Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

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Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon JuGoing » Sa 10. Feb 2018, 10:47

Die Überschrift ist einfach zu kurz um es treffend zu beschreiben ...

Mir geht folgendes durch den Kopf.
Beim Vergleich der Umweltfreundlichkeit von Elektroauto und Verbrenner wird für das Elektroauto meist der deutsche Strommix zu Grunde gelegt.
Meiner Meinung nach ist das falsch.
Was jeder der sein Elektroauto zu Hause lädt für einen Strom benutzt ist sicher schwer zu ermitteln. Ich denke aber, im Schnitt wird das besser sein als der Strommix.
Und wenn ich Mal die Ladesäulen Betreiber so anschaue finde ich auch überwiegend die Aussage, dass die Ökostrom an ihren Ladesäulen einsetzen.

Z.b. RWE und Vattenfall
https://www.berlin.de/tourismus/infos/4 ... autos.html

Selbst wenn das jetzt mit Zertifikatshandel oder ähnlichem läuft, sollte das doch viel besser als der Strommix sein.

Übersehe ich da was, oder warum gibt es nicht mehr Widerspruch, wenn der Vergleich auf Basis des Strommix gemacht wird ?
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon gekfsns » Sa 10. Feb 2018, 11:05

Ich denke dass es mittelfristig sogar fast reiner Strom aus Photovoltaik und Windkraft werden kann sobald es Möglichkeiten gibt, mit intelligenten Wallboxen/ICCB das Auto als abschaltbare und steuerbare Last zu betreiben.
Kaufe mir dann z.B. Anteile von einer Bürgerenergie Genossenschaft und lade dann wenn die Anlagen Strom erzeugen.
Die Technik dazu gäbe es z.B. mit der Go-e schon, ist eine reine rechtliche und Software Geschichte die noch fehlt.
So lange der Marktanteil der EVs noch homeopatisch ist, lohnt es sich noch nicht.
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon Misterdublex » Sa 10. Feb 2018, 11:32

Im Moment laden wir nur öffentlich. Den Strommix der EWR kenne ich ehrlich gesagt nicht.
Selbst wenn es reine Braunkohle wäre, so stoße ich wenigstens bei uns in der Stadt kein NOx und wesentlich weniger Feinstaub aus, ganz zu schweigen von den Lärmimmissionen bei den Anwohnern von Kreuzungen, die wesentlich geringer sind.

In Zukunft werden wir wohl eine 6 kWp-Photovoltaikanlage auf unserem neuen Haus haben, dort könnten wir sicher 30% unseres Fahrstroms aus Sonnenenergie erhalten.
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon JuGoing » Sa 10. Feb 2018, 13:41

Misterdublex hat geschrieben:
Im Moment laden wir nur öffentlich. Den Strommix der EWR kenne ich ehrlich gesagt nicht.

https://www.ewr.de/e-mobilitaet/ladeloe ... stromflat/

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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon Zoe R 240 » Sa 10. Feb 2018, 14:04

der Strommix ist auch nicht immer gleich. bei Berechnungen diverser Autozeitschriften wird immer der schlimmste mögliche Energiemix ( z.B jetzt in diesem Moment ohne Sonne und Wind) als Durchschnittswert angegeben. Wenn man auf Electricity Map z.B. mal schaut, kommt man oft auf viel geringere Werte. Nachts sieht es meistens schon viel besser aus, vor allem wenn dann noch der Wind weht...
Es könnte alles so einfach sein - isses aber nicht... (Die fantastischen Vier)
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon Basslo » Sa 10. Feb 2018, 15:24

Die Diskussionen mit dem Strommix ist nur eine Art um die E-Autos irgendwie schlecht zu machen.
Das E-Auto bietet die Möglichkeit sehr effizient komplett CO2 frei zu fahren. Was kann das Auto dafür dass in dem Land so viel Kohle verheizt wird...
Ich mache ja auch nicht die Verbrenner Fahrer dafür verantwortlich dass tausende Lebewesen wegen Ölkatastrophen verenden und die Natur zerstört wird.
Den schwarzen Peter soll man da eher den Stromkonzernen und der Politik zuschieben, denn die habens in der Hand wie CO2 frei das Auto dann fährt.
Dem LOKALE Emmisionsfreie fahren wird viel zu wenig Gewichtung verleiht, aber genau das ist es was die Leute in den Städten krank macht, dazu gehören auch Lärmemmisionen.
Und auch wenn ich nur mit Kohlestrom fahren würde, was gar nicht möglich ist bei uns, sogar dann hätte das E-Auto keinen CO2 Nachteil zum Verbrenner, wenn man beim Verbrenner auch die Energieerzeugungskette mitrechnet.
Bei nem Kohlekraftwerk entstehen rund 900g/kWh CO2. Bei nem Durchschnittverbrauch von 15kWh/100km ergibt das 135g/km. Das schafft kein Verbrenner im realbetrieb wenn man die Krafstofferzeugung miteinbezieht.
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon secuder » Sa 10. Feb 2018, 16:18

