Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon TMi3 » Mo 5. Feb 2018, 16:05

Bei Steuern ging es früher primär darum, das Verhalten der Marktteilnehmer zu steuern (Lenkungsabgabe). Und wenn das Ziel ist, dass weniger (Roh-)Kohle oder Roh-Öl verbraucht wird, kann man das mit Steuern erreichen.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Herr Holle » Mo 5. Feb 2018, 18:47

Seit der letzten Energie-Steuererhöhung 2003 sind die Verbraucherpreise um ca. 20% gestiegen. Der Energiesteuersatz ist also über die Zeit mittels einer "kalten Degression" deutlich gesunken. Es wird also höchste Zeit mal wieder über einen Inflationsausgleich zu diskutieren - meines Wissens nach wollte die SPD zugunsten der Stromsteuern (die ja im Vergleich zur EEG-Umlage fast marginal sind) Energiesteuern erhöhen - die CSU hat sich aber gesperrt.
Bleibt wohl der übernächsten Bundesregierung vorbehalten...
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon zitic » Mo 5. Feb 2018, 23:00

Ja, wie gesagt, Fahrstrombesteuerung ist viel zu aufwändig. Wird wohl auf einen realen km-Anteil hinauslaufen. Das ist weniger komplex, gerade mit den kommenden technischen Vorschriften. Letztlich geht es ja auch um die Infrastrukturnutzung. Und wie schon erwähnt, steigen mit höherem Stromverbrauch auch die Steuereinnahmen dort.

Natürlich muss man immer skeptisch bleiben, aber ich würde da auch den Teufel nicht an die Wand malen. Die EEG-Umlage wird wieder sinken und in jedem Fall nicht steigen etc., der Nachteil bei der Anschaffung eines BEV wird abnehmen. Dazu kommen dann die geringeren Instandhaltungskosten. Wird dann auf +/-0 hinauslaufen.

Warum sollte Individualverkehr auch unendlich günstig werden? Das ist ja aus ins und ökologischen Gesichtspunkten nicht vernünftig. Und das ganze wird ja auch nicht morgen schon passieren. Spätestens dann sind die Dieselsubventionen ja auch nicht mehr zu halten.

Die höhere allgemeine Besteuerung von fossilen Energieträgern ist sicherlich sinnvoll. Für die Energiewende brauchen wir eine umfängliche Umstellung auf EE und eine breite Elektrifizierung. Das sieht man ja besonders paradox an der Wärmewende. Der Strom wird schön teuer gemacht im Gegensatz zu Heizgas und es gibt wirklich noch Förderung für fossile Heizungen.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Schwarzwald-Stromer » Di 6. Feb 2018, 08:55

Hoch lebe die Vereinfachung unseres Steuersystems :ironie:
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon André » Di 6. Feb 2018, 22:16

Wer von uns will denn noch ernsthaft erwarten, das die designierten Polit - Harlekins in Berlin, ein ernsthaftes und längerfristiges Konzept umsetzen ? Eines, das über die jetzt ohnehin schon eingekürzte Zeit ihrer vier Jahre Legislaturperiode hinaus reichen wird ??
Zirkus bleibt Zirkus. Immer im Kreis herum. :lol:
Und egal wie oft die Phrasen in der Tagesschau wiederholt werden dürfen.
P.s.: Wer fast zwei Prozent BSP für die Rüstung vorbereitet, hat eben kein Geld für die wirklich wichtigen Dinge.

Ende OT
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Zmeister » Mi 7. Feb 2018, 19:24

Nunja, was wäre wenn wir den unnützen Staatsaparat glatt halbieren und eine Steuer machen? 20% Auf Alles! (Ausser Tiernahrung :-)")
Sobalt 1€ den Besitzer wechselt sind 20% fällig.
20% Strom 20 % Einkommenssteuer (Für alle!") 20% auf eben alles und jeden!
Dann könnte man wahrscheinlich die Straßen vergolden mit oberleitung für den Simens LKW, Aus Finazbeamten Altenpfleger machen und der laden läuft...
Wer braucht über 7200 Steuergesetze? ich nicht...
MFG: ZMeister
:D Ioniq Style , kann ein Stromer Sünde sein??
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon mi28havoc » Do 15. Feb 2018, 09:36

In den USA gibt es jetzt schon Steuern, die die Verluste durch E-Autos und Hybride kompensieren sollen:

http://www.thetruthaboutcars.com/2018/02/nice-prius-now-pay-maine-green-car-owners/

