Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

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Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon i300 » So 23. Nov 2014, 17:47

Lesetipp:
In der Ausgabe 48 vom 24.11.2014: Spiegel-Gespräch mit Elon Musk 'Elektroautos sind sexy' ;)

"Es wird unheimlich viel Schwachsinn erzählt" ... Nein - damit meint er nicht dieses Forum :twisted:

'Und sie können einem auf den Kopf fallen' - fliegende Autos wird's wohl nicht von Tesla geben. Beruhigend...
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon JoySpell » Mo 24. Nov 2014, 02:12

Was mich irgendwie verärgert und zugleich auch wundert ist, dass ausgerechnet Greenpeace gegen den E-Antrieb ist. Und das auch öffentlich ausspricht. Das richtet mehr Schaden an, als irgend ein Interview auf Spiegel :!:

http://www.greenpeace.de/themen/klimawa ... t-co2-frei

Und auch die B90/Grün nutzt ihre Macht nicht um da mehr zu erreichen.
Zuletzt geändert von JoySpell am Mo 24. Nov 2014, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon Robert » Mo 24. Nov 2014, 07:46

Das selbe Problem in Graz und Wien. Man will den Individualverkehr beschränken, folglich auch die Emobilität nicht fördern. Für einschneidende Maßnahmen/ Fahrverbote fehlt der Mut....
Es bleibt also alles beim Alten. Diesel verpesten die Städte und Emobile werden nicht gekauft....
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon JoySpell » Mo 24. Nov 2014, 08:38

Ja. Die Diesel müssen weg. Vor 2 Jahren? sollte ja Diesel EU weit höher besteuert werden, das wäre das Ende gewesen.

Doch daraus wurde nichts. Wobei man auch sagen muss, das Benzin-Direkteinspritzer ordentlich Feinstaub produzieren. Wobei Feinstaub ist eigentlich auch nicht korrekt, denn es sind Nano-Partikel!

Und dann soll man mit dem Fahrrad durch die Innenstadt fahren, wo man den ganzen Mist einatmet. Ist klar... :lol:

Deswegen müssen E-Cars gerade in der Stadt gefördert werden. Mit blauen Nummerschildern sollte kostenloses Parken für 2-4 Stunden ermöglich werden.
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon Wackelstein » Mo 24. Nov 2014, 09:46

Was mich irgendwie verärgert und zugleich auch wundert ist, dass ausgerechnet Greenpeace gegen den E-Antrieb ist.

Yupp, das bringt mich auch auf die Palme. Denn Greenpeace versteht hier nicht, was wirklich Sache ist. Die sehen Autos generell als böse an. Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Aber E-Autos sind doch anders. Hier am Land würde ich für meinen Weg zur Arbeit mit dem Bus ca. 6 Mal (!!) so lange brauchen wie mit meinem Auto. Soll ich jeden Tag 2 Stunden meiner Lebenszeit vergeuden, nur damit es ein Auto weniger gibt? :evil:
Das gilt dann wohl für viele Bewohner des ländlichen Raums. Da ist ein Fahrzeug einfach wichtig um damit in die Arbeit zu fahren.

In der Stadt ist die Sache anders. Würde ich in Wien leben - oder München oder .... - hätte ich längst kein Auto mehr, sondern eine Mitgliedschaft bei Car2Go. Und natürlich eine Jahreskarte für U-Bahn und S-Bahn. Autofahren in der Stadt ist mir einfach zu mühsam und stressig und das Parken ohnehin nicht lustig.

E-Autos erhöhen auch eher nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße. Als reines Zweit- (oder Dritt-) Auto sind sie zu teuer. Dagegen ersetzen sie oft einige Verbrenner, die in Familien ohnehin vorhanden sind, wie z.B. bei uns: Wir sind 4 Erwachsene mit Führerschein und haben 4 Fahrzeuge - davon 3 E-Fahrzeuge (2 x Zoe, 1 x Twizy) und für weitere Strecken und für sperrige Sachen einen Seat Altea XL. Der steht aber meistens nur herum. Denn sogar jetzt im Spätherbst fahre ich meistens mit dem Twizy....

Außerdem könnte man mit dem "Vehicle to Grid"-Ansatz die E-Autos als gigantischen Stromspeicher nutzen - was PV- und Windstrom noch zusätzlich fördern würde.

