Vernünftige Navigationssoftware für EV

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Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon BangOlafson » Sa 3. Dez 2016, 15:11

Moin,

Nach einigen Nah-Tod-Erlebnissen (nicht ich, die Batterie! :D ) frage ich mich gerade, ob es nicht eine vernünftige Navigationssoftware für EV gibt... Bevor jetzt jeder losschreit: "Gibts doch schon!" lest mal kurz weiter :)
Teile davon sind schon im SatNav von den Autos integriert (und Tesla kommt, wenn ich das richtig auf Youtube gesehen habe, schon sehr nahe).
1) Sat Nav (ok, gibts schon)
2) Anzeige der Ladesäulen (gibts im Leaf auch schon, allerdings wird im Leaf nicht angezeigt, ob die defekt und/oder belegt und/oder zugeparkt sind). Für letzteres braucht man strikte gesetzliche Regeln und einen schnellen Abschleppservice. Die beiden anderen Punkte sind beim irischen Anbieter (dem einzigen :D) allerdings auch schon verwirklicht (www.esb.ie/ecar).
3) Reichweite mit aktueller Ladung. Das sollten die Fahrzeuge auch schon können, allerdings ist das meist eine üble Schätzerei. LeafSpy und andere lesen die Daten auch aus und machen eigene Berechnungen. Allerdings wird hier auch nur geschätzt...
4) Batteriespezifische mögliche Ladegeschwindigkeit. Das sind wahrscheinlich empirische Daten, in die auch die Batterietemperatur und der Ladezustand einfließen.
5) Umwelteinflüsse

Jeder kennt das Problem: Man muß von A nach B. Die Entfernung erfordert mindestens einen Ladestop... Man könnte aber auch langsam fahren und kommt gerade so an.. Was ist nun besser?

Eine ideale Navigationssoftware (meiner Meinung nach) sollte die Route und die Ladevorgänge optimieren können:
Um von A nach B zu kommen, fahre zuerst mit max 90 km/h über Autobahn so und so zu Ladestation 1 (die ist gerade frei). Lade für 17 min auf 69%, fahre dann weiter mit 120 km/h zu Station 2, aufladen auf xx% in xx min
Das gibt es als Web-Version auch schon, diese legt aber nicht die Daten der eigenen Batterie zugrunde und reagiert auch nicht, wenn bei der Anfahrt die Station als belegt gemeldet wird. In diesem Falle sollte die Software automatisch eine andere Station vorschlagen und die Route neu berechnen (und vielleicht schon frühzeitig sagen: "Heizung aus und max 60 km/h" :)
Der gewünschte Ladezustand am Ziel (50% weil man noch mal weg muß oder leer oder xx% Reserve) sollte natürlich auch berücksichtigt werden.

Man braucht also eine Mischung aus dem Wetterbericht, Navigon/Google Maps, LeafSpy (oder Equivalent), ESB Ecars (oder Equivalent) und einer Datenbank über EV-Batterien und deren Verhalten bei bestimmten Temperaturen, Ladezuständen und Alterungszuständen.

Ideen?

Cheers
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon Hachtl » So 4. Dez 2016, 16:55

Du hast noch das Höhenprofil der Strecke vergessen.
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon v@13 » So 4. Dez 2016, 17:33

Das hört sich nach Eier legender Wollmilch Sau an. In der Software wäre der Fahrzeug spezifische Verbrauch aufgrund von CW-Wert, Stirnfläche, Reifengröße und Gewicht vermutlich noch am einfachsten zu bestimmen, sagen wir der Einfachheit halber mal 75% NEFZ.

Dazu kommen noch so Kleinigkeiten wie:
- Langstrecken Reichweitenverlust von bis zu 30% weil der Batterie Lade Zustand sich nur im Bereich von 85%-15% bewegt
- Geschwindigkeits abhängiger Verbrauch, z.B. Autobahn Richtgeschwindigkeit 130 ergibt eine Reichweitenverlust von bis zu: 50%
- Winter (-12°) Reichweitenverlust bis ca. 30%
- Reichweitenverlust auf Grund von Batterie Alterung bis zu 20%
- Reichweitenverlust auf Grund von zu niedrigem Reifendruck bis zu 15%

*HUST* Wenn man das alles im Formeln packt kommt eine Situations abhängige Reichweite im Bereich von 12,5% - 75% NEFZ raus, also für das fiktive 600km NEFZ Fahrzeug irgendwas zwischen 75km und 450km. Das könnte man ja vielleicht auch noch irgendwie mathematisch abbilden, aber die Fehlerquellen werden nicht weniger.

Bei den Fahrzeugen ohne Batterie Klimatisierung ändern sich die Daten im laufenden Betrieb z.B. durch Schnellladung z.T immens. Bei derselben Temperatur und Ladezustand liefern unterschiedliche Ladesäulen unterschiedliche Leistung am selben Fahrzeug. Manche Ladesäulen funktionieren bei bestimmten Wetterlagen gar nicht. Lokale starke Niederschläge wirken sich auch auf die Reichweite aus, deshalb darf man auf Touren nicht zu knapp planen. Andererseits möchte man auch nicht alle 15 Minuten nachladen.

Ich denke das ist mit einer herkömmlich programmierten Software nicht zu lösen, ein Ansatz mit selbst lernender Software wo die verschiedenen Möglichkeiten x-tausendfach durchgerechnet werden erscheint mir zielführender.
... dauernd ist die Batterie voll, sie ist einfach viel zu klein, so viel kann ich gar nicht fahren. ;)
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon BangOlafson » So 4. Dez 2016, 19:58

v@13 hat geschrieben:
Das hört sich nach Eier legender Wollmilch Sau an. In der Software wäre der Fahrzeug spezifische Verbrauch aufgrund von CW-Wert, Stirnfläche, Reifengröße und Gewicht vermutlich noch am einfachsten zu bestimmen, sagen wir der Einfachheit halber mal 75% NEFZ.


Nun, die Software sollte schon erkennen, in welchem Fahrzeug sie verwendet wird. Daraus ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch für den Start.
Wenn man vollgeladen mit platten Reifen rumfährt, geht der Verbrauch natürlich hoch. Das sollte dann eben live berücksichtigt werden und auch als neuer Startwert im Auto verwendet werden. Die Reichweitenanzeige im Auto versucht ja auch nichts anderes.

v@13 hat geschrieben:
Dazu kommen noch so Kleinigkeiten wie:
- Langstrecken Reichweitenverlust von bis zu 30% weil der Batterie Lade Zustand sich nur im Bereich von 85%-15% bewegt

Das soll ebenfalls berücksichtigt werden.


v@13 hat geschrieben:
- Geschwindigkeits abhängiger Verbrauch, z.B. Autobahn Richtgeschwindigkeit 130 ergibt eine Reichweitenverlust von bis zu: 50%

Wie bereits geschrieben, soll die Software die Geschwindigkeit vorgeben. Sollte durch äußere Einflüsse der Verbrauch hochgehen, wird ggf. die Geschwindigkeit automatisch reduziert (also das Ding zeigt dann an: "max 80" oder so. Wie schnell man fährt, hängt von einem selbst ab) oder eine andere Ladesäule angefahren.
v@13 hat geschrieben:

- Winter (-12°) Reichweitenverlust bis ca. 30%

Der Batterietyp ist für das Fahrzeug ja bekannt. Ebenso das erwarte Verhalten unter verschiedenen Umwelteinflüssen. Ein plötzlicher Wintereinbruch auf der Strecke sollte zu einer Geschwindigkeitsreduktion oder Umleitung führen - oder auch nicht, wenn man trotzdem mit den gewünschten Parametern ankommt.

v@13 hat geschrieben:

- Reichweitenverlust auf Grund von Batterie Alterung bis zu 20%


Siehe oben

v@13 hat geschrieben:
- Reichweitenverlust auf Grund von zu niedrigem Reifendruck bis zu 15%

auch siehe oben

v@13 hat geschrieben:
*HUST* Wenn man das alles im Formeln packt kommt eine Situations abhängige Reichweite im Bereich von 12,5% - 75% NEFZ raus, also für das fiktive 600km NEFZ Fahrzeug irgendwas zwischen 75km und 450km. Das könnte man ja vielleicht auch noch irgendwie mathematisch abbilden, aber die Fehlerquellen werden nicht weniger.

