Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Ranzoni » Do 15. Feb 2018, 11:51

mi28havoc hat geschrieben:
Mein MX-5 mit 8,7l (Benzin-)Verbrauch liegt aktuell bei ~8 Euro Steuern auf 100km: ((1,37*0,19)+0,6545)*8,7 = 7,9587



Ist 1,37 der Preis mit Mwst ? Dann ist die Rechnung falsch.

Richtig wäre 1,37-(1,37/1.19) = 0,219 (statt 1,37*0,19 = 0,26).

Der Unterschied ist zwar nicht groß, aber für mich als Erbsenzähler... :mrgreen:

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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon iOnier » Do 15. Feb 2018, 12:35

mi28havoc hat geschrieben:
Kommt außerdem auf die Vergleichsfahrzeuge an. 5l Diesel sind schon verdammt wenig.

Hm. Die Vergleichsrechnung ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Nimmt man nur die Steuerlast (Mineralölsteuer / Stromsteuer, jeweils plus Umsatzsteuer), dann bringt der Stromverbrauch Vater Staat scheinbar sehr wenig ein. Das passt nicht, weil der Staat von anderen Abgaben auch profitiert. Ich nehme für beide Energieformen im Folgenden vereinfachend mal 60% als Summe der Gesamt-Abgabenlast an, das dürfte Pi mal Daumen hinkommen.

Mein letzter Verbrenner war ein 200D W124 Saugdiesel, der ist auf meiner Pendelstrecke (plus ein paar Extrafahrten, aber fast nie Autobahn) mit 5,7 bis 6,3 l/100 km hingekommen - realistisch, ich habe den Verbrauch bei [i][jedem/i] Tanken berechnet. Jahresfahrleistung rund 15.000 km. Waren dann pro Jahr wohl etwa 540 Euro Abgaben für ca. 900 l Dieselkraftstoff und -tatsächlich - für den Hubraum und die Schadstoffklasse auch etwa 540 Euro KFZ-Steuer. Knapp 1.100 Euro pro Jahr also, ein schöner Batzen. Dagegen fahre ich jetzt merklich billiger, was die Abgabenlast, aber auch was die Verbrauchskosten insgesamt angeht.

Aber: den 200D kann ich eigentlich nicht als Vergleich hernehmen, denn als ich den ersetzen musste wäre es in jedem Fall ein Klein(st)wagen geworden (reines Pendlerfahrzeug, jetzt: Peugeot iOn). Wegen der Fahrleistung wäre dennoch sicher wieder ein Diesel wirtschaftlich gewesen, also rechne ich auch damit. In der Fahrzeugklasse müsste der an sich mit 4l auf 100 km auskommen und er wäre wegen der Schadstoffklasse auch in der KFZ-Steuer günstiger.

Nehmen wir also einen halbwegs aktuellen Kleinwagen mit 1,2 l Dieselmotor und einem Verbrauch von 4l auf 100 km an. Macht ca. 185 Euro KFZ-Steuer und bei einem Jahresverbrauch von ca. 600 Litern etwa 360 Euro Abgaben darauf, in Summe 785 Euro.

Mein iOn verbraucht bei demselben Fahrprofil im Jahresmittel etwa 15 kWh auf 100 km, macht 2.250 kWh und damit bei angenommenen 28 ct/kWh eine Abgabenlast von 378 Euro im Jahr - von der KFZ-Steuer bin ich ja (noch!) befreit.

In diesem Vergleich wären es also 785 vs. 378 Euro - schon ein deutlicher Unterschied, auch nach Auslaufen der KFZ- Steuerbefreiung in etwa 8 Jahren verdient der Staat noch erheblich weniger an meiner Mobilität als würde ich weiter Diesel fahren ...

Ich schätze, an einer Besteuerung bzw. Belastung der tatsächlich gefahrenen Kilometer wird man nicht vorbeikommen.

Oder hab' ich mich irgendwo verrechnet? Grundfalsche Annahmen vorausgesetzt?

