Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Helfried » Sa 18. Mär 2017, 12:26

Cavaron hat geschrieben:
Spätestens ab 2020 wird sich diese Entwicklung deutlich im Alltag und an der Börse abzeichnen.


An der Börse vielleicht schon, aber für den Alltag habe ich da no hope für 2020. Wenn man sich die Entwicklungsgeschwindigkeit der letzten 10 Jahre in dem "Tempo" weiter vorstellt, wird sich vor 2040 nichts Wesentliches abspielen.

Immerhin wurde grad erst die Wärmepumpe "erfunden", sie wird aber teils nur widerwillig eingebaut. Dies nur als Beispiel, wie selbst simple Technik Jahrzehnte braucht. Von elektrischen Fensterhebern, die 40 Jahre gebraucht haben, rede ich gar nicht.

Die einzige Hoffnung ist, dass Deutschlands Autoindustrie im Autonomie-Bereich rasch etwas tun muss, um wenigstens irgendwo einen Vorsprung zu haben.
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Beitragvon Wackelstein » Sa 18. Mär 2017, 12:32

Ich glaube auch, dass das E-Auto - vorerst! - in Deutschland scheitert.

Vor allem VW und Mercedes haben die meinungsbildende Presse fest im Griff. Deshalb dürfen Hersteller wie Renault und vor allem Tesla auf keinen Fall gut wegkommen. Ein Klassiker war für mich der Bericht in Auto-Mobil (VOX) über das Model X vor einigen Monaten, in denen ausschließlich die Nachteile unterstrichen, aber dafür die Vorteile einfach weggelassen wurden.
Tja...
BMW nehme ich hier einmal etwas raus. Die haben mit dem i3 immerhin JETZT schon ein gutes und eigenständiges Fahrzeug entwickelt; die scheinen es hier erster zu meinen als die beiden Anderen.
VW mit dem eGolf, naja... gerade noch ein Genügend.
Aber was Mercedes hier abliefert mit diesen lächerlich kleinen Batterien im neuen Smart usw., das ist nur mehr peinlich.

Dann immer dieses rumreiten auf "Der deutsche Strommix ist so schlecht, da kommt der Dieselmotor fast noch günstiger im CO2-Ausstoß". Tja, dass man als Stromkunde einfach wählen kann, ob man nun mit Ökostrom fährt - und somit extrem umweltfreundlich - das wird natürlich auch niemals erwähnt.
(Von anderen Ländern wie Österreich oder Norwegen mit einem deutlich saubereren Strommix rede ich gleich gar nicht)

Ebenso wird verschwiegen, dass die sauteuren Li-Ion-Akkus sicher NICHT auf dem Müll landen werden, sondern es sicher ein System zum Recycling geben wird. Die Dinger sind einfach zu teuer und zu wertvoll, um sie wegzuwerfen.

Dann ist in deutschen Hirnen scheinbar noch fix verankert, dass der typische deutsche Autofahrer - überspitzt formuliert - jeden Tag 1000km bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 250km/h fährt. Was für ein Unsinn, aber leider noch sehr präsent in den Medien und in diversen Foren im Internet.

Dann natürlich der schlimmste Skandal von allen: Dass die deutsche Kanzlerin höchstpersönlich sich überall einmischt und Lobbying betreibt, das ist Korruption hoch 3. Dafür sollte sie vor Gericht gestellt werden.
Stattdessen bekommt sie irgendwann einen netten Posten als Berater bei VW oder Mercedes oder im Aufsichtsrat und fertig.

Naja, immerhin - von E-Auto-Batterien, die zu hunderten abbrennen, davon hat man sich ja doch schon verabschiedet.

------------

Wie gesagt: Besser wird das erst, wenn die Manager der genannten Autofirmen selbst E-Auto fahren. Bis dahin wird es locker noch 10 oder 15 Jahre dauern.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon ederl65 » Sa 18. Mär 2017, 13:31

JuergenII hat geschrieben:
Das Wort vom hohen Strompreis kann ich und will ich nicht mehr hören bzw. akzeptieren. Fast jeder hat die Möglichkeit einen günstigen Anbieter auszuwählen. Aktuell zahle ich - Festpreis inkl. EEG-Umlage bis Ende des Jahres - gerade mal 22 Cent für die kWh.


22 Cent für die kWh Strom ist aber doppelt so viel wie für Benzin oder Diesel. 1 Liter: 10 - 11 kWh => 22 *10 = 2,20 Euro.
Zuviel ist nicht genug. ;)
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon umrath » Sa 18. Mär 2017, 13:34

Ich bleibe dabei: Strompreise bis 30 Cent/kWh kann ich akzeptieren. Darüber streiche ich die Segel und suche mir Alternativen.
Das wäre schon um Faktor 2 teurer als Benzin - aber durch den deutlich höheren Wirkungsgrad lässt sich das kompensieren.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Cavaron » Sa 18. Mär 2017, 14:36

ederl65 hat geschrieben:
22 Cent für die kWh Strom ist aber doppelt so viel wie für Benzin oder Diesel. 1 Liter: 10 - 11 kWh => 22 *10 = 2,20 Euro.


