Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

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Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Do 9. Feb 2017, 12:31

Im Zuge der Planung einer PV-Anlage bin ich mal auf die Idee gekommen, die Kosten für unsere Wärmepumpe aufzudröseln.
Das Ergebnis war frappierend-insbesondere wenn man sich überlegt, was man für Abgaben zahlen muss. Gerade beim Einsatz von Ökostrom und wenn man den Vergleich zu fossilen Treibstoffen zieht, stehen da ganz große Fragezeichen im Raum!

Die Analogie des Problems beim E-Auto lag nahe. Hier mal die Rechnung mit möglichst realitätsnahem Durchschnittswerten-gerne kann ich bei Interesse mal die Exceltabelle bereitstellen:

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Beitragvon AbRiNgOi » Do 9. Feb 2017, 12:46

Dein Problem habe ich jetzt nicht verstanden, trotzdem Anmerkungen meinerseits:

1: Warum ist der Verbrauch pro Liter beim Diesel und beim Benziner gleich? Das ist nicht so realitätsnah. Der CO2 Ausstoß müsste eher gleich sein, ein wenig besser der Diesel gegenüber dem Benziner, nicht so stark wie der Verbrauchsvorteil weil wie Du richtig rechnest der Diesel pro Liter mehr CO2 ausstoßt (Benzin hat mehr Wasserstoff drinnen, daher fast schon H2 - Diesel Hybrid...)

2: Du hast vergessen den CO2 Ausstoß der Stromerzeugung dazu zu nehmen, das wäre für Deutschland so im Schnitt 600g/kWh.

3: Du hast vergessen, die CO2 belastung der Treibstoff gewinnung/herstellung/ transport dazu zu rechnen.

Aber vielleicht geht es Dir nur ums Geld, sorry aber das wissen wir schon, die Rechnung geht sich wenn überhaupt nur sehr knapp aus. Sparen tut man sich da fast nix bis gar nix.

Oder um die Abgaben? ja da zahlt man als Stromkunde weit mehr als für Benzin oder DIesel. Aber auch das ist doch wohl bekannt, oder? Ist halt nicht für den Straßenbau zweckgebunden, aber Abgabe bleibt Abgabe.
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 9. Feb 2017, 12:57

Netzentgelt würde ich jetzt nicht unter "Abgaben" rechnen, auch wenn es hier eine gewisse staatliche Regulierung gibt. Wie soll der Strom sonst an die Steckdose kommen?

Beim Diesel würde ich eher 5 l Verbrauch je 100 km rechnen. Ist wohl realistisch bei einer Fahrweise, bei der ein Stromer 160 Wh/km verbraucht.

Interessant ist aber, dass die Gesamtabgaben selbst bei Deiner Rechnung bei Stromer niedriger sind als beim Verbrenner. Da der Staat diese Einnahmen irgendwie ersetzen muss (wenn denn Elektroautos irgendwann einen wesentlichen Anteil der Fahrzeuge stellen), kann man davon ausgehen, dass die Steuern auf Strom steigen werden (bzw. andere Steuern wie Kfz-Steuer oder Maut kommen werden).
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Do 9. Feb 2017, 13:15

AbRiNgOi hat geschrieben:
Dein Problem habe ich jetzt nicht verstanden, trotzdem Anmerkungen meinerseits:


Okay...dann ist es ja gut. (geht das auch netter? :shock: ) Würde mal behaupten, Diesel sind auch im Schnitt die fetteren Autos, als Benziner -daher bitte ich die grobe Ungenauigkeit zu übersehen und die 7 Liter so stehen lassen zu können. (im Übrigen hat der Verbrauch auf die Abgabenlast keinen Einfluss)

JA, mir geht es NUR um den Vergleich der Abgabenbelastung/kWh (Threadtitel?) und nicht um einen Kostenvergleich. Um die Frage, wie mit dieser Preiskonstellation erneuerbare Energien "gefördert" werden. Die Zeche zahlen nur die Stromkunden-nicht die Autofahrer.

