WIWO über E-Mobility

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Re: WIWO über E-Mobility

Beitragvon dkt » Di 5. Nov 2013, 19:34

Die Politik tritt, was die E-Mobilität angeht, auf der Stelle. Die Abwrackprämie seinerzeit, war eine Frühgeburt mit Sturz-Symptomen. Es war damals das Ziel die Abverkäufe der Autoindustrie zu stärken. Das ist gelungen, aber um welchen Preis?

Nun – eine Förderung der E-Mobilität? Wer hat davon Nutzen? Alle – außer der deutschen Autoindustrie. Deshalb hat sich die Politik in die Förderung der „wissenschaftlichen Projekte“ verbissen. Da gibt es nun eine Flut von Untersuchungen, E-Mobil-Bereichsförderung usw. Das ist alles verlorenes Geld.

Attraktive Rahmenbedingungen müssen her. Das beginnt so simpel, wie mit dem Schutz der Parkplätze vor E-Stromtanksäulen. Das führt weiter in eine flächendeckende Standardisierung der Lademöglichkeiten. Und zum Schluss – die steuerliche Behandlung des E-Autokaufs muss so weit gehen, dass zumindest auf die Mehrwertsteuer verzichtet wird.

Und das ist, in der Anlaufphase für 1 Mio. E-Autos in 20120, das Minimum. Merkel und der Papiertiger Ramsauer schlagen nur Schaum auf der gemolkenen Milch, damit sie beide nicht ersaufen. Es ist ein bla-bla-bla vom Feinsten. Originalton wie: „Deutschland wird zum Leitmarkt der E-Mobilität“ – „bis 2020 fahren 1 Mio. E-Autos auf deutschen Straßen.“- lachhaft.

Die Norweger und Amerikaner sind da weiter. Die tun, was die deutsche Politik nur in den Wald ruft.

Krankhaft weltfremd und selbstgerecht ist die deutsche Politikerkaste. Bestes Beispiel neben der „Elektroauto-Chimäre“ ist noch die NSA Affären-Aufarbeitung. Hin und her geht’s es ohne - politischen –Willen und Richtung. Höhepunkt: Das Kanzlerin-Amt stellt fest, die Affäre sei erledigt, um dann etwas später wiederum festzustellen, der Handy von Merkel wird auch noch abgehört. Entrüstung pur! - ebenfalls lachhaft!

Der Markt wird es letztendlich dann auch in Deutschland richten! – Armes Deutschland, wenn es so weiter geht.
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Re: WIWO über E-Mobility

Beitragvon meta96 » Mi 6. Nov 2013, 11:00

dkt hat geschrieben:
Die Politik tritt, was die E-Mobilität angeht, auf der Stelle. Die Abwrackprämie seinerzeit, war eine Frühgeburt mit Sturz-Symptomen. Es war damals das Ziel die Abverkäufe der Autoindustrie zu stärken. Das ist gelungen, aber um welchen Preis?

Nun – eine Förderung der E-Mobilität? Wer hat davon Nutzen? Alle – außer der deutschen Autoindustrie. Deshalb hat sich die Politik in die Förderung der „wissenschaftlichen Projekte“ verbissen. Da gibt es nun eine Flut von Untersuchungen, E-Mobil-Bereichsförderung usw. Das ist alles verlorenes Geld.

Attraktive Rahmenbedingungen müssen her. Das beginnt so simpel, wie mit dem Schutz der Parkplätze vor E-Stromtanksäulen. Das führt weiter in eine flächendeckende Standardisierung der Lademöglichkeiten. Und zum Schluss – die steuerliche Behandlung des E-Autokaufs muss so weit gehen, dass zumindest auf die Mehrwertsteuer verzichtet wird.

Und das ist, in der Anlaufphase für 1 Mio. E-Autos in 20120, das Minimum. Merkel und der Papiertiger Ramsauer schlagen nur Schaum auf der gemolkenen Milch, damit sie beide nicht ersaufen. Es ist ein bla-bla-bla vom Feinsten. Originalton wie: „Deutschland wird zum Leitmarkt der E-Mobilität“ – „bis 2020 fahren 1 Mio. E-Autos auf deutschen Straßen.“- lachhaft.

Die Norweger und Amerikaner sind da weiter. Die tun, was die deutsche Politik nur in den Wald ruft.

Krankhaft weltfremd und selbstgerecht ist die deutsche Politikerkaste. Bestes Beispiel neben der „Elektroauto-Chimäre“ ist noch die NSA Affären-Aufarbeitung. Hin und her geht’s es ohne - politischen –Willen und Richtung. Höhepunkt: Das Kanzlerin-Amt stellt fest, die Affäre sei erledigt, um dann etwas später wiederum festzustellen, der Handy von Merkel wird auch noch abgehört. Entrüstung pur! - ebenfalls lachhaft!

Der Markt wird es letztendlich dann auch in Deutschland richten! – Armes Deutschland, wenn es so weiter geht.


Sehr schöne Zusammenfassung. Ich glaube die Erwartungshaltung an die Politik ist hier zu hoch. Merkel wird zu 99% das tun, was die deutsche Autoindustrie wünscht. Dies ist auch verständlich, wenn man betrachtet wie viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dieser verknüpft sind (auch in Österreich). Ich bin mir auch sicher, dass die Abwrackprämie nicht auf politischen Mist gewachsen ist, sondern ein klarer Wunsch der Autoindustrie. Dass ausländische Hersteller davon stark profitiert haben (in Österreich zB. Kia/Hyundai), war halt ein Kalkulationsfehler der AI. Diesen Fehler werden sie sicher kein zweites mal machen, daher wird es für E-Autos so schnell nix geben ...

