Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Vanellus » Do 19. Jul 2018, 22:41

Elektroautos passen noch nicht für alle (Außendienstler, Vertreter usw.), aber für viele passt es. Und wenn die Hälfte davon mal den Mut aufbrächte, den Schritt zu machen, wäre viel (für alle) gewonnen. U.a. wäre das Thema Fahrverbote wegen Luftverschmutzung vom Tisch.
Ja, das aktuelle Angebot an E-Autos ist jämmerlich klein gehalten von den Herstellern. Das sind Schwächen, nicht der Elektromobilität per se, sondern der Attraktivität der angebotenen Modelle. Ganz viele Varianten gibt es noch nicht.
Wie wichtig einem das ist, was ein E-Auto bietet oder was einem das E-Auto noch nicht bietet, muss jeder selbst entscheiden. Es gibt, auch hier im Forum, Leute, denen geht die Fähigkeit, längere Zeit 200-250 km/h fahren zu können, über alles. Für die ist E-Mobilität auf absehbare Zeit nicht das Richtige. Andere haben andere Prioritäten, die ich hier nicht wiederholen muss, für die stimmt es schon. Für die ist das, was das E-Auto heute besser kann als jeder Verbrenner, wichtiger als die Fähigkeit z.B. 600 km am Stück, also ohne Halt, fahren zu können.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon HW120 » Fr 20. Jul 2018, 08:14

Die Einteilung in Fraktionen ist m.E. falsch. Zumal das im realen Leben, außer bei Fanboys, nicht vorkommt.

Vielmehr ist entscheidend bei welchen Nutzern ein Elektroauto heute schon zu 100% oder eben weniger passt. Dementsprechend fallen dann die persönlichen Entscheidungen. "Getrieben" wie hier im Beitrag angeführt wird gar niemand.
Gruß Hinrich

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Elektrolurch » Fr 20. Jul 2018, 10:21

Weil unsere ZOE leider gerade defekt in der Werkstatt steht, sind wir dieses Jahr mit einem Leih-Verbrenner in den Urlaub gefahren. Es war sehr seltsam, Pausen zu machen ohne dabei zu laden! Fühlte sich irgendwie an wie verschwendete Zeit... ;)
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Elektro-Hai » Fr 20. Jul 2018, 12:21

Schüddi hat geschrieben:
@tomas-b
Und somit sieht man an genau deinem Beispiel das man nie seine Meinung verallgemeinern kann.
Nehmen wir mal als Beispiel die Stadt Reutlingen:
Reutlingen hat knapp 116.000 Einwohner
In Deutschland hat man im Schnitt 573 zugelassene PKW pro 1000 Einwohnern.
Ich behaupte oder besser spekuliere jetzt einfach mal GROSSZÜGIG das 75% der Einwohner der Stadt Reutlingen in Mehrfamilienhäusern wohnen. Ich meine eher mehr.
116000 Einwohner x 90% = 87.000 Einwohner ohne Lademöglichkeit zu Hause.
87.000 Einwohner x 57,3% = 49.851 Fahrzeuge
Auf die 49.851 Fahrzeuge kommen 6 Ladeplätze im Umkreis von 10km, davon 1 Schnelllader bei Aldi, 1 derzeit belegte Ladesäule und min 1 in einem Parkhaus.
Ein Elektroauto muss zwangsweise öfter Energie zugeführt werden weil die Reichweite geringer ist. Bei fast 50.000 Fahrzeugen könnte das ein Problem werden.
Tankstellen habe ich 42 Stück im selben Umkreis und ich bin auch deutlich schneller wieder da weg. Verstehst du das Problem das ich beschreiben möchte?


Laut stat. Bundesamt sind 87% der der 58.000 Gebäude in Reutlingen Ein und Zweifamilienhäuser.
Macht für mein Gefühl max. 30.000 bis 40.000 Leute die nicht so wohnen, dass Laden wohnnah möglich waere.
Nur so als nebensächliche Ergänzung...

