Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon bm3 » Do 19. Jul 2018, 14:58

Schüddi hat geschrieben:
Warum vergisst jeder den Faktor ZEIT als Lebensqualität. ...


Genau das ist der Punkt dabei, die Einstellung zur Zeit. Man hat für Alles was man tut genau soviel Zeit wie man sich dafür nimmt.
Das ist meine Einstellung dazu und wäre doch eine bessere Einstellung ? Und während des Ladens kann ich zwischenzeitlich in der Kommunikation und Arbeit mobil und online meine Zeit optimal nutzen, falls ich das muss oder möchte.
Damit sich selber permanent mit dem Blick auf die Uhr unter Stress zu setzen kommt man bestimmt auch nicht weiter, nach meinen Erfahrungen tritt beim "Berufshektiker" dann eher noch das Gegenteil in seinem Zeitmanagement ein .
Ich kann das auch nicht verstehen wenn Manche auf die hohe Schnellladungsleistung hier im Forum so abfahren. Ich bin durchaus mit 40 oder 50kW heute schon sehr zufrieden wenn ich es mal eilig habe, eigentlich reichen mir schon 11kW. Aber wenn jemand denn gerne Akkus immer mehr malträtieren will... :mrgreen:

VG:

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Beitragvon Vanellus » Do 19. Jul 2018, 15:54

Schüddi hat geschrieben:
Warum vergisst jeder den Faktor ZEIT als Lebensqualität. Man tankt ein mal 5min und hat die nächsten Tage-Wochen Ruhe.
Man muss keine Umwege fahren, man muss nicht dem Wagen beim Laden zuschauen, man muss sich nicht mit Ladekarten usw. Auseinander setzen, man muss keine speziellen Routen planen...
Tanken kann man - da man ein sehr goßes Zeitfenster von voll zu leer hat und es keine ernennenswerte Zeit in Anspruch nimmt.
Laden muss man - das ganze geplant und zeitintensiv. Da kann man nicht mal kurz rechts ran fahren auf dem Heimweg.


Kann es sein, dass Du die DC-Lader im Blick hast? Die müssen in der Tat zur DC-Ladesäule fahren und sehen, wie sie die Zeit dort rumbringen. Ich fahre so gut wie nie zur Ladesäule und ich lade zu 80% öffentlich. Ich fahre zum Einkaufen, zur Arbeit, zum Sport, ins Kino usw. und überall steht dichtbei ein 22 kW AC-Lader, kostenlos. Da stöpsel ich ein und gehe weg. Das ist Laden für mich. Ich muss nicht zur Tankstelle bzw. Ladesäule fahren nur um dort zu laden. Ich kann auch mal eine Lademöglichkeit auslassen und das mit meinem kleinen 22 kWh-Akku. Wie wird das erst mit einem größeren Akku sein? Das ist weder zeit- noch planungsintensiv, denn ich kenne die Ladesäulen. Und kein Benzingestank.

Nimm's mir nicht übel, aber Du scheinst mir einer zu sein, der die Welt (und somit auch das Elektroauto) aus dem Verbrenner heraus betrachtet und darüber klagt, dass das E-Auto nicht mal ein Kupplungspedal hat. Tschuldigung.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Helfried » Do 19. Jul 2018, 16:28

tomas-b hat geschrieben:
Insgesamt musste ich jede Woche 45 Minuten fürs Tanken investieren.


Bist du wirklich so große Umwege gefahren zum Sprit Tanken früher? Mich hat das immer nur vier Minuten gekostet. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich jeden Tag getankt habe wegen der erhaltenen Freiminuten bei DriveNow.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon bm3 » Do 19. Jul 2018, 16:33

Immer 4 Minuten komplett ? Mit Anfahrt, Abfahrt, bezahlen ohne Schlange... Wohnst du denn in oder neben einer Tankstelle ? Die nächste Tankstelle, nicht die beste, ist hier 800m entfernt.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon nr.21 » Do 19. Jul 2018, 16:36

Statistisch verbringt jeder Mensch 33 Jahre seines Lebens mit Medienkonsum. Selbst wenn es nur die Hälfte wäre - die Ladepausen lassen sich da gut unterbringen, denn man kann sie für selbigen sehr gut nutzen. An der Tankstelle mit den Fingern am Zapfhahn ist das weitaus schwieriger und außerdem verboten..
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Tho » Do 19. Jul 2018, 16:43

An der Tankstelle ist bei uns von 2 oder 4 Kassen generell immer nur eine besetzt. Früh muss der Kassierer auch noch Kaffee kochen und belegte Brötchen an die Handwerker verkaufen, Abends wenn ich heimfahre ist Feierabendverkehr, jedr will nochmal tanken, es stehen schon 3-4 Leute vor mir an der Taske und einer davon spielt Lotto und überlegt sich seine Zahlen Live an der Kasse. :lol:
Inkl. Tanken und Umweg zur Tanke werden es da schnell mal 30min. Da habe ich auch fast 100km im Zoe an 22kW.
Zuletzt geändert von Tho am Do 19. Jul 2018, 16:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Jossle » Do 19. Jul 2018, 16:43

Also ich bin total Happy das ich nicht mehr zur Tanke muss.