Ähm... rechne das mal auf die gefahrenen km um. Mit 1,5l Benzin kommst du im Auto keine 100km weit, mit 15kWh schon. Auch mit 3l Benzin wird es auf 100km sehr knapp. Mit 4l Benzin im alten Lupo bei moderater Fahrweise könnte es evtl. klappen. Also Strom ist nicht doppelt so teuer wie Benzin, sondern umgekehrt.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon JuergenII » Sa 18. Mär 2017, 14:37

ederl65 hat geschrieben:
22 Cent für die kWh Strom ist aber doppelt so viel wie für Benzin oder Diesel. 1 Liter: 10 - 11 kWh => 22 *10 = 2,20 Euro.

Soll das jetzt Realsatire sein?

Mit dem kWh Gehalt von 1,5 Liter Benzin - ich gehe mal davon aus die Zahlen von Dir stimmen - komme ich mit Strom rund 100 km weit. Wie weit fährt selbst das beste und sparsamste heutige Serienfahrzeug real auf unseren Straßen? Bei knapp über 20 km wird es da schon knapp. 3,30 Euro zu 8,45 Euro wenn man 15 kWh Strom und 6,5 Liter Benzin auf 100 km verbraucht.

Es ist ja richtig, das der Brennwert von fossilem Treibstoff hoch ist, nur was nützt es mir, wenn die Fahrzeuge davon max. 15 bis 20% auf die Straße bringen. Bei meinen Benzinbeispiel sind das 65 kWh, die durch den Auspuff gejagt werden um gerade mal 100 km weit zu kommen. Ein sparsames E-Fahrzeug kommt damit bei wärmeren Temperaturen ohne Schwierigkeiten auf über 400 km. Selbst das verbrennen von Benzin zur Stromerzeugung für E-Fahrzeuge wäre noch deutlich effizienter.

Es ist einfach nur Irrsinn, wie wir heute mit dem kostbaren Gut Erdöl umgehen.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon drilling » Sa 18. Mär 2017, 14:38

Cavaron hat geschrieben:
Ähm... rechne das mal auf die gefahrenen km um. Mit 1,5l Benzin kommst du im Auto keine 100km weit, mit 15kWh schon.


So ein Argument ist nur relevant wenn es um reine Kaufkraftabschöpfung geht, nicht um faire Preise.

In anderen Worten, du argumentierst dafür das die Effizienz der EAutos dem Profit der Stromhersteller zugute kommen soll, nicht den Verbrauchern.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Cavaron » Sa 18. Mär 2017, 14:53

@drilling: Keine Ahnung was du mit Kaufkraftabschöpfung bei diesem Sachverhalt meinst. Wenn in der ehemaligen DDR Westprodukte für den dreifachen Gegenwert des Wechselkurses verkauft wurden - das war Kaufkraftabschöpfung. Wenn man den Strom für sein E-Auto zu normalen Endkunden-Strompreisen bezieht, dann sehe ich da keine Kaufkraftabschöpfung, tut mir leid. Und wenn überhaupt, dann ist der niedrigen Benzin/Dieselpreis unfair, weil darin die klimatischen und gesundheitlichen Folgen für die Gesellschaft nicht eingepreist sind.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon drilling » Sa 18. Mär 2017, 15:03

Cavaron hat geschrieben:
@drilling: Keine Ahnung was du mit Kaufkraftabschöpfung bei diesem Sachverhalt meinst. Wenn in der ehemaligen DDR Westprodukte für den dreifachen Gegenwert des Wechselkurses verkauft wurden - das war Kaufkraftabschöpfung. Wenn man den Strom für sein E-Auto zu normalen Endkunden-Strompreisen bezieht, dann sehe ich da keine Kaufkraftabschöpfung

Zu normalen Endkunden-Strompreisen nicht, aber es geht doch darum das der Fahrstrom an den Säulen so viel kosten soll das letztendlich der Strom pro 100 km genauso viel kostet wie die entsprechende Menge Benzin oder Diesel, und das wäre reine Kaufkraftabschöpfung.
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Re: Warum das E-Auto in Deutschland scheitern muss ...

Beitragvon Helfried » Sa 18. Mär 2017, 15:17

Habt ihr übrigens auch das Gefühl, dass die Zahl der klassischen Autohändler rückläufig ist, jene der E-Autohändler trotzdem nicht anspringt?

Beim Durchsehen einiger Ladesäulen-Leichen sind mir ein paar mittlerweile geschlossene Autohändler aufgefallen.
Muss jetzt nix heißen, weil ich mich noch nicht so lang damit beschäftige, aber es scheinen mehr Geschäfte zu schließen als neue aufgemacht zu werden.

Die möglichen Gründe wären ja bekannt: Überalterung der Gesellschaft (Kunden und Händler), Verstädterung, Preise, E-Mobilität, Internet, führerscheinfreie Bevölkerungsschichten etc.

Wenn nun der Schwenk aufs E-Auto nicht so klappen will, könnte ich mir eine handfeste Krise in der Branche vorstellen.
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