Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Mo 6. Aug 2018, 22:38

Ich bin mir über sämtliche Vor- und Nachteile eines BEVs durchaus bewusst. Daher habe ich ja auch keines. Sondern den Kompromiss dazwischen und lade daher auch mehr als die anderen weil ich trotzdem soviel wie möglich elektrisch fahren möchte. Aber es gibt sie nunmal, die Nachteile! Und bei Reichweite denkt jeder immer nur an das „am Stück fahren“ wogegen ich eben an den Zeitfaktor denke, meine Lebenszeit, die ich durch das laden verliere, wenn ich nur auf externe Lademöglichkeiten angewiesen bin. Schlimmer noch - auf die willkürlichen Preismodelle der Stromanbieter.

Ja, die Verbrenner kosten den Menschen im Schnitt 14 Minuten Lebenszeit (Statistik sinkend) aufgrund der Abgase, was ich aber schon an Ladensäulensuche an Zeit liegen gelassen habe, Frust hatte wegen zugeparkten oder defekten Ladesäulen hatte und wie viel ich teilweise durch laufen Zeit verloren habe, verzweifelt bin mit den Versuchen, Ladesäulen freizuschalten, Ladekabel aus dem Kofferraum, einstecken, ausstecken wieder zusammenrollen - das kann ich nach einem Jahr schon nicht mehr ausrechnen. Und das ist kein lamentieren sondern einfach nur ein Fakt, den es auch zu bedenken gilt.
Aber malt ihr ruhig die Welt, wie sie euch gefällt. Ich weis aus eigener Erfahrung, die Realität sieht anders aus. Klar, würde ich statt 40-50km, 400km weit kommen würde sich das weitgehend relativieren aber verschwinden würden diese Dinge nicht.

Man kann sich alles so schön reden - ja mein Auto ist morgen früh voll und vorgekühlt - aber das ist nur eine Seite der Medaille. Morgen Mittag muss ich wieder bei 40 grad mit Koffer 15min zum Kunden laufen und danach wieder zurück und ab nächsten Monat ist das laden einfach so um das dreifache teurer und somit rechnet sich das elektrische fahren für mich im Außendienst mit 14,75€/100km einfach nicht mehr..

Ich teste alles selbst und lese mich gerne in Themen ein bevor ich mich persönlich damit auseinander setze. Und jeder der mich kennt weis, ich habe auf Herz und Nieren getestet und finde es schade, das es aufgrund der neuen ab 01.09.geltenden Ladestrompreise ein Ende für mich hat mit dem reinen elektrischen Fahren. Ab da verpeste ich wieder mehr die Luft - was aber Vorzüge im Comfort hat.
Für mich persönlich kommt ein rein elektrisches Auto stand heute als Erstfahrzeug vor allem aus diesem Grund noch nicht in Frage aber auch weil es noch zu viele Dinge gibt die einfach noch nicht passen. Zuverlässigkeit, Händlernetz, Fahrzeugauswahl, Strompreise und Stabilität dieser, Bezahlsysteme, Reichweite (nicht auf den einzelnen Tag gesehen), Ladeinfrastruktur, Horrorgeschichten von Urlaubsfahrten, Ladekartenchaos usw. Als Zweitwagen würde ich nichts anderes holen sofern ich daheim vom Dach Laden kann.
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Beitragvon Mei » Di 7. Aug 2018, 04:49

rolandk hat geschrieben:
...... um was es geht: die Vorteile eines E-Fahrzeugs aufzuzeigen....


Ja,
aber das Tankargument ist nun mal kein Vorteil, dass man es in den Himmel loben sollte, da dass Anstöpseln eben Zeit kostet. Ganz besonders nervig bei Regen.
5min an der überdachten Tanke ist eben bequemer und schneller.

Wenn jemand ernsthaft das Argument Benzol bringt und noch behauptet dafür tausende € bezahlt zu haben, dem glaubt doch kein V-Fahrer.
PS: Die Dämpfe werden im Tankrüssel abgesaugt.
PS: Parfüm verwendet ihr wohl nicht?
Nur Baumwollkleidung? Und 100x mal gewaschen vor dem ersten Anziehen?
Gewaschen nur mit Seife und Wasser?

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Elektrolurch » Di 7. Aug 2018, 06:31

Schüddi hat geschrieben:
Und das ist kein lamentieren sondern einfach nur ein Fakt, den es auch zu bedenken gilt.

Lamento als Verhalten (Lamentieren) wird als ausgiebiges oder wehleidiges Jammern bezeichnet.“ (Quelle)

Es ist das ständige Wiederkäuen der ewig gleichen Kritikpunkte das nervt. Einmal, von mir aus auch zweimal, dann sollte die eigene Position klargestellt sein. Alles andere hat möglicherweise Suchtcharakter.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Di 7. Aug 2018, 06:36

Elektrolurch hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
Und das ist kein lamentieren sondern einfach nur ein Fakt, den es auch zu bedenken gilt.