AbRiNgOi hat geschrieben:
Oder um die Abgaben? ja da zahlt man als Stromkunde weit mehr als für Benzin oder DIesel. Aber auch das ist doch wohl bekannt, oder? Ist halt nicht für den Straßenbau zweckgebunden, aber Abgabe bleibt Abgabe.


Die Abgaben für den Strom finanzieren NUR die Energiewende, nicht die Verkehrsinfrastruktur. Wie soll später einmal die Mineralölsteuer ersetzt werden? Der Strompreis lässt keine Luft. Aber die Maut in D ist ja schon auf dem Weg...

AbRiNgOi hat geschrieben:
2: Du hast vergessen den CO2 Ausstoß der Stromerzeugung dazu zu nehmen, das wäre für Deutschland so im Schnitt 600g/kWh.


Ich schrieb, dass ich eine PV-Anlage plane - ich gehe also hier inbesondere vom Einsatz von Ökostrom aus-was anderes kommt mir nicht in die Batterie. Das ist auch die Basis meines Vergleiches-deshalb auch null CO2. Die Frage ist, weshalb ein umweltfreundlich, mit Ökostrom betanktes Auto die kompletten Umlagen für den Ökostrom zahlen muss, warum es da keine Ermäßigung gibt? BHKW bekommen z.B die Mineralölsteuern auf die Kraftstoffe erstattet-das zahlt der E-Autofahrer auch noch...

AbRiNgOi hat geschrieben:
3: Du hast vergessen, die CO2 belastung der Treibstoff gewinnung/herstellung/ transport dazu zu rechnen.


stimmt, das könnt man noch anbringen-dieser Energieeinsatz wird eigentlich nie angegeben. Meines Wissens so 1,6 kWh/Liter. Aber das ist eben dann auch berechnungsmäßig ein Fass ohne Boden. Übrigens zahlt man diesen Energieeinsatz der Raffinerien als E-Autofahrer auch noch. Die Raffinerien sind von der EEG-Umlage befreit und das steckt sowohl in der höheren EEG-Umlage als auch in der Umlage für energieintensive Unternehmen.
Zuletzt geändert von RaikundNici am Do 9. Feb 2017, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Do 9. Feb 2017, 14:09

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Netzentgelt würde ich jetzt nicht unter "Abgaben" rechnen, auch wenn es hier eine gewisse staatliche Regulierung gibt. Wie soll der Strom sonst an die Steckdose kommen?


Da hast du Recht-das Netzentgelt ist eigentlich der Preis für die Tankstelle. Nur isses so, dass im Gesetz steht, dass E-Autos wie Wärmepumpen von den Netzbetreibern bei den Netzentgelten zu begünstigen sind-so die denn beim Verbrauch steuerbar sind (was sie definitiv leider noch nicht sind). Es ist hier also gewisse Luft, dass der Staat hier eine Abgabe für die Verkehrsinfrastruktur einführen kann und sicher auch wird. Der verbleibende Anteil gehört logiktechnisch nicht in die Abgaben-da stimme ich dir zu. :D

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Beim Diesel würde ich eher 5 l Verbrauch je 100 km rechnen. Ist wohl realistisch bei einer Fahrweise, bei der ein Stromer 160 Wh/km verbraucht.


Das hat nur Auswirkungen beim direkten Kostenvergleich, mir ging es eigentlich um absolute Werte/Prozente für die Abgaben-die bleiben dann gleich.

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Interessant ist aber, dass die Gesamtabgaben selbst bei Deiner Rechnung bei Stromer niedriger sind als beim Verbrenner. Da der Staat diese Einnahmen irgendwie ersetzen muss (wenn denn Elektroautos irgendwann einen wesentlichen Anteil der Fahrzeuge stellen), kann man davon ausgehen, dass die Steuern auf Strom steigen werden (bzw. andere Steuern wie Kfz-Steuer oder Maut kommen werden).


Das ist wohl das hüpfende Komma. Wo soll man diese Einnahmeausfälle hernehmen? Die Stromsteuer wurde eingeführt, um zum Energiesparen anzuregen-es ist keine Steuer zur Finanzierung von Straßen.