Nur mal zur Info: Laut KBA hatten 2017 in Deutschland zugelassenen PKW eine durchschnittliche Kilometerleistung von knapp 14.000km pro Jahr. Das sind pro Tag weniger als 40km. Da fragt man sich eher warum man da überhaupt ein Auto braucht und nicht lieber radelt oder die Öffis nutzt, wenn das möglich ist. Die 5-6kwh die man für eine solche Strecke mit einem eAuto braucht, hat man doch auch ruck zuck am DC oder ganz gemütlich zu Hause nachgetankt.
Seit dem 07.11.17 mit dem Ioniq unterwegs :D
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schneemann » Do 19. Jul 2018, 16:59

Sehr schöner Beitrag, Vanellus.

Früher - als die Autos mit Benzin nur 400 km weit kamen - hieß es: Ich habe keinen Bock. Heute heißt es: Ich habe keine Zeit. Es ist sehr schade, wenn Menschen Zeit als Luxusgut ansehen. Das impliziert, dass sie sehr knapp geworden ist. Man muss sich fragen, woran das liegt. Ich nenne meine These jetzt lieber nicht.

Ansonsten kann ich auch nur bestätigen, dass mich das Laden des E-Autos heute auf keinen Fall mehr Zeit kostet als das Tanken früher. Einzig auf Langstrecke brauche ich länger, da mein Akku doch noch sehr überschaubar ist.
Meine Erfahrungen mit der E-Mobilität auf Kennzeichen E

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Your legs got nothing to do
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon Schüddi » Do 19. Jul 2018, 19:04

tomas-b hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
Und zum Thema Lebenszeit:
Die Story mit den 5 Minuten an der Tankstelle halte ich für ein Gerücht, es sei denn, du tankst immer nur für 20 Euro und hast es auch noch passend. Dann musst du aber öfter zur Tanke und verschwendest auch viel Zeit. Zu meinen "Tankstellenzeiten" waren in der Regel 10 Minuten mindestens weg, und da war die Anfahrt und die Rückfahrt nach Hause noch nicht einmal mit dabei. Insgesamt musste ich jede Woche 45 Minuten fürs Tanken investieren.

Seit dem ich elektrisch unterwegs bin, spare ich diese 45 Minuten pro Woche. Muss dafür lediglich 2x 20 Sekunden zum Anstöpseln und 2x 20 Sekunden zum Abstecken investieren (je 1x zu Hause und 1x beim Supermarkt). Macht also sogar für meinen persönlichen Egoismus noch einmal 43 Minuten und 20 Sekunden Gewinn pro Woche beim Thema Lebenszeit.

Das Nachladen 2 ... 3x im Jahr auf dem Weg in den Urlaub sehe ich ebenfalls nicht als verlorene Lebenszeit, da für mich die Anreise bereits ein Teil des Urlaubes ist. Auch mit dem Verbrenner haben wir auf der Strecke "gebummelt" und Pausen an sehenswerten Orten gemacht. Auch da war eine Planung nötig, nie sind wir auf dem kürzesten Weg zum Hotel gefahren sondern auf dem Schönsten... Diese Eigenart haben wir uns natürlich beibehalten, zum elektrischen Fahren passt das wie Ar*** auf Eimer.

Was macht ihr immer so lange an einer Tankstelle???
1. Tanke ich spontan - und zwar dann wenn gerade nix los ist und die Preise unten sind
2. Tanke ich unterwegs - nicht weil ich muss sondern siehe Punkt 1
Das ist schlau da es auch eine Art Plan ist - und Voraussetzung für das elektrische fahren.

Wenn jemand zuhause nicht laden kann wie die meisten in Deutschland dann muss er seine Lebenszeit und seine Zeit mit der Familie fürs Auto opfern. Dann muss er seinen Alltag dem Auto anpassen. Ich habe das lieber umgekehrt.

Und du sagst es! Die Anreise ist für mich Teil des Urlaubs! Ich möchte so fahren wie es MIR gefällt und nicht, wie es mit vom Auto vorgegeben wird. Schöne Pässe, schöne Landstraßen und nicht über die volle Autobahn. Und auch am Ziel möchte ich vollkommen flexibel bleiben und meinen Tag nach Lust und Wetter richten, nicht nach dem Akkustand.
All das kann ich mit dem Plug In Hybrid. Voll Toll!
Wenn ich schon die zahlreichen Horrorgeschichten hier von Urlauben mit dem Elektroauto lese, liegenbleiben, tagelangen Anreisen usw. Da habe ich wirklich keine Lust drauf. Entspannung = 0
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Re: Warum lassen wir uns von der Verbrennerfraktion treiben?

Beitragvon tomas-b » Do 19. Jul 2018, 19:22

Helfried hat geschrieben:
tomas-b hat geschrieben:
Insgesamt musste ich jede Woche 45 Minuten fürs Tanken investieren.


Bist du wirklich so große Umwege gefahren zum Sprit Tanken früher? Mich hat das immer nur vier Minuten gekostet. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich jeden Tag getankt habe wegen der erhaltenen Freiminuten bei DriveNow.


15 Minuten Anfahrt, 15 Minuten Heimfahrt, 15 Minuten Anstehen, Tanken, an der Kasse stehen, bezahlen.
Ich wohne auf dem Land und arbeite auch nicht in der Stadt. Eine Tankstelle liegt nicht auf meinen alltäglichen Wegen, somit musste ich zum Tanken immer eine Extrarunde drehen. Und da war ich dann halt auch nie der Erste bzw. der Einzige... Glücklicherweise brauchte ich das nur 1x pro Woche...
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