Quote nicht durchdacht

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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Südstromer » Di 15. Aug 2017, 11:55

Eine Quote ist schon deswegen Quatsch, weil dann vermehrt massentaugliche Fahrzeuge gestellt werden MÜSSTEN. Sprich Kombi, Sportbacks, Cabrios etc. etc. Eben die Fahrzeugklassen wie sie zuhauf rumfahren. Das würde aber die Hersteller in Zugzwang bringen, dazu müssten die zuschauen wie ihre geliebten Felle davon schwimmen. Eine Quote rieht auch ziemlich streng nach Kommunismus.

Von daher wird es sicher beim Status Qou bleiben: Nix genaues weiss man nicht :prost: :hurra:


In der Zwischenzeit hält man die träge Kundschaft bei Laune: https://ecomento.de/2017/08/15/skoda-el ... portwagen/

Ich lauf nackt durch die Innenstadt mit einem Ladekabel in der Hand, wird VW oder Konsorten jemals solche schnittigen Fahrzeuge anbieten!

Never in life.
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Südstromer » Di 15. Aug 2017, 12:10

Jochen2003 hat geschrieben:
Südstromer wie meinst du denn wie man eine Quote durchsetzen kann, wenn der Kunde nicht kaufen will kauft er auch nicht.
Ich finde eine Quote völligen Quatsch

Eine realistische Quote wäre es schon, alle 4 Jahre gewisse Bedingungen anzupassen und auch knallhart durchzuziehen. Jetzt sieht man aber das Firmen jahrlang vorsätzlich betrogen haben, aber es passiert eh nichts.

Eine "Quote" muss eh von unten kommen! Die Leute müssen handeln, Unternehmer, Fuhrparkbetreiber. Das ist die Klientel, die sich einfach eine Ladebox an die Hauswand schraubt und los geht es. Vor einem Jahr (oder zwei) wurde ich noch ausgelacht über meine E-Autos. Heute mit den ersten echten 300 KM Fahrzeugen machen selbst die größten Gegner von damals eine Probefahrt und erwägen ernsthaft den Kauf - oder haben bereits bestellt.

Die Politik hat eh mit sich und ihrem Selbstdarstellen zu tun, die können solche komplexen Dinge nicht andenken.

Das müssen WIR schon machen.
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Südstromer » Di 15. Aug 2017, 12:19

Schneemann hat geschrieben:
Wofür mind. 300 km? ich behaupte mal, die Hälfte der heutigen Autos brauchen bei einer vernünftigen Infrastruktur diese Reichweite bei weitem nicht.

Mit echten 300 KM kannste ruhigen Gewissens zur Oma, dort den Besuch machen und wieder retour fahren. Glaubste ernsthaft die Masse an Leute hat Bock alle 150 KM an der Ladesäule rumzustehen? Unter 300 KM oder gar 400 echten KM wird nix passieren, die Zulassungen dümpeln im einen oder zwei Prozent Keller vor sich hin. Dabei ist es völlig unerheblich ob 2017 der Umsatz bei E-Autos um 60 Prozent gestiegen ist. Selbst Muttis feuchter Traum von 1 Mio. E-Autos ist letztlich die Vormittagsproduktion der großen Hersteller.
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Toumal » Di 15. Aug 2017, 12:21

Südstromer hat geschrieben:
Glaubste ernsthaft die Masse an Leute hat Bock alle 150 KM an der Ladesäule rumzustehen?


Wird nicht passieren, denn die meisten fahren nicht so weit ;)
(Quelle Eurostat)
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Jochen2003 » Di 15. Aug 2017, 12:36

Echte 300 km + ist die Reichweite die eventuell akzeptiert wird, ich weiß durch unseren Leaf das es durchaus mit weniger geht aber das überzeugt niemanden, auch wenn er nicht fährt, Restkilometer auf dem Akku ist so eine Art Sparbuch für den Fall der Fälle, der zwar kaum vorkommt aabber wenn dann hab ich es.
So ticken die Leute nunmal, in vielen Diskussionen reden manche von mind. 1.000 km.
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Südstromer » Di 15. Aug 2017, 12:41

Toumal hat geschrieben:
Wird nicht passieren, denn die meisten fahren nicht so weit ;)
(Quelle Eurostat)

