Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Salat

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Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Salat

Beitragvon mesomaxl » Do 4. Mai 2017, 13:20

Hallo zusammen,

eine kleine Vorstellung. Mein Name ist Max. Aktuell fahre ich einen Toyota RAV 4 Vollhybrid und bin seit ich denken kann ein Verfechter von alternativen Energie- und Antriebskonzepten, Nachhaltigkeit im allgemeinen aber irgendwie auch schon immer gleichsam Auto- wie Fahrrad-Narr.

Zur Ausgangslage:
Vergangenes Jahr habe ich mich in der Situation befunden, ein Neufahrzeug anzuschaffen. Nach vielem Hin und Her, Überlegungen etc. bin ich letzten Endes bei dem genannten Toyota als Vorführwagen gelandet und freue mich an Rundum-Sorglos mit Vollgarantie und Gratis-Service über die gesamte Leasingdauer.

Warum Vollhybrid statt Elektro oder wenigstens Plugin-Hybrid (trotz meiner genannten Ideale): Ich lebe aktuell in einer Mietwohnung und habe die Kosten gescheut, die mit der Wallbox Installation einhergehen. Zudem müsste ich einen Garagen-Stellplatz anmieten (was sich negativ auf die monatlichen Unterhaltskosten ausgewirkt hätte) statt einer Parkkarte für Anwohner.
Im Verlauf der Zeit muss ich aber gestehen, bin ich zunehmend unzufrieden darüber geworden, immer wieder noch Benzin nachschütten zu müssen und das Gefühl von lautlosem Fahren (bei einer Wochenend-Probefahrt mit einem Passat GTE ausprobiert) ist eben schon phantastisch. Gleichermassen hat es mir aber auch aufgezeigt, wie unrealistisch oftmals die üblichen Plugin-Reichweiten sind und dass ein Ladenetz selbst hier in der Schweizer Metropolregion nicht dicht genug sein kann, um überwiegend elektrisch vorwärts zu kommen.

Nun hat es mich immer wieder gewurmt und ich habe eine Rechnung aufgemacht, nach der ich einen i3 (60 Ah mit Rex) als Vorführwagen für kaum mehr (wenn nicht weniger) pro Monat fahren könnte als den bisherigen Stinker - selbst wenn ich die initiale Investition für eine Wallbox einrechne und die Ablöse-Summe für die vorzeitige Beendigung des bestehenden Leasingvertrages zahle.


Mein Fahrprofil:
  • Im letzten Jahr 15.000 km.
  • ein Drittel rund um das Stadtgebiet, Vororte und nähere Umgebung (da wäre der i3 als BEV eigentlich schon perfekt, wenn nicht ab und an ein Ikea-Besuch anstünde oder auch Angelruten bzw. Fahrräder mal eine gewisse Transportlänge haben. Ioniq wäre auch schön, gefällt aber der Dame des Hauses nicht)
  • ein Drittel durch die Schweiz - die umliegenden Städte, Berge und Seen wollen besucht werden und es gibt öfters Wanderziele abseits der Infrastruktur. Da kommt dann auch bei mir etwas Reichweitenangst auf und der Gedanke hängt in Richtung einer Lösung wie i3 mit REX, Ioniq wäre hier vermutlich am Rande des möglichen)
  • recht viele Kilometer (und damit eben ein Drittel der Fahrleistung) entfallen auf Fahrten zu meinen Eltern nahe Frankfurt - 450km einfacher Weg und dort dann oft noch ein paar Etappen an einem verlängerten Wochenende. Tank & Rast sind ja auf der Strecke recht gut ausgebaut. Aber ohne etwas wie einen REX mit 80-90 km/h von Ladestation zu Ladestation zu hoppeln ist natürlich auch doof und dehnt die ewigen Fahrzeiten zusätzlich. Meine übliche Reisegeschwindigkeit hier liegt auf der BAB bei 130 -140 - allerdings kenne ich konsequente 120 aus der Schweiz mehr als genauso gut. Im letzten Jahr habe ich die Strecke aber zur Hälfte mit Mietfahrzeugen gemacht, um die Kilometer-Limitierung nicht über Gebühr zu strapazieren. Da das Berufspendeln nun weg fällt, würden hierfür aber Kilometer frei werden


Meine Bedenken:
- ein REx i3 scheint quasi auch wieder nur ein Kompromiss zu sein und negiert den Wunsch nach stromgetriebener Mobilität - gleichzeitig wäre es ein Fahrzeug, das quasi dem technischen Stand von 2013 steht, was für E-Fahrzeuge gerade in der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit
- ein Tesla Model S übersteigt mein Budget leider massiv (und hat auch immer einen etwas Faden Beigeschmack im Sinne der Nachhaltigkeit gegenüber einem i3)
- ein 94 Ah i3 oder auch Ioniq bieten zu wenig Sicherheit bei der Reichweite in Anbetracht der Anschaffungskosten


Nun die grosse Frage:
- Abwarten auf den "richtigen" Zeitpunkt und weiter Benzin verbrennen?
- einen Kompromiss eingehen? Aber wenn ja, welchen und wie gleicht man etwaige Nachteile (Transportfläche, Langstrecke bzw. doch wieder Benzinverbrauch) wieder aus?

