Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Rudi L. » Do 16. Okt 2014, 14:36

Elektrolurch hat geschrieben:
@TeeKay: +1

Verbrennerfahren ist mindestens fahrlässige Körperverletzung. Dass es praktisch alle machen und es somit de facto der Normalzustand ist, tut dem keinen Abbruch.


Das halte ich jetzt für übertrieben. Denn es ergibt sich alleine aus der Benutzung schon eine Betriebsgefahr, drum muß man versichert sein. Die Betriebsgefahr gilt für alle Kraftfahrzeuge die am öff. Verkehr teilnehmen.

Wenn man das nur auf das Abgas abzielt, was Dein Beitrag impliziert, wäre eine Ölheizung oder Gasheizung im Haus genauso Körperverletzung. :mrgreen:
Rudi L.
 

Anzeige

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon TeeKay » Do 16. Okt 2014, 14:43

Ich rieche nur sehr selten die Abgase von Öl- und Gasheizungen, aber oft die Abgase von Autos. Frage: Welche Abgase bekomme ich wohl in höherer Konzentration verabreicht?
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
Benutzeravatar
TeeKay
 
Beiträge: 10845
Registriert: Di 15. Okt 2013, 10:40
Wohnort: Berlin und Frankfurt

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Rudi L. » Do 16. Okt 2014, 14:49

vielleicht, weil sie die Schornsteine höher sind als der Auspuff ? ;)

Nein, ich würde Verbrenner fahren nicht potentiell als Körperverletzung deklarieren. Es ist umweltschädlich, daß ist Fliegen auch.

Außerdem, nicht jeder kann sich die neue Technik leisten, diese Leute deswegen gleich so zu diffarmieren ist ungerecht.
Rudi L.
 

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon TJ0705 » Do 16. Okt 2014, 14:54

Also das Wort Gutmenschen finde ich daneben, denn es wird in der Regel spöttisch von den falschen benutzt.

Aber ja, wenn man wie ich seit 15 Jahren jede Menge Zeit, Kraft, persönlichen Einsatz und so ziemlich jeden Euro dafür einsetzt, Haus, Auto und den Rest seines Verhaltens sinnvoll in nachhaltiger Richtung zu optimieren, dann darf man darauf auch ein wenig stolz sein, imo.

Das hat nichts mit Herabsetzen der anderen zu tun. So negativ schaue ich höchstens auf Leute, die locker könnten aber einfach aus Ignoranz nicht wollen. Letztlich habe ich aber festgestellt, daß man einfach erst an einen Punkt kommen muß, wo das Umdenken los geht. Dann zieht das von selbst erstaunliche Kreise. An dem Punkt ist der eine früher und der andere später - kein Grund sich über die langsameren zu erheben. Vor 20 Jahren lebte ich auch noch glücklich in "Lala-Land" und machte mir wenig Gedanken…

Ich habe heute Spaß an dem, was wir erreicht haben mit all dem Einsatz und Verzicht an anderen Stellen. Und ja, es macht auch Spaß, ein wenig anderen das vorzuleben und vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken zu bringen. Damit meine ich kein krampfhaftes Missionieren sondern einfach nur sein Ding zu machen und andere da evtl. auf neue Ideen mit zu bringen. Das ist imo eine wichtige Aufgabe von uns Vorreitern, denn die Zeit drängt gewaltig und es ist teils ein Kampf gegen Windmühlen.

Davon abgesehen habe ich einfach irre Spaß an der E-Mobilität ebenso wie an unserer PV-Anlage. Den versuche ich zu vermitteln und vorzuleben, denn das Schöne ist ja gerade, daß man mit all diesen Dingen und manchem Umdenken Gutes tun kann OHNE sich einschränken zu müssen. Genau das Gegenteil ist der Fall. DAS ist die Message, die mal unter die Leute muß. EV-Fahren ist geil, eigenen sauberen Strom zu erzeugen und auch spaßbringend verballern zu können macht enorm Spaß. usw.

Grüße Dirk
TJ0705
 
Beiträge: 1195
Registriert: Fr 9. Aug 2013, 17:35

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon TeeKay » Do 16. Okt 2014, 15:08

Rudi L. hat geschrieben:
vielleicht, weil sie die Schornsteine höher sind als der Auspuff ? ;)

Genau darum ging es doch. Selbst wenn Elektroautos in Summe die gleichen Schadstoffe in der gleichen Menge produzieren sollten wie Verbrenner, wären sie im Vorteil. Denn die Schadstoffe werden nicht in Nasenhöhe in Ballungsgebieten emittiert. Wenn der Emissionsort egal wäre, könnten die Verbrenner-Abgase ja über die Lüftungsdüsen ins Auto geleitet werden und die Heizung ersetzen. Wir aber nicht gemacht - weil es einen großen Unterschied macht, in welcher Konzentration die Abgase die Nase erreichen. Ich rieche Verbrenner-Abgase, aber nicht die Abgase des nahen Kohlekraftwerks, an dem ich täglich vorbeifahre. Zudem ist das Kraftwerk völlig ruhig, die Verbrenner nicht.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
Benutzeravatar
TeeKay
 
