Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Karlsson » Fr 17. Feb 2017, 13:52

Dachakku hat geschrieben:
Deutschland ist die Personifizierung des "Bösen" - Diesels, dank der "Regierungseigenen" Kontrollinstanz in Flensburg, zusammen mit der Diesel-fahrenden Klientel und deren perfekter Lobbyarbeit....

Na dann denk mal über Frankreich nach.
Und das bitte objektiv.....VW hat zwar illegale Software benutzt, aber bei anderen Marken wurden wesentlich höhere Werte gemessen. Aber die sind plötzlich nicht mehr gesundheitsschädlich?

Ich sehe auch mehr die Politik in der Pflicht. Warum sollte ein Autounternehmen, das in erster Linie seinen Aktionären verpflichtet ist, denn als einziger Anbieter so blöd sein und entgegen gängiger und tolerierter Praxis eine viel teurere Lösung auf den Markt bringen? Da zahlt der Kunde doch nichts für extra.

Also manche Weltbilder scheinen mir doch etwas zu einfach, wenn man mal genauer drüber nachdenkt.
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Alex1 » Fr 17. Feb 2017, 13:58

Deutschland pennt nicht nur bei der Luftreinhaltung (wo es früher mal Vorreiter war, die TA Luft war weltweit Standard für Verbrennungsanlagen).

Und auch nicht nur beim Lärm: Auch da musste D erst durch Brüssel nach Ablauf aller Übergangsfristen zum Umsetzen gezwungen werden, mit Klagen und Bußgeldandrohung.

Bei antibiotikaresistenten Keimen ist Deutschland auch weit abgeschlagen. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass die wichtigsten Reserveantibiotika VORBEUGEND in der Tiermast eingesetzt werden mit einem einzigen Ziel: Mehr Fleisch?

Auch beim Grundwasser ist Deutschland jämmerlich: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-0 ... ser-schutz
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Dachakku » Fr 17. Feb 2017, 14:58

Karlsson hat geschrieben:
Na dann denk mal über Frankreich nach. Und das bitte objektiv.....Ich sehe auch mehr die Politik in der Pflicht.


1. Ja, das ist einfach. Es gab in den letzten Wochen bereits Fahrverbote in Paris. Von so einer Courage sind die Entscheidungsträger in D noch 10 Jahre entfernt.

2. Ganz einfach: Ein 2.0 TDI muss 950,- Euro Steuern kosten - egal ob Euro 5 oder Euro 8 . Außerdem müssen die Regenerationszyklen in die Emissionen einfließen - Tun sie aber nicht, dank Lobbyarbeit ..

Wählerstimmen .....

@ Abgase bei DPF Regenerationen

Es ist kaum jemandem bekannt dass Nur und Ausschließlich ohne Regenerationen und dem daraus resultierenden Schadstoffausstoß gemessen wird !
Während der Regeneration sprengen die Abgase die Skalen .....

Plus wohl noch diverse unbekannte Stoffe, von denen man erst in 5 Jahren erfährt dass sie Krebs erregen ?!
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Und wenn ich über's Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker:" Schau dir das an, nicht mal schwimmen kann der."
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Super-E » Fr 17. Feb 2017, 15:27

Juhu, und wieder können die Politiker den schwarzen Peter auf die phöse EU schieben. Vielleicht findet sich dann so die Mehrheit für den Gerxit :-(

Hier zeigt sich die wunderbare Schizophrenie der Gesellschaft. Man schimpft über die Belastung und die Lobbyisten, aber wenn es dann zu Verboten kommt schreien die gleichen Leute auf und schimpfen dann auf die EU, weil die einem das Auto wegnimmt - ausgenommen natürlich die Emobilfahrer, die das nicht tangiert. Würde man aber z.b. wegen Feinstaub durch Reifenabrieb auch ein Fahrverbot auf EVs ausdehnen wäre das Gejammer wieder da, es sei denn man ist Fahrradfahrer oder U-Bahnfahrer...

Auf München bezogen würde mich ein generelles Dieseleinfahrverbot ziemlich ärgern (temporäre Fahrverbote hingegen nicht), da ich ein kaum benutzten Diesel für die Fahrt aus der Stadt in der TG stehen habe und mich innerhalb der Stadt ausschließlich mit ÖPNV bewege. Was in Stuttgart passiert ist mir natürlich egal, da es mich nicht tangiert ;-)

@Alex: Das mit den Reserveantibiotika hab ich gestern auch im Fernsehn gesehen und mich hats echt umgehauen :-(
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Alex1 » Fr 17. Feb 2017, 16:08

Super-E hat geschrieben:
Würde man aber z.b. wegen Feinstaub durch Reifenabrieb auch ein Fahrverbot auf EVs ausdehnen wäre das Gejammer wieder da, es sei denn man ist Fahrradfahrer oder U-Bahnfahrer...
Niiieee würde ich... :lol:
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Vanellus » Fr 17. Feb 2017, 16:37

Karlsson hat geschrieben:
Vanellus hat geschrieben:
Die Europäische Kommission hat aktuell die Daumenschrauben im Vertragsverletzung gegen Deutschland weiter angezogen, weil Deutschland es versäumt hat, die wiederholte Überschreitung der Grenzwerte für die Luftverschmutzung durch Stickstoffdoixid zu beenden (angepasster O-Text der Presseerklärung der KOM vom 15.2.2017)

Richtig. Und außerdem auch Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien.
Man sollte das nicht so darstellen als sei Deutschland allein das personifizierte Böse.

Außerdem stelle ich in Frage, ob die USA mit ihren großen Benzinern da so viel besser sind. Die haben vielleicht weniger NOx, hauen dafür aber deutlich mehr CO2 raus. Das kann es ja wohl auch nicht sein.
Und unter diesem Gesichtspunkt könnte man sich auch mal Gebäude anschauen - so Dämmstandards bei Neubauten in Deutschland und in den USA.

