Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon umberto » Sa 3. Dez 2016, 23:53

JoDa hat geschrieben:
Was "realistische Verbrauchswerte" sind, ist selbsterklärend!


Nein, ist es nicht.

Ist es der Pendler in Ostfriesland, der jeden Morgen von Caroliensiel nach Aurich zur Arbeit fährt und dabei fast keine Ortsdurchfahrt und nur 2 Ampeln passiert?

Oder der Pendler, der von Herrenberg nach Stuttgart morgens im Dauerstau erst auf der A81 und danach auf der B14 für die gleiche Strecke wie oben die dreifache Zeit braucht?

Oder der junge Wilde, der gerne von Bochum nach Heidenheim in 3h 30min die Autobahn runterbrettert?

Sag doch mal.

Gruss
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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon cpeter » So 4. Dez 2016, 06:57

umberto hat geschrieben:
JoDa hat geschrieben:
Was "realistische Verbrauchswerte" sind, ist selbsterklärend!

Nein, ist es nicht.

Ja, stimmt schon, man muss die Parameter der Tests definieren, damit die Ergebnisse vergleichbar und wiederholbar sind. Andererseits: Verbräuche so zu messen, dass die resultierenden Werte nur in künstlichen "Laborbedingungen" erreichbar sind und wo reale Verbräuche um 42% drüber liegen, macht jedenfalls keinen Sinn.

Letztendlich ist es gar nicht so kompliziert: Der ÖAMTC hat z.B. für sich eine "Normtestrunde" definiert, die wesentlich realistischer abbildet, welchen Verbrauch man erwarten kann. Und wie schon geschrieben: der EPA Testzyklus ergibt auch Werte, die im realen Leben erwartbar sind. Und natürlich kann man auch weiterhin nach Verbrauchsmustern grob unterscheiden (Verbrauch am Land, in der Stadt, auf der Autobahn).

Die Praxis zeigt, dass man realistische Testvorgaben definieren (und deren Umsetzung auch überwachen) kann.
Hoffen wir, dass der WLTP das erreicht (beides: praxisnahe Verbrauchswerte und strenge Überwachung, ob getrickst wird).
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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon JoDa » So 4. Dez 2016, 08:11

@ umberto
Bei deinen Beispielen geht es um den realen Verbrauch jeweils eines Fahrers.
Fahrzyklen sollen jedoch, wie du sicherlich weist, den Durchschnittsverbrauch abbilden.
Also den Durchschnittsverbrauch (in l/100km oder kWh/100km) den ein durchschnittlicher Fahrer im Jahresdurchschnitt hat.
Damit soll es einem Käufer möglicht sein, den zukünftigen Verbrauch des Fahrzeuges abzuschätzen.
Nicht böse sein, aber werde in Zukunft nur mehr auf ernst gemeinte Fragen deinerseits antworten.


+1 @cpeter
Aber:
*) So ziemlich alles ist realistischer als der NEFZ, so auch die unrealistische ÖAMTC Normrunde ;)
Ein realistischer Zyklus ist nicht einfach zu erstellen.
So besteht z.B. der EPA-Combined-Zyklus aus 5 Teilzyklen (Stadt, Land, Autobahn, 36°C, -7°C).
Dies hat der Themenersteller eve auch schon verlinkt.
*) Aus den von mir genannten Gründen teile ich deine Hoffnung nicht,
dass der WLTP beides erreicht (praxisnahe Verbrauchswerte und strenge Überwachung).
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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon 150kW » So 4. Dez 2016, 14:19

Ich finde schon das die Verbräuche wie bei anderen Energielabels eine möglichst sparsame Benutzung darstellen sollte. Man sollte also sehen welchen Verbrauch man bei sparsamer Fahrweise erreichen kann. Der muss aber ohne weitere Tricks erreichbar sein.
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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon umberto » So 4. Dez 2016, 19:43

JoDa hat geschrieben:
Also den Durchschnittsverbrauch (in l/100km oder kWh/100km) den ein durchschnittlicher Fahrer im Jahresdurchschnitt hat.
Damit soll es einem Käufer möglicht sein, den zukünftigen Verbrauch des Fahrzeuges abzuschätzen.


Ja, aber das ist doch gerade das Problem. Wer ist denn jetzt der Durchschnittsfahrer?
Wichtig ist nur, daß der Zyklus die Autos vergleichbar macht. Und die Kritik habe ich schon am NEFZ nie gehört? ALLE Autos brauchen in welcher Realität auch immer mehr als im Zyklus (der Ostfriese in meinem Beispiel unterbietet übrigens den NEFZ bei den meisten Autos, wenn er vorausschauend fährt).
Aber ich nie irgendwo gelesen, der Seat ist mit 4l angegeben, den fahr ich mit 7, mein Vorgänger der Kia war mit 5 angegeben und da habe ich 6 gebraucht.

Nicht böse sein, aber werde in Zukunft nur mehr auf ernst gemeinte Fragen deinerseits antworten.


Das war eine ernst gemeinte Frage. Wer legt fest, was real ist? Der durchschnitliche Verbrauch des durchschnittlichen Fahrers ist ja schon fast Ironie in sich. Oder anders: mit einer Zahl wirst Du keine vernünftige Aussage erreichen.

Gruss
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Re: Welche Änderungen bringt der WLTP Zyklus mit sich?

Beitragvon eve » Mo 5. Dez 2016, 08:02

...
Die entscheidenden Neuerungen beim Prüfverfahren WLTP seien, dass die Fahrzeuge nicht mehr solange stillstehen und dass sie „schneller auf höhere Geschwindigkeiten beschleunigen, nämlich auf 131 Stundenkilometer statt wie bisher nur auf 120“. Das wirke sich „je nach Leistung der Fahrzeuge sehr unterschiedlich aus – bei Autos mit kleinen Motoren werden sich die Verbrauchswerte drastisch verschlechtern“, so Carstens.
...
Eine Schwäche des neuen Prüfverfahrens sei, dass Autos mit „großvolumigen Motoren im WLTP besser abschneiden als bisher“, da sie bei höheren Geschwindigkeiten und schnelleren Beschleunigungen „in einem besseren Wirkungsgrad“ betrieben werden und „weitere Strecken in einem hohen Gang und damit verbrauchsärmer zurücklegen“ können.


http://ecomento.tv/2016/12/05/wltp-uebe ... erfahrens/
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