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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Vinifera » Do 15. Feb 2018, 12:47

Der Umstieg auf Elektromobilität ist teuer für den Staat. Das ist so. Dafür spart man CO2.
Wer sich interessiert, kann dieses Paper lesen, in dem u.a. genau diese Fragen gestellt werden. Leider nicht für DE, aber das Beispiel Österreich lässt sich wohl ganz gut übertragen.
https://www.toi.no/getfile.php?mmfileid=41187

Eine höhere Steomsteuer macht demnach keinen Sinn. Es wird eine Kombination aus höherer Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und Zulassungsgebühr vorgeschlagen.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon mi28havoc » Do 15. Feb 2018, 13:05

Ranzoni hat geschrieben:
mi28havoc hat geschrieben:
Mein MX-5 mit 8,7l (Benzin-)Verbrauch liegt aktuell bei ~8 Euro Steuern auf 100km: ((1,37*0,19)+0,6545)*8,7 = 7,9587



Ist 1,37 der Preis mit Mwst ? Dann ist die Rechnung falsch.

Richtig wäre 1,37-(1,37/1.19) = 0,219 (statt 1,37*0,19 = 0,26).

Der Unterschied ist zwar nicht groß, aber für mich als Erbsenzähler... :mrgreen:

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Da muss ich dir wohl Recht geben, Basis ist natürlich der Preis ohne Mwst und nicht mit ;) Macht immerhin ~35 Euro am Jahresende aus, also rechne ich lieber richtig :D

-> 7,60 pro 100 km
-> 895 Euro im Jahr inkl. kfz Steuer
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Michael_Ohl » Do 15. Feb 2018, 14:03

Für meine Kangoo planen die Banditen aus Berlin ab 2022 jedenfalls 69€ Steuer / Jahr etwa doppelt so viel wie der Benziner mein Frau mit erheblich mehr PS. In so fern sehe ich da nicht wirklich auf Dauer eine Ersparnis.
Meine Diesel kann ich natürlich auch mit 8 Litern fahren aber wenn ich so damit fahre wie mit dem E-Auto liege ich zwischen 5 und 5,5 Litern Diesel.


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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Super-E » Do 15. Feb 2018, 14:27

Moment - beim Strom sind es ca. 25% Steuern. Sowas wie die EEG Umlage oder Netzentgelte sind ja keine Steuern die dem Staat zukommen. Beim Benzin sind ca 60% reiner Steueranteil.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon iOnier » Do 15. Feb 2018, 14:46

Super-E hat geschrieben:
Moment - beim Strom sind es ca. 25% Steuern. Sowas wie die EEG Umlage oder Netzentgelte sind ja keine Steuern die dem Staat zukommen. Beim Benzin sind ca 60% reiner Steueranteil.

Stimmt schon - aber auch die Abgaben, Engelte und Umlagen dienen der Finanzierung von Strukturen von allgemeiner Bedeutung. IMO ist es also vollkommen berechtigt, diese mit den Steuern zusammengefasst zu betrachten.

Schließlich ist es ein reines Politikum ob man etwas "Steuer" nennt (weil man keine Zweckbestimmung möchte und der Staat grad' Geld braucht oder "Abgabe" (wahlweise: weil man eine "Steuererhöhung" aktuell politisch nicht durchsetzen / dem Wahlvieh - ähhh -volk nicht zumuten kann, oder: weil man das Geld tatsächlich zweckbestimmt verwenden möchte).
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon AndiH » Do 15. Feb 2018, 15:42

Was immer gerne vergessen wird: Beim Öl gehen mehr als 20 Mrd. Euro pro Jahr ins Ausland und sind damit für DE steuerlich "verloren", bei Strom ist es fast ausschließlich Innlandsumsatz der auch wieder steuerlich relevant wird. Wie viel das kompensiert sei dahin gestellt aber ich gehe nicht davon aus das *dadurch* eine echte Finanzierungslücke für den Staat entsteht, eher das man es als Argument nimmt um nochmal ein wenig mehr abzugreifen.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon kriton » Do 15. Feb 2018, 16:32

AndiH hat geschrieben:
Was immer gerne vergessen wird: Beim Öl gehen mehr als 20 Mrd. Euro pro Jahr ins Ausland und sind damit für DE steuerlich "verloren",...
Was meinst du damit "gehen ins Ausland", das verstehe ich nicht.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Ranzoni » Do 15. Feb 2018, 16:37

kriton hat geschrieben:
AndiH hat geschrieben:
Was immer gerne vergessen wird: Beim Öl gehen mehr als 20 Mrd. Euro pro Jahr ins Ausland und sind damit für DE steuerlich "verloren",...
Was meinst du damit "gehen ins Ausland", das verstehe ich nicht.


Ich denke, er meint dass es in Deutschland leider keine Ölfelder gibt. :oops:

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