sparsamer Fahrstil?

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sparsamer Fahrstil?

Beitragvon v@13 » So 24. Jul 2016, 22:38

Wie ist euer sparsamster Fahrstil? Fahrt Ihr mit 30km/h über die Autobahn, oder beschleunigt ihr voll und lasst dann rollen?

Mein sparsamster Fahrstil geht so: Man stelle sich einen Trecker vor mit Handgas das man fest einstellt. Also Leistung mit dem Fuss möglichst so bei 15kW konstant halten, mein 30kWh Leaf fährt dann zwischen 75-125km/h je nachdem ob es hoch oder runter geht. Die Beschleunigung ist bescheiden, bergauf braucht man auch mal mehr Leistung oder ist sehr langsam, aber am Ende des Tages hat man einen Schnitt von 60km/h auf der Bundesstraße geschafft und erst nach über 180km geht die Reserve Lampe an (25km Rest).

Bin gespannt auf eure Erfahrungen.
... dauernd ist die Batterie voll, sie ist einfach viel zu klein, so viel kann ich gar nicht fahren. ;)
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Konstante Leistung statt Tempomat

Beitragvon IsarRadler » Di 24. Jul 2018, 22:03

Handgas war genau das Stichwort, das ich gesucht habe, daher hol ich den Beitrag mal hoch.

Tempomat finde ich auf der Autobahn ungünstig, da er bergab rekuperiert und bergauf zu viel Leistung verbrät. Ich würde mir eine einstellbare konstante Leistungsabgabe wünschen mit einem Begrenzer.

Für den Ioniq, de ich grad gemietet hab, würde ich 12kW konstante Leistung einstellen und bei 140 den Begrenzer, der nur die Leistungsabgabe rausnimmt und nicht zurückspeist. Ich fahr den Ioniq aktuell mit 11,3/100 auf der AB, indem ich das in etwa manuell regle. Das könnte doch ein automatischer Regler für mich erledigen.

Gibts sowas schon?
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon Helfried » Mi 25. Jul 2018, 07:43

IsarRadler hat geschrieben:
würde ich 12kW konstante Leistung einstellen und bei 140 den Begrenzer, der nur die Leistungsabgabe rausnimmt und nicht zurückspeist.


Wenn du den Wagen bergab mit 140 km/h frei laufen lässt, wäre aber schon die Rekuperation sparsamer. Sonst verpufft die ganze Energie im Fahrtwind.
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 25. Jul 2018, 07:59

Die verbrauchte Energie setzt sich aus drei Faktoren zusammen die man unterschiedlich betrachten muss:

1. Luftwiderstand
2. Rollwiderstand
3. Höhenunterschied

Zum Luftwiderstand: der ist bei hoher Geschwindigkeit in der dritten Protenz, da man aber schneller ankommt ist der Verbrauch aus dem Luftwiderstand "nur" quadratisch. Je nach Fahrzeug ist ein Geschwindigkeit von 70 - 90 km/h ideal um die NEDC Werte zu erreichen. Windschatten Fahren bringt natürlich etwas.

Zum Rollwiderstand: da hilft nur überhöhter Luftdruck und wenig Gewicht im Fahrzeug. Mit der Fahrweise kann man aber da nichts verändern.

Zum Höhenunterschied: Da gibt es viel Aberglaube. Im Prinzip kann man an der Energie die man für die Überwindung der Höhe benötigt (außer weniger Zugladung) nichts verändern. Es ist aber schon so dass der Wirkungsgrad der Antriebsmaschine bei hoher Leistung ein wenig steigt und der Wirkungsgrad der Batterie bei hoher Leistung ein wenig sinkt. Einen Berg daher in eingeprägter Geschwindigkeit zu nehmen schadet daher nicht dem Verbrauch. Die Energie muss aus der Batterie in die Fahrzeugmasse um diese zu heben, eins zu eins. Unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit.
Bei den meisten Fahrzeugen ist es in etwa so, dass bis zu 2/3 dieser Energie durch das Berg abfahren wider zurück kommen.
Natürlich kann man durch langsam fahren Energie sparen, aber nur wegen dem Luftwiderstand. Es ist genauso Sinnvoll auf der Ebene langsam zu fahren, bringt genauso viel wie am Berg.

Zum Recuperieren: Segeln oder Recu? Es ist natürlich immer besser Energie in die Batterie zurück zu bringen, aber so ein paar kW bringen in dem dort schlechten Wirkungsgrad wenig. Wenn man dann aber 140km/h rollt, verbrät man die schöne Höhenenergie in den Luftwiderstand. Sicher die billigste Art ein Wenig Gas zu geben, Recu ist aber Sinnvoller, immer.

Meine Empfehlung daher: es macht keinen Sinn auf dem Berg ein Verkehrshindernis zu sein. Wenn dort das Langsamfahren aber wegen anderer langsam fahrender Fahrzeuge ohne Auffällig zu werden möglich ist, kann man natürlich beim Berg auffahren Luftwiderstand sparen.
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon Helfried » Mi 25. Jul 2018, 08:04

AbRiNgOi hat geschrieben:
Es ist genauso Sinnvoll auf der Ebene langsam zu fahren, bringt genauso viel wie am Berg.