Zeit, Zeit, Zeit ...

Auch wenn viele von uns euphorisch auf den kleinen Tesla warten und ihn für einen Gamechanger halten, wir dürfen nicht vergessen, er muss leistbar und bekommbar werden. Wenn er 2015 kommen soll, werden 2015 wenn überhaupt 100.000 produziert werden können, klingt viel, ist es aber global betrachtet nicht. Also das Key-Jahr wird wahrscheinlich frühetens 2016 sein ... bis dato kann sich die deutsche Autoindustrie noch Zeit lassen oder

a) Plug-In Hybride puschen
b) Wasserstoffautos forcieren
c) Spürbare Steuern für Elektroautos erfinden

und im stillen Kämmerchen weiter an ihren Elektrokonzepten (aber mit deutlich mehr kWh) arbeiten. Auch wenn die Popcorns langsam ploppen, Deutschland ist noch lange nicht verloren, das einzige was wirklich in Gefahr ist, ist der Anspruch der Innovationsführerschaft im Automobilbau und das tut mir besonders weh ...
Zuletzt geändert von meta96 am Mi 6. Nov 2013, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WIWO über E-Mobility

Beitragvon green_Phil » Mi 6. Nov 2013, 11:17

Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Der i3 ist gar nicht so schlecht, wie er hier oft gemacht wird.
Ich wohne auch auf dem Land, habe eine Garage. Der i3 ist bestellt. Als Erst- und einziger Wagen. Er wird mich zu den nächsten großen Städten bringen können, auch zu Freunden in der Region, und zum Skifahren in die Hochlagen des Bayerischen Waldes. Wir sind ein 2-Personen-Haushalt ohne Kinder. Die hinteren Türen werden wir also nicht (all-)täglich brauchen, und für die paar Mal, die wir jemanden mitnehmen oder so, ist das kein Problem. Der i3 war nie als Familienvan gedacht. Sondern für etwas mehrverdienende (Vor)stadtkunden, vorzugsweise ohne Kinder. Oder für Leute wie uns, denen es das wert ist, ein E-Auto mit bestimmten Eigenschaften zu fahren und dafür auch lange Zeit zu sparen. (Nicht immer mit dem Zoe oder Leaf vergleichen! Und wenn, dann bitte auch die vielen Dinge erwähnen, die der i3 voraus hat: Schiebedach, Multimedia-Vernetzungsgeschichte oder fehlender Mitteltunnel z.B....).
Wir freuen uns schon riesig auf den i3! Und ich sehe auch den Vorteil, dass das geringe Gewicht durch einen größeren Akku nicht erhört wurde und es so dank Leichtigkeit bei geringem Verbrauch bleibt. Sonst würde ich den schweren Akku bei allen kurzen Strecken mitschleppen! Aber ja, auch ich wünsche mir bei E-Autos bezahlbar mehr Reichweite. Aber da müssen wir wohl noch 5 bis 7 Jahre warten. Der i3 wird übrigens für die nächsten 20 Jahre mit allen von BMW entwickelten Akkus kompatibel sein und so ist ein Upgrade ohne Probleme möglich. Bei Mietakkus ist man da eher dem Gut-Dünken des Herstellers ausgeliefert.
Die anderen i-Nummern kommen in den nächsten Jahren, da sind dann auch Autos für Familien dabei. Also nicht gleich vom ersten E-Car eines Konzerns verlangen, dass es alles kann, vom Sportwagenfeeling bis hin zur Familienkutsche und dem kleinen Stadtflitzer.
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Re: WIWO über E-Mobility

Beitragvon Curio » Mi 6. Nov 2013, 11:35

green_Phil hat geschrieben:
Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Der i3 ist gar nicht so schlecht, wie er hier oft gemacht wird

Vielen Dank, Phil - neben all den guten Beiträgen zum Thema hier bringt Deiner aus meiner Sicht etwas Ausgewogenheit rein.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier viele etwas frustriert sind, dass es das "universelle E-Auto" (noch) nicht gibt, schon gar nicht aus deutscher Produktion - und wenn dann die neuen Modelle (wie i3) für das persönliche Bedarfsprofil nicht passen, bekommen sie entsprechend "Feuer".

Nach meinem Eindruck sind viele Argumente doch etwas einseitig, wozu jeder sein gutes Recht hat - aber wo ist zB der gigantische Unterschied in der Batteriekapazität zwischen einer ZOE und einem i3?
Wie lade ich die ZOE zu Hause in der Garage, wenn ich eben "nur Schuko" und keinen Drehstromanschluß habe (und auch nicht haben kann/will)? Und wenn ich sie dann an Schuko laden kann, nächstes Jahr, wie hoch sind die Ladeverluste?
Gibt eben überall Licht und Schatten...

Leute, es gibt eben sehr viele verschiedene Nutzungsprofile und Anwendungsfälle, angefangen mit dem Laden. Und ja, es gibt leider kein Auto, dass alle perfekt abdeckt. Daher ist die ZOE für verschiedene Nutzer hier eben einfach genial und im Moment genau das Richtige, für andere vielleicht ein i3 oder ein Leaf.

Also muss hier auch jeder nach seiner Facon elektro-selig werden, aber im Idealfall ohne die anderen, alternativen Lösungen im e-Markt gleich zu verdammen, nur weil sie für einen selbst nicht passen. Ist doch umso besser, je mehr auch verschiedene Lösungen im Angebot sind.
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