Fazit: Es MUSS eine Maut her - oder man finanziert die ganze EEG-Sache komplett anders. Dass Elemente der angestrebten Energiewende wie Wärmepumpe und E-Auto für die Kosten aufkommen und sich quasi selbst finanzieren, ist reichlich widersinnig.

Logischer wäre, dass alle fossilen Energien mit diesen ganzen Umlagen belastet werden und die erneuerbaren davon befreit werden-das wäre nachvollziehbar und gerechter, dann gibt es auch mehr Luft für ein Äquvalent zur Mineralölsteuer. Aber dann trifft es ja leider auch die arme Industrie...

Es muss generell ein Strompreiskonzept für E-Autos her.

wunderhübsch dazu z.B. der gestrige Artikel in unserer Zeitung- keiner will die Säulen finanzieren: http://www.freiepresse.de/WIRTSCHAFT/WI ... 829894.php
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon AndiH » Do 9. Feb 2017, 15:47

Ich sehe da nicht so viele Einnahmeausfälle für den Staat. Wenn du den Dieselverbrauch etwas runter nimmst sind E-Auto und Diesel von den absoluten Abgaben her fast gleich. Wenn man dann noch berücksichtigt das beim Kauf des E-Autos zusätzliche Mehrwertsteuer reinkommt, sollte zumindest in der Übergangsphase fehlende Staatseinnahmen kein Problem des E-Autos sein.

Gruß

Andi
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 9. Feb 2017, 16:25

RaikundNici hat geschrieben:
wunderhübsch dazu z.B. der gestrige Artikel in unserer Zeitung- keiner will die Säulen finanzieren: http://www.freiepresse.de/WIRTSCHAFT/WI ... 829894.php
Keiner will 3.500 DC-Schnelladesäulen à €20.000 in Chemnitz finanzieren, weil es Schwachsinn ist. Da schreiben wieder Journalisten, die sich viel vorstellen und nicht auskennen.

Genauso mit den Anschlussleistungen. Momentan braucht ein Haushalt durchschnittlich 500 W. Und wieviel kWh lädt er täglich? Bei 10.000 km Fahrleistung, die zuhause geladen wird, nur 4 kWh. Also durchschnittlich 170 W. Es würde mich stark wundern, wenn die Netze diese Zusatzbelastung nicht aushalten.
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 9. Feb 2017, 16:30

AndiH hat geschrieben:
Ich sehe da nicht so viele Einnahmeausfälle für den Staat. Wenn du den Dieselverbrauch etwas runter nimmst sind E-Auto und Diesel von den absoluten Abgaben her fast gleich.
Die ganzen Umlagen sind ja aber keine Einnahmen für den Staat, nur die Energiesteuer ist eine Einnahme. Könnte natürlich umstrukturiert werden.
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon bm3 » Do 9. Feb 2017, 17:14

Die Rechnung mit der Summe der gezahlten Abgaben mag wohl zutreffen, das ist allerdings nur ein Teilaspekt und beschreibt lange nicht die Kosten-/Einnahmesituation im Ganzen für den Staat. Betrachtet man nämlich die gesamten Kosten / den Nutzen für den Staat ist allerdings eine Sache darin noch gar nicht berechnet. Jede fossile Verbrennung und auch jedes AKW löst externen Kosten und Schäden an Natur/ Mensch/Tier/Gebäuden/Straßen... aus an die der Verbraucher erstmal nicht denkt. Das ist eine Hypothek auf unsere Zukunft jedesmal wenn wir irgendwo tanken ! Mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen in PKW werden wir niemals weg davon kommen, sehr wohl aber mit E-Fahrzeugen die mit den Jahren zu einem immer höheren Anteil aus erneuerbaren Energien geladen werden. Die Schäden und Kosten sind beachtlich und das bisschen Mineralölsteuer ist dagegen Kinderkram. Aber um diese volkswirtschaftlichen Schäden die uns alle belasten mit in so eine Rechnung aufzunehmen reicht der Horizont und die Daten eben meist nicht aus.
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Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 9. Feb 2017, 17:57

Absolut! Aber diese Schäden werden im Moment einfach verursacht und hingenommen. Daher müsste eigentlich die Mineralölsteuer noch weiter erhöht werden, um Schäden zu beseitigen.
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