Die Statistik spricht aber nicht darüber, das manche am Tag zwar nur 18 KM weit fahren, aber jedes zweite Wochenende ausgedehnte Fahrten haben. Wir müssen die Reichweitendiskussion nicht erneut kauen...
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Michael_Ohl » Di 15. Aug 2017, 12:47

Warum macht man es nicht einfach wie früher? Da gab es mit jeder Einführung einer neuen Abgasnorm schöne Erhöhungen der KFZ Steuern für die alten Stinker. Mein erster Nissan Terrano II hat dann einfach mal 1000DM / Jahr gekostet. Was haben wir jetzt? Steuerbefreiung für 10Jahre und danach soll ich ein vielfaches eines Kleinwagens mit 100PS+ für meinen 60PS Kangoo bezahlen. Geht's noch?
Über Steuern kann man eine Menge regeln. Auch die Mineralölsteuer könnte man für die Diesel leicht anpassen. Dann braucht keiner mehr über eine Quote zu reden. Anpassung des Durchschnittlichen CO2 Ausstoßes bei jedem Hersteller ohne unsinnige Doppelberechnung würde auch sehr schnell zu attraktiven Autos und guten Preisen führen ohne die Autoindustrie gleich umzubringen. Für Wohnmobile, Anhängerzugfahrzeuge, Sportwagen u.ä. bleibt halt noch lange genug vom Kuchen übrig.


mfG
Michael
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Jochen2003 » Di 15. Aug 2017, 13:00

Michael was stand bei dir im Steuerbescheid nach 10 Jahren?

So einfach ist das nicht, warum soll ich genausoviel Steuern zahlen wenn ich unseren Leaf über unsere Photovoltaikanlage lade wie jemand der Zuhause mit Kohlestrom über die Steckdose lädt??? Z.B.
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon INRAOS » Di 15. Aug 2017, 21:03

Meine Meinung dazu:

Der Kunde kann das durch sein Kaufverhalten z.Z. nicht entscheiden, weil ihm einfach nicht die richtigen Autos zur Verfügung gestellt werden. Wieviel Auswahl beim BEV haben wir denn im Moment? Und dann noch die höheren Preise und zum Teil überhaupt nicht akzeptabelen Lieferzeiten ...

Ich schrieb schon in einem anderen Thread zum genau gleichen Thema:

Wenn den Autoherstellern vorgeschrieben würde:

- ab 2018 bis 2027 (also 10 Jahre lang) eine Elektroauto-Quote pro Jahr um 2,5 Prozentpunkte gesteigert , wären wir bei 25 % der Neuzulassungen in 10 Jahren
- danach bis 2040 jährlich um 5 Prozentpunkte steigern
- ab 2040 nur noch Autos ohne Verbrennungsmotor zulassen

dazu gehört:

- Mindesthaltedauer bei Erstzulassung = 3 Monate, damit keine Tageszulassungen in die Quote fliessen, die sofort ins Ausland verkauft werden
- PHEV dürfen bis 2040 als Übergangslösung dazugezählt werden, mit einer Mindest-E-Reichweite von 20 % der Komplett-Reichweite (also KFZ-Reichweite 500 km muss 100 km E-Reichweite haben)


Ich glaube, mit diesen Vorgaben würden ganz schnell z.B. auch der eGolf als Kombi kommen (was spricht da eigentlich gegen), und unsere Autobauer wüssten endlich verbindlich was sie erwartet.

Und nein: Eigentlich bin ich nicht für eine Planwirtschaft - aber ansonsten werden die Konzerne die nächsten Jahre noch zu wenig Power/Geld in die BEV-Produktion stecken.

Und dann kann der Kunde auch wirklich auswählen und entscheiden - von mir aus auch SUV, Kombi, Kleinbus, mit AHK / Schiebedach ... etc

Und wenn die Autobauer verkaufen müssen (und dann sicherlich auch können, zumindest VW, BMW, Audi, Mercedes) - dann müssen die halt auch noch Geld in die Infrastruktur investieren wenn es ansonsten daran scheitert. Sollen die halt bei jedem Händler Schnellade-Säulen aufstellen, die öffentlich zugänglich sind.

