wie kann sich ein e-auto rentieren?

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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon dibu » Di 16. Sep 2014, 20:46

Manche Beiträge hier erinnern mich an einen alten Kollgen. Der sagte: "Ich kann mir nie einen Computer kaufen, obwohl ich dringend einen brauche. Immer wenn ich mich gerade für einen entschieden habe, gibt's ein anderes Modell, das viel billiger ist, viel mehr kann, oder sonstwie interessant ist. Aber dann weiß ich nicht, ob das andere Modell was taugt. Bis ich das rausgekriegt habe, gibt's wieder ein neues Modell, usw.". Armer Kollege! Er bringt sich um den gesamten Spaß, den es bringt, einfach mal ins kalte Wasser zu springen und was Neues zu erleben. Auch wenn ein Risiko dabei ist.

Zurück zum Thema: ein neues E-Auto wird sich genauso wenig rentieren wie ein neues Verbrenner-Auto. Autos sind immer ein Luxus. Da soll man sich nicht in die Tasche lügen. Gemeint ist aber wohl eher "kann es günstiger sein als ein Verbrenner-Auto?". Ich denke, ja das kann es. Ich meine hier finanziell. Wenn ich viel fahre, sehe ich durchaus nach einigen Jahren die Chance, dass sich das E-Auto gegenüber dem Verbrenner rentiert. Aber das hat mehr mit Glaube als mit Wissen zu tun. Belegen kann man das erst in 10 Jahren.

Andere Frage: Rentiert sich ein i-phone? Es soll ja durchaus Leute geben, die sich eines dieser nicht billigen Geräte kaufen :mrgreen:
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Beitragvon redvienna » Di 16. Sep 2014, 22:45

Im Endefffekt kann man bei jeder Vergleichsrechnung es so oder so hinbiegen.

Es ist eine Frage der Sichtweise.

Ohne/mit Wertverlust ? Etc.
Tesla S70D 3/16 + 50.000km + Tesla M3 + Tesla Roadster 2020 reserviert
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon Cavaron » Mi 17. Sep 2014, 09:01

spark-ed hat geschrieben:
Sicherlich werden die im Tesla verbauten 18650er Zellen absehbar einem Preisverfall unterliegen. (Ist jetzt schon erkennbar)
Standardbauform => Massenprodukt von mehreren Anbietern => Wettbewerb => Preisverfall
Spezifisch auf ein Fahzeug abgestimmten Akkus mit einer entsprechend designten Bauform und Integration in die Fahzeugelektronik oder Verdongelung wie beim Drilling oder auch sonst fast jedem aktuellen Fahzeug stehe ich da erstmal skeptisch gegenüber.
Am ehesten noch beim Leaf kann man aufgrund der sehr hohen Stückzahl mit günstigeren Ersatzbatterien rechnen. Da lohnt es sich auch für Drittanbieter einzusteigen.

Die Akku-Gehäuse sind je nach Auto-Modell unterschiedlich, aber die einzelnen Zellen (also das, was man austauschen müsste) keineswegs. Im Prinzip gibt es nur 3 verschiedene Bauformen der einzelnen Zellen (Tüten, Zylinder und Prismatisch) und dann noch mal verschiedene Größen. Es gibt ja auch nicht viele Akku-Hersteller (Panasonic, LG Chem, Samsung SDI dürften zusammen wohl 80% Abdecken) und die Autobauer die bislang ihr eigenes Süppchen gekocht haben (Nissan, Daimler...) schwenken auf diese um. Die bauen ja nicht für jedes Auto anders formatige Zellen, das würde die Kosten hoch treiben.

Zusatzakkus für Leaf und Drillinge von Drittanbietern gibt es ja heute schon - also ist die technische Integration in die Fahrzeugelektronik kein Problem. Warum auch. Ich persönlich kenne das von den alten, französischen E-Autos aus den 90ern. Die waren auch auf NiCd abgestimmt - werden trotzdem heute auch mit Blei- und Lithiumakkus betrieben. Maximal muss man der Lade-Elektronik des Autos ein Gerät vorschalten, das die Bedürfnisse der neuen Akkus in die Signale umsetzt, welche die alten Akkus gegeben hätten (voll, schwach, leer usw.).

Zugelassen bekommt man sowas (wie komplette Umbauten) ebenfalls. Ich sehe da auch wieder kein Problem, solange man die Zellen in das Gehäuse vom Hersteller einbaut und Gewicht und thermische Stabilitität vergleichbar oder besser sind.

Und zu guter letzt sollte man den Gebrauchtmarkt nicht vergessen. Akkus werden bald ausgebaut nicht weil sie am Ende sind, sondern weil es Bessere gibt. Der Tesla Roadster ist da nur der Anfang.
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon spark-ed » Mi 17. Sep 2014, 15:44

O.K. Drittanbieterbatterien kannte ich bislang noch nicht.

Cavaron hat geschrieben:
Zusatzakkus für Leaf und Drillinge von Drittanbietern gibt es ja heute schon - also ist die technische Integration in die Fahrzeugelektronik kein Problem

Für den Leaf mit bis dato >130.000 verkauften Einheiten ist so etwas ja zu erwarten und keine Überraschung.

Gibt es dazu Bezugsquellen und Preise?
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon PJ_RawVegan » Mi 17. Sep 2014, 19:24

neben den ganzen Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Vergleichsrechnungen kommt finde ich der Ideelle Wert zu kurz.