“The owners of these types of vehicles are paying far less in the gas tax than other vehicle owners and they are using the highway system just like any others,” MDOT Manager of Legislated Services Megan Russo told the Portland Press-Herald. “There has got to be a way to try and capture revenue from those drivers who are using our road system.”
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Michael_Ohl » Do 15. Feb 2018, 09:58

Irgendwie sehe ich die signifikante Steuerersparnis bei meinem E-Auto nicht. Ich zahle beim Diesel 3,25€ Steuer für die 5 Liter / 100km beim Kangoo sind es derzeit 3,00 € für die 20kWh / 100km ich sehe jetzt keine riesen Steuerausfälle.

MfG
Michael
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon mi28havoc » Do 15. Feb 2018, 10:17

Michael_Ohl hat geschrieben:
Irgendwie sehe ich die signifikante Steuerersparnis bei meinem E-Auto nicht. Ich zahle beim Diesel 3,25€ Steuer für die 5 Liter / 100km beim Kangoo sind es derzeit 3,00 € für die 20kWh / 100km ich sehe jetzt keine riesen Steuerausfälle.

MfG
Michael


Kraftfahrzeugsteuer? Kommt außerdem auf die Vergleichsfahrzeuge an. 5l Diesel sind schon verdammt wenig.

Mein MX-5 mit 8,7l (Benzin-)Verbrauch liegt aktuell bei ~8 Euro Steuern auf 100km: ((1,37*0,19)+0,6545)*8,7 = 7,9587

Bei 10.000 km / Jahr und kfz Steuer von 135 Euro macht das 931 Euro im Jahr vs. ~300 Euro für ein E-Auto mit 20 kWh im Schnitt.
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Re: Umstieg auf Elektroautos gefährdet Steuereinnahmen

Beitragvon Super-E » Do 15. Feb 2018, 11:43

Auch wenn die ursprüngliche Aussage von jemandem aus der Mineralölindustrie kommt, so ist es sicherlich richtig, dass die Einnahmen aus der Mineralölsteuer für KFZ irgendwann mal fast komplett wegfallen werden. Dafür benötigt es IRGENDEINEN Ausgleich. Ob er 1:1 in seiner Summe und seiner Erhebung sein muss ist natürlich fraglich. Wenn man zudem betrachtet, dass viele Verkehrspolitiker und Verbände das EV zwar als das geringere übel sehen, aber eigentlich den motorisierten Individualverkehr nicht fördern wollen gehe ich nicht davon aus, dass man das aus anderen Quellen finanzieren wird. Zumal ja auch noch sowas wie der kostenlose ÖPNV im raum steht, der ja auch irgendwie bezahlt werden muss.

Wenn sich unser Staat etwas überlegt, wird es meist sehr kompliziert (und wenn es nicht kompliziert ist kommt meist das Verfassungsgericht und sagt das widerspricht dem XYZ Grundsatz in der Verfassung und muss nachgebessert werden)

Ich hab ehrlich gesagt auch kein wirklich tolles Konzept im Kopf, welches fair ist, den individualverkehr in Städten unatraktiver macht, aber das Pendeln oder das Leben auf dem Land nicht zu sehr einschränkt. Wir sind ja heute froh über jeden, der nicht in der Stadt wohnt, aber das muss auch bezahlbar sein. Ich stelle es mir schwierig vor später mal EVs als Puffer mit V2G zu betreiben, bzw. dynamisches Laden zu fördern, wenn man da noch Steuern auf den Strom zahlen muss. Zudem erhoffe ich mir, dass man eine einfache Regelung für Laden in der Firma findet.

Möglich ist sicherlich vieles. Ich tendiere statt pauschalen eher für eine allgemeine Streckenmaut, die evtl sogar noch regional unterschiedlich ist (höhere Innenstadtmaut in Frankfurt, geringere Maut auf einer Landstraße in Meckpom) Hier könnte man noch einige andere Sachen einbauen (Privatfahrt/Dienstfahrt; integrierte Pendlerpauschale - sprich fahren auf dem Arbeitsweg ist zwei mal pro Tag kostenlos), aber das ist dann kritisch wegen des Datenschutzes. Die KFZ Steuer sollte die Effizienz und Nutzklasse eines Fahrzeugs besteuern. (geringe Steuer auf Kleinwagen und Pampersbomber, hohe Steuern auf Mega-Ev-SUFFs und Sportwagen).
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