Lamento als Verhalten (Lamentieren) wird als ausgiebiges oder wehleidiges Jammern bezeichnet.“ (Quelle)

Es ist das ständige Wiederkäuen der ewig gleichen Kritikpunkte das nervt. Einmal, von mir aus auch zweimal, dann sollte die eigene Position klargestellt sein. Alles andere hat möglicherweise Suchtcharakter.

Es ist eben kein wehleidiges Jammern. Ich weis was Lamentieren bedeutet aber vielen Dank Herr Lehrer.
Witzigerweise fallen auch auf der E-Seite immer und immer wieder die gleichen Argumente. Das ständige Wiederkäuen und hochloben der gleichen Argumente in jedem Thread, das nervt. Immer und immer wieder dieses Bashing gegen PHEVs und immer wieder die gleichen Vorurteile gegen selbige.
Ich weis, wenn man frisch verliebt ist trägt man mit voller Stolz seine rosarote Brille und möchte man von anderen nicht hören das seine Freundin eine Macke hat. Tja, ich bin dieser andere da ich das völlig neutral und trocken betrachte. Tut mir leid, wenn ich dich nerven sollte in einem Diskussionsforum das von verschiedenen Meinungen lebt und dadurch deine Gefühle verletze.
Zuletzt geändert von Schüddi am Di 7. Aug 2018, 06:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Elektrolurch » Di 7. Aug 2018, 06:37

@Mei: Immer wieder gut, mal das Kleingedruckte an der Tanksäule zu lesen:

ottokraftstoff-etikett-fuer-behaelter-von-50l-500l-2517-742.png

dieselkraftstoff-etikett-fuer-behaelter-von-50l-500l-2518-744.png
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Di 7. Aug 2018, 06:47

Hmmm warum
Darf ich nochmal keine Batterien in den Müll werfen?

Wenn du dich schon auf den Kraftstoff und seine Gefährlichkeit beziehst musst du aber fairerweise auch erwähnen das der Inhalt eines Akkus auch nicht unbedingt in einer Biotonne entsorgt werden kann, extrem gut brennt, bei der Herstellung auch nicht nur mit gemähter Wiese und Liebe gearbeitet wird und ein Stromschlag tödlich enden kann.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Elektrolurch » Di 7. Aug 2018, 06:51

Ach Schüddi, schonmal was von Exposition gehört? Spiel ruhig weiter den Advocatus Diaboli, ich bin hier raus.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Di 7. Aug 2018, 06:58

Super, danke. Jetzt wird’s auch bisschen komisch mit Anwalt des Teufels und so.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon HW120 » Di 7. Aug 2018, 07:18

Ich bin noch nicht lange hier aktiv. Was negativ auffällt wie manche meinen andere zurechtzuweisen nur weil diese eine andere Meinung haben.

Es zu reflektieren halte ich für klüger und ergiebiger als diesen dumpfen Schlagabtausch der sich in vielen Beiträgen hier findet.Macht daher wenig Spaß zu lesen, erst recht für jemanden der gezielt Informationen sucht.

Es geht nur um Autos und um den Umgang damit, nicht um Religion oder politischen Fundamentalismus.
Gruß Hinrich

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon mobafan » Di 7. Aug 2018, 07:31

Eben. Und ich teile auch die Einschätzung von Schüddi, dass BEV momentan noch nicht für jeden geeignet sind. Sei es wegen mangelnder Reichweite, nicht flächendeckend ausgebauter Infrastruktur, Zulademöglichkeiten, fehlender Anhängelasten, der hohen Preise oder schlicht, weil die Auswahl an Fahrzeugen zu gering ist und man die vorhandenen Modelle nicht mag.

Das sind alles Punkte, die sich in den nächsten Jahren sicherlich ändern werden. An der Infrastruktur wird bereits gearbeitet, ab 2020 wird die Auswahl an E-Modellen deutlich wachsen. Aber auch 2025 wird es noch Leute geben, auf die ein (reines) E-Auto noch nicht wirklich passt.

Ich wiederhole mich gerne: Ich hätte gern meinen Passat Variant GTE als BEV. Mit der jetzigen Zuladung, der möglichen Anhängelast, CCS-Lader > 100kW und mindestens 400km reale Reichweite bei 130 km/h. Aber ein solches Fahrzeug gibt es weder für Geld noch gute Worte zu kaufen. Also bin ich gezwungen, ein Verbrennerfahrzeug zu fahren - bei mir ist es eben der PHEV geworden, weil er zu meinem Fahrprofil passt und recht sparsam bewegt werden kann. Nur der Schnarchlader und kleine Akku stören mich etwas, mit 7,2 oder gar 11kW statt 3,6kW und/oder größerem Akku (100 statt 50km nach Norm) wäre der elektrische Anteil meiner Fahrten deutlich höher.
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