Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon JuergenII » Fr 13. Mär 2015, 14:09

Aber die nicht verbrauchsabhängigen Kosten würde ich ja auch ohne Auto zahlen. Also sind die Mehrkosten des Ladens ja da nicht hineinzurechnen, oder?

Ich tendiere auch zu Rolands Gesamtrechnung. Strom teilt sich nun mal in den meisten Fällen in fixe und variable Kosten auf. Und da Du alles zahlen darfst ist das heraussrechnen der Fixkosten mehr eine Milchmädchen Rechnung.

Oder würdest Du die Überlegung auch bei anderen Stromverbrauchern anstellen? Oh, mein neuer 80 Zoll Flatscreen braucht 1 kWh pro Stunde. Ist aber halb so schlimm, da ja die Fixkosten auch ohne den Flat anstehen würden, brauche ich ja nur nur die variablen Kosten rechnen.

Oder noch viel krasser: Besitze eine PV Anlage. Die wurde zu Zeiten angeschafft, bei denen das Thema EV noch gar nicht zur Diskussion stand. Ist jetzt der Strombezug für das EV darüber kostenlos, oder muss ich die Investitionskosten auf die erzeugten kWh für das EV umlegen?

Natürlich kann ich mir den Strom damit schön rechnen. Fakt bleibt aber, dass ich rund 15 Cent pro kWh auf die Nutzungsdauer zahlen darf.

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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon DeJay58 » Fr 13. Mär 2015, 17:16

Es tut mir leid ich kann immer noch nicht folgen: wenn ich 10 kWh ins Auto reinlade dann steigt die Stromrechnung aber nicht um 2,2€. Sondern um rund die Hälfte wenn mein Gesamtverbrauch einigermaßen gleich bleibt. Warum sollte ich dann aufschreiben dass ich mehr bezahlt hätte für diese eine Ladung?

Ich will niemanden sagen wieviel mir eine kWh durchschnittlich kostet. Ich will nur wissen wieviele euros ich auf die Seite legen muss bei einmal laden. Und da ist es alles nur keine Milchmädchenrechnung, wenn ich hier für den Arbeitspreis nehme und die Grundgebühr außen vor lasse.
Hier gibt es offensichtlich festgefahrene Meinungen. Irgendwie will niemand so recht auf das Beispiel von mir eingehen wo ich ein paar Kilowattstunden verkaufe und ich am Schluss weniger bezahlen muss als wenn ich sie nicht verkauft hätte. Dieses eigene Beispiel von mir hat mir am ehesten die Augen geöffnet.
Das soll jetzt bitte nicht überheblich klingen, und ich bin der letzte der sich nicht überzeugen lässt, aber ich habe für mich schon die richtige Lösung gefunden. Ich danke allen die mit diskutiert habenfür den großartigen Input.

Übrigens noch etwas zum Beispiel mit dem Telefon mit Grundgebühr. Das ist nicht so das es das nur einmal gab sondern es gibt es noch immer. Telefone (Handys) haben auch heute noch Grundgebühren Wenn sie mit Vertrag sind.
Wenn mich meine Freundin bitte mit meinem Handy nach Deutschland anrufen zu dürfen, was ja zusätzliche Kosten verursacht, dann würde ich doch nie und nimmer auf die Idee kommen ihr neben den angefallenen Gesprächsgebühren auch noch anteilig die Grundgebühr zu verrechnen. Auch nicht wenn sie 15 mal nach Deutschland anruft. Offenbar würden das einige aber tatsächlich anders machen… doch damit würde man sicher nur selbst bereichern, wenn die Grundgebühr für mein Handy zahle ich ja sowieso.

Aber danke noch mal an alle waren sehr interessante Argumentationen dabei :)
Video Reku Test alte/neue SW: https://youtu.be/mTpot4lZYtA
Video 2: Reku Test: https://www.youtube.com/watch?v=HQd-0jxuzow
Video 3: i3 geht auch quer: https://www.youtube.com/watch?v=lM-mqv72fdY



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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon energieingenieur » Fr 13. Mär 2015, 18:48

Ich habe jetzt eigentlich erst so richtig verstanden, worum es dir geht.

Wenn du es so betrachtest, wie ich denke, dann musst du berücksichtigen, dass dein realer Jahres-End-Strompreis mit jeder zusätzlichen kWh sinkt, denn die Grundgebühr bleibt ja konstant und mit jeder neuen Verbrauchs-kWh ändern sich die Anteile der Grundgebühr an den Gesamtkosten.

Aber jetzt erstmal zu deinem Beispiel:
Du hast 1000kWh verbraucht, dein Gast ebenfalls 1000kWh => am Jahresende: 2000kWh zu 10ct/kWh = 200 EUR. Die Grundgebühr sind 100 EUR. Also 300EUR/2000kWh => echter Strompreis: 15ct/kWh. Dein Gast zahlt 150 EUR, Du zahlst 150 EUR. Ihr zahlt gleichviel für die gleiche erbrachte Leistung: An einem Ort x eine bestimmte Menge Strom abnehmen.

Wenn du nach deiner Denkweise rechnest passiert folgendes:
Du beziehst 1000kWh zu 10ct/kWh = 100EUR und zahlst die Grundgebühr: 100 EUR. In Summe zahlst du 200 EUR für 1000kWh Strom: 20ct/kWh. Dein Gast zahlt die 100 EUR für 1000kWh. Also 10ct/kWh und damit nur die Hälfte von dem, was du für die gleiche Menge bezahlst. Das finde ich eine befremdliche Vorstellung.

Auf dein Auto laden übertragen würde das bedeuten, dass dich jede kWh Strom, welche du in deinem Haus verbrauchst, dich doppelt soviel kostet, wie die, die du ins Auto lädst. Das finde ich ebenfalls befremdlich und unlogisch.

