Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon E-lmo » Do 9. Feb 2017, 17:59

Der (konventionelle) Strom ist in der Herstellung erstaunlich billig, deswegen ist die Preisdifferenz zu den garantierten Einspeisevergütungen, die über das EEG umgelegt werden muss, derzeit auch so hoch.

Aber genauso billig ist auch das Öl, das die Saudis aus der Wüste holen, vielleicht müsste man auch deren Transportkosten adäquat zum Netzentgelt herausrechnen und gegenüberstellen!
Seit Mai 2016 mit einem e-UP unterwegs
E-lmo
 
Beiträge: 463
Registriert: Mo 19. Sep 2016, 15:24
Wohnort: Neuenhagen bei Berlin

Anzeige

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Themse » Do 9. Feb 2017, 18:19

Auch in Zukunft wird der Staat nicht darum herumkommen, die Finanzierung der Straßeninfrastruktur über Einnahmen sicherzustellen.

Nach meiner Meinung sind dabei zwei Komponenten notwendig:
Einmal die KfZ-Steuer, die dafür erhoben wird, dass für das jeweilige Fahrzeug die Straßeninfrastruktur bereitgehalten wird.
Und zum anderen, eine Benutzungsgebühr, die die tatsächlich gefahrenen Kilometer bepreist.

KfZ-Steuer kennen wir ja alle schon, müsste jedoch klar nach Umweltaspekten gestaffelt werden.

Die Straßenbenutzungskosten, konnten bisher prima über die Besteuerung von Benzin und Diesel abgegriffen werden.
Dies geht jedoch beim Strom nicht, da Strom ja bekanntlich nicht nur zum Autofahren benutzt wird.
So wird man an einer Art Maut/Vignette wohl nicht vorbeikommen.
Technisch wäre es auch möglich, die gefahrenen Kilometer jedes Fahrzeugs einmal jährlich, über die Elektronik,
auszulesen und dann wie beim Strom- oder Wasserzähler abzurechnen !? (Fluch oder Segen der Digitalisierung !!!)
Renault macht dies bei meinem ZOE jetzt schon, zur Kontrolle meiner korrekten Akku-Mietzahlung !
Auf jeden Fall wird die Politik sich mit der veränderten Mobilität befassen müsssen.
Wenn ich dabei an den Solarstrom denke, wird dies nicht immer zur Freude der Elektroautobesitzer beitragen.
Sion reserviert am10.9.2017
Themse
 
Beiträge: 281
Registriert: Mi 8. Jun 2016, 11:34
Wohnort: Balingen

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Alex1 » Do 9. Feb 2017, 18:44

Liege ich falsch, oder verursachen die Lkw nicht 95% der Straßenabnutzung?

Warum dann um Gottes Willen eine Finanzierung über die 5% Abnutzung durch Pkw?

Noch schlimmer: Die 5% Ausländer unter den 5% sind es wert, mehrere Gerichtsverfahren gegen die EU und einen veritablen Streit mit mehreren EU-Partnern anzuzetteln? :wand:
Herzliche Grüße
Alex
Neue Zoe R90 Intens 15" 06/17
So gelingt die Energiewende. Alternativlos.
Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
Benutzeravatar
Alex1
 
Beiträge: 8079
Registriert: Sa 28. Dez 2013, 16:59
Wohnort: Unterfranken

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 9. Feb 2017, 18:48

Abnutzung wahrscheinlich sogar mehr als 95% LKW. Aber für LKWs bräuchte man keine Autobahnen, die auf 200 km/h ausgelegt sind, und keine zweite und dritte Spur. Es macht schon (zumindest theoretisch) auch Sinn, die Investitionskosten auf die Nutzer umzulegen.
Benutzeravatar
Langsam aber stetig
 
Beiträge: 798
Registriert: Mi 11. Jan 2017, 14:30

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Alex1 » Do 9. Feb 2017, 20:26

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Abnutzung wahrscheinlich sogar mehr als 95% LKW. Aber für LKWs bräuchte man keine Autobahnen, die auf 200 km/h ausgelegt sind, und keine zweite und dritte Spur. Es macht schon (zumindest theoretisch) auch Sinn, die Investitionskosten auf die Nutzer umzulegen.
Die dritte Spur wird ja auch kaum abgenutzt. Und die 2. Spur brauchen die Lkws auch. Vor Allem am Berg... :lol:
Herzliche Grüße
Alex
Neue Zoe R90 Intens 15" 06/17
So gelingt die Energiewende. Alternativlos.
Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
Benutzeravatar
Alex1
 