Grüsse
Heie


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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Fr 20. Jul 2018, 12:38

Elektro-Hai hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
@tomas-b
Und somit sieht man an genau deinem Beispiel das man nie seine Meinung verallgemeinern kann.
Nehmen wir mal als Beispiel die Stadt Reutlingen:
Reutlingen hat knapp 116.000 Einwohner
In Deutschland hat man im Schnitt 573 zugelassene PKW pro 1000 Einwohnern.
Ich behaupte oder besser spekuliere jetzt einfach mal GROSSZÜGIG das 75% der Einwohner der Stadt Reutlingen in Mehrfamilienhäusern wohnen. Ich meine eher mehr.
116000 Einwohner x 90% = 87.000 Einwohner ohne Lademöglichkeit zu Hause.
87.000 Einwohner x 57,3% = 49.851 Fahrzeuge
Auf die 49.851 Fahrzeuge kommen 6 Ladeplätze im Umkreis von 10km, davon 1 Schnelllader bei Aldi, 1 derzeit belegte Ladesäule und min 1 in einem Parkhaus.
Ein Elektroauto muss zwangsweise öfter Energie zugeführt werden weil die Reichweite geringer ist. Bei fast 50.000 Fahrzeugen könnte das ein Problem werden.
Tankstellen habe ich 42 Stück im selben Umkreis und ich bin auch deutlich schneller wieder da weg. Verstehst du das Problem das ich beschreiben möchte?


Laut stat. Bundesamt sind 87% der der 58.000 Gebäude in Reutlingen Ein und Zweifamilienhäuser.
Macht für mein Gefühl max. 30.000 bis 40.000 Leute die nicht so wohnen, dass Laden wohnnah möglich waere.
Nur so als nebensächliche Ergänzung...

Grüsse
Heie


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Wow! Dann war meine Schätzung ja sehr genau sogar.
Aber um einzelne Zahlen geht es nicht. Ich wollte nur ein Grundproblem klar machen das heute besteht.
Schüddi
 
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon MaXx.Grr » Fr 20. Jul 2018, 16:30

Schüddi hat geschrieben:
Elektro-Hai hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
Reutlingen hat knapp 116.000 Einwohner
In Deutschland hat man im Schnitt 573 zugelassene PKW pro 1000 Einwohnern.
Ich behaupte oder besser spekuliere jetzt einfach mal GROSSZÜGIG das 75% der Einwohner der Stadt Reutlingen in Mehrfamilienhäusern wohnen. Ich meine eher mehr.
116000 Einwohner x 90% = 87.000 Einwohner ohne Lademöglichkeit zu Hause.
87.000 Einwohner x 57,3% = 49.851 Fahrzeuge

Laut stat. Bundesamt sind 87% der der 58.000 Gebäude in Reutlingen Ein und Zweifamilienhäuser.
Macht für mein Gefühl max. 30.000 bis 40.000 Leute die nicht so wohnen, dass Laden wohnnah möglich waere.

Wow! Dann war meine Schätzung ja sehr genau sogar.
Aber um einzelne Zahlen geht es nicht. Ich wollte nur ein Grundproblem klar machen das heute besteht.


Naja, wenn man von Zahlen redet geht es doch wohl um Zahlen. Und die Zahlen des statistischen Bundesamtes unterscheiden sich doch deutlich von Deiner bzw. sind nicht vergleichbar: Einwohner und Gebäude kann man nicht ohne weiteres zueinander in Bezug setzen. Wenn man die Anzahl der Haushalte in Reutlingen wüßte ginge es schon eher, und dann noch die durchschnittliche Anzahl der der Kfz pro Haushalt...

Rein von den Zahlen des statistischen Bundesamtes her würde ich jedenfalls behaupten daß für 80 % der Gebäude in Reutlingen eine Ladestation in der eigenen Garage kein Problem darstellen würde.

Grüazi MaXx
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon bm3 » Fr 20. Jul 2018, 16:36

Schüddi hat geschrieben:
Ich behaupte oder besser spekuliere jetzt einfach mal GROSSZÜGIG das 75% der Einwohner der Stadt Reutlingen in Mehrfamilienhäusern wohnen. Ich meine eher mehr.
116000 Einwohner x 90% = 87.000 Einwohner ohne Lademöglichkeit zu Hause.
87.000 Einwohner x 57,3% = 49.851 Fahrzeuge

Elektro-Hai hat geschrieben:
...Laut stat. Bundesamt sind 87% der 58.000 Gebäude in Reutlingen Ein und Zweifamilienhäuser... .


Schüddi hat geschrieben:
...Wow! Dann war meine Schätzung ja sehr genau sogar.



