Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Alles zum Energiespeicher eines Elektroautos

Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Karlsson » Do 20. Jun 2013, 18:19

Weil Guy ja immer zur Ordung ruft... mal im neuen Thema ;)

Ich denke, dass ein reines E-Auto ein Erstwagen
(=ein Auto, das alles abdecken kann, so dass man im Alltag weder ein weiteres noch einen Mietwagen braucht, weil man alles inkls Urlaub)
sein kann, wenn man 500km mit 120km/h zurücklegen kann, der Akku in maximal 60 Minuten wieder voll ist und es einen Heck-Fahrradträger gibt.

Das heißt der Akku müsste 75-100kWh haben. Das kostet heute leider eine große Stange Geld. Aber ohne diesen Akku bin ich der Meinung, dass es einen zusätzlichen Range Extender braucht, um meinen Bedürfnissen als Erstwagen zu dienen.
Daher bin ich davon überzeugt, dass der Plug-in Hybrid mit 50-100km Reichweite und kleinem, leichten und simpel aufgebauten RE wie im BMW i3 DAS Konzept der näheren Zukunft ist, das dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen kann, weil durch dieses Konzept erst Akkus, Elektronik und Motoren in wirklich großen Stückzahlen gebaut werden, so dass die Preise der Komponenten fallen.

Akkus werden billiger, Sprit wird teurer... auf lange Sicht macht der reine E-Antrieb das Rennen, da habe ich wenig Zweifel. Aber ab wann wendet sich das Blatt gegen den RE?
Finanziell denke ich wenn der zusätzliche Akku nicht viel teurer ist als der RE. Und ich meine, dass es hier um ca 50-80kWh geht, die einem 3000€ RE gegenüber stehen. Das bedeutet für mich, dass ich ein reines E-Fahrzeug einem Plug-in Hybrid vorziehen würde wenn die kWh Akku für ca 50-60€ zu haben ist.
Das klingt jetzt nach unglaublich wenig, aber wenn Tesla schon auf 200€ mit den Tausenden Minizellen kommt, bin ich sehr optimistisch, dass das in einigen Jahren mit größeren Zellen in Großserienproduktion und dem entsprechend geringeren Aufwand für das Akkupack zu erreichen ist 8-)
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon agentsmith1612 » Do 20. Jun 2013, 19:53

Ich kann dir nur zustimmen, wobei ein Tesla 85 kwH Akku schon reichen würde, das Fahrzeug müsste nur leichter sein und braucht eigentlich nicht soviel Power, geil ist es trotzdem ;-)

Sofern ein RE so modular wie im i3 aufgebaut wird, ist das denke ich auch eine günstige Option. Sofern sie aber richtig implimentiert sind wie im Ampera wo er zum ganzen System gehört sieht das etwas anders aus.
Beides hat Vor- und Nachteile.

Man muss aber auch bedenken, dass bei einem Fahrzeug mit RE an Bord auch einige andere Komponenten wegfallen, beispielsweise kann ein kleiner diemensiertes Ladegerät gewählt werden, da die Schnelllademöglichkeit nicht unbedingt nötig ist und da der Akku ja klein ist kann das Ladegerät nochmals kleiner ausfallen.

Bei großerem Akku hingegen und Schnellademöglichkeit geht das eigentlich nur über DC, das verlagert die Infrastruktur dann nach außen, wo es nicht der Kunde bezahlen muss, die Kostenhürde davon ist aber trotzdem da und wird auf wen auch immer übertragen. Das Aufstellen dieser Stationen wird damit auch nicht gerade forciert.

Und bin ich da auch mit dir einer Meinung, wenn du sagst, als Erstwagen entweder großen Akku oder RE.

Der RE ist noch die günstigere aber kompliziertere Alternative, es sind ja nur die Akkukosten die den Masseneinsatz von großen Akkus verhindert, sondern alleine auch schon die Hersteller die sich nicht trauen etwas ähnliches wie Tesla zu bauen.
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Twizyflu » Do 20. Jun 2013, 23:00

Sobald mehr Hersteller E-Autos anbieten werden, und die Kunden mal endlich die Angst verlieren (Leaf, Zoe usw. zeigen schon gut was möglich ist und DAS ES FUNKTIONIERT!) und sich drauf einlassen und erkennen, wie spaßig das auch ist, werden auch mehr Hersteller von Akkus Aufträge bekommen. Mehr Kapazitäten werden dafür benötigt, es wird mehr produziert, die Preise werden fallen, es wird mehr geforscht um es effizienter zu machen.
Zwar glaube ich, dass wir die wir hier jetzt E-Autos fahren (Zoe, Leaf, Twizy und andere) nicht in den Genuss großer Reichweiten kommen werden (ich glaub einfach nicht, dass die akkus so schnell sind bis es nicht schon nachfolger für unsere Autos gibt!), aber vll schafft es ja die nächste oder übernächste Generation.
Das wäre sehr schön!
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Desti » Fr 21. Jun 2013, 00:55

Ich möchte keine 500 km Reichweite haben, denn dann würde ich bei 99.9% aller Fahrten nur sinnloses Gewicht durch die Gegend bewegen.