Beiträge: 8079
Registriert: Sa 28. Dez 2013, 16:59
Wohnort: Unterfranken

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Do 9. Feb 2017, 21:59

bm3 hat geschrieben:
Die Rechnung mit der Summe der gezahlten Abgaben mag wohl zutreffen, das ist allerdings nur ein Teilaspekt und beschreibt lange nicht die Kosten-/Einnahmesituation im Ganzen für den Staat. Betrachtet man nämlich die gesamten Kosten / den Nutzen für den Staat ist allerdings eine Sache darin noch gar nicht berechnet. Jede fossile Verbrennung und auch jedes AKW löst externen Kosten und Schäden an Natur/ Mensch/Tier/Gebäuden/Straßen... aus an die der Verbraucher erstmal nicht denkt. Das ist eine Hypothek auf unsere Zukunft jedesmal wenn wir irgendwo tanken ! Mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen in PKW werden wir niemals weg davon kommen, sehr wohl aber mit E-Fahrzeugen die mit den Jahren zu einem immer höheren Anteil aus erneuerbaren Energien geladen werden. Die Schäden und Kosten sind beachtlich und das bisschen Mineralölsteuer ist dagegen Kinderkram. Aber um diese volkswirtschaftlichen Schäden die uns alle belasten mit in so eine Rechnung aufzunehmen reicht der Horizont und die Daten eben meist nicht aus.


Mein Reden. Das regt mich ja im Grunde auch so auf. Wenn man wirklich den Schaden einpreisen würde, hätten es die Elektroautos nicht so schwer. Die Spritpreise sind viel zu niedrig...

Langsam aber stetig hat geschrieben:
Genauso mit den Anschlussleistungen. Momentan braucht ein Haushalt durchschnittlich 500 W. Und wieviel kWh lädt er täglich? Bei 10.000 km Fahrleistung, die zuhause geladen wird, nur 4 kWh. Also durchschnittlich 170 W. Es würde mich stark wundern, wenn die Netze diese Zusatzbelastung nicht aushalten.


Hab mich auch prächtig amüsiert über diese bekloppte Argumentation. Schließlich zahle ich auch dafür, dass der Strom anliegt und DAS muss ein Hausanschluss abkönnen. Werde mich wohl nochmal zu Wort melden müssen. Schön ist auch dass man " nur Gewinne im Centbereich" machen kann. Und wieviel PROZENT Gewinn macht das dann? :lol:
Renault ZOE, Bj 2003, seit 10/2016, Renault ZOE Zen R40 seit 10/2017 - Wärmepumpenheizer mit Flächenkollektor kontrolliertem, zentralen Lüftungssystem, 10 kWp PV inkl. 10 kWh LG Chem Batteriespeicher
RaikundNici
 
Beiträge: 34
Registriert: Do 13. Okt 2016, 12:26
Wohnort: Rittersgrün/Erzgebirge

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Fr 17. Feb 2017, 15:03

Jetzt habe ich nochmal die Netzentgelte anders eingerechnet und die gesamte eingesetzte Energie, inkl. Transport und Herstellung, bei den fossilen Brennstoffen berechnet. Darüber gibt es auch feine Tabellen. Ist wirklich erstaunlich, was da rauskommt.

Es stellt sich eben schon die Frage, ob da nicht irgendwie das gesamte System Strompreis einer Reform bedarf. Es braucht ja schließlich auch eine Gegenfinanzierung für die Infrastruktur, die im Strompreis gar nicht hineinzukalkulieren ist.

Lichtblick hat dazu z.B auch eine schöne Stellungnahme geschrieben-ich beiße z.B. bei meinem Netzbetreiber auf Granit-er verweigert den Anschluss des E-Autos an den vorhandenen WP-Zähler und fordert einen separaten-was sich natürlich nicht lohnt (ja, haätte ich mal lieber nicht gefragt und einfach gemacht...):
https://lbsflibraries.blob.core.windows ... f?sfvrsn=0
Dateianhänge
Verbrenner vs. Autostrom.pdf
(43.16 KiB) 15-mal heruntergeladen
Renault ZOE, Bj 2003, seit 10/2016, Renault ZOE Zen R40 seit 10/2017 - Wärmepumpenheizer mit Flächenkollektor kontrolliertem, zentralen Lüftungssystem, 10 kWp PV inkl. 10 kWh LG Chem Batteriespeicher
RaikundNici
 
Beiträge: 34
Registriert: Do 13. Okt 2016, 12:26
Wohnort: Rittersgrün/Erzgebirge

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon v@13 » Sa 18. Feb 2017, 10:01

Danke für diese super Zusammenfassung der realen Kosten!