Vielleicht. Vielleicht auch nicht :) Man startet mit bestimmten sinnvollen Annahmen. Das Streckenprofil gehört natürlich auch dazu. Das macht z.B. der Nissan Routenplaner in Carwings.


v@13 hat geschrieben:
Bei den Fahrzeugen ohne Batterie Klimatisierung ändern sich die Daten im laufenden Betrieb z.B. durch Schnellladung z.T immens.

Das läßt sich in bestimmten Grenzen vorhersagen. Aus einem geplanten 17 min Ladestop können natürlich auch 22 min werden, wenn die Batterie langsamer lädt als vorhergesagt. Allerdings lernt die Software und hilft anderen Kunden in der gleichen Situation dann schon mal 22 statt 17 min einzuplanen, weil die Vorhersage verändert wird.

v@13 hat geschrieben:
Bei derselben Temperatur und Ladezustand liefern unterschiedliche Ladesäulen unterschiedliche Leistung am selben Fahrzeug. Manche Ladesäulen funktionieren bei bestimmten Wetterlagen gar nicht. Lokale starke Niederschläge wirken sich auch auf die Reichweite aus, deshalb darf man auf Touren nicht zu knapp planen. Andererseits möchte man auch nicht alle 15 Minuten nachladen.

Alles richtig. Für einen bestimmten Batterietyp ist bekannt, wie lange eine Ladung von 5 auf 10 oder von 10 auf 15% etc bei verschiedenen Temperaturen dauert. Das macht ja Nissan schon mit dem CarWings Rechner. zu planen, daß man mit 115km/h mit genau 0% an der Station ankommt, ist schon recht leichtsinnig.
Wenn jedoch die Funktion der Ladesäule online abfragbar ist und das Ding offenbar funktioniert, ist ein möglichst geringer Ladestand für eine schnelle Neuladung schon hilfreich (von 0 auf 50% geht es meist erheblich schneller als von 25 auf 75 oder sogar von 50 auf 100%).

v@13 hat geschrieben:

Ich denke das ist mit einer herkömmlich programmierten Software nicht zu lösen, ein Ansatz mit selbst lernender Software wo die verschiedenen Möglichkeiten x-tausendfach durchgerechnet werden erscheint mir zielführender.


Ich habe da kein Präferenzen :) Mir ist beides recht :)

Noch ein Beispiel, um den Nutzen nochmal zu verdeutlichen.
Man kommt mit 10 km Rest zuhause an und steckt am 3 kW Lader an. Frau kommt einem schon entgegen und sagt, man muß noch mal weg (25 hin und wieder zurück). Am Zielort gibt es einen (durch die Ladebeschränkungen des eigenen Fahrzeuges) 3 kW Lader, Mit 10 km Umweg kann man aber auch beim Schnellader vorbei fahren (15 km weit weg).
Frage: wie kommt man am schnellsten zum Ziel und wieder zurück, wenn man am Ziel 1 Stunde Zeit hat :) Soll man zuhause auf 50 km + Reserve laden? Oder nur soviel, daß man zum Schnellader kommt und da dann die Restreichweite + Reserve einsacken? Oder doch nur so viel laden, daß man bis zum Ziel kommt und da 1 Stunde anstecken?

Cheers

Stefan
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon BangOlafson » So 4. Dez 2016, 19:59

Hachtl hat geschrieben:
Du hast noch das Höhenprofil der Strecke vergessen.


Jein. :)
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon Alex1 » So 4. Dez 2016, 20:40

Das Gewicht muss ich dann wohl selbst einstellen?

Hattest Du den Wind mit drin?

Und stop+ga als Reichweitenverlängerung?

Und Windschatten?
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Vernünftige Navigationssoftware für EV

Beitragvon BangOlafson » So 4. Dez 2016, 21:20

Alex1 hat geschrieben:
Das Gewicht muss ich dann wohl selbst einstellen?

Hattest Du den Wind mit drin?

Und stop+ga als Reichweitenverlängerung?

Und Windschatten?


Danke für die Vorschläge... Für dich gibt es dann eine Extra-Ausgabe mit Fahrzeugwaage für nur 499 extra...

Aber mal zurück zum Thema... Wenn der Verbrauch von den erwarteten Werten abweicht, wird das bei der Fahrt mit eingepreist. Das kann entweder die Geschwindigkeit erhöht werden kann oder andere Ladesäulen angefahren oder sogar ausgelassen werden können...
Aber das wußtest du sicher schon...
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