Was ich dagegen - wie Greenpeace - auch ablehne ist das Nutzen der Busspur für E-Fahrzeuge. Denn das behindert den öffentlichen Verkehr und verschlechtert sogar die Akzeptanz der E-Fahrzeuge.
Um E-Fahrzeuge zu fördern, braucht es nur eins: Nein, nicht Geld, sondern moderne Schnellladestationen und zwar viele davon!
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon Mike » Mo 24. Nov 2014, 10:23

JoySpell hat geschrieben:
Was mich irgendwie verärgert und zugleich auch wundert ist, dass ausgerechnet Greenpeace gegen den E-Antrieb ist.

Der Artikel ist von 2008. Gibt es dazu nichts neueres?
Davon abgesehen ist doch klar, dass öffentliche Verkehrsmittel umweltfreundlicher als jedes Auto sind. Ausnahme: Tretautos ala Fred Feuerstein.

Leider sind öffentliche Verkehrsmittel im ländlichen Raum häufig keine alternative. Und da wären wir dann beim EV!
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon Poolcrack » Mo 24. Nov 2014, 10:32

JoySpell hat geschrieben:
Was mich irgendwie verärgert und zugleich auch wundert ist, dass ausgerechnet Greenpeace gegen den E-Antrieb ist. Und das auch öffentlich ausspricht. Das richtet mehr Schaden an, als irgend ein Interview auf SP.ON. :!:

http://www.greenpeace.de/themen/klimawa ... t-co2-frei

Was für ein Zufall, ich bin am WE auch über den Artikel gestolpert und habe spontan über das Kontaktformular folgende Email geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gerade durch einen Zufall auf folgenden Artikel gestoßen: http://www.greenpeace.de/themen/klimawa ... t-co2-frei

1.)
Ich kenne keinen Elektroautofahrer, der nicht Ökostrom bezieht, viele davon bei EWS, Naturstrom, o.ä., einige sogar aus der eigenen Photovoltaikanlage. Ich kenne auch keine öffentliche Ladesäule, die nicht mit Ökostrom betrieben wird.

2.) Ich fahre einen BMW i3, der komplett mit erneuerbaren Energien zusammengebaut wurde (Windräder auf dem Werk in Leipzig, Wasserkraft in den USA bei der Carbonfaserherstellung). Durch die neuen Materialien wurde 50% Energie und 70% CO2 eingespart. Viele Rohstoffe sind recycled oder schnell nachwachsend im Vergleich zu einem Verbrennerfahrzeug. Das Auto ist seit April mein einziges Fahrzeug. Hätte ich also stattdessen meinen Verbrenner behalten sollen? Dürfte ich nie ein Elektroauto kaufen?

3.) Der letzte Abschnitt könnte glatt von der Verbrenner-Lobby stammen. Sie wollen E-Autos und Verbrenner direkt vergleichbar machen? Dann berücksichtigen Sie bitte auch den Energieverbrauch für den Transport, die Raffinerie und für die Beseitigung der Umweltverschmutzung von Erdöl anfällt. Oder denken Sie, dass Benzin und Diesel direkt an der Zapfsäule sprudelt? Nur ein "well-to-wheel" Vergleich wäre fair. Und bei der Gelegenheit den Verbrauch auch mal im Winter bei kaltem Motor vergleichen.

Ihre Meinungen in dem Artikel sind extrem kontraproduktiv zur Verbreitung der Elektromobilität. Sie liefert Argumente mit denen das schlechte Gewissen eines Verbrennerfahrers beruhigt wird. Er braucht ja dann doch keine "lahme Ökokiste" kaufen und kann seinen lärmenden Stinker guten Gewissens weiter fahren.

Falls Sie die Meinungen des Artikels weiterhin und uneingeschränkt vertreten, muss ich leider meine langjährige Mitgliedschaft kündigen.

Mit freundlichen Grüßen,
i3 BEV (SW: I001-17-07-500), BJ 04/2014, LL >87.000 km, Gesamtdurchschnitt 12,8 kWh/100 km im BC (=netto)
Model ≡ r≡s≡rvi≡rt
Mitglied bei Electrify-BW e.V., einem unabhängigen Verein von eFahrer für eFahrer und Interessierte.
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon TeeKay » Mo 24. Nov 2014, 10:37

Auch in Städten ist das Auto sinnvoll, solange die Politik lieber in einzelne Megaprojekte Milliarden investiert als in die flächendeckende Verbesserung der Nahverkehrsinfrastruktur. In Berlin könnte ich dir zig Beispiele für absurde Situationen in Bussen und Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen nennen, die mit Minisummen Beschleunigungen im Bereich von 20%+ bringen würden. Macht man aber nicht, stattdessen baut man für ne halbe Milliarde 3km Autobahn oder 5km U-Bahn parallel zur S-Bahn. Das selbe in Frankfurt/Main. Die Bevorzugung des Autos gegenüber Straßenbahn und Fußgängern kotzt mich ständig an.