In der jetzigen Fassung könnte man das PDF beinahe einlaminieren und an die Stromtankstelle hängen. Ich würde mir noch folgendes wünschen um die Daten dem Otto Normal Verbraucher näher zu bringen:

    - "well to wheel" ins Deutsche übersetzen. Es ist nicht unmittelbar ersichtlich was damit gemeint ist, vor allem für die, die nicht so gut Englisch können.
    - Die Zeile "Energieverbrauch MJ Well to Wheel pro Liter" würde ich streichen, da zu technisch
    - Eine Zusammenfassung am Ende, nach dem Erklärungsblock, der jährlichen Abgaben, bezogen auf eine jährliche Kilometer Leistung von 14.000 Kilometer. Insbesondere mit der Angabe "Abgabenhöhe bezogen auf den Endpreis". So wie in der ersten Version im Thread.
    - Der Satz aus dem Erklärungsblock "Betrachtet man die Abgaben des Endverbrauchers auf die eingesetzte Energiemenge , werden fossile Energieträger mit der Hälfte bzw. einem Drittel der Abgaben belastet, die ein Elektroauto trägt." Wird leider nicht mit Zahlen untermauert. Es sind nur "Abgaben/Liter" aufgeführt und nicht Abgaben/kWh. Damit werden in einer Zeile Äpfel mit Birnen verglichen. Zwei verschiedene Einheiten in einer Zeile sind irreführend. Dies betrifft den kompletten Teil: "Abgabenlast im Vergleich" Hier müsste vorab eine Umrechnung von Liter zu kWh erfolgen, damit Er/Sie vergleichen kann, oder die Überschrift zu dem Block geändert werden in "Abgabenlast im Vergleich pro 100km".

Nun ist aus einer kurzen Antwort doch wieder eine lange geworden. Ich finde die Zahlen trotz meiner konstruktiven Kritik Klasse. Weiter so!
... dauernd ist die Batterie voll, sie ist einfach viel zu klein, so viel kann ich gar nicht fahren. ;)
v@13
 
Beiträge: 155
Registriert: Do 31. Mär 2016, 15:56

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon RaikundNici » Fr 24. Feb 2017, 13:10

Danke für die konstruktiven Bemerkungen @v@13 - :P habe es jetzt nochmal in ein etwas ottonormalverraucherfreundliches Format gebracht - ohne Tabellen, mit Grafiken. Das Auge isst ja bekanntlich am liebsten grafisch. :)

Hoffe, ich habe nun keine Apfel-Birnen-Problematik mehr drinne. :D laminiertes Blatt für die Tanksäule wäre sicher ne dufte Idee - Zeit zum Lesen bleibt da ja genug. :D
Dateianhänge
Elektroauto vs. Verbrenner final.jpg
Kann gerne von goingelectric-Mitgliedern verwendet werden - Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik an genannte Emmailie
Renault ZOE, Bj 2003, seit 10/2016, Renault ZOE Zen R40 seit 10/2017 - Wärmepumpenheizer mit Flächenkollektor kontrolliertem, zentralen Lüftungssystem, 10 kWp PV inkl. 10 kWh LG Chem Batteriespeicher
RaikundNici
 
Beiträge: 34
Registriert: Do 13. Okt 2016, 12:26
Wohnort: Rittersgrün/Erzgebirge

Re: Schonmal berechnet? Abgabenlast für E-Autostrom...

Beitragvon Alex1 » Sa 25. Feb 2017, 15:41

Sehr schön, danke! :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
Neue Zoe R90 Intens 15" 06/17
So gelingt die Energiewende. Alternativlos.
Echten Ökostrom: http://www.ews-schoenau.de/ Fast Alternativlos.
Benutzeravatar
Alex1
 
Beiträge: 8079
Registriert: Sa 28. Dez 2013, 16:59
Wohnort: Unterfranken

Anzeige

Vorherige

Zurück zu Allgemeine Themen

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: AndiH, kiribaty, max-r, Rudi L, tibe und 10 Gäste