Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon Maverick78 » Mo 21. Sep 2015, 07:00

stromer hat geschrieben:
Und gerade beim Smart haben sich die meisten Käufer für die Batteriemiete entschieden. Spätestens bei Einführung der größeren Batterie beim Zoe würde ich mich in den Allerwertesten beißen wenn ich mich für den Kauf entschieden hätte.


Du glaubst doch wohl nicht allen ernstes das Renö größere Batterien in den Zoe nachträglich einbaut nur weil sie gemietet sind :lol:
Das wird laufen wie beim Fluence nach spätestens 6 Jahren wird die Batteriemiete gesenkt bis vermutlich 0€ nach 10 Jahren und dann ist Schluß. Ausgetauscht werden nur defekte Zellen.
Maverick78
 

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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon Nodame » Mo 21. Sep 2015, 08:30

Das grösste Problem ist tatsächlich der Preis.

Aber auch die Reichweite. Die Köpfe der Menschen sind noch nicht im Gedanken des "zuhause auftankens" angekommen. Aussagen in meinem Umfeld (altersmässig zwischen 26-31 jährig):

Sorry, ein Gebrauchtwagen gibt's für CHF 7000.-, den kann ich noch mehrere Jahre fahren, bis es nicht mehr geht.

Der Anschaffungspreis ist eine Hürde, die nicht zu unterschätzen ist. Auch für mich, sonst würde ich schon lange elektrisch fahren. Ich habe eine lange Schuldenhistorie, von der ich mich erst kürzlich befreit habe. Und nun steht nächstes Jahr erstmal eine Hochzeit an, die nunmal Priorität hat. Ich spare momentan für die Hochzeit, erst danach für ein e-Auto. Bis es bei mir also elektrisch vorwärts geht, vergehen nochmal ca. 3-4 Jahre.

Leasing? Oder Kredit?
Klar, man kann sich auf diese Art jetzt und sofort ein Auto finanzieren. Aber man bezahlt immer drauf. Ausser man wechselt alle 4 Jahre das Auto, und davon bin ich nicht so fan. Durch meine Schuldenerfahrungen habe ich mir geschworen, dass ich lieber spare und Geduld übe, bevor ich zur Bank renne. Ausnahmen: Hypotheken.


Sobald die Reichweite um die 500km ist wäre es eine Überlegung wert


Tjah. Die Menschen müssen erst umdenken, dass sie das auto rein theoretisch jeden Abend "volltanken" können und jeden morgen mit genügend Kapazität in den Tag starten können. Darauf kommt dann:

Ein Ausflug z.B. in den Europapark muss schon drinnligen. Hin- und zurück.

Auch dafür sind 500km nicht nötig. Sofern Destination-Charging zu 100% klappt. Für einen Schweizer würden 300km echte Reichweite für sämtliche Wochenendausflüge reichen, sofern man am Zielort aufladen kann. Soweit sind wir einfach noch nicht.

In meiner Familie reist ein Grossteil im Sommer immernoch 1600km mit dem Auto nach Italien (wir sind Süditaliener). Da wird ca. 3x für Tanken und WC gehalten, mehr nicht. Geht maximal 10-20min, je nach Auslastung der Raststätte. Das wäre elektrisch heute undenkbar. Schon nur rein die etwa 500km Autobahn am Stück bei um die 120-130 km/h pro "Etappe". Es handelt sich dabei aber um die ältere Generation. Die Jungen (mich und meine Schwestern und Cousins) fliegen lieber runter und mieten dort ein Auto.

Reichweitentechnisch ist das e-Auto klar an zweiter Stelle. Ob's nötig ist ist für viele egal. Die denken nur, dass so ein Sommerurlaub per Auto ja gar nicht möglich ist. Wieso sollten sie dann ca. 10'000.- mehr für das gleiche Auto bezahlen, wenn es "weniger kann" als ein Verbrenner.

Ein Umdenken braucht Zeit und viele Werbekampagnen. Aber wieviel Plakatwerbung für e-Autos seht ihr? Werbung im TV? Kino?
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon prophyta » Mo 21. Sep 2015, 08:44

Ich glaube, die größte abschreckende Wirkung für neue Käufer ist die öffentliche Ladeinfrastruktur.

Bei meinen vielen Gesprächen, seit ich den e-Golf habe, kristallisierte sich das immer wieder heraus.

Was mache ich wenn ich unterwegs an einer Ladestation komme, die neu für mich ist ?

Das ist das gleiche Problem wie für viele, die an einen ihnen unbekannten Geldautomaten stehen oder am Fahrkartenautomaten.

Die wollen nicht erst die Beschreibung durchlesen müssen, dann noch die richtige Karte dabei haben und dass alles im strömenden Regen.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon eDEVIL » Mo 21. Sep 2015, 08:47

rolandk hat geschrieben:
Heute auf dem Herbstmarkt: ja, aber nach den 500 km (beim TESLA), muß ich wieder 30 Minuten aufladen. Soviel Zeit habe ich nicht, wenn ich in den Urlaub will.

Die haben es echt drauf: auf Kommado schnell entspannen :lol:

War am Sa auf enr Fmailienfeier auch mal wieder Thema. Das mit den Ladestops ist für einige undenkbar.