Und das ganze sehe ich nicht nur als Zwang für 'unser' Autobauer, sondern dann auch als verbindliche Sicherheit. Dann wissen Sie, was im Batterieverbrauch auf sie zukommt, was sie in Infrastruktur und neue Autos investieren müssen ...

Und wenn die ersten 10% mal erreicht sind bin ich fest überzeugt, dass das ganze dann ein Selbstläufer wird ...

OK - vielleicht träume ich ja - aber schön wäre es schon

VG aus dem Zillertal ... Ingo
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Re: Quote nicht durchdacht

Beitragvon Wiese » Di 15. Aug 2017, 21:35

INRAOS hat geschrieben:
Meine Meinung dazu:

Der Kunde kann das durch sein Kaufverhalten z.Z. nicht entscheiden, weil ihm einfach nicht die richtigen Autos zur Verfügung gestellt werden. Wieviel Auswahl beim BEV haben wir denn im Moment? Und dann noch die höheren Preise und zum Teil überhaupt nicht akzeptabelen Lieferzeiten ...

Ich schrieb schon in einem anderen Thread zum genau gleichen Thema:

Wenn den Autoherstellern vorgeschrieben würde:

- ab 2018 bis 2027 (also 10 Jahre lang) eine Elektroauto-Quote pro Jahr um 2,5 Prozentpunkte gesteigert , wären wir bei 25 % der Neuzulassungen in 10 Jahren
- danach bis 2040 jährlich um 5 Prozentpunkte steigern
- ab 2040 nur noch Autos ohne Verbrennungsmotor zulassen

dazu gehört:

- Mindesthaltedauer bei Erstzulassung = 3 Monate, damit keine Tageszulassungen in die Quote fliessen, die sofort ins Ausland verkauft werden
- PHEV dürfen bis 2040 als Übergangslösung dazugezählt werden, mit einer Mindest-E-Reichweite von 20 % der Komplett-Reichweite (also KFZ-Reichweite 500 km muss 100 km E-Reichweite haben)


Ich glaube, mit diesen Vorgaben würden ganz schnell z.B. auch der eGolf als Kombi kommen (was spricht da eigentlich gegen), und unsere Autobauer wüssten endlich verbindlich was sie erwartet.

Und nein: Eigentlich bin ich nicht für eine Planwirtschaft - aber ansonsten werden die Konzerne die nächsten Jahre noch zu wenig Power/Geld in die BEV-Produktion stecken.

Und dann kann der Kunde auch wirklich auswählen und entscheiden - von mir aus auch SUV, Kombi, Kleinbus, mit AHK / Schiebedach ... etc

Und wenn die Autobauer verkaufen müssen (und dann sicherlich auch können, zumindest VW, BMW, Audi, Mercedes) - dann müssen die halt auch noch Geld in die Infrastruktur investieren wenn es ansonsten daran scheitert. Sollen die halt bei jedem Händler Schnellade-Säulen aufstellen, die öffentlich zugänglich sind.

Und das ganze sehe ich nicht nur als Zwang für 'unser' Autobauer, sondern dann auch als verbindliche Sicherheit. Dann wissen Sie, was im Batterieverbrauch auf sie zukommt, was sie in Infrastruktur und neue Autos investieren müssen ...

Und wenn die ersten 10% mal erreicht sind bin ich fest überzeugt, dass das ganze dann ein Selbstläufer wird ...

OK - vielleicht träume ich ja - aber schön wäre es schon

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Auch wenn ich gegen eine Quote bin, könnte ich Deinem Vorschlag trotzdem zustimmen.

Was mich an der Quote stört, ist die Festlegung auf das E-Auto. Man zwingt so die Industrie eine bestimmte Technik zu verwenden. Wir brauchen aber kein E-Auto, sondern ein abgasfreies, oder stark abgasreduziertes Auto. Im Moment ist das E-Auto die beste Alternative, ob vielleicht auch andere Lösungen möglich sind ist offen.
Deshalb wären für mich verschärfte Abgaswerte die bessere Lösung. Nur als Beisiel: 100gr CO2 pro km für alle und 10 mg sonstige Gifte wie NOx oder CO. Im Moment ist das mit einem extrem gut gereinigten Verbrenner möglich, aber wohl viel zu teuer. So kônnte man die Abgasschleudern auch abschaffen, weil dann das E-Auto billiger ist.
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