Soll man lachen oder weinen?

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Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon DaftWully » So 28. Dez 2014, 20:33

Heute auf SPON gesehen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/oeko-energie-erstmals-wichtigste-stromquelle-in-deutschland-a-1010478.html

Freude über den Vormarsch der erneuerbaren Energie aber andererseits: die Braunkohle.

Der CO2-Zertifikatshandel sollte in die Tonne gehauen werden.

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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon MaxPaul » So 28. Dez 2014, 21:38

Ja, wenn man Atomkraftwerke nicht mehr will (was ich auch unterstütze), dann müssen konventionelle ja wieder mehr stemmen... Das ist ja nun keine Überraschung, sondern war nur eine einfache Rechenaufgabe...

Was machst du denn im Winter an Tagen ohne Wind bzw. mehrere Tage in Folge ohne Wind? Da kann man noch so viel Wind und PV Anlagen installieren, die Produktion reicht dann einfach nicht... Installierte Leistung hilft mir halt nicht, wenn ich sie nicht abrufen kann...

Natürlich gibt es auch mal Überproduktion von Windanlagen, aber das ist eben genau das Problem: Wie soll ich diese überschüssige Energie speichern, sodass ich auch mal ein paar Tage ohne Wind, die Versorgung sicher stellen kann? Im Moment gibt es da nur die konventionellen Kraftwerke die da einspringen können...
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon e-lectrified » So 28. Dez 2014, 21:39

In erster Linie freuen. Den Rest können wir selbst beeinflussen: Stromanbieter wählen, der nur auf Ökostrom setzt und gut. Die Ja-Sager der Regierung davon zu überzeugen, dass wir den Großteil schon jetzt mit regenerativem Strom abdecken könnten, ist noch schwieriger, als die vom Konzept der Elektromobilität zu überzeugen. Das können wir nur mit dem Markt steuern - sprich: Ökostrom-Tarife abschließen.
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon e-lectrified » So 28. Dez 2014, 21:42

MaxPaul hat geschrieben:
Ja, wenn man Atomkraftwerke nicht mehr will (was ich auch unterstütze), dann müssen konventionelle ja wieder mehr stemmen... Das ist ja nun keine Überraschung, sondern war nur eine einfache Rechenaufgabe...


Noch stimmt das. Das liegt aber u.a. auch daran, dass zu wenig für Speichertechnologien getan wurde. Was aber gar nicht geht, ist die Peaks in den drei anderen Jahreszeiten mit konventionellem Strom abzudecken. Das ist schlichtweg rücksichtslos. Aber, wie gesagt: wir werden das nur mit der Auswahl unseres Stromtarifs nachhaltig beeinflussen können.
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon MaxPaul » So 28. Dez 2014, 21:42

Der Ökostrom-Tarif ist aber letztlich auch nur ein Bilanztrick... Oder glaubst du das du an einem windstillen Abend du zuhause Ökostrom bekommst?
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon ltreasure » So 28. Dez 2014, 22:06

MaxPaul hat geschrieben:
Der Ökostrom-Tarif ist aber letztlich auch nur ein Bilanztrick... Oder glaubst du das du an einem windstillen Abend du zuhause Ökostrom bekommst?

Solange noch Wasser fließt, kein Problem.
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon DaftWully » So 28. Dez 2014, 22:10

Ökostrom oder vielleicht besser erneuerbare Energien hat ja viele Facetten. Und an windstillen Abenden können halt Solarstrom und Windkraftwerke keinen Strom liefern aber Biogasanlagen und Wasserkraftwerke oder, wie e-lectrified schrieb, intelligente Speichertechnologien.

Solange aber billige Auswege über die CO2-Zertifikate angeboten werden, wäre jede Aktiengesellschaft ja blöd, sich Gedanken über Alternativen zu machen. Ist ja so einfacher, Profit zu machen.

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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon TeeKay » Mo 29. Dez 2014, 08:21

DaftWully hat geschrieben:
Der CO2-Zertifikatshandel sollte in die Tonne gehauen werden.

Davon wird es nicht besser. Es müssen lediglich die zugeteilten Zertifikate verringert und vollständig versteigert werden. Wenn ich als Legislative zu viele Zertifikate in den Markt gebe, sind niedrige Preise die logische Folge.
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon TeeKay » Mo 29. Dez 2014, 08:23

MaxPaul hat geschrieben:
Ja, wenn man Atomkraftwerke nicht mehr will (was ich auch unterstütze), dann müssen konventionelle ja wieder mehr stemmen... Das ist ja nun keine Überraschung, sondern war nur eine einfache Rechenaufgabe....

Das ärgerliche ist nicht, dass konventionelle Kraftwerke öfter laufen. Das ärgerliche ist, dass zuviele CO2-Zertifikate im Umlauf sind und daher die effizientesten Gaskraftwerke aus dem Markt gedrängt werden. Stattdessen laufen Braun-Kohlekraftwerke, die teilweise vermutlich noch der Führer, ersatzweise Wilhelm Pieck, plante.
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Re: Soll man lachen oder weinen?

Beitragvon Mounty » Mo 29. Dez 2014, 16:32

In erster Linie freuen. Den Rest können wir selbst beeinflussen: Stromanbieter wählen, der nur auf Ökostrom setzt und gut.


Meines Erachtens ist der Strom immer der gleiche, weil er aus dem gleichen Verteilnetz kommt und vom gleichen Verteilnetzbetreiber.

Hier bekomme ich Strom von der E.on.
Wenn ich jetzt bei einem Ökostromanbieter einen Vertrag abschließe, bekomm ich den Strom aber immer noch von der e.on, zahle aber nicht an e.on. Meist ist dieser Ökostromanbieter Tochter eines großen Energieversorgers. Deswegen hab ich den gleichen Strommix. Ich zahle nur an jemand anderen.

Alles reiner Bauernfang.

Kurz um: Ökostrom gibt's nicht, den kann man nur selber machen. Alles nur ein Marketing-Gag.
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