Nun, diese Einschätzung der eigenen Leistung spricht wohl für sich, ohne Kommentar. ;)

@ HW120

Die "Verbrennerfraktion" das sind doch die etablierten Autoproduzenten mit ihrem Werbe- und Lobbyapparat und den althergebrachten Geschäftsinteressen die dahinter stehen und die Käufer die ihnen das Alles gerne und noch lange abnehmen ? Die kann man schon so bezeichnen.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Wiese » Fr 20. Jul 2018, 17:31

MaXx.Grr hat geschrieben:

Rein von den Zahlen des statistischen Bundesamtes her würde ich jedenfalls behaupten daß für 80 % der Gebäude in Reutlingen eine Ladestation in der eigenen Garage kein Problem darstellen würde.

Grüazi MaXx


Also Leute, so einfach geht das nicht. Da müsste man zuerst mal eine statistische Erhebung über die Anzahl der Garagensteckdosen machen. Dann müsste die Stadt Tübingrn ein Gutachten erstellen lassen, wieviele Steckdosen davon zum Beladen eines KFZ ausgelegt sind. Danach müsste dann der Energieversorger ein Gutachten zur Leitungskapazität, und die Feuerwehr ein Branschutzgutachten wegen der Gefahr von Akkubränden in der Garage erstellen. Wenn das dann alles positiv geprüft wurde, fehlt noch das Warnschild in jeder Garage, das vor der Stolpergefahr wegen des Ladekabels warnt. In betrieblich genutzten Garagen muss dann selbstverständlich ein sicherer Übergang am Kabel gebaut werden, wofür natürlich noch eine Baugenehmigung erforderlich ist.

Hab ich was vergessen?
Umweltrelevantes: ab 2007 5,76 kWp PV, ab 2008 Naturstromkunde, ab 2009 20m² Thermie, ab Mai 2006 Honda Civic Hybrid
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Fr 20. Jul 2018, 17:35

bm3 hat geschrieben:
Nun, diese Einschätzung der eigenen Leistung spricht wohl für sich, ohne Kommentar. ;)

Sieht natürlich blöd aus, wenn man die restlichen Zahlen nicht betrachtet.
Wenn ich durch Reutlingen und Umgebung fahre kann ich mir nur wirklich schwer vorstellen das es mehr Menschen in Einfamilienhäusern geben soll als in Mehrfamilienhäusern. In einer Stadt! Wo sollen die alle stehen? Aber gut, reden wir uns alles schön, jeder kann elektrisch fahren bla bla probleme gibt es nicht usw.









Ooooh wie schön! Draußen wird der Himmel gerade Rosa...
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Vanellus » Fr 20. Jul 2018, 17:51

HW120 hat geschrieben:
Die Einteilung in Fraktionen ist m.E. falsch. Zumal das im realen Leben, außer bei Fanboys, nicht vorkommt.

Vielmehr ist entscheidend bei welchen Nutzern ein Elektroauto heute schon zu 100% oder eben weniger passt. Dementsprechend fallen dann die persönlichen Entscheidungen. "Getrieben" wie hier im Beitrag angeführt wird gar niemand.


Das "Treiben", das ich meine, bezieht sich auf Verbrennerfahrer, die irgendwelche Kriterien aufstellen, die die Elektrofahrer erfüllen müssen: Akku voll in 5 Minuten, 1 Stunde mit 200 km/h, 800 km Reichweite, vor einem Jahr noch: 10mal hintereinander von 0 auf 100 km/h ohne Ermüdung usw. Und etliche von uns lassen sich darauf ein und bejubeln jeden neuen 350 kW-Lader, der ohnehin kaum genutzt werden wird, weil die kWh sehr teuer sein wird. Und weil er im Alltag ohnehin keine Rolle spielt.

Kurz: die Verbrennerfahrer bestimmen die öffentliche Diskussion über Sinn und Unsinn der E-Mobilität.
Wir sollten nicht so schüchtern sein, uns mit der Defensivrolle zufrieden zu geben.
Wer nur Tore versucht zu verhindern, wird nie ein Spiel gewinnen (Spruch des Tages).
Die Verbrennerautos sind ursächlich für die schlechte Luft in den Städten, CO2-Anstieg in der Atmosphäre, Vergeudung der Erdölressourcen, Öl in den Meeren und das bei einer grottenschlechten Energieeffizienz.
Das muss ja nicht in persönliche Beschimpfung ausarten (wer von uns hat keinen Verbrenner gefahren?), aber wir sollten die Vorteile der Elektromobilität deutlicher und offensiver herausstellen: Betrieb mit ausschließlich erneuerbarer Energie, leiser, effizienter, wartungsärmer und dann noch: Spaß dabei!
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