Ich gehe davon aus, dass eine All-Conditions-Range von

200 km für 80% aller Autofahrer völlig zufriedenstellend ist

300 km für 98% aller Autofahrer völlig zufriedenstellend ist.

Das entspricht schließlich bereits fast 3 Stunden lang nur rumsitzen, danach ist eh eine Sicherheitspause notwendig.

Für einen Kleinwagen wären das dann 40/60 kWh,
Limousine 50/75 kWh
und Geländewagen 70/105 kWh.
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon agentsmith1612 » Fr 21. Jun 2013, 05:25

Desti hat geschrieben:
Für einen Kleinwagen wären das dann 40/60 kWh,
Limousine 50/75 kWh
und Geländewagen 70/105 kWh.


wieso sollte ein Geländewagen die höchste Reichweite bekommen? Das ist schließlich kein Reisemobil, wohl eher Limousine den größten.
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Twizyflu » Fr 21. Jun 2013, 06:37

Ich würds entsprechend der Fahrzeugkklasse machen, ja.

Am meisten:

Oberklasse, Obere Mittelklasse, Mittelklasse, Untere Mittelklasse

Dann:

Kompaktwagen und SUV (sind ja ne große Gruppe)

Und zuletzt: Kleinwagen, Kleinstwagen, Twizy
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Spüli » Fr 21. Jun 2013, 07:49

agentsmith1612 hat geschrieben:
Desti hat geschrieben:
...und Geländewagen 70/105 kWh.

wieso sollte ein Geländewagen die höchste Reichweite bekommen?

Damit ist wohler eher der hohe Verbrauch gemeint.
Zudem bietet ein GW meist auch mehr Platz.
Gruß Ingo
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon bm3 » Fr 21. Jun 2013, 08:21

Die E-Autos die heute angeboten werden sind mit ihrer Reichweite schon zumindest für über 50% aller Fahrer und Nutzungsprofile ausreichend. Wem es zu wenig ist der muss eben noch warten.
Ich wüsste jetzt auch nicht warum ich viel mehr kwh spazieren fahren sollte als ich benötige oder einen RE.
Einen RE könnte ich mir noch als kleinen Anhänger zur Mitnahme bei Bedarf vorstellen und wäre eine smarte Lösung, aber das Thema "Anhänger" haben unsere Autoproduzenten jetzt ja schonmal ganz locker bei den neuen E-Autos einfach außen vor gelassen.
Aber manche fahren ja auch das ganze Jahr über Allradtechnik etc. spazieren nur weil sie sie vielleicht einmal im Jahr benötigen könnten.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Adrian » Fr 21. Jun 2013, 10:28

Kann mich desti nur anschließen. Realistische Reichweiten von 100-200 km reichen für 95% der Fahrten. Und für die restlichen 5% der Fahrten unnötiges Gewicht und erhöhte Kosten sind Unsinn.
Gibt dazu einige Studien.

Hier steht z.B. das der durchschnittliche Deutsche an über 80% der Tage im Jahr weniger als 40 km fährt!
http://www.bmu.de/themen/luft-laerm-ver ... nen-blick/

Beim ADAC gab es mal eine Studie das der Deutsche an über 95% der Tage weniger als 120 km fährt.

Hoffe das die Automobilhersteller nicht irgendwann den "Reichweiten Wahn" verfallen. Der Tesla S ist natürlich toll, aber wer braucht so ein Fahrzeug. Auch wenn die Akkupreise sinken ist ein Fahrzeug mit 600 km für die meisten Quatsch!
Finde das Konzept von BMW ganz gut, wer einen Range Extender braucht bestellt ihn dazu. Vielleicht wird es in Zukunft ja auch unterschiedliche Akkugrößen geben.

Wenn man für 1 Woche im Jahr ein Fahrzeug für den Urlaub braucht, sollte man es sich für 200 € mieten.
Tages- und Wochenmieten (Tesla S, Twizy, Zero, Jetflyer) bei bluemove-mobility in München Neu: Model X,Hyundai Ioniq Style, e-Golf 300, Ampera-E
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Re: Akkupreis - ab wann wird der RE überflüssig?

Beitragvon Karlsson » Fr 21. Jun 2013, 13:00

bm3 hat geschrieben:
Die E-Autos die heute angeboten werden sind mit ihrer Reichweite schon zumindest für über 50% aller Fahrer und Nutzungsprofile ausreichend. Wem es zu wenig ist der muss eben noch warten.