Die abschreckende Ladeinfrastruktur betone ich da schon extra nicht, sondern versuche etwas mit dem kostenlosen Alden zu Punkten.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon feuerwagen » Mo 21. Sep 2015, 08:51

Nodame hat geschrieben:

Ein Umdenken braucht Zeit und viele Werbekampagnen. Aber wieviel Plakatwerbung für e-Autos seht ihr? Werbung im TV? Kino?


Denke auch, dass ist genau der Punkt. Umdenken! Die Mentalität eine Strecke als Horror-Trip mit stundenlangem Sitzen im miefigen Benziner oder gar Diesel muss man ablegen.
Ich bin viel auf Langstrecke unterwegs und freue mich immer auf den nächsten Ladestop. Mehr als 100km mach ich selten in einem Stück. Wenn ich es eilig hätte würde ich auch den Flieger nehmen (obwohl man da Pech haben kann und es dauert noch länger).

Werbekampagnen! Das ist der Punkt. Wenn die Hersteller ihre E-Autos wirklich ernst nehmen würden, würden sie das mache. Die wissen genau, dass die grossen Verkaufszahlen i.d.R. erst dann kommen wenn das Produkt nicht als das was es ist in die Köpfe kommt, sondern als "Lebensgefühl" oder so'n Zeug. Menschen sind halt nicht rational.

Und auch das stimmt natürlich. Die Hersteller verkaufen die E-Autos mit Absicht zum doppelten Preis wie ihr eigentlicher Wert.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon twizyfan » Mo 21. Sep 2015, 10:33

Vor 3 Jahren war die größte Abschreckung: Nissan Leaf ab 36.990,-€, jetzt Stand auf einem Werbeplakat: Renault ZOE ab 16.500,-€ + 49,-€ Batteriemiete. Peugeot I-ON gebraucht 9900,-€, jedoch Benzinpreise 2012 1,80€/Liter, 2015 1,35€/Liter!
Der Benzinpreis Fall bremst erstmal, aber genauer betrachtet ist die Mindestabgabe von 2 Liter teurer wie das Aufladen und wer tankt bloß 2 Liter??? Langfristig wird tanken teuer bleiben und noch teurer werden!!!
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon Nodame » Mo 21. Sep 2015, 11:09

Als ich heute Morgen die allmonatliche Volltankung des Autos gemacht habe, schoss mir folgender Gedanke durch den Kopf:

Hoffentlich habe ich mein e-Auto in den nächsten 4 Jahren wirklich. Die Preise können ja nicht ewig halten.

Was wenn die Preise an der Zapfsäule anfangen zu schmerzen? Der Moment wird irgendwann kommen. 2008 war nur eine Kostprobe.

Wenn man an die Doku PUMP denkt, werden die Leute spätestens dann sehr Hellhörig, wenn's um Alternativen zu Benzin und Diesel geht. Dann rechnet sich der Anschaffungspreis auch mit den laufenden Kosten.

Warum fahren nicht alle elektrisch?

a) das Benzin ist Zahlbar
b) die Preise für e-Mobile sind vergleichsweise hoch
c) die Leute haben immernoch das Gefühl eine vergleichbare Reichweite ist unumgänglich
d) die Lade-Infrastruktur und -Situation ist noch zu chaotisch, respektive zu mager.

Wenn es dann soweit ist, dass Benzin verbrennen dem Bankkonto empfindlich auflastet, hoffe ich, dass die Technologie auch attraktive Fortschritte gemacht hat, die bezahlbar ist. Dann ist dem Durchbruch nichts mehr entgegen zu setzen. Die Lade-Infrastruktur formiert sich dann von selbst, wenn die Anzahl e-Mobile steigt. Da auch die Nachfrage steigt.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon eDEVIL » Mo 21. Sep 2015, 11:12

Nodame hat geschrieben:
Was wenn die Preise an der Zapfsäule anfangen zu schmerzen? Der Moment wird irgendwann kommen. 2008 war nur eine Kostprobe.

Ja, darauf warte ich. Spritpreis von 2,50 wäre mal was. Dann geht das mit den unnötigen Transporten auch wieder zurück.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon x-or » Mo 21. Sep 2015, 11:34

Ihr geht da immer viel zu emotional ran. Es gibt vielerlei Gründe gegen das E-Auto, wurden schon alle hier aufgelistet.
Aber überlegt mal, was ich der wirkliche Vorteil eines E-Autos? Für die meisten muss ein Auto einfach von A nach B fahren. Punkt. Und das klappt im Augenblick mit dem Verbrenner einfacher/günstiger.
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Re: Warum fahren eigentlich nicht alle elektrisch?

Beitragvon twizyfan » Mo 21. Sep 2015, 11:42

Wenn es der Benzinpreis erstmal nicht schafft, wird die Euro 7 oder Euro 8 Norm eine Elektrifizierung unumgänglich machen oder wir hören solche Nachrichten mit Softwaremanipulation öfter...statt 18 Milliarden Strafzahlung, den Gegenwert als E-Gölfe an die Umweltbehörden liefern mit Ladeinfrastruktur, Diesel Gölfe sind nun erstmal Geschichte in den Staaten...hätte man zumindest teilelektrifiziert....das bringt tatsächlich bessere Werte...künftig erfüllen nur E-Fahrzeuge diese hohen Umweltauflagen!!!
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