Erdöl ist schuld an Kriegen und Zerstörung, egal für welches Thema man sich interessiert (Umwelt, Tierschutz, Menschen, Politik, Finanzsystem) alles hängt am Erdöl.
Für mich machen da ein Paar Euro mehr oder weniger im Geldbeutel wie man bei uns so schön sagt "das Kraut nicht Fett" :D
Mir geht es viel mehr darum endlich vom Erdöl als Brennstoff weg zu kommen und mit 100% Wasserkraft aus sozusagen "Regionalem Anbau" unterwegs zu sein.
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon Karlsson » Mi 17. Sep 2014, 19:28

Idealismus ist auch ein Weg. Aber hier ging es ja um die Wirtschaftlichkeit.
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon spark-ed » Mi 17. Sep 2014, 21:51

Sehr treffend, Idealismus ist eine Seite der Argumentation und nimmt bislang bei den meisten EV Nutzern auch einen hohen Stellenwert ein.
(mit ca. 0,2% bei den Neuzulassungen erstaunlicherweise trotzdem die absolute Minderheit)

Wenn ich meinen Nachbarn/ Kollegen oder sonst wen von der Überlegenheit der Elektromobilität überzeugen will, muss ich zusätzlich mit anderen Argumenten kommen.
Idealismus ist in Deutschland bei der breiten Bevölkerung nicht angesagt. Egoismus boomt hingegen - leider :evil:

Daher interessieren mich u.A. auch die Aussichten auf Drittanbieter für Akkus. Eine solche Entwicklung gibt der "Sache" eine zusätzliche Dynamik. Mit konkreten Zahlen kann man auch die Leute ansprechen, die üblicherweise dem Taschenrechner mehr Beachtung schenken als dem gesunden Menschenverstand.
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon wp-qwertz » Do 18. Sep 2014, 06:14

Cavaron hat geschrieben:
...
Zusatzakkus für Leaf und Drillinge von Drittanbietern gibt es ja heute schon...


spark-ed hat geschrieben:
O.K. Drittanbieterbatterien kannte ich bislang noch nicht.
Gibt es dazu Bezugsquellen und Preise?


Würde mich auch interessieren. So konkret wie möglich, wenns geht @Cavaron.
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Re: AW: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon Karlsson » Do 18. Sep 2014, 08:25

Was heißt Zusatzakku? Mich würden vor allem günstigere Alternativen zum Ersatzakku interessieren, am besten noch mit mehr Kapazität.
Wenn der Akku beim i-Miev billig wäre, fände ich den Wagen ja auch interessant - obwohl Klapperkiste. Aber ich bin da nicht so pingelig wenn dafür der Preis auch passt.
Beim dem völlig überzogenen Akkupreis tut er das meiner Meinung nach aber nicht.
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Re: wie kann sich ein e-auto rentieren?

Beitragvon Cavaron » Do 18. Sep 2014, 10:35

wp-qwertz hat geschrieben:
Würde mich auch interessieren. So konkret wie möglich, wenns geht @Cavaron.

Ok, habe mal alles zusammen getragen, was ich auf die Schnelle finden konnte. Beachtet bitte, dass die zusätzliche Elektronik (DC-DC-Wandler, eigenes BMS usw.) diese Zusatz-Akkupacks relativ teuer machen:

Leaf
http://www.torquenews.com/1075/add-40-miles-driving-range-nissan-leaf-enginers-add-battery-pack
http://www.pluginamerica.org/accessories/enginer-auxiliary-battery-pack

I-MiEV / C-Zero / iOn
http://eauto.si/en/electric-range-extender/
Das Leaf-System scheint mir ausgereifter, da es auch über den Leaf-Lader geladen wird. Für das I-MiEV-System benötigt man auch noch einen eigenen Lader.

Akkus
Verwendet werden bei beiden Projekten sogenannte LiFePo4-Akkus. Ist eine thermisch sichere Chemie mit hoher Zyklenzahl. Leider etwas mehr Gewicht pro kWh als das, was standarmäßig im Westen verbaut wird. Solche Akkus benutzen aber BYD und Denza für ihre China EVs mit 300km Reichweite.

Der Preis pro kWh liegt derzeit, je nach Menge, zwischen 250 und 310 Euro (Bauform prismatisch, also wie im I-MiEV):
http://3xe-electric-cars.com/lithium-battery-accessory/lithium-batteries-lifepo4-lifeypo4/winston-battery

Gibt es mittlerweile auch als Tüte, also der Bauform wie im Leaf - leider noch etwas teurer:
http://3xe-electric-cars.com/get-into-s ... d-a-detail

Ich rechne da aber bald mit fallenden Preisen oder neuen/besseren Produkten.


Gewässerter I-MiEV - vielleicht auch Interessant. Hier versucht jemand einen I-MiEV mit Wasserschaden zu restaurieren. Den Akku hat er schon ausgebaut - leider ist ebenfalls die ganze Elektronik hinüber, sonst wären da wohl schon andere Akkus drinnen und er würde fahren. Lohnt sich sicher zu verfolgen:
http://300mpg.org/2013/02/17/flooded-mitsubishi-i-miev/
Zuletzt geändert von Cavaron am Do 18. Sep 2014, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
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