Mich würde Interessieren, wie hier im Forum andere Leute mit solchen heterogenen Anforderungen umgehen. Hier gibt es zwar auch Carsharing und Co - aber das Argument für ein eigenes Fahrzeug war eben vor allem der Zugewinn an Spontanität und Flexibilität. Rein für die Stadt brauche ich sicher kein Fahrzeug - da gibt es Bus & Tram.

Für die meisten Landsleute sind solche Fragen vermutlich hinfällig - denn da ist der i3/Zoe/Ioniq oft entweder der Zweitwagen für die Kurzstrecken oder es parkt eben doch gleich ein Tesla in der Garage.
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon harlem24 » Do 4. Mai 2017, 13:33

Was spricht gegen einen I3 94Ah Rex?
Dann fährst Du 90% der Strecken elektrisch und hast trotzdem im Fall der Fälle ein Sicherheitsnetz.
Gruß

CHris

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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon Jochen2003 » Do 4. Mai 2017, 13:40

Warten ist keine Lösung, dann bleibst du dabei, die Entwicklungsgeschwindigkeit wird nicht langsamer, dafür ist zur Zeit zuviel möglich bei der Fahrzeugentwicklung, wenn man anfängt zu warten, kommt man da nicht mehr raus, weil Ankündigungen über Ankündigungen sich überschlagen werden. Ein I3 REx läßt sich hervorragend vollelektrisch, betreiben.
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon harlem24 » Do 4. Mai 2017, 13:44

Und wenn man sich hier die Erfahrungen der Ioniq bzw. i3 Besitzer anschaut, dann wirkt es eher so als wenn das mit 80-90 von Station zu Station hoppeln eher vorbei.
Besonders in Deutschland gibt es entlang der Autobahnen in naher Zukunft an jeder Raststätte mindestens einen Schnelllader.
Von daher sollten sich diese Sorgen auch erledigt haben.
Gruß

CHris

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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon umrath » Do 4. Mai 2017, 13:48

Ich fahre ganz bestimmt nicht 80 oder 90 km/h auf der Autobahn. Eher so 130. Und das klappt gut. Mit deinem Anforderungsprofil würde ich IONIQ fahren. Was gefällt denn der Herzdame am IONIQ nicht?
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon mesomaxl » Do 4. Mai 2017, 14:14

Wow!

Zunächst erst einmal herzlichen Dank für die schnellen und guten Antworten. Ich hatte schon befürchtet, dass mein diffuses Bedürfnis recht kritisch beäugt wird ;)

Was spricht gegen einen I3 94Ah Rex?
Dann fährst Du 90% der Strecken elektrisch und hast trotzdem im Fall der Fälle ein Sicherheitsnetz.


Das ist vermutlich der Anschaffungspreis. Mit ein wenig sinnvoller Ausstattung (bei Standardlackierung und Felgen), damit der Wagen dem aktuellen Fahrzeug einigermassen ebenbürtig wäre, schiesst der Preis hier in der Schweiz knapp bis auf 60'000 CHF. Dafür bekommt man dann doch wieder beinahe einen Model S Leasingrückläufer mit 25tkm der dann vollelektrisch wäre.

Zum Vergleich: ein 60 Ah Rex liegt hier gerade bei etwa 35'000 CHF mit anständiger Ausstattung.

Warten ist keine Lösung, dann bleibst du dabei, die Entwicklungsgeschwindigkeit wird nicht langsamer, dafür ist zur Zeit zuviel möglich bei der Fahrzeugentwicklung, wenn man anfängt zu warten, kommt man da nicht mehr raus, weil Ankündigungen über Ankündigungen sich überschlagen werden.

Das stimmt wohl - zumal die Abwarte-Mentalität eigentlich auch genau das ist, was die gesamte Elektro-Mobilität derzeit ausbremst.


Und wenn man sich hier die Erfahrungen der Ioniq bzw. i3 Besitzer anschaut, dann wirkt es eher so als wenn das mit 80-90 von Station zu Station hoppeln eher vorbei.
Besonders in Deutschland gibt es entlang der Autobahnen in naher Zukunft an jeder Raststätte mindestens einen Schnelllader.
Von daher sollten sich diese Sorgen auch erledigt haben.