Kurz: Auch in der Stadt wird man zum Auto getrieben. Steige ich in Berlin in die Straßenbahn, um zwischen meinen beiden Büros zu pendeln, so bin ich im Berufsverkehr nach rund 20min bei der S-Bahn (davon 5-10min an Ampeln wegen absurder Verkehrsführung gewartet). Dann warte ich 8min auf die S-Bahn. In der Zeit bin ich mit dem Auto schon im Büro. Dann fahre ich 15min S-Bahn. Dann laufe ich 10min. Dauert fast doppelt so lange. Macht 2x täglich 50min. Bei 220 Arbeitstagen 11000min, 183h, fast 8 Lebenstage, die ich sinnlos irgendwo in der Bahn warte. In einem Berufsleben ist das ein ganzes Lebensjahr. Allein mit der Wartezeit ist der C-Zero finanziert.


Mal davon abgesehen brauchen die Umweltverbände den Verbrenner. Sie haben 30 Jahre lang gepredigt, wie schädlich all der Lärm und die Abgase sind. Nun fällt all das weg. Auf einmal gäbe es ein Elektroauto, das weder lärmt noch abgast. Die anderen Nachteile, hoher Flächenverbrauch, Unfallgefahren, Umweltschäden bei der Produktion der Rohstoffe, sind wesentlich weniger greifbar und schwer zu erklären. Es ist für die Umweltverbände viel leichter, ein einfaches, greifbares, für jeden offensichtliches Problem zu bekämpfen. Also sind sie für den Verbrenner, um insgesamt gegen alle Autos argumentieren zu können.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon JoySpell » Mo 24. Nov 2014, 13:02

Mike hat geschrieben:
JoySpell hat geschrieben:
Was mich irgendwie verärgert und zugleich auch wundert ist, dass ausgerechnet Greenpeace gegen den E-Antrieb ist.

Der Artikel ist von 2008. Gibt es dazu nichts neueres?
Davon abgesehen ist doch klar, dass öffentliche Verkehrsmittel umweltfreundlicher als jedes Auto sind. Ausnahme: Tretautos ala Fred Feuerstein.

Leider sind öffentliche Verkehrsmittel im ländlichen Raum häufig keine alternative. Und da wären wir dann beim EV!


Die Haltung hat sich offenbar nicht geändert.

https://www.greenpeace.de/themen/klimaw ... ektroautos

http://www.focus.de/auto/elektroauto/ne ... 56593.html

bmw-i3-allgemeines/i3-im-neuen-greenpeace-magazin-besser-nicht-lesen-t4666.html

:?

Öffentliche Verkehrsmittel immer umweltverträglicher? Nicht wirklich!

Ein Bus fährt oft leer zwischen den Dörfern umher. Und verbraucht dabei 25 Liter Diesel im Schnitt. Auch die Bahn ist nicht vom Himmel gefallen. Der viele Stahl, die Schienen. Und die viele Energie muss erst mal erzeugt sind.

Jetzt kann man sagen, die Bahn fährt eh. Jnein. Wenn man so argumentiert ist das nicht ganz korrekt. ;) Weil wenn keiner fahren würde, würde auch keine "umweltfreundliche" Bahn mehr fahren.

Es gibt User im Forum, die laden ihr Autos an der Photovoltaikanlage. Das ist so vorbildlich, besser geht es nicht mehr. Aber man muss auch sagen, dass diese Möglichkeit nicht viele haben. Weder finanziell, noch von der Gegebenheit des Grundstücks.
JoySpell
 

Re: Spiegel-Gespräch "Niemand will ein Mistauto"

Beitragvon ATLAN » Mo 24. Nov 2014, 14:14

Teekay, +100 , besonders der letzte Absatz! :x

Nette Anekdote: Mir wurde mal seitens der grünen hälfte der Wiener Stadtregierung nahegelegt, meine Techniker mit einem Lastenfahrrad auf Tour zu schicken, das geht schon mit 30kg Bleiakkus, Sonderparkausweis gibt's keinen, auch nicht zB. für einen E-Kangoo .....
Wenn ich das mache, sitze ich demnächst alleine in der Abteilung ... :wand:

MfG Rudolf
Ab 18-11-2013 Fluence, seit 16-6-2015 MS 85D, seit 16-6-2017 MX 90D :-D Gratis SuC gefällig? :) http://ts.la/rudolf798
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