Genau. Bei mir kommt der Strom auch aus der Steckdose... :shock:
Basslo hat geschrieben:
Bei nem Kohlekraftwerk entstehen rund 900g/kWh CO2. Bei nem Durchschnittverbrauch von 15kWh/100km ergibt das 135g/km. Das schafft kein Verbrenner im realbetrieb wenn man die Krafstofferzeugung miteinbezieht.
Du solltest fairerweise berücksichtigen, dass auch die Kohle erst aus dem Boden geholt und zu Kraftwerk gekarrt werden muss.



Ich denke, dass bei den Early-Adoptern, die hier überwiegend im Forum unterwegs sind, die Ökostromquote deutlich positiver als der Schnitt ist. Frage ist, ob man das übertragen kann, wenn das Elektroauto im Hauptmarkt ankommt, und ob das den Normalnutzer so arg interessiert - wahrscheinlich genauso wie derzeit, wo sein Strom herkommt. Bis dahin ist aber noch ein bisschen, und bis dahin wird es auch mehr Strom aus Erneuerbaren Energien geben.

Dazu kommt die Frage, ob der Ökostrom an den heutigen Ladesäulen "neuer" Ökostrom ist, oder nur ein Teil des sowieso verfügbaren Ökostroms zu den Ladesäulen "umgeleitet" wird. Das würde dann den aktuellen Schnitt nicht verbessern, aber es besteht die berechtigte Hoffnung, dass damit ein Marktdruck in Richtung Erneuerbare Energien entsteht.

Insofern darf man sich aus meiner Sicht freuen, wenn man mit Strom aus Erneuerbarer Energien bzw. erst recht vom eigenen Hausdach unterwegs ist.
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon bm3 » Sa 10. Feb 2018, 16:26

Naja, solange es hier im Land noch so viele Häuser auf dem Wärmedämmstandard von 1960 gibt, d.h. praktisch keiner vorhanden, und man vor diesen Häusern dicke Autos parken sieht und den Schornstein fleißig rauchen... . Und solange es noch viele Häuser mit Elektroheizung gibt, gestern erst wieder in einem gewesen, da relativiert sich das doch wieder ganz erheblich . :lol:
Unbestreitbar geht der Trend hin zu immer sauberer werdendem Strom im Land.Das ist ja auch ein permanenter Prozess, jeden Tag werden irgendwo neue EE-Anlagen ans Netz angeschlossen. Die nächste Generation Li-Akkus steht schon in den Startblöcken. NCM 811 bringt wieder deutlich mehr kWh an Speicherkapazität bei gleichhohem Gewicht der Zellen und somit gleichhohem Herstellungsaufwand wie bei den alten Zellen. Also auch da gibt es permanent Verbesserungen. So einen Trend gibts bei Benzin und Diesel nicht. Dazu noch V2G als Unterstützung der EE...
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon INRAOS » Sa 10. Feb 2018, 20:02

bm3 hat geschrieben:
Unbestreitbar geht der Trend hin zu immer sauberer werdendem Strom im Land. ... Also auch da gibt es permanent Verbesserungen. So einen Trend gibts bei Benzin und Diesel nicht. ....


Und genau das finde ich so faszinierend am eAuto.

Dass sich die ‚sauberkeit‘ unseres Stromes immer weiter erhöhen lässt (und es verhält sich ja auch so) .

Und dass ich selbst durch meine eigene PV Anlage sowie einen echten Naturstrom-Bezug den Schadstoffausstoss meines eigenen Autos schon heute extrem verringern kann
BMW i3 BEV 94 Ah seit 29.12.2016. Mittlerweile schon über 25.000 km vollelektrisch gefahren.
Passat GTE bestellt, LT ca Juli 2018.
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Re: Strommix beim Vergleich eAuto vs Verbrenner

Beitragvon Pianist » Sa 10. Feb 2018, 20:20

Ja, genau so ist das. Aber da werden die Gegner nichts unversucht lassen, Dir mit den abstrusesten Rechenoperationen nachzuweisen, dass das alles Augenwischerei ist. Übrigens, um immer auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen: Auch CNG-Autos haben das Potenzial, immer besser zu werden, je mehr Gas ins Netz eingespeist wird, welches mit überschüssiger Windenergie erzeugt wird. Also wo man mangels Netzinfrastruktur den Strom noch nicht so gut weg bekommt, kann man stattdessen ins Gasnetz einspeisen. Auch wieder ein Baustein in der Energiewende (die von den "besorgten Bürgern" übrigens komplett abgelehnt wird, die stehen offenbar total auf Störfälle der Stufe 7).

Matthias
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