Ja - das ist mir in der Tat an den Tank & Rast Stationen positiv aufgefallen auf der Rückfahrt von Frankfurt nach Zürich am 1. Mai.
Reichweite: Ein i3 60Ah fährt bei eher winterlichen Bedingungen knapp über 100km, wenn man ihn zwischen 90-120km/h bewegt, wenn ich das von Youtube so richtig interpretiere. D.h. mit dem REx Gewichtsnachteil wird das vermutlich auch nicht wirklich besser werden - nicht?

Mit deinem Anforderungsprofil würde ich IONIQ fahren. Was gefällt denn der Herzdame am IONIQ nicht?

Ich würde sagen, das ist eine Design-Frage - aber am Ende würde wohl ich gewinnen, da es massgeblich mein Fahrzeug wäre.

Realreichweiten sind hier wirklich brauchbar auch für Abstecher in die entlegeneren Gegenden? Den Zielen steht ja meist erstmal Autobahn-Strecke in ein eher abgelegenes Gebiet mit schwacher Infrastruktur bevor. Daher die Bedenken
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon Tigger » Do 4. Mai 2017, 14:17

umrath hat geschrieben:
Was gefällt denn der Herzdame am IONIQ nicht?

Wenn seine Herzensdame wie meine tickt, dann ist das kucken und lächeln oder aber kucken, die Mundwinkel nach unten fallen lassen und "Ist der hässlich..." sagen. So hat meine auf den i3 reagiert, der Ioniq wurde für gut befunden. :)

Eine fundierte Begründung würde ich da eher nicht erwarten. ;-)
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon umrath » Do 4. Mai 2017, 14:29

mesomaxl hat geschrieben:
Realreichweiten sind hier wirklich brauchbar auch für Abstecher in die entlegeneren Gegenden? Den Zielen steht ja meist erstmal Autobahn-Strecke in ein eher abgelegenes Gebiet mit schwacher Infrastruktur bevor. Daher die Bedenken


Ich komme mit dem IONIQ immer 160 km weit - selbst wenn ich wirklich richtig zügig unterwegs bin, d.h. 130 km/h Autobahn, gelegentlich auch mehr. Einen Durchschnittsverbrauch größer 19 kWh/100 km bekommt man eigentlich nur mit roher Gewalt oder unter arg widrigen Umständen zustande. Und 19 kWh/100 km entsprechen bereits knapp 150km.
Mit normaler Fahrweise sind 160 - 200 km ohne Probleme machbar - und das scheint mir doch mehr als ausreichend zu sein. Im Bereich DACH-BeNeLux-Skandinavien sollte es praktisch keine Region geben, die damit nicht machbar wäre.

Kannst du die Herzdame vielleicht mit der super Klimatisierung und (zumindest im DE-Premium) mit Sitzheizung und -belüftung ködern? ;)
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon Alex1 » Do 4. Mai 2017, 14:36

Jochen2003 hat geschrieben:
Warten ist keine Lösung, dann bleibst du dabei, die Entwicklungsgeschwindigkeit wird nicht langsamer, dafür ist zur Zeit zuviel möglich bei der Fahrzeugentwicklung, wenn man anfängt zu warten, kommt man da nicht mehr raus, weil Ankündigungen über Ankündigungen sich überschlagen werden.
So ist es: Wie früher bei PCs ganz schnell nach Hause rennen, sonst ist er zu Hause veraltet... :lol:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Vollhybrid gegen Elektroauto tauschen. Anforderungs-Sala

Beitragvon panoptikum » Fr 5. Mai 2017, 11:22

Ein Plugin-Hybrid oder auch ein BEV mit REX käme für mich nicht in Frage, da ich den REX für > 90% spazieren fahren würde. Außerdem habe ich die Wartungskosten und das Reparaturszenario eines Verbrenners. Durch den langen Stillstand des Verbrenners wird dieser auch mehr Wartung erfordern. Damit hätte ich das Negative beider Welten.

Wichtig ist die Infrastruktur, die Dir zur Verfügung steht. Ich bin auch auf öffentliche Ladestationen angewiesen. Bei uns (Steiermark/Österreich) wird aber zur Zeit massiv ausgebaut (22 kW) und ich habe im Moment in der Nähe der Arbeitsstelle (50 m) und in der Nähe meines Wohnortes (500 m) je eine 11 kW Ladestation (die in meinem Heimatort wird heuer noch gegen mindestens zwei 22 kW Stationen getauscht) und mein Arbeitgeber ist auch bei der Planung einer Wallbox.
Renault Zoe Intens (Q210, BJ 03/2013 F-Import)
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