Ändert nichts daran, dass was getan werden muss, aber man darf ja auch mal schauen, wo man steht.


Ich wollte keineswegs den Eindruck erwecken, dass allein Deutschland das Vertragsverletzungsverfahren am Hals hat. Aber ändert sich irgend etwas, wenn auch Spanien, Frankreich, Italien und UK sich rechtfertigen müssen? Ich finde nicht.
Das hat auch nichts mit "personifiziertem Bösen" zu tun. Vertragsverletzungsverfahren gibt es immer, wenn ein Mitgliedstaat gegen selbstverabschiedetes europäisches Recht verstößt. Das ist Routine, aber dennoch sehr ernst zu nehmen, denn der EuGH kann sehr hohe finanzielle Strafen verhängen, die davon abhängen, wie schnell der festgestellte Verstoß abgestellt wird. Und da wird jeder Tag gezählt :D .

Im übrigen hast du schon besser argumentiert. Das kann ja sein, dass große US-Benziner mehr CO2 emittieren oder dass Gebäude besser isoliert werden müssen - was ändert das am Verstoß gegen die EU-Richtlinie zur Luftreinhaltung?
Steht einer vor dem Richter und muss sich rechtfertigen, dass er seine Frau verprügelt hat. Und er sagt: das machen viele andere auch ... außerdem sollten die mal lieber Einbrecher fangen :roll:
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Fr 17. Feb 2017, 16:50

Stuttgart hat doch 100 qm2 Moosplaster anbringen lassen. Das wird den Feinstaub bändigen. 8-)

Die tun richtig was in Sugitown.
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Fr 17. Feb 2017, 16:53

Karlsson hat geschrieben:
Gibts hier inzwischen Erkenntnisse, wer von den Fahrverboten betroffen sein wird?
Bei Motortalk fand ich komischerweise nichts. Unbequeme Wahrheit?
Mich interessieren 2 Fragen:
- dürfen alle EU6 Diesel rein? Viele sind im echten Leben ja viel schmutziger als auf dem Prüfstand, wo tatsächlich EU6 erreicht wird.

- dürfen EU6 Benziner mit Direkteinspritzung ohne Partikelfilter (Feinstaub!) rein?



mit dem E Kennzeichen dürfen dann auch die ganzen Mitsubithi und Cayenne teilelektrischen in die City. Dolle Logik. :)
eigentlich müsste am E-Auto mit Solarstrom geladen hinten auf Aufkleber drauf: "Heute schon Euro12, dank Sonnenstrom".

Nur kommt da keiner drauf... Strom ist böse. Kommt überwiegend aus Kohlekraftwerken. hüstel.
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon CCS=SuperPlus135 » Fr 17. Feb 2017, 16:57

Super-E hat geschrieben:
Würde man aber z.b. wegen Feinstaub durch Reifenabrieb auch ein Fahrverbot auf EVs ausdehnen wäre das Gejammer wieder da, es sei denn man ist Fahrradfahrer oder U-Bahnfahrer...


Dafür ist doch die Stadtreinigung zuständig! Was können wir dafür, das die zu doof sind, die Straßen min. 2x die Woche mit der Kehrwoche abzufahren? Während im Landtag jeder kleiner Hansel dickes Geld verdient. Kennt einer noch die älteren Ami Filme? Da sah man immer, fast bei jedem Film, einen Tankwagen der im Sommer hinten ordentlich Wasser verteilt hat. So doof sind die Amis letztlich garnicht. Aber die Gscheidles in Schdugart, die machen das sicher besser. Sieht man auch beim Panamera E.... 30 KM elektrisch und dann 6 Std. aufladen. :lol: Und hier im Forum stänkern die Leute, das die ZOE 40 so lange am laden Zeit benötigt :roll:
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Re: Stuttgarter Fahrverbot - Wie siehts aus?

Beitragvon Karlsson » Fr 17. Feb 2017, 20:00

CCS=SuperPlus135 hat geschrieben:
mit dem E Kennzeichen dürfen dann auch die ganzen Mitsubithi und Cayenne teilelektrischen in die City. Dolle Logik. :)

Lass das, mir solche Aussagen zu unterstellen!

CCS=SuperPlus135 hat geschrieben:
Dafür ist doch die Stadtreinigung zuständig!

Ah, super, Feinstaub macht die Straßenreinigung wech :D Dann sollen die das Zeug vom Diesel doch einfach auch noch auffegen und wir haben wieder stressfrei freie Fahrt mit dem Diesel :D
Und die Stuttgarter können auch die alten Ikeamöbel im Kamin verheizen.

Vanellus hat geschrieben:
Steht einer vor dem Richter und muss sich rechtfertigen, dass er seine Frau verprügelt hat. Und er sagt: das machen viele andere auch ... außerdem sollten die mal lieber Einbrecher fangen :roll:

Im Prinzip hast Du recht. Aber ersetze den gewalttägigen Ehemann vorm Richter doch mal durch einen fetten Mann vorm Arzt. Der Arzt hat dann natürlich auch recht, dass der fette Mann endlich mal abspecken sollte, weil das echt schlecht ist. Und dass alle anderen auch zu fett sind, ändert daran doch nichts. Aber es entkräftet doch den Skandal etwas, weil das Vorhaben unter den gegebenen Umständen nun leider ein wirklich schweres ist.
Wenn die anderen alle schlank wären, bräuchte man sich das Vorgehen ja nur bei denen abschauen. Aber hilft ja hier auch nicht - ganz vorne ist Norwegen und die hatten in Oslo auch neulich Smogalarm.
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