Sehe ich genauso. Bergauf langsamer zu fahren auf der Autobahn ist Aberglaube, bzw. bringt nicht mehr Ersparnis als in der Ebene langsamer zu fahren. Allerdings fällt das Sparen am Berg psychologisch leichter.
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon iOnier » Mi 25. Jul 2018, 11:24

Meine Theorie dazu:

- Elektronik und Motor werden auf beste Effizienz in Teillastbereich optimiert sein (ich würde das als Hersteller jedenfalls so machen, da der Kunde später ganz überwiegend im Teillastbereich unterwegs sein wird)

- der Verlust über ohmschen Widerständen (v.a. elektrische Leitungen) steigt im Quadrat(!) mit der Stromstärke

- bergauf muss ich schon zum Halten der Geschwindigkeit deutlich mehr Strom geben als in der Ebene

=> bergauf zu fahren verschlechtert die Effizienz des E-Fahrzeugs auf 2 Ebenen: Teillast=>Volllast und quadratisch ansteigende Verluste in der Elektrik.

Im Prinzip wird es also schon so sein, dass ich bergauf durch langsames Fahren und Vermeiden von zusätzlicher Beschleunigung mehr Energie sparen kann als in der Ebene.

Bei "autobahntypisch" geringen Steigungen - Kasseler Berge mal ausgenommen :-) - wird sich das wahrscheinlich kaum spürbar auswirken.
Gruß
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 25. Jul 2018, 11:48

iOnier hat geschrieben:
Elektronik und Motor werden auf beste Effizienz in Teillastbereich optimiert sein


Leider nein, ein Synchron Maschine ist eben nicht optimiert auf den Teillastbereich und da kann man mit Auslegung nicht viel ändern. Da müsste man halt eine Asysnchron Maschine verwenden. Ich verstehe eh nicht warum alle auf diese komplexe PSM stehen, die natürlich bei hohen Lasten einen besseren Wirkungsgrad als eine ASM hat, aber vielleicht überlegen desswegen so vile doch wieder eine ASM ein zu setzen.

Und ja, durch höhere Ströme kommt es zu mehr Kupferverlusten, aber wie schon gesagt, das gleicht sich mit dem Wirkungsgrad des Antriebes aus, weil der Kupferwiderstand ist bei solch kurzen Leitungen sehr überschaubar. Wirklich merklich wird bei hohen Strömen der Wirkungsgrad der Batterie schlechter.

Probiere es einfach aus, Fahre auf der Ebene einmal 60km/h und dann die gleiche Strecke mit 80km/h und finde den Unterschied in der verwendeten Energie. Nun die gleiche Strecke den Berg hinauf, wieder mit 60 und mit 80 km/h und der Unterschied wird gleich sein.
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon Helfried » Mi 25. Jul 2018, 12:04

iOnier hat geschrieben:
Im Prinzip wird es also schon so sein, dass ich bergauf durch langsames Fahren und Vermeiden von zusätzlicher Beschleunigung mehr Energie sparen kann als in der Ebene.


Ich habe es gemessen, auf einem relativ steilen Berg ist der Unterschied zwischen sehr beherzter und langsamer Fahrt nur 10% Stromverbrauch. Siehe Thread Berg und Tal.
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon iOnier » Mi 25. Jul 2018, 12:11

AbRiNgOi hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben:
Elektronik und Motor werden auf beste Effizienz in Teillastbereich optimiert sein
Leider nein, ein Synchron Maschine ist eben nicht optimiert auf den Teillastbereich

Die Leistungselektronik aber wohl schon? Da wäre es zumindest möglich und IMO auch sinnvoll.
PSM

:?:
Und ja, durch höhere Ströme kommt es zu mehr Kupferverlusten, aber wie schon gesagt, das gleicht sich mit dem Wirkungsgrad des Antriebes aus, weil der Kupferwiderstand ist bei solch kurzen Leitungen sehr überschaubar.

Die Wicklungen im Motor haben auch einen ohmschen Widerstandsanteil. Und die Situation in der Batterie erwähnst Du dann ja selbst.
Probiere es einfach aus, Fahre auf der Ebene einmal 60km/h und dann die gleiche Strecke mit 80km/h und finde den Unterschied in der verwendeten Energie. Nun die gleiche Strecke den Berg hinauf, wieder mit 60 und mit 80 km/h und der Unterschied wird gleich sein.

Ich hab' hier keine Berge, nur Schleswig-Holsteinisches Hügelland. Geht andauernd rauf und runter, aber eben immer nur kleine Höhendifferenzen über kurze Strecken. Also schon oft recht steil, aber jeweils nicht lang genug für valide Messungen. "Gefühlt" steigt der Verbrauch meines iOn unverhältnismäßig an, wenn ich unter diesen Bedingungen einen etwas schnelleren Schnitt fahre, was eben zu meinen Erwägungen passt.

Ist aber natürlich auch immer eine Sache der Auslegung sowie anderer Faktoren; so hat ein Drilling eben auch keinen so guten Cw wie ein ioniq, was ebenfalls mit reinspielt. Dennoch kommt mit der Mehrverbrauch wie gesagt unverhältnismäßig vor.
Gruß
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Re: sparsamer Fahrstil?

Beitragvon iOnier » Mi 25. Jul 2018, 12:23

Helfried hat geschrieben:
Ich habe es gemessen, auf einem relativ steilen Berg ist der Unterschied zwischen sehr beherzter und langsamer Fahrt nur 10% Stromverbrauch. Siehe Thread Berg und Tal.

Jau, mit dem ioniq. Der ist sicher eine Größenordnung effizienter als ein Drilling. Ich deutete ja schon an, das es auch erheblich auf das individuelle Fahrzeug ankommt, wie stark sich die genannten Effekte real auswirken.
Gruß
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