Was passiert denn, wenn du aufgrund des Autos in einen anderen Stromtarif mit anderer Grundgebühr (teurer) und anderem Arbeitspreis (niedriger) rutscht? Wie willst du das dann auseinander rechnen? Rechnest du dann das Haus mir den alten Preisen und den Autostrom dann mit den Differenzpreisen vom alten zum neuen Vertrag?

Wäre deine Gedanken die gleichen, wenn das Verhältnis von Grundpreis zu Arbeitspreis ein anderes wäre?

Wenn du deinen Autostrom nur mit dem Arbeitspreis rechnest, würde ich ihn als (leicht) subventioniert bezeichnen. Subventioniert dadurch, dass es da einen spendablen Gönner (dich selbst) gibt, der dir am Abnahmepunkt x einfach nur den Arbeitspreis berechnet und die Bereitstellungskosten voll auf seine Kappe nimmt. Würde es das Haus an der Stelle nicht geben, wäre der Strom hier nicht so günstig. Würde es das Haus nicht geben, ließe sich dein i3 nicht so günstig betreiben.

Betrachtest du die Kosten für dich als Gesamtsystem und willst du nur die Zusatzkosten berechnen, finde ich deine Vorgehensweise durchaus legitim, denn du kannst frei entscheiden, welchen Kostenstelle du welche Beträge zurechnest.

Betrachtest du jedoch das Auto in seinen eigenen Grenzen und willst die realen Kosten ermitteln, dann muss m.E. die Grundgebühr anteilig mit eingerechnet werden, denn ohne das "sowieso"-Vorhandensein des Hauses mit dem Stromanschluss könntest du nirgendwo den Strom so günstig laden.
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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon Elektrolurch » Sa 14. Mär 2015, 15:59

energieingenieur hat geschrieben:
Du hast 1000kWh verbraucht, dein Gast ebenfalls 1000kWh => am Jahresende: 2000kWh zu 10ct/kWh = 200 EUR. Die Grundgebühr sind 100 EUR. Also 300EUR/2000kWh => echter Strompreis: 15ct/kWh. Dein Gast zahlt 150 EUR, Du zahlst 150 EUR. Ihr zahlt gleichviel für die gleiche erbrachte Leistung: An einem Ort x eine bestimmte Menge Strom abnehmen.

Aber dann kann man den realen Preis ja immer erst nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums (hier: 1 Jahr) bestimmen, denn vorher ist ja gar nicht klar, wieviel verbraucht werden wird. Und wenn man das so macht, ist eine Festlegung des Abrechnungszeitpunktes (nach einem Jahr) willkürlich. Vielleicht verbrauche ich ja im Jahr darauf viel mehr oder viel weniger? Das müsste ich ja dann doch auch berücksichtigen?

Im Umkehrschluss kann ich den abrechnungsrelevanten Zeitraum dann auch beliebig klein halten, also z.B. auf die Dauer eines Ladevorgangs begrenzen. Dann spielen irgendwelche GG kaum noch eine Rolle.

Und wenn man GG einrechnet, was ist dann mit den Investitionskosten für den Ladeanschluss? Wallbox, Kabel, Fi, Monteurstunden? Auch umlegen?

Also ich gehe für mich davon aus, dass ich die Investitionskosten und die GG für mich allein auch berappe. Daher würde ich, wenn Ladegäste den von ihnen an meiner Ladestation verbrauchten Strom bezahlen sollen, nur die tatsächlichen Verbrauchskosten berechnen.

Anders wäre es, wenn ich eine separate Ladestation nur für "Fremdlader" aufstellen würde, die ich selbst nicht benutze. Dann kann man die ganzen anderen Kosten mit einrechnen. Aber sofort rutscht man in das Zeitraumdilemma, das ich oben versucht habe zu skizzieren.
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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon JuergenII » Sa 14. Mär 2015, 17:53

Was er will ist mir schon klar. Durch seine Rechenmethode reduziert sich der Strompreis/100 km gewaltig. Das kann er ja ruhig machen, wenn er meint damit sein Seelenheil zu finden. Fakt ist aber, dass die Grundgebühr ein Teil seiner Gesamtstromrechnung ist, die er ebenfalls zahlt. Von der Logik würde ich sie zu den verbrauchten kWh dazurechnen.

Aber jeder verschönert die Kosten seines EV's so gut er kann..... :mrgreen:

Wobei den Tarif von DeJay58 hätte ich auch gerne, würde ja hunderte von Euro im Jahr sparen. Rund 14 Cent/kWh + Grundgebühr hat was, wobei die noch günstiger sein müssten, da ich mal vermute, das die Grundgebühr auch mit Steuern belegt ist.

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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon Gerhard » Di 17. Mär 2015, 05:25

Ich sehe es so:
Hier in Österreich, gibt es eine Grundpauschale eine Arbeitsgebühr (der Strom) und die Netzgebühr.
Wenn ich also "Tanke" bezahle ich nur die Arbeitsgebühr, also der Strom (5-7 Cent) und die
Netzgebühr.
Die Grundpauschale wird nicht höher auch wenn ich noch so oft Tanke.

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Re: Wie sinnvoll Stromkosten berechnen?

Beitragvon barneby » Di 17. Mär 2015, 08:49

Sehe die Sache mal als Vermieter, der die Nebenkostenrechnung erstellen muß.
Der Preis für den Allgemeinstrom den alle Mieter zu zahlen haben wird nur einmal im Jahr festgestellt und zwar mit der Rechnung des Versorgers. Nur dann steht der Strompreisanteil für GG und Verbrauch fest.
In der restlichen Zeit ist eine Verbrauchsrechnung ungenau und nur eine Schätzung.
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