Ja, ist mir zu wenig. Warten ist auch doof.
Worauf denn eigentlich auch genau? Mit der heutigen Technik geht doch schon alles, wir brauchen gar keinen Wunder-Akku. Nur bauen tuts keiner. BMW fängt immerhin an.

bm3 hat geschrieben:
Ich wüsste jetzt auch nicht warum ich viel mehr kwh spazieren fahren sollte als ich benötige oder einen RE.

DU brauchst das auch nicht, weil Du ja NIE mehr als 150km fährst oder Dir gerne Mietwagen nimmst.
Aber es gibt andere Menschen - und ich kenne fast nur so Menschen - die fahren zwar nicht täglich, aber doch öfters Strecken, die 200km deutlich überschreiten.
Viele dieser Familien haben sich auf EIN Auto reduziert - und das muss alle Bedürfnisse abdecken können. Damit meine ich nicht Ereignisse für einen Tag im Jahr, aber für 1000€ im Jahr Autos mieten ist nicht akzeptabel.

Also: Großer Akku oder RE? Und genau um diese Frage sollte es hier gehen.

Was für einen großen Akku spricht - bei 500km Reichweite können auch Stadtbewohner ohne eigenen Parplatz und Lademöglichkeit daheim über ein E-Auto nachdenken, weil evtl nur alle 1-2 Wochen geladen werden muss und man das mit wöchentlichen Einkäufen verbinden könnte. Da macht ein RE dagegen keinen Sinn.
Einen Zoe kaufen, ohne Zuhause laden zu können, wäre mit der Reichweite doch Nonsens.

bm3 hat geschrieben:
Einen RE könnte ich mir noch als kleinen Anhänger zur Mitnahme bei Bedarf vorstellen und wäre eine smarte Lösung,

Das fände ich so richtig zum Kotzen, auf Langstrecken auch noch auf 80km/h drosseln zu müssen.
Abgesehen davon ist das typischerweise auch der Urlaub - da ist der Agrarhaken mit Fahrrädern besetzt.



agentsmith1612 hat geschrieben:
Und bin ich da auch mit dir einer Meinung, wenn du sagst, als Erstwagen entweder großen Akku oder RE.

Juhu, EINER hat es begriffen :-)

agentsmith1612 hat geschrieben:
Sofern ein RE so modular wie im i3 aufgebaut wird, ist das denke ich auch eine günstige Option. Sofern sie aber richtig implimentiert sind wie im Ampera wo er zum ganzen System gehört sieht das etwas anders aus.

Absolut meine Rede!Man muss beim Ampera auch bedenken, dass er gleich 2 Synchronmaschinen und diverse Kupplungen hat. Auf Langstrecke natürlich ein Effizienzvorteil, aber ein Auto für ständige Langstrecken soll ein Pluig-in Hybrid ja eh eher nicht sein - ich denke da kommt man am Diesel einfach nicht vorbei. Von daher finde ich das BMW Konzept für die Masse der E-Autos einfach interessanter.

agentsmith1612 hat geschrieben:
Desti hat geschrieben:
Für einen Kleinwagen wären das dann 40/60 kWh,
Limousine 50/75 kWh
und Geländewagen 70/105 kWh.


wieso sollte ein Geländewagen die höchste Reichweite bekommen? Das ist schließlich kein Reisemobil, wohl eher Limousine den größten.

Ne, gleiche Reichweite beim größeren Akku. Das verbrät der einfach in den höheren Fahrwiderständen.

Adrian hat geschrieben:
Realistische Reichweiten von 100-200 km reichen für 95% der Fahrten. Und für die restlichen 5% der Fahrten unnötiges Gewicht und erhöhte Kosten sind Unsinn.

Beim ersten Satz bin ich voll bei Dir, würde das nur noch auf 50-100km reduzieren. Beim zweiten muss ich dafür extrem widersprechen - weil für diese 5% der Fahrten wird das Fahrzeug besonders gebraucht und die 5% der Fahrten können 30% der Kilometer sein.
Also 1x Schwiegereltern besuchen entspricht 35x zur Arbeit fahren.

Adrian hat geschrieben:
Wenn man für 1 Woche im Jahr ein Fahrzeug für den Urlaub braucht, sollte man es sich für 200 € mieten.

Wer damit hinkommt, sollte das tun!

Und weiter noch - wer eh kaum Auto fährt, kann es ganz abschaffen. Die ganzen Fixkosten, Wertverlust... wenn man für 3000€/Jahr Mietwagen nimmt, ist das billiger und man hat viele Sorgen weniger. Quicar, DriveNow, Car2Go, Teilauto... und wie sie alle heißen. Bei Wenigfahrern kann das richtig Sinn machen.
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