Beiträge: 10845
Registriert: Di 15. Okt 2013, 10:40
Wohnort: Berlin und Frankfurt

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon eDEVIL » Do 16. Okt 2014, 16:25

Ein Kraftwerk oder Ölheizung lassen sich auch wesentlich Abgasärmer betreiben, da es nich solche extremen ALstwechsel, wie beim Auto gibt.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

Umfrage: ZOE Fahrwerk frühzeitige Defekte
Benutzeravatar
eDEVIL
 
Beiträge: 11332
Registriert: Di 2. Jul 2013, 08:10

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Elektrolurch » Fr 17. Okt 2014, 13:47

Rudi L. hat geschrieben:
Elektrolurch hat geschrieben:
Verbrennerfahren ist mindestens fahrlässige Körperverletzung.

Das halte ich jetzt für übertrieben.

Das ist keineswegs übertrieben.

§ 223 StGB:

"(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
" (Quelle)

Und Wikipedia sagt dazu:

"Eine Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung.
[...]
Als Gesundheitsschädigung gilt das Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen, also vom normalen Funktionieren des Körpers abweichenden, Zustandes, auch wenn er nur vorübergehend ist.
[...]
eine Gesundheitsschädigung kann sich z. B. aus einer Verunreinigung von Wasser oder Luft durch Giftstoffe oder durch Beibringen eines gesundheitsschädlichen Stoffes ergeben."

Tatbestand erfüllt, Euer Ehren.
ZOE Intens Q210 weiß (F-Import) seit 11.2013
Ratgeber Elektroautos | ZOE-Blog
Benutzeravatar
Elektrolurch
 
Beiträge: 2787
Registriert: Fr 15. Nov 2013, 07:00
Wohnort: Ronnenberg-Benthe (Hannover)

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Flünz » Fr 17. Okt 2014, 13:50

Auch Haareschneiden, Zähneziehen, Blinddarmoperation sind de facto Körperverletzungen, werden aber willentlich hingenommen.
120 Kühe weniger ergeben 120 Kilometer mehr Reichweite :D
(Q210 -> Q90 = 135km -> 255km)
Benutzeravatar
Flünz
 
Beiträge: 1355
Registriert: Mi 13. Nov 2013, 15:57

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Elektrolurch » Fr 17. Okt 2014, 13:51

Dazu nochmal Wikipedia:

"Auch jede ärztliche Behandlung zu Heilzwecken, bei der auf irgendeine Weise in den Körper des Patienten eingedrungen wird, ist nach herrschender Meinung eine Körperverletzung, die nur dann nicht rechtswidrig ist, wenn in sie (auch konkludent) eingewilligt wird oder ein rechtfertigender Notstand vorliegt."
ZOE Intens Q210 weiß (F-Import) seit 11.2013
Ratgeber Elektroautos | ZOE-Blog
Benutzeravatar
Elektrolurch
 
Beiträge: 2787
Registriert: Fr 15. Nov 2013, 07:00
Wohnort: Ronnenberg-Benthe (Hannover)

Re: Sind die E-Autofahrer Gutmenschen ?!

Beitragvon Rudi L. » Fr 17. Okt 2014, 13:58

@Elektrolurch,

ich verstehe Dich ja und je mehr ich mit dem Elektroauto fahre und mich mit EE beschäftige, umso absurder kommt mir unsere Energiewirtschaft vor, die Abgase von anderen Autos belästigen mich manchmal auch.

Aber ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern als das alles noch nicht in meiner Wahrnehmung vorkam. Dies ist noch nicht lange her. Und wir die wir hier sind sind überwiegend gutsituiert und können offenbar unsere Lebensumstände unserem Weltbild anpassen.Dazu brauche ich aber finanzielle Mittel.

Manche haben die nicht und können das darum nicht, deswegen muß man sie nicht kriminalisieren. Das ist ungerecht.

Die GRÜNEN haben sich den Ruf einer Verbotspartei eingefangen. Warum? Weil es dort Leute gibt, die alles was nicht in ihr Weltbild paßt verbieten wollten. Sei es der blöde Veggie-Day oder das Verbot von Motorrollern, etc. pp.

Ich habe was dagegen wenn mir irgendwelche Fundamentalisten ihr Weltbild aufzwingen wollen, sei es religiös motiviert oder politisch ist mir dabei egal. Wir sollten uns aber auch davor hüten andere zu diskreditieren nur weil sie nicht unserer Auffassung von Mobilität folgen oder folgen können. Das bringt nichts.

Grüße
Rudi
Rudi L.
 

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeine Themen

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste