalb ein Update schwieriger sei.

Hat jemand sich hierzu schon mal nähere Gedanken gemacht? Ich könnte mir schon vorstellen, meinen Smart ed dannzumal aufzudatieren. Woran genau könnte das scheitern? Welche Kennzahlen des Akkus sind für die Fahrzeugelektronik wichtig? Kann man solche Werte evtl auch verändern? (Ich meine: Kann ein Fachmann...) Immerhin gibt es ja auch Leute, die Fahrzeuge auf diesem Weg tunen.

Gruss und danke

R.
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon twizyfan » Mo 14. Apr 2014, 08:36

@berndine1 Die Haltestelle nutze ich auch oft, wenn ich mal eine Fahrkarte habe und nicht soweit fahren muss! jetzt fährt ja die 44...

@PowerTower Was du schon eingespart hast über die Jahre gegenüber Verbrenner und dein Limit, sicher eine absolut sinnvolle Investion. Die NiCd-Akkus haben aber auch gute Dienste geleistet, im Winter bei -11 Grad trotzdem 60km Reichweite, im Sommer sind bestimmt knapp 100km drin, bei defensiver Fahrweise. Bin auf dein Umrüstergbnis gespannt...
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon PowerTower » Mo 14. Apr 2014, 10:38

Hallo Rollo,

lass mich kurz den Unterschied zwischen damals und heute erklären, um das Problem bei den neuen Autos zu verstehen.

Elektrofahrzeuge mit Batterien auf Basis von NiCd, NiMh oder Blei haben für gewöhnlich keine Einzelzellüberwachung. An das fahrzeugeigene BMS werden im einfachsten Fall nur die Hochstromkabel von Pluspol und Minuspol angeschlossen. Ergänzend können zwei separate Leitungen zum messen der Gesamtspannung sowie verschiedene Temperatursensoren vorhanden sein. Das fahrzeugeigene BMS interessiert sich also nur dafür, ob die angeschlossene Batterie in dem vom Hersteller definierten Spannungsbereich arbeitet. Deswegen ist es egal, welche Batteriechemie diese Spannung bereit stellt. Der Spannungsbereich bei einem Auto mit 120 Volt NiCd (106, Saxo, Berlingo) liegt etwa zwischen 90 und 160 Volt. Rüstet man nun auf Lithium um, muss ein separates BMS verbaut werden, um jede Zelle einzeln zu überwachen.

Moderne Elektroautos (ab 2010 / i-MiEV aufwärts) besitzen serienmäßig eine Einzelzellüberwachung, weil Lithium das eben erfordert. Das fahrzeugeigene BMS wird also mit den entsprechenden Daten gefüttert. Das geht sogar so weit, dass jede Zelle eine eigene CAN Bus Adresse besitzt. Willst du nun eine andere Zellchemie verwenden und diese weicht von Spannung und / oder Kapazität ab, stehst du vor mehreren Problemen. Sind die verbauten Zellplatinen für die abweichende Zellspannung geeignet? Kann ich neue Zellplatinen adressieren oder auch vorhandene entfernen? Und wo bekomm ich die überhaupt her, wenn nicht vom Hersteller? Wie kann ich BMS und Ladegerät dafür umprogrammieren? Selbst wenn du gleiche Zellen nehmen willst, bspw. aus einem Unfall-Smart, dann kannst du zwar die Zellplatinen weiter verwenden, aber das BMS muss trotzdem umprogrammiert werden. Ob das so einfach durch einen "Fachmann" geht wage ich zu bezweifeln, nicht zuletzt weil diese tiefgründigen Einstellungen passwortgeschützt sind. Wer es kann, hat die Möglichkeit sich damit eine goldene Nase zu verdienen. Einfacher wäre es natürlich, wenn die Hersteller ihr Versprechen halten und eine Umrüstung zu gegebenem Zeitpunkt anbieten. Altes Akkumodul raus, neues Akkumodul rein, Software Update, fertig. Dauert keine drei Stunden. Aber ob man sich auf das Versprechen verlassen kann? Die wollen doch alle lieber neue Autos verkaufen.

Gruß
Micha
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon twizyfan » Mi 23. Apr 2014, 19:57

Hey Micha! Ist dein E-Auto bald wieder einsatzfähig? Womit fährst du in der Zwischenzeit? Gestern habe ich einen schwarzen Tesla Model S gesehen mit DD Kennzeichen.

Gruß Marcel
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon PowerTower » Mi 23. Apr 2014, 21:35

Hey Marcel,

na ein Model S hab ich leider nicht als Leihwagen, bin zur Zeit mit nem CITYSAX unterwegs. Hat sich alles ein wenig gezogen, aber morgen sind wir endlich fertig. ;) Da gibt es dann auch den Rest vom Bericht.
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon twizyfan » Do 24. Apr 2014, 20:37

Ich glaube auch nicht, das die Firma jemals Tesla Model S verleiht, dann kommt der Leihwagen nicht mehr zurück :lol: den will der Chef doch selber fahren :( Nun ist dein Auto jetzt fertig, da bin ich gespannt...

Gruß Marcel
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon PowerTower » Fr 25. Apr 2014, 12:02

Das Upgrade ist abgeschlossen. Siehe dazu Beitrag 2 auf Seite 1. ;)
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Re: Batterie Upgrade - ein Praxisbericht

Beitragvon PowerTower » Mi 14. Mai 2014, 18:46

So, der erste "Langstreckentest" ist bestanden. Was für ein Erlebnis.
Die Streckenlänge betrug exakt 90 km. Es ging von der Ladesäule in Grimma nach Radebeul mit einigen Umleitungen dazwischen. Autobahn habe ich gemieden. Das Streckenprofil ist leicht hügelig, aber beide Städte liegen auf etwa derselben Höhe. Ursprünglich wollte ich noch einen Zwischenstopp einlegen, war dann aber doch der Meinung: das muss zu schaffen sein! Es war die richtige Entscheidung, denn das Ergebnis hat mich überrascht.

Als ich zu Hause ankam, staunte ich nicht schlecht. Gerade mal 60 Ah wurden verbraucht. Das entspricht einem Energieäquivalent von 9 kWh / 100 km! Bei einer gesunden Nutzkapazität von 80 Ah würde das einer Reichweite von 120 km + 5 km Notreserve entsprechen. Der absolute Hammer! :shock: Ich muss aber dazu sagen, dass das mit entspanntem Autofahren nichts mehr zu tun hat.

- Beim beschleunigen möglichst nicht mehr als 12 kW abrufen, bei konstanter Fahrt 8 kW nicht überschreiten. Das führt dazu, dass man auf der Landstraße bergauf teilweise auf 30 km/h abrutscht! Ein Tempomat wäre hier absolut nachteilig, da er das Tempo mit entsprechender Mehrleistung (=Mehrverbrauch) halten würde.
- Wann immer es geht segeln und nur wenn es unvermeidbar ist rekuperieren.
- Ein dickes Fell und ein kühler Kopf wird benötigt, um sich nicht von den heranrauschenden Autos verunsichern zu lassen
- Man sollte voll entspannt sein und genug Zeit mitbringen. Bereits eine um 10 km/h erhöhte Durchschnittsgeschwindigkeit könnte dazu führen, dass eine zusätzliche Ladepause eingelegt werden muss. Der Think ist durch seine eingeschränkte Aerodynamik leider ein Stromfresser bei Geschwindigkeiten >70 km/h.

Das beste an der zweitägigen Fahrt quer durch's Bundesland war allerdings die Tatsache, dass ich so viele Elektrofahrzeuge gesehen hab, wie sonst im ganzen Monat nicht. Ein C-Zero vom Pizzalieferdienst Dresden, ein Leaf vom Pizzalieferdienst Coswig, ein C-Zero der Stadt Kitzscher, ein Smart ED der Polizei Kitzscher, ein edles weinrotes Model S, dass mich auf der Landstraße regelrecht "teslarisiert" hat, ein weißes Model S aus Tschechien an der Ladesäule in Grimma. Ich bin im falschen Film, aber gern mehr davon.

Am Samstag geht's dann endlich direkt von Radebeul nach Leipzig. Nonstop. ;) Und dem Harzurlaub im Sommer seh ich auch entspannt entgegen.

Gruß
Micha
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